E
E bzw. e (gesprochen: [e&dehn;]) ist der fünfte Buchstabe des lateinischen Alphabets und ein Vokal. Der Buchstabe E hat in deutschen Texten eine durchschnittliche Häufigkeit von 17,40%. Er ist damit der häufigste Buchstabe in deutschen Texten.
E.ON
Die E.ON AG, eine Holding mit Sitz in Düsseldorf, ist einer der weltweit führenden Energiekonzerne mit einer starken Marktposition im europ. Gas- u. Elektrizitätsgeschäft.
E. T. – Der Außerirdische
Der Film E. T. – D. A. (Originaltitel: ''E. T. the Extra-Terrestrial'') ist ein US-amerikan. Science-Fiction-Film aus dem Jahre 1982 u. gehört zu den kommerziell erfolgreichsten Spielfilmen. Regisseur Steven Spielberg kombiniert darin Elemente des Science-Fiction- u. Märchen-Genres u. legt die Handlung in eine amerikan. Vorstadt in das Haus einer Durchschnittsfamilie.
EADS
→European Aeronautic Defence and Space Company.
Eagles
Die E. sind eine Country-Rock-Band aus den USA. Ihre bekanntesten Hits sind ''Hotel California'' u. ''Take it easy''. Die Band war mit fünf Nr.-1-Singles u. sechs Nr.-1-Alben eine der erfolgreichsten Formationen der 1970er Jahre.
Earp, Wyatt
Wyatt Berry Stapp Earp (* 19. März 1848 in Monmouth, Illinois; † 13. Januar 1929, Los Angeles, Kalifornien) war ein amerikan. Revolverheld. Bekannt wurde er durch seine Beteiligung an der Schießerei am O. K. Corral in Tombstone, Arizona, zusammen mit Doc Holliday u. seinen zwei Brüdern Virgil u. Morgan Earp.
East Coast vs. West Coast
E. C. vs. W. C. (''Ostküste gegen Westküste'') ist die gängigste Bez. für den bekanntesten „Beef” – eine Fehde im Hip-Hop. Bei der in den späten 1990ern stattfindenden Auseinandersetzung handelte es sich um eine Rivalität zwischen den Plattenfirmen Bad Boy Entertainment aus New York City (East Coast) u. Death Row Records aus Los Angeles (West Coast) sowie den dazugehörigen Rappern u. Produzenten. In ihrem Verlauf wurden unter anderem Tupac Shakur u. Notorious B.I.G. erschossen.
Easter Egg
E. E. (engl. für „Osterei”) ist ein Begriff für eine versteckte u. undokumentierte Besonderheit in Medien u. Computerprogrammen, das häufig als eine Art Signatur des Urhebers von den Programmierern ohne Kenntnis seitens der Firmenleitung hinterlegt wird.
Formen sind beispielsweise Bonusmaterial auf einer DVD, das sich hinter nicht sichtbaren Menüpunkten verbirgt, oder Geheimlevel eines Computerspiels.
Eastwood, Clint
Clinton Eastwood jr. (* 31. Mai 1930 in San Francisco, Kalifornien, USA) ist ein US-amerikan. Produzent, Filmregisseur, Komponist, Politiker u. Schauspieler.
Als wortkarger Western- u. Actionheld zählte er jahrzehntelang zu den weltweit erfolgreichsten Stars. Clint Eastwood ist einer der renommiertesten Filmregisseure u. Filmproduzenten u. hat 1992 u. 2004 den Oscar für die beste Regie erhalten. Zusätzlich wurde er als Produzent der jeweiligen Filme mit dem Oscar für den besten Film ausgezeichnet.
Easy Rider
E. R. ist ein US-amerikan. Film aus dem Jahre 1969, der als Kultfilm u. Roadmovie das Lebensgefühl der 1960er Jahre beschreibt. Im Frühjahr 1969 war ''E. R.'' der offizielle Beitrag der Vereinigten Staaten zum Filmfestival von Cannes.
E-Bass
Der elektr. Bass oder kurz E. (auch ''Bass'' oder irreführenderweise ''Bassgitarre'' genannt) ist ein zumeist aus Holz gefertigtes Saiteninstrument. Wie bei der E-Gitarre werden die Saitenschwingungen nicht primär durch einen akust. Klangkörper verstärkt, sondern durch Tonabnehmer in elektr. Signale umgewandelt, die mit Hilfe eines Bassverstärkers u. von Lautsprechern hörbar gemacht werden.
Im Gegensatz zum Kontrabass hängt der elektr. Bass eher waagerecht vor dem Körper des Spielers. Dabei wird er von einem über die Schulter gelegten Tragegurt gehalten, so dass das Instrument auch im Stehen gespielt werden kann.
EBay
Bild: Ebayheadquarters.jpg
eBay-Hauptgeschäftssitz in San Jose
eBay Inc. ist ein US-Unternehmen u. betreibt das weltweit größte Internetauktionshaus. Das Unternehmen wurde im September 1995 von Pierre Omidyar in San José (Kalifornien) unter dem Namen ''auctionweb'' gegr. Auch in Europa, darunter Deutschland sowie die Schweiz u. Österreich, bietet das Unternehmen seine Dienstleistungen an.
Im Laufe der Jahre erweiterte sich das Angebot von einem Consumer-to-Consumer-Marktplatz mit flohmarktähnlichem Charakter zu einer Business-to-Consumer-Plattform, d.h., es wird zunehmend Neuware von kommerziellen Händlern angeboten, im Unterschied zu den Gebrauchtwaren privater Anbieter.
Ebel, Daniel
Der Rapper Dendemann, der auch unter den Namen ''Daniel Larusso'', ''Volker Racho'' oder ''Olaf Mitender'' auftritt, heißt mit bürgerl. Namen Daniel Ebel u. stammt aus Menden, lebt jedoch zur Zeit in Hamburg. Seine Markenzeichen sind seine kratzige Stimme u. humorvolle, wortspielverliebte Raps, in denen meistens Geschichten aus dem Alltag beschrieben werden.
Ebenda
E. (Abk. ''ebd.'', auch ''ebda.'') ist ein in wissenschaftl. Arbeiten oftmals verwendeter Ausdruck, der als Hinweis beim Zitieren in der Quellenangabe/Literaturangabe verwendet wird (dort gleichbedeutend auch ibidem, ''ibd.'', ''ib.''), wenn ein Titel auf einer Seite mehrmals zitiert wird. Des Weiteren wird er auch bei Lebensdaten in Biografien verwendet, z.B. ''† ebenda'' (= wie vorgenannt).
Ebert, Friedrich
Friedrich Ebert (* 4. Februar 1871 in Heidelberg; † 28. Februar 1925 in Berlin) war Politiker der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, ab 1913 SPD-Vorsitzender u. ab 1919 der erste Reichspräsident in der Weimarer Republik.
EBIT
EBIT ist eine betriebswirtschaftl. Kennzahl u. sagt etwas über den betriebl. Gewinn eines Unternehmens in einem bestimmten Zeitraum aus.
EBIT ist die Abk. für englisch: ''earnings before interest and taxes''. Das heißt wörtlich übersetzt "Gewinn vor Zinsen u. Steuern". In der prakt. Anwendung hat es jedoch die Bedeutung von "Gewinn vor Finanzergebnis, außerordentl. Ergebnis u. Steuern". Es werden also außerordentliche (einmalige) Kosten u. Aufwendungen ebenso ignoriert wie Zinsen, sonstige Finanzierungsaufwendungen oder -erträge u. Steuern, weil alle diese Positionen nicht durch die eigentliche betriebliche Tätigkeit entstanden sind.
EBITDA
EBITDA ist eine betriebswirtschaftl. Kennzahl, die in Zusammenhang mit dem erwirtschafteten Ertrag u. Cashflow eines Unternehmens in einem bestimmten Zeitraum steht.
EBITDA ist die Abk. für englisch: ''earnings before interest, taxes, depreciation and amortization''. Das heißt wörtlich übersetzt "Ertrag vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen u. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände". In der prakt. Anwendung hat es jedoch die Bedeutung von "Ertrag vor Finanzergebnis, außerordentl. Ergebnis, Steuern u. Abschreibungen". Es werden also außerordentliche (einmalige) Kosten u. Aufwendungen ebenso ignoriert wie Zinsen, sonstige Finanzierungsaufwendungen, Steuern u. Abschreibungen.
Ebola
E. ist eine anzeigepflichtige Infektionskrankheit, die durch das Ebolavirus hervorgerufen wird. Die Bez. geht auf den afrikan. Fluss E. zurück, an dem das Virus zuerst aufgetreten ist. Die Erkrankung verläuft in bis zu 90% aller Fälle tödlich. Bis jetzt wurden noch keine erfolgreichen Therapien gefunden.
E-Book
Ein E. (auch "eBook" oder "ebook", von engl. ''electronic book''), selten eingedeutscht E-Buch oder eBuch (von ''elektronisches Buch'') versucht im weitesten Sinne, das Medium Buch mit seinen medientyp. Eigenarten in digitaler Form verfügbar zu machen.
Alle Ansätze hierzu teilen das Manko, dass ein reales Buch bestimmte herstellungsbedingt individuelle, vor allem haptische Eigenschaften und Qualitäten besitzt (z.B. Art und Qualität von Bindung, Papierart und -stärke sowie verwendeter Drucktechnik), die sich mit herkömmlicher Computertechnologie nicht wiedergeben lassen.
Ebstein, Katja
Katja Ebstein (* 9. März 1945 in Girlachsdorf, Ldkrs. Reichenbach, Niederschlesien, eigentl. ''Karin Witkiewicz'') ist eine dt. Sängerin u. Schauspielerin. Sie hat bisher mehr als 30 Alben in den Bereichen Schlager, Popmusik, Chanson, Kabarett u. Musical veröffentlicht.
E-Business
E. ist die integrierte Ausführung aller automatisierbaren Geschäftsprozesse eines Unternehmens mit Hilfe von Informations- u. Kommunikationstechnologie.
Echelon
E. ist der Name eines Spionagenetzes. Die Staaten USA, Vereinigtes Königreich (UK), Kanada, Australien u. Neuseeland sind daran beteiligt.
E. war zunächst nur dazu gedacht, die militärische u. diplomat. Kommunikation der Sowjetunion u. ihrer Verbündeten abzuhören. Heute wird das System angeblich zur Suche nach terrorist. Verschwörungen, für Aufdeckungen im Bereich Drogenhandel u. als politischer u. diplomat. Nachrichtendienst benutzt.
Echnaton
E. („''der Aton wohlgefällt'' oder ''nützlich ist''”) war ein altägypt. König (Pharao) der 18. Dynastie (Neues Reich) u. Sohn von Amenophis III. u. Königin Teje. Er erhob Aton in der Gestalt der Sonnenscheibe zur von allen zu verehrenden Form des Hauptgottes Ägyptens u. gründete eine neue Stadt in der Wüste, die er zur Hptst. machte: Achet-Aton. Dieser Herrscher setzte auf eine streng nach innen gerichtete Politik u. reform. die Kunst. Echnatons Regentschaft wird verschieden datiert: ca. 1351–1334 v. Chr., 1340–1324 v. Chr. (Helck) oder 1353–1336 v. Chr. (Krauss).
Echokardiografie
E. nennt man die Untersuchung des Herzens mittels Ultraschall (siehe auch Sonografie).
Neben dem EKG ist die E. eine der wichtigsten technischen nichtinvasiven Untersuchungsmethoden des Herzens u. mittlerweile unverzichtbarer Bestandteil der kardiolog. Diagnostik.
Echsen
E. (Lacertilia, veraltet auch Sauria) sind in der klassischen Systematik eine Unterordnung der Schuppenkriechtiere. Eine weitere Unterordnung der Schuppenkriechtiere ist die der Schlangen. Im Gegensatz zu diesen haben die meisten E. voll entwickelte Gliedmaßen. Eine bekannte Ausnahme bilden die Schleichen. Zu den E. zählen darüber hinaus Geckos, Chamäleons, Leguane, Eidechsen sowie Warane u. a.
Echt (Band)
E. war eine dt. Popgruppe aus Flensburg, die 1997 gegr. wurde. Mit dem Song ''Du trägst keine Liebe in dir'' hatte sie 1999 ihren größten Erfolg, bevor sie sich im Jahre 2002 auflöste.
Echte Adler
Die Echten Adler (''Aquila'') sind eine Gattung von Greifvögeln, die zur Familie der Habichtartigen (Accipitridae) gehört. Zu dieser Gattung gehören 11 Arten, die in allen Klimazonen verbreitet sind. Nur der holarktisch verbreitete Steinadler kommt auch in Amerika vor.
Echte Aloe
Die E. A. (''Aloe vera''), auch Curacao-Aloe, Wüstenlilie genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Aloen (''Aloe'') in der Familie der Affodillgewächse (Asphodelaceae). Sie gehört zu den ''Aloe''-Arten, die zur inneren u. äußeren Anwendung verwendet werden können.
Die ursprüngliche Heimat dieser Art sind die Kanarischen Inseln. Kultiviert werden sie auch in anderen Trockengebieten Europas, Afrikas u. Amerikas, zum Beispiel auf den Balearen. Sie sind frostempfindlich, können aber sehr gut im eigenen Garten gezogen und im Winter im Haus gehalten werden.
Echte Frösche (Gattung)
Die Echten Frösche (''Rana''; vom Lateinischen „der Frosch”) bilden die artenreichste Gattung innerhalb der Familie der Echten Frösche (Ranidae), die zur Ordnung der Froschlurche gehört.
Echte Hasen
Die Echten Hasen (''Lepus'') bilden eine eigene Gattung innerhalb der Familie der Hasen (Leporidae). Sie umfassen rd. 30 Arten, darunter sind aber nur fünf in Europa heimisch, der Feldhase (''L. europaeus''), der Schneehase (''L. timidus''), der Korsika-Hase (''L. corsicanus''), der Iberische Hase (''L. granatensis'') u. der ebenfalls in Spanien heim. ''Lepus castroviejoi''.
Echte Kobras
Die Echten Kobras (''Naja'') sind Giftnattern (Elapidae), die in etwa 20 Arten in Afrika u. Asien vorkommen. Das auffälligste Merkmal einer Kobra ist der spreizbare Nackenschild, bei einigen Arten (Brillenschlange ''Naja naja'', Monokelkobra ''Naja kaouthia'') mit ''Brillenzeichnung'', der in der Drohhaltung ausgebreitet wird.
Echte Marder
Die Echten Marder (''Martes'') sind eine Raubtiergattung aus der Familie der Marder (Mustelidae). Die acht Arten dieser Gattung sind in Eurasien u. Nordamerika beheimatet.
Echter Buchweizen
Der Echte Buchweizen (''Fagopyrum esculentum''), auch Gemeiner Buchweizen, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Buchweizen (''Fagopyrum'') in der Familie der Knöterichgewächse (Polygonaceae). E. B. ist eine alte Nutzpflanze, die wahrscheinlich zuerst in China kultiviert wurde. In Mitteleuropa erfolgte die Ausbreitung während des späten Mittelalters von O nach W. Wegen des fehlenden Glutens ist reiner Buchweizen zum Brotbacken ungeeignet. Dadurch ist er aber auch für Menschen geeignet, die kein Gluten vertragen. Heute wird er hauptsächlich in Naturkostläden als ganzes, geschältes Korn, in Form von Grütze, Flocken oder Mehl angeboten. Diese Pflanzenart wurde zur Arzneipflanze des Jahres 1999 gewählt.
Echter Jasmin
Jasmin (''Jasminum officinale''), genauer Gewöhnlicher Jasmin oder E. J. genannt, gehört zur Gattung ''Jasminum'' in der Familie der Ölbaumgewächse (Oleaceae) (Persisch: Yas, Yasaman). E. J. ist die einzige in Südeuropa heimische Art der Gattung. Sie stammt ursprünglich aus dem wärmeren Vorderasien. Die äußerst wohl riechenden Blüten werden zu Pomade oder Tee verarbeitet, u. neben Rose ist Jasmin zweifellos der am meisten verwendete Blütendurft zur Herstellung von Parfüm.
Echter Koriander
Der Echte Koriander (''Coriandrum sativum'', lat.) ist ein einjähriges Kraut aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Der Name leitet sich ab vom griechischen ''coris'' = Wanze u. vom griechischen ''amon'' = Anis. Die Blätter riechen etwas nach Wanzen, die Beeren nach Anis. Vom Koriander werden sowohl die Früchte als auch die Blätter als Gewürz verwendet.
Echter Lavendel
Der Echte Lavendel (''Lavandula angustifolia'') ist eine Pflanzenart aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Lavendel, insbes. E. L., ist eine häufig in der Heilkunde u. Parfümerie geschätzte Pflanze. Lavendel sagt man antiseptische u. beruhigende Wirkung nach.
Echter Lorbeer
Der Echte Lorbeer (''Laurus nobilis''), auch Edler Lorbeer oder Gewürzlorbeer genannt, ist ein Baum aus der Familie der Lorbeergewächse (Lauraceae) u. gehört zur Gattung Lorbeeren (''Laurus'').
Echte Rose von Jericho
Die E. R. v. J. (''Anastatica hierochuntica,'' auch Wüstenrose genannt) ist in den Wüstengebieten von Israel, Jordanien, auf dem Sinai u. in Teilen Nordafrikas beheimatet. In der Wüste wird sie häufig nach dem Eintrocknen durch Winde aus ihrer schwach ausgeprägten Wurzelverankerung gerissen u. kann kilometerweit rollen. Diese Verbreitungsart nennt man Chamaechorie.
Sie gehören zu den poikilohydren Pflanzen (Wechselfeuchte Pflanzen, so genannte „Auferstehungspflanzen”), sie sehen in der Trockenheit wie vertrocknet aus, sobald es feucht wird, ergrünen sie.
Echter Schwarzkümmel
Der Echte Schwarzkümmel (''Nigella sativa''), oft nur Schwarzkümmel genannt, ist eine Pflanzenart der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Er ist also nicht mit Kümmel u. Kreuzkümmel verwandt.
Echte Schweine
Die Echten oder Altweltlichen Schweine (Suidae) sind eine Säugetierfamilie aus der Ordnung der Paarhufer (Artiodactyla). Die neuweltl. Nabelschweine oder Pekaris gehören nicht zu dieser Gruppe, sondern bilden eine eigene Familie. Die Familie der Schweine umfasst knapp 20 Arten in fünf Gattungen, darunter als einzigen in Europa lebenden Vertreter das Wildschwein, das die Stammform des Hausschweins ist.
Echtes Johanniskraut
Das Echte Johanniskraut (''Hypericum perforatum''), auch Tüpfel-Johanniskraut oder Tüpfel-Hartheu genannt, ist eine Pflanze aus der Familie der Johanniskrautgewächse (Hypericaceae). Es ist wegen seiner verschiedenen Inhaltsstoffe wie äther. Öle u. Gerbstoffe eine seit alter Zeit geschätzte Heilpflanze.
Echte Walnuss
Die E. W. (''Juglans regia'') ist ein sommergrüner Laubbaum aus der Familie der Walnussgewächse (Juglandaceae). Sie wird in der Umgangssprache meist verkürzt als Walnuss oder Walnussbaum bezeichnet. Der Baum ist durch die wirtschaftliche Nutzung seiner Früchte, der Walnüsse, allgemein bekannt.
Echte Wespen
Die Echten Wespen (Vespinae) sind eine Unterfamilie der Faltenwespen (Vespidae) mit weltweit 61 Arten. In Mitteleuropa kommen elf Arten der Echten Wespen vor, die bis auf die Hornisse vom Aussehen den Feldwespen (Polistinae), einer anderen Unterfamilie der Faltenwespen, ähneln u. deshalb oft mit diesen verwechselt werden. Wichtiges Unterscheidungsmerkmal zu den Feldwespen ist der Bau des Hinterleibs, der bei den Echten Wespen direkt hinter der Einschnürung (dem „Stielchen”) eine breite Basis, fast so breit wie die Maximalbreite des Hinterleibs, besitzt. Alle Arten zeigen die wespentypische schwarz-gelbe Warnfärbung. Die Echten Wespen sind staatenbildend oder leben sozialparasitisch.
Echte Witwen
Die Gattung der Echten Witwen (''Latrodectus'') umfasst 31 Arten. Dazu gehören u.a. die in Australien u. Neuseeland verbreitete ''Red Back Spider'' (''L. hasselti''), die mit dem Trivialnamen Schwarze Witwe bezeichnete Art sowie die mit dem Trivialnamen Braune Witwe bezeichnete ''L. geometricus''. In Nordamerika wird die ''L. mactans'' (Fabricius, 1775) als Schwarze Witwe bezeichnet, in Südeuropa u. in Nordafrika, Zentralasien bis nach China ist die ''L. tredecimguttatus'' (Rossi, 1790) anzutreffen. Diese Angehörigen sind auffällig gefärbte Spinnen.
Eckes, Nazan
Nazan Eckes, geb. ''Üngör'' (* 9. Mai 1976 in Köln), ist eine türkisch-deutsche Fernsehmoderatorin beim Privatsender RTL.
Eckhart von Hochheim
Eckhart von Hochheim, bekannt als Meister Eckhart (* um 1260 bei Gotha - Hochheim, Tambach oder Wangenheim; † vor 30. April 1328 in Avignon oder Köln) war ein bedeutender Theologe u. Philosoph des christl. MA. Seine Zuordnung als Mystiker ist umstritten.
Eclipse (Software)
E. ist ein Open-Source-Framework zur Entwicklung von Software nahezu aller Art. Die bekannteste Verwendung ist die Nutzung als Entwicklungsumgebung (IDE) für die Programmiersprache Java. Aber auch für die Entwicklung von Rich-Client-Applikationen auf Basis der E. Rich Client Platform (RCP) wird es zunehmend häufiger eingesetzt.
Eco, Umberto
Umberto Eco (* 5. Januar 1932 in Alessandria, Piemont) ist ein italien. Schriftsteller, Kolumnist, Philosoph, Medienwissenschaftler u. sicher der bekannteste zeitgenöss. Semiotiker. Durch seine Romane, allen voran ''Der Name der Rose'', wurde er weltberühmt. Seit 1971 Lehrstuhlinhaber an der Universität Bologna, hat er zahlreiche Gastprofessuren in aller Welt wahrgenommen u. ist mit bisher 33 Ehrendoktortiteln (u.a. in Deutschland an der Freien Universität Berlin) ausgezeichnet worden. Im Herbst 2007 hat er seine akadem. Lehrtätigkeit eingestellt.
Economic Value Added
Der E. V. A. (EVA) oder Geschäftswertbeitrag ist eine Messgröße aus der Finanzwirtschaft, um die Vorteilhaftigkeit einer Investition zu berechnen. EVA stellt einen Residualgewinn dar u. ergibt eine absolute Nettogröße eines Gewinns nach Abzug der Kapitalkosten für das eingesetzte Gesamtkapital.
Vereinfacht: EVA = Kapitalerlöse abzüglich Kapitalkosten
Ecstasy
E., auch XTC u. a., ist die Sammelbez. für eine Vielzahl von Phenylethylaminen. Es handelt sich faktisch um eine aufputschend u. halluzinogen wirkende Designerdroge, die in der Regel in Tabletten- oder Kapselform produziert wird u. mit einem Trägermittel vermengt ist.
Pro Tablette wird derzeit etwa ein Marktpreis von fünf bis zehn Euro erzielt, wobei die Wirkdauer in der Regel bei vier bis sechs Stunden liegt. Die Produktionskosten liegen unterhalb eines Euros. In die meisten Tabletten werden „Markenzeichen” eingepresst wie Vögel, Herzen, Delphine, Schmetterlinge oder (v. a. Auto-)Firmenembleme. Da sie leicht kopiert werden können, geben diese „Markenzeichen” keinen verlässl. Hinweis auf die Wirkung oder die Inhaltsstoffe.
Ecuador
E., mitunter auch eingedeutscht ''Ekuador'' geschrieben, (span. ''República del Ecuador''), ist eine Republik im NW Südamerikas zwischen Kolumbien u. Peru u. hat 14 Millionen Ew. Die im Andenhochland (Sierra) auf 2800 m gelegene Hptst. heißt Quito, die größte Stadt Guayaquil liegt in der Pazifikküsten-Ebene (Costa). Wie der Name schon nahelegt, liegt E. auf dem Äquator, wobei der Großteil des Landes südlich davon liegt. Die Galápagos-Inseln gehören zu E. u. liegen etwa 1000 km vor der Küste.
Edda
Als E. werden zwei verschiedene auf Altisländisch verfasste literarische Werke bezeichnet. Ursprünglich kam dieser Name nur einem Werk des Snorri Sturluson (†1241) zu, das dieser um 1220 für den norwegischen König Hákon Hákonarson und den Jarl (Herzog) Skúli verfasste. Es ist ein Lehrbuch für Skalden (die altnordische Bezeichnung für „Dichter”) u. gliedert sich in drei Teile, deren beiden erste die mythologischen u. sagenmäßigen stofflichen Grundlagen der Skaldendichtung unter Benutzung alter mythologischer Lieder u. Heldenlieder in Prosa nacherzählen; der dritte Teil, das „Strophenverzeichnis”, bringt für jede Strophenform eine Beispielstrophe. In dieses Werk schiebt er öfters als Beispiele einzelne Strophen oder kurze Strophenfolgen aus alten Liedern ein. Das zweite Werk, das diesen Namen trägt, trägt ihn zu Unrecht, ist aber das viel bekanntere: Um 1270 wurde auf Island eine Sammlung solcher alter Lieder niedergeschrieben; einige der von Snorri zitierten Strophen stimmen fast wörtlich damit überein. Diese Sammlung überliefert aber ganze Lieder, nicht nur Ausschnitte, u. verbindet nur ganz wenige Texte durch Inhaltsangaben in Prosa. In der frühen Neuzeit übertrug man fälschlicherweise den Titel 'Edda' von Snorris Dichterlehrbuch auf die ohne Titel u. ohne Nennung des Namens des Sammlers oder von Liedautoren überlieferte Liedersammlung. Da die Liedersammlung das bekanntere der beiden Werke ist, meint man, wenn man nur „Edda” sagt, meist die Liedersammlung.
Edeka
Die Edeka-Gruppe (Eigenschreibweise: EDEKA) ist seit 2005 durch die Übernahme der Spar Handels-AG der größte Verbund im dt. Einzelhandel. Partner der Edeka-Gruppe sind Genossenschaften, in denen sich selbstständige Einzelhändler zusammengeschlossen haben. Regionalgesellschaften sind für das Großhandelsgeschäft verantwortlich u. beliefern die selbstständigen Händler wie die Filialbetriebe, die über die Regionalgesellschaften oder die E. Zentrale AG & Co. KG zur Gruppe gehören oder mit ihr kooperieren.
Edel & Starck
E. & S. ist eine dt. Fernsehserie im Stil der Screwball-Comedy, die von 2002 bis 2005 von der Berliner Produktionsfirma Phoenix Film für Sat.1 produziert wurde. Die Serie spielt in der gleichn. Anwaltskanzlei.
Edelgase
Als E. werden die Elemente der 8. Hauptgruppe des Periodensystems bezeichnet (früher auch: Nullgruppe; nach der neueren Nummerierung der IUPAC: Gruppe 18). Es sind die Elemente: Helium, Neon, Argon, Krypton, Xenon, Radon u. Ununoctium. Alle E. sind farb- u. geruchlose, nicht brennbare u. kaum wasserlösl. Gase.
Edelkastanie
E. (''Castanea sativa'' Mill.) bezeichnet eine Baumart aus der Familie der Buchengewächse (Fagaceae), sowie deren essbare Früchte. Es werden auch die Bez. Esskastanie, Essbare Kastanie, Echte Kastanie, Zahme Kastanie; für die Frucht die Bez. Marone (pl. ''Maronen'' oder ''Maroni''), in der Schweiz u. Österreich Maroni (sg. u. pl.) verwendet.
Edelmetalle
E. sind Metalle, die nicht unter Wasserstoffbildung mit Wasser oder wässrigen Säurelösungen reagieren. Aus diesem Grund kommen sie in der Natur oft gediegen vor. Zu den klassischen Edelmetallen gehören Platin, Gold, Silber, Quecksilber u. Rhenium.
Edelstein, Lisa
Lisa Edelstein (* 21. Mai 1967 in Boston) ist eine US-amerikan. Schauspielerin, die zurzeit Dr. Lisa Cuddy in der Erfolgsserie ”Dr. House” spielt.
Edelweiß
Das Alpen-Edelweiß (''Leontopodium nivale'' subsp. ''alpinum'' Basionym ''Leontopodium alpinum'') ist eine Pflanzenart aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae) u. wohl eine der bekanntesten Alpenblumen. Das E. steht unter Naturschutz.
Edelweißpiraten
Als E. werden informelle Gruppen dt. Jugendlicher mit unangepasstem, teilweise oppositionellem Verhalten im Dritten Reich bezeichnet. Nach Kriegsende dauerten in manchen Besatzungszonen die Aktivitäten der Gruppen bis etwa 1947 an.
Die Namensgebung entstammt einer Verballhornung durch Gestapo-Beamte um 1939: Das Edelweiß war eines unter vielen Kennzeichen der nach 1936 verbotenen Bündischen Jugend.
Einige dieser Gruppen, wie die Edelweißgruppe um Gertrud Koch, deren Vater im KZ Esterwegen starb, oder die Gruppe Steinbrück um den KZ-Flüchtling Hans Steinbrück, beteiligten sich aktiv am Widerstand gegen den Nationalsozialismus.
Außer dieser Köln-Ehrenfelder Edelweißpiraten-Gruppe sind beispielsweise die Dortmunder Edelweißpiraten vom Brüggemannspark bekannt geworden.
Edgar-Wallace-Filme
E. sind Spielfilme, die auf Werken des brit. Schriftstellers Edgar Wallace (1875–1932) basieren.
Obwohl es im In- u. Ausland zahlreiche Verfilmungen von Stoffen dieses Autors gibt, werden heute vor allem die zwischen 1959 u. 1972 entstandenen Wallace-Adaptionen der Rialto Film als E. bezeichnet.
Es gab zahlreiche Versuche von Filmproduzenten, an den Erfolg der Wallace-Serie anzuknüpfen u. deren Stil zu kopieren. Dies hatte die Entstehung zahlreicher Epigonen u. die Bildung eines eigenen, jedoch nie genauer bezeichneten Subgenres zur Folge. Fälschlicherweise werden deshalb gelegentlich auch andere Kriminalfilme der 1960er Jahre als E. bezeichnet.
EDIFACT
UN/EDIFACT ist die Abk. für ''United Nations Electronic Data Interchange For Administration, Commerce and Transport''. EDIFACT ist ein branchenübergreifender internationaler Standard für das Format elektron. Daten im Geschäftsverkehr. EDIFACT ist einer von mehreren internationalen EDI-Standards. Verantwortlich für den EDIFACT-Standard ist eine UN-Einrichtung namens CEFACT, die der UNECE angegliedert ist.
Edinburgh
E. ([&beton;&aeo;dinb(&eunbet;)r&eunbet;]; schottisch-gälisch: ''Dùn Èideann'' ([tu&dehn;n &beton;e&dehn;t&schstl;&eunbet;n]) ist seit 1437 (Ermordung Jakob I., bis dahin Perth) die Hptst. Schottlands im Vereinigten Königreich Großbritannien u. Nordirland. Seit 1999 ist sie außerdem Sitz des schott. Parlaments. Oberbürgermeister ist der Liberaldemokrat u. ev.-ref. Pfarrer i.R. George Grubb.
E. ist benannt nach dem gododdin. König Clinog Eitin als Din Eityn (Eitins Festung), weniger wahrscheinlich nach König Edwin (auch Eadwine oder Æduini) von Northumbria. Anderen Quellen zufolge leitet sich der Name von der gälischen Bez. ''Dùn Èideann'' ab, was übersetzt „Festung am Hügelhang” bedeutet.
E. ist mit 435.790 Ew. (Stand 2005) nach Glasgow die zweitgrößte Stadt Schottlands. Sie liegt an Schottlands Ostküste u. auf der Südseite des Firth of Forth. Ihre bekanntesten Sehenswürdigkeiten sind das Schloss ''Edinburgh Castle'', die ''Royal Mile'', der ''Holyrood Palace'' u. die ''National Galleries of Scotland''.
Edison, Thomas Alva
Thomas Alva Edison (* 11. Februar 1847 in Milan, Ohio; † 18. Oktober 1931 in West Orange, New Jersey) war ein US-amerikan. Erfinder auf dem Gebiet der Elektrizität u. des Kraftwerkwesens. Seine Verdienste gründen in erster Linie auf der Marktfähigkeit seiner Erfindungen, die er mit außerordentlichem Geschick zu einem ganzen System von Stromerzeugung, Stromverteilung und Anlieferung des Stromes beim Verbraucher verbinden konnte.
Eine Erfindung Edisons ist auch heute noch mit der Elektrizität in jedem Privathaushalt verbunden: Das sogenannte ''Edison-Gewinde,'' mit dem eine Glühlampe in die zugehörige Fassung geschraubt werden kann. In späte-ren Jahren leistete er Entwicklungstätigkeit im Bereich Verfahrenstechnik, wo ihm ebenfalls bahnbrechende Entwicklungen gelangen. Beispielsweise geht die Einführung des heute üblichen Kleinbildfilmes in der Filmkunst auf Edison zurück. In Anerkennung seiner Leistungen feiern die USA seit 1983 an seinem Geburtstag den National Inventor's Day.
Edler Achtfacher Pfad
Der Edle Achtfache Pfad (auch achtgliedriger Pfad) stellt im Buddhismus den Weg zur Aufhebung des Leidens dar. Er ist die vierte der Vier Edlen Wahrheiten des Siddhartha Gautama (Buddha).
EDonkey2000
E. (abgekürzt auch eD2K) ist zum einen der Name eines Filesharing-Netzes im Internet, zum anderen der Name des ersten Clients für dieses Netz.
Eduard I.
Eduard I. (engl. auch ''Edward Long- shanks'', * 17. Juni 1239 in Westminster, London; † 7. Juli 1307 bei Burgh by Sands, Cumberland) war von 1272 bis 1307 König von England, ab 1283 auch Fürst von Wales. Er war der älteste Sohn Heinrichs III. aus dem Haus Anjou-Plantagenet u. dessen Gemahlin Eleonore von der Provence.
Eduard III.
Eduard III. (engl. ''Edward''; * 13. November 1312 in Windsor; † 21. Juni 1377 in ''Sheen Palace'' (ein Vorgängerbau von ''Richmond Palace'', lag im heutigen Londoner Stadtbezirk Richmond)) war von 1327 bis 1377 König von England u. Wales u. einer der bedeutendsten engl. Herrscher des MA. Nach der Wiederherstellung der Autorität des engl. Königs machte er sein Reich zu einer der am besten organisierten militär. Mächte Europas. Während seiner Herrschaft gab es sowohl bei der Legislative - das engl. Parlament gewann an Macht - als auch bei der Regierung tiefgreifende Veränderungen. Er blieb 50 Jahre auf dem engl. Thron, nur übertroffen von Heinrich III., Georg III., Victoria u. Elisabeth II.
Eduard VI.
Eduard VI. (* 12. Oktober 1537 im Hampton Court Palace; † 6. Juli 1553 in Greenwich) war von 1547 bis 1553 König von England u. Irland. Eduard stammt aus dem Hause Tudor u. war der dritte Monarch dieser Dynastie. Die kurze Regierungszeit des im Jugendalter verstorbenen Eduard wurde maßgeblich durch die Lordprotektoren Somerset u. Warwick bestimmt.
Eduard VII.
Albert Eduard (* 9. November 1841 in London; † 6. Mai 1910 ebenda) war als Eduard VII. von 1901 bis 1910 König des Vereinigten Königreichs von Großbritannien u. Irland u. Kaiser von Indien. Er frderte die britisch-französische Entente von 1904 sowie den britisch-russischen Vertrag von 1907 u. war maßgeblich an der polit. Isolierung Deutschlands beteiligt.
Eduard VIII. (Commonwealth)
Edward VIII. Albert Christian George Andrew Patrick David, genannt David (* 23. Juni 1894 in White Lodge; † 28. Mai 1972 in Paris) war von 1910 bis 1936 Prince of Wales, von Januar bis zu seiner Abdankung im Dezember 1936 König des Vereinigten Königreichs Großbritannien u. Nordirland u. Kaiser von Indien u. ab Dezember 1936 Herzog von Windsor. Edward war der zweite Monarch aus dem Hause Windsor.
Edvardsson, Isabel
Isabel Edvardsson (* 22. Juni 1982 in Göteborg) ist eine schwed. Tänzerin u. eine dt. Meisterin im Tanzen.
Edward mit den Scherenhänden
E. m. d. S. ist eine Fantasy-Tragikomödie aus dem Jahr 1990 mit Johnny Depp u. Winona Ryder in den Hauptrollen.
Edwards, John
Johnny Reid „John” Edwards (* 10. Juni 1953 in Seneca, South Carolina) ist ein US-amerikan. Politiker u. war von 1998 bis 2004 einer der beiden Senatoren des Staates North Carolina. 2004 u. 2008 bewarb sich Edwards als demokrat. Bewerber bei den Vorwahlen zur Präsidentschaftswahl, unterlag im Jahr 2004 jedoch John Kerry, Senator aus Massachusetts; Edwards wurde aber dessen Kandidat für das Amt des Vize-Präs. Im Januar 2008 zog Edwards seine Kandidatur zur Präsidentschaftswahl nach Misserfolgen in mehreren Vorwahlen vorzeitig zurück.
Edwards-Syndrom
Das E. (''Trisomie 18''), auch ''E1-Trisomie'' oder ''Trisomie E'' genannt, ist eine durch das dreifache (trisome) Vorliegen von Erbmaterial des 18. Chromosoms verursachte Behinderung auf der Grundlage einer Genommutation, die nicht ursächlich heilbar ist u. zu vielfältigen körperl. Besonderheiten führt. Das Syndrom zählt derzeit zu den chromosomalen Aberrationen, die mit einer überdurchschnittlich hohen Sterblichkeit der Kinder während der Schwangerschaft u. in den ersten Jahren nach der Geburt verbunden sind.
Edward Teach
Unter dem Namen Blackbeard (* 1680 (?); † 22. November 1718) ging einer der wohl bekanntesten engl. Piraten des karib. Meeres in die Geschichtsbücher ein. Sein bürgerl. Name ist nicht sicher bekannt. In der Literatur wird er sowohl E. T. als auch Edward Thatch genannt.
Efeu
Der Gemeine E. oder kurz E. (''Hedera helix'') ist eine Kletterpflanze aus der Gattung E. (''Hedera''); er ist der einzige mitteleurop. Repräsentant der Familie der Araliengewächse (Araliaceae). In Österreich wird diese Art auch Eppich genannt.
Effektivität
E. (v. lat.: ''effectivus''„bewirkend”) wird unterschiedlich definiert, je nachdem, welchen Sachverhalt man damit bezeichnet. Aus der allg. wissenschaftl. Perspektive bedeutet E. das Verhältnis von erreichtem Ziel zu definiertem Ziel. Das Kriterium für das Vorhandensein von E. ist ausschließlich die Frage, ob das ''definierte'' Ziel erreicht wurde oder nicht. Ein Verhalten ist dann effektiv, wenn es ein ''vorgegebenes'' Ziel erreicht.
Effektivwert
Unter dem E. (Abk: RMS englisch: root mean square) versteht man in der Elektrotechnik den quadrat. Mittelwert eines zeitlich veränderl. Signals.
Der häufigste Fall ist die Angabe der Effektivspannung des Wechselstroms, die man aus dem Stromnetz bzw. der Steckdose beziehen kann. Diese sinusförmige Spannung mit einer Frequenz von 50 Hz (in den USA u. anderen Ländern auch 60 Hz) mit einem Maximum (Scheitelwert) von etwa 325 V erbringt an einem ohmschen Widerstand (z. B. einem Toaster) im zeitl. Mittel die gleiche (thermische) Leistung wie eine Gleichspannung von 230 Volt. Die Spitzenleistung beim Scheitelwert beträgt jedoch das Doppelte.
Effenberg, Stefan
Stefan Effenberg (* 2. August 1968 in Hamburg) ist ein ehem. dt. Fußballspieler, der von 1991 bis 1998 auch in der dt. Nationalmannschaft aktiv war.
Effi Briest
Bild: Fontane_effi_briest.jpg
Effi Briest: Einband der ersten
Auflage
E. B. ist die Titelfigur des gleichn. Romans von Theodor Fontane, der erstmals 1894-1895 in der Deutschen Rundschau, daraufhin 1895 in Buchform erschienen ist. Als Erscheinungsjahr wurde auf dem Titelblatt 1896 angegeben.
Der Gesellschaftsroman wird dem bürgerlichen Realismus zugeordnet und spielt vor dem Hintergrund des durch strenge Normen festgelegten Lebens im Kaiserreich unter Reichskanzler Otto von Bismarck.
Efficient Consumer Response
Der Begriff E. C. R. (auch Effiziente Konsumentenresonanz) bezeichnet eine Initiative zur Zusammenarbeit zwischen Herstellern u. Händlern, die auf Kostenreduktion u. bessere Befriedigung von Konsumentenbedürfnissen abzielt. Dabei wird die Wertschöpfungskette, von der Produktion bis hin zur Kaufentscheidung der Verbraucher, auf Optimierungspotenziale untersucht. Ziel ist die Verknüpfung logistikseitiger Rationalisierungspotenziale mit Marktwachstumspotenzialen auf Seiten des Marketings.
Effizienz
E. (v. lat.: ''efficere''„zustande bringen”) ist das Verhältnis vom Nutzen zu dem Aufwand, mit dem der Nutzen erzielt wird. Stellt man Nutzen u. Aufwand jeweils als Zahlenwert dar, gilt im Allg.: E. gleich Nutzen geteilt durch Aufwand. Ein effizientes Verhalten führt wie auch ein effektives Verhalten zur Erzielung einer Wirkung, hält aber darüber hinaus den dafür notwendigen Aufwand möglichst gering (vergl. Ökonomisches Prinzip).
Effloreszenz
Als E. (veraltet: ''Hautblüte''; engl.: ''rash or skin lesion'') wird ein Grundelement einer krankhaften Hautveränderung bezeichnet, das in der Dermatologie zur Beschreibung derselben eingesetzt wird. Dazu gehören Pusteln, Quaddeln u. Mitesser oder auch Narben, Abschürfungen u. Schrunden.
EFQM-Modell
Das EFQM-Modell ist ein Qualitätsmanagement-System des Total-Quality-Managements. Es wurde 1988 von der European Foundation for Quality Management (EFQM) entwickelt. Nach Schätzungen arbeiten 10.000 Unternehmen danach.
Efron, Zachary David Alexander
Zachary „Zac” David Alexander Efron (* 18. Oktober 1987 in San Luis Obispo, Kalifornien) ist ein US-amerikan. Schauspieler u. Sänger.
Egel
Die E. (Hirudinea) sind eine der beiden Ordnungen der Gürtelwürmer (Clitellata), die ihrerseits zu den Ringelwürmern gehören. Sie umfassen rd. 300 Arten, die zu drei Unterordnungen gehören.
E-Gitarre
Eine elektr. Gitarre (auch ''E-Gitarre'' oder ''Stromgitarre'' genannt) ist eine speziell zur elektr. Tonabnahme entwickelte Gitarre. Sie setzt im Gegensatz zur akust. Gitarre nicht primär auf einen akust. Klangkörper zur Verstärkung der Saitenschwingungen. Hierdurch können prinzipiell andere Bauformen erreicht werden, die vielen E-Gitarren unter anderem eine bes. leichte Bespielbarkeit verleihen.
Egoismus
E. (frz.: ''égoïsme''; zu griech.: ego = ich) bedeutet „Eigennützigkeit”. Das Duden-Fremdwörterbuch beschreibt E. als „Ich-Bezogenheit”, „Ich-Sucht”, „Selbstsucht”, „Eigenliebe”. Egoismen (Plural) sind demnach Handlungsweisen, die den Handelnden selbst als einzige Bestimmung der Handlungsmaxime u. zumeist uneingeschränkt seinen eigenen Vorteil zum Zweck haben.
E. wird meistens abwertend als Synonym für rücksichtsloses Verhalten verwendet u. als „unanständig” beurteilt. Er beschreibt dann die Haltung, ausschließlich persönl. Interessen zu verfolgen ohne Rücksichtnahme auf die Belange oder sogar zu Lasten anderer. E. wird in diesem Zusammenhang als Gegenteil von Altruismus u. Solidarität kritisiert.
Umgekehrt existiert die Auffassung, dass Altruismus erst durch das Erlangen des eigenen Wohls möglich ist, etwa analog zu der Regel, die bei Rettungseinsätzen gilt, dass der Eigenschutz die erste Maßnahme der Ersten Hilfe ist.
Ego-Shooter
Als E. (gr. u. lat. ''ego'' = „ich”; engl. ''shooter'' = „Schütze” bzw. „Schießspiel”; ein Scheinanglizismus) oder First-Person-Shooter (FPS) bezeichnet man eine Kategorie der Computerspiele, bei der die Darstellung einer frei begehbaren, dreidimensionalen Spielwelt durch die Augen eines menschlichen (oder humanoiden) Spielercharakters, also in Egoperspektive, erfolgt u. der Spielverlauf schwerpunktmäßig geprägt ist durch den Kampf mit verschiedenen Schusswaffen gegen eine Vielzahl von unterschiedl. Gegnern bzw. Monstern.
E-Government
Unter E. (dt.: Regieren u. Verwalten mit Informations- u. Kommunikationstechnologien über elektron. Medien, aber auch: E-Regierung, elektron. Regierung) i. w. S. versteht man die Vereinfachung u. Durchführung von Prozessen zur Information, Kommunikation u. Transaktion innerhalb u. zwischen staatl. Institutionen sowie zwischen diesen Institutionen u. Bürgern bzw. Unternehmen durch den Einsatz von Informations- u. Kommunikationstechnologien.
Egozentrik
E. (vom griechischen ''ego'' „ich” u. ''centrum'' „Mittelpunkt”) bezeichnet die Eigenschaft des menschl. Charakters, sich selbst im Mittelpunkt zu sehen u., damit meistens einhergehend, eine übertriebene Selbstbezogenheit (Egoismus, mit dem man sie auf keinen Fall verwechseln sollte), u. die Eigenschaft, andere Menschen beständig an sich selbst zu messen.
EG-Richtlinie
Als Richtlinie, E. oder (oft genutzt, aber rechtlich falsch) EU-Richtlinie werden die Rechtsetzungen der Europäischen Gemeinschaft bezeichnet, die an die Mitgliedstaaten gerichtet sind u. diese zur Verwirklichung bestimmter Ziele verpflichtet.
Die Wahl der Methode dafür bleibt dem einzelnen Mitgliedstaat überlassen, so dass er bei der Umsetzung der Richtlinie einen gewissen Spielraum hat. Wenn die Richtlinie allerdings die Einführung konkreter Berechtigungen oder Verpflichtungen verlangt, muss das nationalstaatl. Recht, das ihrer Umsetzung dient, entspr. konkrete Berechtigungen oder Verpflichtungen begründen. Nach dt. Recht ist deswegen zur Umsetzung in der Regel ein förml. Gesetz oder eine Verordnung erforderlich.
Ehe
Als E. (v. althochdeutsch: ''ewa'' = Ewigkeit, Recht, Gesetz, rechtssprachlich hist. ''Konnubium'') bezeichnet man eine sozial anerkannte u. durch allg. geltende, meist gesetzl. Regeln gefestigte Lebensgemeinschaft zweier Personen, die als Ehegatten, Eheleute oder auch Ehepartner bezeichnet werden.
Die Bedeutung der E. u. die sie betr. Rahmenbedingungen sind stark von gesellschaftlichen u. kulturellen Vorstellungen abhängig u. haben sich im Zuge der menschl. Entwicklung immer wieder verändert. Der Begriff ''Ehe'' umfasst heute im allg. die ''Zivilehe'' u. die ''kirchliche Trauung''. Die rechtl. Auflösung der E. wird mit dem Begriff Scheidung bezeichnet.
Eheähnliche Gemeinschaft
Die E. G. ist ein unbestimmter Rechtsbegriff, der meist im Zusammenhang mit der Zuerkennung öffentl. Leistungen für Bedürftige benutzt wird. Es ist die verrechtlichte Form der Begriffe „Wilde Ehe” oder „Ehe ohne Trauschein” u. beschreibt das Zusammenleben von (i. d. R. zwei) Menschen (je nach Staat auch gleichen Geschlechts) nach Art von Eheleuten, ohne dass diese jedoch formal verheiratet sind. In der Schweiz ist auch der Begriff Konkubinat üblich. Für gleichgeschlechtl. Lebensgemeinschaften wird in Deutschland seit kurzem auch der Begriff „lebenspartnerschaftsähnliche Gemeinschaft” benutzt.
Ehegattensplitting
Das E. ist ein Verfahren zur Berechnung der Einkommensteuer von zusammen veranlagten Ehegatten:
1. Das zu versteuernde Einkommen (zvE) der Ehegatten wird ermittelt u. halbiert (gesplittet).
2. Für das halbierte zvE wird die Einkommensteuer nach dem geltenden Einkommensteuertarif berechnet.
3. Die so errechnete Einkommensteuer wird verdoppelt.
Die Progression der Einkommensteuer wird auf diese Weise gemildert.
Ehevertrag
Durch einen E. geben sich Eheleute bestimmte Regeln für die Ehe, vor allem aber für den Fall einer eventuellen Scheidung. Ein E. ist - nach dt. Recht - nur wirksam, wenn er notariell beurkundet wird, anderenfalls ist der Vertrag formnichtig. Da ein E. weitreichende Regelungen enthalten kann, hält der Gesetzgeber die Beratung durch einen Notar als unpartei. Berater für unverzichtbar. Ein E. kann vor oder während der Ehe geschlossen werden, in seltenen Fällen auch nach rechtskräftiger Scheidung. Regelungen zum E. finden sich u.a. in den §§ 1408 ff. BGB.
Ehre
E. bedeutet in etwa Achtungswürdigkeit (einer Person), sie kann jemandem als Mitglied eines Kollektivs zuerkannt werden (E. des Weibes, des Edelmannes, des Handwerkers u. a. m.), sie kann aber auch (etwa durch die Nobilitierung oder eine Ordensverleihung) vom dazu Berechtigten zugesprochen werden (''The Queen is the fountain of honour'').
Ehrenamt
Ein E. im ursprüngl. Sinn ist ein ehrenvolles u. freiwilliges öffentl. Amt - nicht auf Entgelt ausgerichtet. Man leistet es für eine bestimmte Dauer regelmäßig meist außerhalb des eigenen Haushalts u. im Rahmen von Vereinigungen, Initiativen oder Institutionen. In einigen Fällen kann man dazu verpflichtet werden. Ein E. wird unter Umständen auch aberkannt. Für ehrenamtl. Tätigkeit fällt in manchen Fällen eine Aufwandsentschädigung an.
Ehrendoktor
Ein E. (Dr. h. c.; Dr. E. h., in der ev. Theologie auch D.) ist ein ehrenhalber verliehener Grad einer Universität oder Fakultät, der für bes. Verdienste verliehen wird.
Ehrenlegion
Die französ. E., franz. ''la Légion d'honneur'', ist ein Orden, der am 19. Mai 1802 von Napoléon Bonaparte nach dem Vorbild älterer monarch. Orden, z. B. des engl. Hosenbandordens oder des habsburg. Ordens vom Goldenen Vlies, gestiftet wurde. Die E. ist seitdem Frankreichs höchster u. angesehenster Orden u. wurde nach Napoleons Sturz von den verschiedenen nachfolgenden Regimes beibehalten. Heute ist ihr Oberhaupt der Präsident der Republik. Der Orden wird zu etwa zwei Dritteln an Soldaten verliehen, zu einem Drittel an andere Bürger.
Ehrgeiz
Unter E. (''ursprünglich von Ehre u. Geiz, gemeint ist jedoch die mittelalterliche Bedeutung Gier, also „nach Ehre gieren” u. nicht etwa „mit Ehre geizen”'') versteht man das mehr oder weniger starke Bemühen, ein bestimmtes Ziel zu erlangen, etwa Anerkennung, Autorität, Ruhm, Ehre oder Geld. Er zielt unter anderem auf eine Bewahrung oder Steigerung des Selbstwertgefühls in einer Gemeinschaft aus Wettbewerbern u. steht in enger Beziehung zur eigenen Eitelkeit.
Ei
Das E. ist ein frühes Stadium der selbstständigen Fortentwicklung eines neuen Lebewesens. Es entsteht aus der (meist vom männl. Wesen befruchteten) Keimzelle, die auch als Eizelle bezeichnet wird. Kennzeichnend für ein E. ist seine schützende Umhüllung („Schale”), in der sich das Lebewesen sowie wichtige Nährstoffe befinden. Der innere Aufbau von Eiern realisiert diverse funktionale Strukturen.
EIA-232
Der Begriff EIA-232, ursprüngl. RS-232, bezeichnet einen Standard für eine serielle Schnittstelle, die in den frühen 1960ern von einem US-amerikan. Standardisierungskomitee (heute EIA – Electronic Industries Alliance) eingeführt wurde. EIA-232 definiert die Verbindung zwischen dem Terminal u. dem Modem, was Timing, Spannungspegel, Protokoll u. Stecker betrifft.
Eiben
Bild: Eibe-2-P9161048.jpg
Eibe, Samenmantel
Die E. (''Taxus'') bilden eine Pflanzengattung in der Familie der Eibengewächse (Taxaceae). Sie gehören zu den Nadelholzgewächsen (Pinophyta), es sind Nacktsamer. E. enthalten Bestandteile, die für den Menschen u. viele Tiere giftig sind. Sie können über 1000 Jahre alt werden u. stehen unter Naturschutz.
Eichelentzündung
Bei der E. (latinisiertes Griechisch ''Balanitis'', umgangssprachl. ''Eicheltripper'') ist die Eichel (griech. ''balanos'') des männl. Gliedes entzündet. Dabei kommt es zu eiteriger Absonderung, die um den Hals der geschwollenen Eichel herum entsteht. Ist die Vorhaut (griech. ''pósthe'') ebenfalls betroffen, so spricht man von einer ''Balanoposthitis'' (Eichel-Vorhaut-Katarrh).
Eichelhäher
Der E. (''Garrulus glandarius''), kurz Häher, regional auch Guthäher, Nussgackl (im süddt. Raum) oder Magolves genannt, gehört zur Familie der Rabenvögel (Corvidae).
Eichen
Die E. (''Quercus'') sind eine Gattung von Laubgehölzen aus der Familie der Buchengewächse (Fagaceae). Der dt. Name ist mit dem lateinischen ''esca'' = Speise verwandt, was darauf hinweist, dass die Früchte des Baumes früher große Bedeutung für die Schweinehaltung hatten.
Die Gattung umfasst etwa 600 Arten, davon 450 in der Untergattung ''Quercus'' u. 150 in der Untergattung ''Cyclobalanopsis''.
Eichendorff, Freiherr Joseph von
Joseph Karl Benedikt Frhr. von Eichendorff (* 10. März 1788 Schloss Lubowitz bei Ratibor, Oberschlesien; † 26. November 1857 in Neisse) war ein bedeutender Lyriker u. Schriftsteller der dt.n Romantik. Er zählt mit etwa 5.000 Vertonungen zu den meistvertonten deutschsprachigen Lyrikern u. ist auch als Prosadichter («Taugenichts») bis heute präsent.
Eichhörnchen
Bild: MattiParkkonen_Orava.jpg
Europäisches Eichhörnchen (Sciurus vulgaris)
Die E. (''Sciurus'') bilden eine Gattung von Baumhörnchen (Sciurini). Es handelt sich um kleine Nagetiere mit einem buschigen Schwanz. Die in Mitteleuropa bekannteste Art – „das” E. schlechthin – ist das Europäische E.
Alle E. sind Waldbewohner. Die weitaus meisten Arten leben dabei auf dem amerikan. Doppelkontinent. Nur drei der 28 Arten leben in der Alten Welt; sie sind über Europa, Vorder-, Nord- u. Ostasien verbreitet. Ihre Nahrung besteht aus Baumsamen, -früchten, Pilzen u. Insekten, aber auch Vogeleiern u. Jungvögeln. Fressfeinde der E. sind in erster Linie Greifvögel u. kleinere Raubtiere wie Marder. Tiere einzelner Eichhörnchenarten können bis zu zwölf Jahre alt werden.
Eichmann, Adolf
Otto Adolf Eichmann (* 19. März 1906 in Solingen; † hingerichtet am 1. Juni 1962 in Ramla bei Tel Aviv, Israel), SS-Obersturmbannführer, war als Leiter des für die Organisation der Vertreibung u. Deportation der Juden zuständigen Referats des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA) zentral mitverantwortlich für die Ermordung von schätzungsweise sechs Millionen Menschen im weitgehend besetzten Europa.
Eicke, Theodor
Theodor Eicke (* 17. Oktober 1892 in Hampont, Lothringen; † 26. Februar 1943 bei Michailowka, südlich von Charkow) war Obergruppenführer der SS u. General der Waffen-SS. Als Kommandant des KZ Dachau u. Inspekteur der Konzentrationslager war er maßgeblich am Aufbau der Konzentrationslager beteiligt. Im Zweiten Weltkrieg war Eicke Kommandeur der SS-Division Totenkopf, die aus den Wachverbänden der Konzentrationslager entstanden war.
Eid des Hippokrates
Der E. d. H., ist benannt nach dem griech. Arzt Hippokrates von Kós, gilt als erste grundlegende Formulierung einer ärztl. Ethik. Hippokrates ist jedoch wohl nicht der Urheber des Eides.
Der E. d. H. wird in seiner klass. Form heute nicht mehr von Ärzten geleistet u. hat keine Rechtswirkung, hat aber gleichwohl immer noch Einfluss auf die Formulierung moderner Alternativen. Er enthält mehrere Elemente, die auch heute noch Bestandteil ärztl. Ethik sind (Gebot, Kranken nicht zu schaden, Schweigepflicht, Verbot sexueller Handlungen an Patienten etc.). Schwangerschaftsabbruch u. aktive Sterbehilfe werden durch den E. d. H. ausdrücklich untersagt.
Eidechsen
Als E. bezeichnet man in der Regel kleine Echsen mit voll ausgebildeten vier Beinen. Der Begriff ist zoologisch jedoch nicht genau umrissen.
Eierkuchen
Bild: Pfannkuchen_mit_Zucker.jpg
2 Eierkuchen: mit Zucker und Zimt und gerollt mit Schokoladencreme
Ein E. – regional auch Pfannkuchen, Palatschinke, Flädle, Eierpuffer, Omelette (in Analogie zur Eierspeise ''Omelett''), Crêpe (aus dem Französischen) u. Plinsen (nach slawisch ''bliny'') genannt – ist eine Eierspeise. Der Teig des Eierkuchens besteht aus Ei, Milch u. Mehl u. wird in der Stielpfanne gebacken.
Eierstock
Der paarig angelegte E. – in der medizin. Fachsprache als ''Ovar'' (von lat. ''Ovarium'') oder ''Oophoron'' (griech.) bezeichnet – ist ein primäres, weibl. Geschlechtsorgan. Als Gonade (Keimdrüse) entspricht sie dem Hoden männl. Individuen u. ist der Produktionsort der Eizellen u. weibl. Geschlechtshormone.
Eifel
Die E. ist ein bis 747 m hohes, grenzüberschreitendes Mittelgebirge im W Deutschlands sowie im O Belgiens u. Luxemburgs.
Eifersucht
E. (von indoeurop. ''ai'' = Feuer; althochdeutsch ''eiver'' = das Herbe, Bittere; Erbitterung u. althochdeutsch ''suht'' = Krankheit, Seuche; das zusammengesetzte Substantiv ''Eifersucht'' existiert erst seit dem 16. Jh., das davon abgeleitete Adjektiv ''eifersüchtig'' erst seit dem 17. Jh.) beschreibt eine schmerzhafte, momentane oder dauerhafte Emotion, die man bei einer nicht oder nur in ungenügendem Maße erhaltenen Anerkennung (Aufmerksamkeit, Liebe, Respekt oder Zuneigung) seitens einer hochgeschätzten - vor allem geliebten - Bezugsperson gegenüber einer damit stärker Begünstigten verspürt, von der man (umgangssprachlich) ''ausgestochen wird''. Chronische E. wird negativ beurteilt u. oft in die Nähe einer Krankheit gerückt. Fehlt die konkrete Bezugsperson, so liegt Neid vor.
Eiffel, Alexandre Gustave
Alexandre Gustave Eiffel [al&aeo;k&beton;sadr gys&beton;tav &aeo;&beton;f&aeo;l] (* 15. Dezember 1832 in Dijon; † 27. Dezember 1923 in Paris) war ein französ. Ingenieur u. Erbauer des Eiffelturms.
Eiffelturm
Der E. (frz.: ''la tour Eiffel'' la tur &aeo;&beton;f&aeo;l) ist ein Wahrzeichen der französischen Hptst. Paris u. steht weltweit als Symbol für ganz Frankreich. Er wurde in den Jahren 1887 bis 1889 anlässlich des hundert jährigen Jubiläums der französ. Revolution erbaut.
Der Stahlfachwerkturm ist nach seinem Erbauer Alexandre Gustave Eiffel benannt und steht an der gleichnamigen ''Avenue de Alexandre Gustave Eiffel'' im Parc du Champs de Mars, direkt an der Seine. Der 10.000 Tonnen schwere Turm ist 300 Meter hoch, - einschließlich Fernsehantenne sogar 327 Meter. Er ist eine der größten Touristenattraktionen mit mehr als sechs Millionen Besuchern jährlich.
Eigenfrequenz
Eine E. eines schwingfähigen Systems ist die Frequenz, mit der das System nach einmaliger Anregung schwingen kann.
Eigenheimzulage
Die E. ist eine der größten staatlichen Subventionen in Deutschland. Mit ihr sollte die Schaffung von selbstgenutztem Wohnungseigentum gefördert werden. Im Jahr 2004 hat der Staat dafür rund 11,4 Mrd. € aufgewendet. Die große Koalition hat die E. jedoch mit dem Gesetz zur Abschaffung der E. gestrichen: Eigenheimzulage wird seit 1. Januar 2006 nicht mehr neu gewährt.
Eigenkapital
Das E. ist der Vermögensteil, der nach Abzug sämtl. Schulden übrig bleibt. Der Begriff hat in der Betriebswirtschaft, im Kapitalmarkt u. im Bereich der Immobilienfinanzierung Bedeutung.
Eigenkapitalquote
Die E. (engl. ''equity ratio'') ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl, die den Anteil der Eigenmittel (wirtschaftliches Eigenkapital) an der (bereinigten) Bilanzsumme eines Unternehmens ausdrückt.
Eigenkapitalrentabilität
Die E. (EKR) oder Eigenkapitalrendite (engl: Return on Equity bzw. ROE) ist eine betriebswirtschaftl. Kennzahl u. Steuerungsgröße. Sie dokumentiert, wie hoch sich das vom Kapitalgeber investierte Kapital innerhalb einer Rechnungsperiode verzinst hat.
Eigenschaften des Wassers
Die E. d. W. verleihen ihm seine grundlegende Bedeutung für das Leben auf der Erde. Diese physikalischen, chemischen, elektrischen u. optischen Eigenschaften beruhen auf dem Aufbau des Wassermoleküls u. den daraus resultierenden Verkettungen u. Wechselwirkungen der Wassermoleküle untereinander. Wasser ist der einzige bekannte Stoff, der in der Natur in nennenswerten Mengen in allen drei klassischen Aggregatzuständen existiert. Da es Licht verstärkt im roten sichtbaren u. im nahen Infrarotbereich absorbiert, erscheint Wasser blau, was allerdings erst in dickeren Schichten ab einigen Metern auch mit dem bloßen Auge wahrnehmbar ist. Darüber hinaus weist es eine Dichteanomalie auf, die verhindert, dass Gewässer im Winter von unten her zufrieren. Die dichtesten Wasserschichten sinken nach unten u. ermöglichen es so Wassertieren u. -pflanzen, in Grundnähe zu überleben. Das oben schwimmende Eis isoliert gleichzeitig nach unten u. verringert so die weitere Auskühlung (und damit die weitere Eisbildung) in tieferen Gewässerschichten.
Eigentliche Papageien
Die Eigentlichen Papageien (Familie ''Psittacidae'') umfassen den größten Teil der Arten der Papageien (Ordnung ''Psittaciformes''). Die übrigen Papageienarten fallen unter die Familie der Kakadus u. die der Lories.
Eigentum
E. ist die Verfügungsgewalt über eine Sache auf rechtl. Grundlage. Dabei kann es sich wie beim geistigen E. auch um immaterielle vermögenswerte Sachen handeln. Vom Besitz unterscheidet sich das E. dadurch, dass es einen Rechtstitel voraussetzt; so kann beispielsweise ein gestohlener Gegenstand zwar im Besitz des Diebes sein, er ist aber nicht sein E.
Eigentumsvorbehalt
Der E. ist die Übereignung einer bewegl. Sache unter einer aufschiebenden Bedingung (in Deutschland nach §§ 449 I u. 929, 158 I BGB). Der E. prophezeit einen zukünftigen Eigentumserwerb des Vorbehaltskäufers an einer bewegl. Sache, auf den der Vorbehaltskäufer einen obligator. Anspruch hat. Der E. dient der Sicherung der kaufrechtl. Ansprüche auf Übereignung der Kaufsache u. Berichtigung der Kaufpreisverbindlichkeit.
Eigenwertproblem
Als E. bezeichnet man allgemein die Fragestellung nach den Lösungen bestimmter Gleichungen. Ist beispielsweise ''f'' eine ''lineare Abbildung'' von einem Vektorraum V in sich selbst, so ist ein ''Eigenwert'' von ''f'' eine Zahl λ, für die es einen vom Nullvektor verschiedenen Vektor v aus V gibt mit f(v) = λv. Der Vektor v heißt dann auch ''Eigenvektor'' von λ.
In den linearen Algebra charakterisieren Eigenwerte wesentliche Eigenschaften linearer Abbildungen, etwa ob ein entsprechendes lineares Gleichungssystem eindeutig lösbar ist oder nicht. Bei Differenzialgleichungen wie z.B. der stationren Schrdingergleichung existieren Lösungen nur für gewisse Werte der Energie, die ''Energieeigenwerte''.
Eiger
Der E. ist ein 3970 m hoher Gipfel in den Berner Alpen. Dem Hauptkamm der Berner Alpen nördlich vorgelagert gehört der E. ganz zum Schweizer Kanton Bern. Zusammen mit Mönch u. Jungfrau bildet er das bekannte Dreigestirn u. dominiert damit die Landschaft des zentralen Berner Oberlandes.
Eileiterschwangerschaft
Die E. (Fachbegriff Tubargravidität) ist die häufigste Form einer Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter (Fachbegriff Extrauteringravidität).
Der befruchteten Eizelle (Zygote) gelingt es hierbei nicht, den Eileiter zu durchwandern. Sie nistet sich stattdessen in der Schleimhaut des Eileiters ein. Kommt es nicht zu einem spontanen Schwangerschaftsabbruch (Tubarabort), spricht man von der eigentlichen E., dem Wachsen des Embryos im Eileiter. Nicht rechtzeitig erkannt, wird diese in vielen Fällen lebensbedrohlich für die werdende Mutter, da der Eileiter wenig dehnbar ist u. irgendwann platzt (ruptuiert). Dies hat umfangreiche innere Blutungen im Bauch der Mutter zur Folge u. kann zu Kreislaufversagen u. zum Schock führen. Die statistische Wahrscheinlichkeit einer Eileiterschwangerschaft gegenüber einer regulären Schwangerschaft liegt bei ca. 1-2 Prozent.
Ein andalusischer Hund
E. a. H. (original französisch: Un chien andalou) ist ein Film von Luis Buñuel u. Salvador Dalí, der zum ersten Mal 1929 in Paris aufgeführt wurde. Er gilt als Meisterwerk des surrealist. Films.
Ein Colt für alle Fälle
E. C. f. a. F. (Originaltitel: ''The Fall Guy'') ist eine US-amerikan. Fernsehserie mit Lee Majors u. Heather Thomas, die von 1981 bis 1986 mit 113 Folgen produziert wurde.
Ein Duke kommt selten allein
E. D. k. s. a. (Originaltitel: The Dukes of Hazzard) ist eine Fernsehserie aus den USA, die von 1979 bis 1985 produziert u. erfolgreich ausgestrahlt wurde. Sie zog bis heute neben zahlreichen Merchandise-Artikeln eine Spin-off-Serie, eine Zeichentrickserie, zwei Fernsehfilme, vier Videospiele u. einen Kinofilm nach sich.
Eine himmlische Familie
E. h. F. (engl. Originaltitel ''7th Heaven'') ist eine US-amerikan. Fernsehserie über die Familie des prot. Pastors Camden in einer kaliforn. Kleinstadt. Die Erstausstrahlung der elf Staffeln der Serie fand von 1996 bis 2007 auf den Sendern The WB und The CW (nur letztes Jahr) statt. Erdacht und produziert wurde die Serie von Brenda Hampton.
Einer flog über das Kuckucksnest
E. f. ü. d. K. (engl.: ''One Flew Over The Cuckoo's Nest'') (1975) ist ein US-amerikan. Filmdrama von Miloš Forman (''Amadeus''). Der vielfach preisgekrönte Film über die Insassen einer psychiatr. Anstalt ist die Verfilmung des gleichn. Romans von Ken Kesey.
Eine schrecklich nette Familie
E. s. n. F. (Originaltitel: ''Married... with Children'') ist eine US-amerikanische Sitcom, die von 1987 bis 1997 in elf Staffeln beziehungsweise 260 Episoden von dem Sender FOX produziert wurde. Die Protagonisten der Serie sind die Bundys, eine vierköpfige Familie der unteren Mittelschicht, die gemeinsam in einem Vorort von Chicago im US-Bundesstaat Illinois lebt.
In Deutschland lief die Serie erstmals von 1992 bis Mai 1996 auf RTL u. die letzten 51 Folgen von Oktober 1996 bis Dezember 1997 bei ProSieben.
Eine starke Familie
E. s. F. (Originaltitel: ''Step by Step'') ist eine US-amerikanische Sitcom, die zwischen 1991 u. 1998 von den Sendern ABC u. CBS ausgestrahlt wurde u. in sieben Staffeln das Leben einer Stieffamilie aufzeigte.
Eine unbequeme Wahrheit
E. u. W. ''(„An Inconvenient Truth”)'' ist ein Dokumentarfilm von Davis Guggenheim mit dem ehemaligen US-Vizepräsidenten u. Präsidentschaftskandidaten Al Gore über die globale Erwärmung. Der Film hatte seine Premiere auf dem Sundance Film Festival 2006. Er erhielt als erster Film seit 10 Jahren einen Special-Humanitas-Preis für seine besonders gelungene Botschaft an die Menschheit. Des Weiteren gewann der Film die Oscars 2007 als bester Dokumentarfilm und für den besten Song („I need to wake up” von Melissa Etheridge).
Eine wie keine
E. w. k. ist eine US-amerikan. Highschoolkomödie aus dem Jahre 1999. Es handelt sich um einen Film von R. Lee Fleming Jr. u. Robert Iscove.
Einfachzucker
E. oder Monosaccharide sind eine Stoffgruppe von organisch-chemische Verbindungen. Sie sind die Produkte der partiellen Oxidation mehrwertiger Alkohole. Alle Monosaccharide haben eine Kette aus mindestens drei Kohlenstoffatomen als Grundgerüst u. weisen eine Carbonylgruppe sowie mindestens eine Hydroxylgruppe auf.
Sie sind die Bausteine aller Kohlenhydrate und können sich zu Zweifachzuckern (Disacchariden), Mehrfachzuckern (Oligosacchariden) oder Vielfachzuckern (Polysacchariden) verbinden.
Ein Fall für zwei
E. F. f. z. ist eine Fernseh- u. Krimiserie im ZDF, SF DRS u. ORF, die seit 11. September 1981 ausgestrahlt wird.
Eingebettetes System
Der Ausdruck E. S. (auch engl. embedded system) bezeichnet einen elektron. Rechner oder auch Computer, der in einen techn. Kontext eingebunden (eingebettet) ist. Dabei hat der Rechner die Aufgabe, das System, in das er eingebettet ist, zu steuern, zu regeln oder zu überwachen.
Eingebettete Systeme verrichten – weitestgehend unsichtbar für den Benutzer – den Dienst in einer Vielzahl von Anwendungsbereichen u. Geräten, beispielsweise in Waschmaschinen, Flugzeugen, Kraftfahrzeugen, Kühlschränken, Fernsehern, DVD-Playern, SetTopBoxen, Mobiltelefonen oder allgemein in Geräten der Unterhaltungselektronik.
Eingetragene Partnerschaft
Eine E. P. bezeichnet in verschiedenen Ländern das gesetzlich verankerte Institut, mit dem sich gleichgeschlechtl. Beziehungen rechtlich absichern, sofern die Möglichkeit einer gleichgeschlechtl. Ehe nicht gegeben ist. Je nach Ausführung der Gesetze sind die Rechte, Bewertungen (beispielsweise bei Adoption) u. Pflichten einer heterosexuellen Ehe gleichgestellt oder nur teilweise übertragbar. Die E. P. wird in manchen Ländern nicht nur für Partnerschaften gleichen Geschlechts genutzt, sondern kann auch unverheirateten älteren Paaren unterschiedlichen Geschlechts eine rechtliche Absicherung erlauben.
Einheitlicher Euro-Zahlungsverkehrsraum
Der Begriff E. E. (englisch: Single Euro Payments Area, abgekürzt SEPA oder auch S€PA) bezeichnet im Bankwesen das Projekt eines europaweit einheitlichen Zahlungsraums. In diesem Zahlungsraum sollen für Kunden keine Unterschiede mehr zwischen nationalen u. grenzüberschreitenden Zahlungen bestehen.
Einheitskreis
In der Mathematik ist der E. der Kreis, dessen Radius die Länge 1 hat u. dessen Mittelpunkt mit dem Ursprung eines kartes. Koordinatensystems (Koordinaten (0|0)) der Ebene übereinstimmt.
Einheitswert
Der Begriff E. bezeichnet im dt. Recht einen Wert, der für mehrere Steuern (z. B. Vermögensteuer, Grundsteuer, Gewerbesteuer, Erbschaftsteuer, Grunderwerbsteuer) gleichmäßig als Besteuerungsgrundlage dient. Einheitswerte werden zurzeit für inländ. Grundbesitz, u. zwar für Grundstücke u. land- u. forstwirtschaftl. Vermögen festgestellt.
Ein Herz und eine Seele
E. H. u. e. S. ist eine dt. Fernsehserie, die in den 70er Jahren vom WDR nach der Idee von Johnny Speight produziert wurde. Autor der Serie ist Wolfgang Menge, bekannt unter anderem durch die Fernsehserie ''Stahlnetz''. Menge hat das engl. Vorbild ''Till Death Us Do Part'' auf dt. Verhältnisse übertragen. Die Serie zeigt stark überspitzt das Zusammenleben einer typisch dt. Familie in einem Arbeiterviertel in Bochum während der 70er-Jahre: So behandelt sie neben üblichen Alltagsthemen vor allem das Zusammentreffen extrem konservativ-bürgerlicher Ansichten der Eltern mit den idealistischen Ansätzen der 68er-Bewegung (Tochter, Schwiegersohn).
Einhorn
Das E. ist ein pferdeähnl. Fabeltier mit einem Horn auf der Stirn. Es gilt als das edelste aller Fabeltiere u. steht als Symbol für das Gute.
Ein Käfig voller Helden
E. K. v. H. (Originaltitel: ''Hogan’s Heroes'') ist eine amerikan. Fernsehserie, die die Situation in einem dt. Kriegsgefangenenlager im Zweiten Weltkrieg als Aufhänger für eine Sitcom verwendet. Produziert wurde die Serie von 1965 bis 1971 von CBS. In Deutschland wurde die Serie ab 1992 unter dem Titel „Stacheldraht & Fersengeld” auf Sat.1 ausgestrahlt. Die Serie war bei ihrer späten sonntägl. Ausstrahlung nicht erfolgreich. 1994 wurde die Serie neu synchronisiert u. mit dem Titel ''Ein Käfig voller Helden'' werktags von kabel eins ausgestrahlt. Mit dieser Synchronisation, die unter anderem durch den Einbau von Schnodderdeutsch mehr auf Klamauk setzte, wurde die Serie schließlich ein Erfolg. Die Serie besteht aus 168 Folgen à 25 Minuten.
Einkaufszentrum
Ein E. ist eine Konzentration von Einzelhandelsgeschäften u. Dienstleistern unterschiedl. Branchen u. ggf. anderen Angeboten wie Fitnesszentren oder Kinos. In der Stadtgeographie definiert man ein E. als „überwiegend als Einheit geplante, errichtete und verwaltete Agglomeration von Einzelhandels- und Dienstleistungsbetrieben”, wodurch sich eine Abgrenzung zu den „wild gewachsenen” Agglomerationen bzw. Einkaufsparks ohne einheitl. Konzeption, Center-Management, etc. ergibt.
Gegenüber dem Kaufhaus bzw. Warenhaus grenzen sich Einkaufscenter dadurch ab, dass die Betreiber dort nicht auf eigene Rechnung Handel treiben, sondern nur als Vermieter u. Center-Management auftreten. Das Warenhaus dagegen ist ein konzerngeführtes integriertes Warenangebot auf Rechnung des Betreibers, der Immobilienbesitz u. Handelsaktivität miteinander verbindet.
Einkommen
Als E. bezeichnet man umgangssprachl. Einnahmen eines Privathaushalts. In der Volkswirtschaftslehre stellt das E. eine zentrale Größe zur Messung der ökonomischen Wohlfahrt dar. Das E. ermöglicht einem Privathaushalt, über Konsum heute u. Sparen in Zukunft seinen Wohlstand zu vergrößern.
Einkommensteuer (Deutschland)
Die E. (Abk.: ESt) ist eine Steuer, die auf das Einkommen natürl. Personen erhoben wird. Bemessungsgrundlage ist das zu versteuernde Einkommen. Die Rechtsgrundlage befindet sich im Einkommensteuergesetz (EStG). Die E. ist eine der wichtigsten Einnahmequellen des Staates.
Erhebungsformen der E. sind die Lohnsteuer, die Kapitalertragsteuer (im Volksmund: Zinsabschlag), die Bauabzugsteuer, die Aufsichtsratsteuer. Sie werden auch als „Quellensteuern” bezeichnet, da sie direkt an der Quelle abgezogen werden.
Die ebenfalls zulässige Schreibweise ''Einkommenssteuer'' mit Fugen-s wird in der offiziellen Rechtssprache nicht verwendet.
Einkommensteuererklärung
Die E. ist die schriftl. Erklärung eines Steuerpflichtigen über seine Einkommensverhältnisse. Sie dient als Grundlage für die Ermittlung der festzusetzenden Einkommensteuer.
Sie wird von dem Steuerpflichtigen oder seinem Bevollmächtigten (meist ein Steuerberater) gegenüber dem Finanzamt abgegeben. Dort wird sie geprüft u. die zu entrichtende Einkommensteuer sowie ggf. die Kirchensteuer u. der Solidaritätszuschlag festgesetzt u. in Gestalt eines Steuerbescheids geltend gemacht. Wurde eine höhere Steuer bereits gezahlt als errechnet, wird von Amts wegen eine Erstattung über die Differenz (den Unterschiedsbetrag) vorgenommen.
Einkommensteuergesetz
Im E. der BR Deutschland wird die Besteuerung des Einkommens natürliche Personen geregelt. Die vom Steueraufkommen her wichtigste Erhebungsform der Einkommensteuer ist die Lohnsteuer. Andere Erhebungsformen sind das allgemeine Verfahren (Festsetzung durch Veranlagung, Erhebung durch Bescheid, notfalls Zwangsvollstreckung) u. die Kapitalertragsteuer (inklusive des Zinsabschlags).
Einkommensteuertarif
Grundsätzlich kann man bei der Erhebung der Einkommensteuer verschiedene Tarif-Modelle unterscheiden: Stufentarif, Proportionaler Tarif, Regressiver Tarif, duale Einkommensteuer, Einheitssteuer (''flat tax''). Der in Deutschland geltende E. ist ein progressiver Tarif: Je höher das zu versteuernde Einkommen, desto höher ist auch der Steuersatz. Der jeweils gültige E. wird in §32a ESTG definiert.
Einkommensverteilung
Die E. beschreibt die Verteilung der Einkommen auf die Wirtschaftssubjekte. Untersucht werden zum Beispiel:
* die sektorale Verteilung (Landwirtschaft, Industrie, Dienstleistungen)
* die regionale oder räumliche Verteilung
* die Verteilung nach Altersstruktur oder Geschlecht
* die personelle Verteilung
Einkünfte aus Kapitalvermögen (Deutschland)
E. a. K. sind eine der sieben Einkunftsarten, die das deutsche Steuerrecht kennt. Sie sind in der Steuererklärung zu deklarieren, wenn die Summe der Einnahmen 801 € übersteigt.
Einlauf (Medizin)
Als E. (''Klistier'', ''Klysma'') wird das Einleiten einer Flüssigkeit über den After in den Darm bezeichnet. Ärzte verordnen Einläufe gegen Verstopfung u. zur Darmreinigung.
Einnahmenüberschussrechnung
Die E. (EÜR) ist eine Methode zur Ermittlung des zu versteuernden Gewinns. Steuerpflichtige, die nicht auf Grund gesetzl. Vorschriften verpflichtet sind, Bücher zu führen u. regelmäßig Abschlüsse zu machen, u. dies auch nicht freiwillig tun, können als Gewinn den Überschuss der Betriebseinnahmen über die Betriebsausgaben ansetzen. Rechtsgrundlage für die EÜR ist § 4 Abs.3 EStG. Die EÜR wird daher oft auch „4/3-Rechnung” genannt. Neben Kleingewerbetreibenden gehören zu den Einnahmenüberschussrechnern insbes. die freien Berufe.
Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD
Die E. (''EGr'') d. S. u. d. SD wurden im Zweiten Weltkrieg als dt. „Sonder-”/Spezialeinheit, deren Führungspersonal aus Angehörigen der Sicherheitspolizei, der Geheimen Staatspolizei (Gestapo), der Kriminalpolizei u. des Sicherheitsdienstes bestand, für den Einsatz im Russlandfeldzug aufgestellt, um in den zu erobernden „Ostgebieten” vor allem den polit. Gegner, kommunist. Funktionäre sowie alle als „rassisch minderwertig” angesehene Menschen („Juden und Zigeuner”) zu ermorden.
Einschaltquote
Die E. einer Radio- oder Fernsehsendung ist der prozentuelle Anteil der Empfangshaushalte, die zu einem gegebenen Zeitpunkt die Sendung verfolgten, an der Gesamtmenge ''aller'' Empfangshaushalte: Die Prozentzahl lässt somit Rückschlüsse auf die absolute Zuschauerzahl zu.
Die Preise für Werbung, von der kommerzielle Sendeanstalten überwiegend u. öffentlich-rechtliche teilweise leben, hängen wesentlich von den Einschaltquoten ab.
Einschlagkrater
Ein E., auch Impaktkrater genannt, ist eine zumeist annähernd kreisförmige Senke auf der Oberfläche eines erdähnl. Planeten oder eines ähnlich festen Himmelskörpers, die durch den Einschlag – den Impakt – eines anderen Körpers wie eines Asteroiden oder eines hinreichend großen Meteoriten entsteht. Man spricht daher bei solch einem Krater mitunter auch von einem Meteoritenkrater.
Für E. auf der Erde hat der US-amerikan. Geophysiker Robert Dietz 1960 die Bez. Astroblem („Sternwunde”) vorgeschlagen, die sich teils auch eingebürgert hat.
Einschreiben (Post)
Die Versendung eines Briefs per E., (franz. ''Recommandé''), in Österreich auch Rekommandation, ist eine bes. Form des Briefversands. Im Wesentlichen geht es dem Absender um einen Nachweis des Briefversands.
Ein Sommernachtstraum
Die Komödie E. S. (engl. ''A Midsummer Night's Dream'', der korrekte dt. Titel wäre also ''Ein Mittsommernachtstraum'', auch um den Sinn nicht zu verfremden) wurde 1595 oder 1596 von William Shakespeare geschrieben u. vor 1600 uraufgeführt. Das Stück ist eines der meistgespielten Shakespeare-Stücke.
Einstein, Albert
Albert Einstein (* 14. März 1879 in Ulm; † 18. April 1955 in Princeton, USA) war ein dt. Physiker jüdischer Abstammung, dessen Beiträge zur theoretischen Physik maßgeblich das physikalische Weltbild veränderten.
Einsteins Hptw. ist die Relativitätstheorie, die das Verständnis von Raum u. Zeit revolutionierte. Im Jahr 1905 erschien seine Arbeit mit dem Titel ''„Zur Elektrodynamik bewegter Körper”,'' deren Inhalt heute als spezielle Relativitätstheorie bezeichnet wird. 1916 publizierte Einstein die allg. Relativitätstheorie. Auch zur Quantenphysik leistete er wesentl. Beiträge: Für seine Erklärung des photoelektr. Effekts, die er ebenfalls 1905 publiziert hatte, wurde ihm 1921 der Nobelpreis für Physik verliehen. Seine theoret. Arbeiten spielten – im Gegensatz zur populären Meinung – beim Bau der Atombombe u. der Entwicklung der Kernenergie keine bedeutende Rolle.
Einstürzende Neubauten
E. N. sind eine dt. experimentelle Band. Die Berliner Band wurde 1980 von Blixa Bargeld, NU Unruh (bürgerl. Andrew Chudy), Gudrun Gut u. Beate Bartel gegr.; Letztere gründeten kurze Zeit später Mania D. Die Besetzung fluktuierte anfangs u. konsolidierte sich 1981 personell um Bargeld, Unruh, die von der Hamburger Band Abwärts hinzugekommenen FM Einheit u. Marc Chung sowie den Berliner Underground-Star Alexander Hacke.
Einstweilige Verfügung
→Vorläufiger Rechtsschutz.
Eintracht Frankfurt
E. F. ist der bekannteste Sportverein in Frankfurt a. M. Mit ihrer Fußballabteilung ist die Eintracht einer der großen Traditionsvereine im dt. Fußball. Die letzte Erfolgsära der Fußballabteilung, die in ihrer Geschichte einige Titel gewann, endete in den 1990er Jahren, seither hatte die Eintracht immer wieder um ihr sportliches u. wirtschaftl. Überleben zu kämpfen.
Momentan zählt die Eintracht wieder zu den finanziell gesünderen Fußballvereinen der Bundesliga.
Die Eintracht besitzt außerdem 15 weitere Abteilungen für verschiedene Sportarten. Die Vereinsfarben sind rot - schwarz - weiß, das Vereinswappen ist der Frankfurter Adler.
Die Heimspiele der Fußballprofis werden in der Commerzbank-Arena ''(früher Waldstadion)'' in Sachsenhausen-Süd ausgetragen, dort befindet sich in der Westtribüne auch die Geschäftsstelle der E. F. Fußball AG.
Einwanderung
Menschen, die einzeln oder in Gruppen ihre bisherigen Wohnorte verlassen, um sich an anderen Orten dauerhaft oder zumindest für längere Zeit niederzulassen, werden als Migranten bezeichnet. Tourismus u. andere Kurzzeitaufenthalte fallen nicht unter die Definition von Migration (Soziologie), saisonale Arbeitsmigration wird jedoch manchmal mit einbezogen.
Überschreiten Menschen im Zuge ihrer Migration Ländergrenzen, werden sie aus der Perspektive des Landes, das sie betreten, Einwanderer oder Immigranten (von lat.: migrare, wandern) genannt. (Aus der Perspektive des Landes, das sie verlassen, heißen sie Auswanderer oder Emigranten.)
Weltweit wird die Anzahl der Immigranten auf 190 Millionen geschätzt (UN-Schätzung, 2005), das sind jedoch nur 3% der Weltbevölkerung.
Immigranten haben als Nicht-Staatsbürger im Verhältnis zu Staatsbürgern eingeschränkte Rechte, besonders das Recht auf Niederlassung wird zum Teil streng durch Immigrationsgesetze beschränkt. Immigration ohne gesetzliche Erlaubnis oder Verstoß gegen die durch die Form der Aufenthaltserlaubnis gesetzten Grenzen – sogenannte illegale Immigration – kann strafbar sein u. führt gewöhnlich zur Festnahme, Verurteilung u. zur Abschiebung durch Staatsorgane.
Immigranten haben oftmals von den Ew. eines Staates verschiedene Sprachen, Kulturen u. verschiedenes Aussehen. Abhängig auch von der Kultur u. eventuell bestehenden Xenophobien des Einwanderungslandes kann dies zu Problemen u. sozialen Spannungen führen. In jüngerer Zeit ist damit verbunden eine kontrovers geführte Debatte um Integration, Anpassung u. Multikulturalität entstanden.
Einwanderung in die Vereinigten Staaten
Die E. i. d. V. S. erfolgte aus unterschiedl. Gründen. Einige versuchten der religiösen bzw. polit. Verfolgung zu entkommen, oder wie die Pilgerväter ein eigenes religiöses Ideal zu verwirklichen. Andere wanderten aus wirtschaftl. Gründen in die Neue Welt. Einige wenige verließen die Alte Welt aus Abenteuerlust. Der Import von Arbeitskräften (sowohl in der Form der Sklaven aus Afrika als auch angeworbene Arbeiter) ist hier ebenfalls zu nennen.
Einwohner
Ein E. ist der gemeldete u. in der Einwohnermeldedatei mit seinen Daten eingetragene Bewohner einer Gemeinde oder eines Landes.
Einwohnerzahl
Die E. oder treffender Einwohneranzahl ist die absolute Zahl aller Ew. einer Gebietskörperschaft (beispielsweise Gemeinde, Stadt, Ldkrs., Bezirk, Bundesland u. Staat).
Einzelhandel
Unter E. (in der Schweiz u. in den Niederlanden: ''Detailhandel'') wird eine Form von Handelsunternehmen oder auch die Handelsaktivität verstanden, die darauf gerichtet ist, Waren an Endkunden (Endverbraucher) bzw. Endanwender auch in Kleinmengen zu verkaufen. Im Gegensatz dazu richtet sich der Großhandel an Wiederverkäufer.
Einzelkämpferlehrgang
Der E. (heute: ''Ausbildungsmodul Robustheit'') der Bundeswehr ist ein Lehrgang, der die Teilnehmer an ihre körperl. Grenzen führen soll. Er besteht heute aus 2 getrennten Ausbildungsabschnitten: dem 4-wöchigen E. 1 (EKL 1) ''Führer einer auf sich gestellten Gruppe'' (Grundlehrgang) u. dem aufbauenden Lehrgang EKL 2 ''Führer eines Jagdkommandos/einer unterstellten Teileinheit'' (Leistungslehrgang).
War der EKL1 bis vor wenigen Jahren Pflicht bei der Ausbildung zum Offizier, ist die Teilnahme heute wie bei den Unteroffizieren fakultativ.
Einzelkosten
E. bezeichnen in der Kostenrechnung Kosten, welche einem Bezugsobjekt (meist Kostenträger, i. d. R. Produkt oder Dienstleistung) direkt zurechenbar sind. Typischerweise werden die den E. zugrundeliegenden Produktionsfaktoren im Herstellungsprozess vollständig verbraucht (sog. Repetierfaktoren), d. h. sie werden Bestandteil des erzeugten Kostenträgers.
Einzeller
Man kann Lebewesen nach ihrem Aufbau in E. u. Mehrzeller einteilen. E. bestehen nur aus einer einzigen Zelle u. bilden allenfalls Zellkolonien. Einzellige Lebewesen umfassen alle Archaeen, die meisten Bacteria, einige Pilze u. viele Protisten.
Einzelunternehmen
Als E. bezeichnet man i. w. S. jede selbständige Betätigung einer einzelnen natürl. Person
I. e. S. wird darunter in Deutschland eine Unternehmung eines voll haftenden Einzelkaufmanns im Sinne des Handelsgesetzbuchs, in der Schweiz die Entsprechung im Rahmen des Obligationenrechts verstanden.
Einzugsermächtigung
Das Einzugsermächtigungsverfahren ist, neben dem Abbuchungsauftrag, eines von zwei Lastschriftverfahren. Im Einzugsermächtigungsverfahren erteilt der Zahlungspflichtige dem Zahlungsempfänger die Ermächtigung, einen fälligen Forderungsbetrag einmalig oder mehrmals von seinem Konto einzuziehen (E.). Die E. muss im Regelfall schriftlich erteilt werden.
Eis
E. ist gefrorenes Wasser u. einer der Aggregatzustände von Wasser (H2O), das sich im Allg. bei Null Grad Celsius bildet. Die Wissenschaft von Formen, Auftreten u. Eigenschaften von E. u. Schnee nennt man Glaziologie.
E. tritt in den verschiedensten Erscheinungsformen auf, vom Hagelkorn über den Eiswürfel bis zum Gletscher. Es besitzt eine geringere Dichte als Wasser, bildet an der Wasseroberfläche ''Eisdecken'' u. schwimmt in Form von Eisschollen u. Eisbergen.
Physikalisch gesehen ist E. ein transparenter, kristalliner Festkörper. ''Eisblöcke'' bestehen aber meist aus vielen, von feinen Luftbläschen durchdrungenen, ''Eiskristallen'' u. erscheinen daher durch vielfache Lichtbrechung weiß. Als chem. Stoff zeichnet es sich durch einige bes. Eigenschaften aus, die auf den ''Anomalien des Wassers'' beruhen.
E. spielt eine wichtige Rolle bei zahlreichen meteorolog. Phänomenen. Die Eiskappen der Polarregionen sind von großer Bedeutung für das globale Klima u. speziell für den globalen Wasserkreislauf. Einen dementsprechend entscheidenden Einfluss hat es daher auch auf unsere Biosphäre.
Eis am Stiel (Film)
E. a. S. ist eine dosierte Mischung aus ''Coming Of Age Movie'' u. Komödie, bei der jedoch der Humor überwiegt. Produziert wurde der Film im Jahre 1977 in Israel. Auf Grund des großen Erfolges wurden eine Reihe von Sequels gedreht, die ebenfalls den Titel E. a. S. tragen. Inhalt sind die Erlebnisse dreier jugendllicher Freunde, die in den 50er Jahren in Tel Aviv aufwachsen. Ihre gemeinsamen Interessen sind Partys, Mädchen u. die Jagd nach sexuellen Erlebnissen.
Eisbär
Der E. (''Ursus maritimus''), auch ''Polarbär'', ist eine Raubtierart aus der Familie der Bären (Ursidae). Er bewohnt die nördl. Polarregionen u. ist eng mit dem Braunbären verwandt. Er gilt neben dem Kodiakbären als das größte an Land lebende Raubtier der Erde.
Eisbein
Das E. – auch: Hachse, Hechse, Haxe, Hämmche, Bötel, Stelze oder Knöchla genannt, schweiz. Gnagi – ist der Teil des Beins vom Schwein, der sich zwischen Knie- bzw. Ellenbogengelenk u. den Fußwurzelgelenken befindet.
Eisberg
Bild: SantaCruz-LosGlaciares-Tempano02.jpg
Die Eisberge im Nordatlantik stammen überwiegend aus Grönland, die im Südatlantik aus der Antarktis
Eisberge sind große, im Meer schwimmende Eismassen. Im Allg. entstehen sie dadurch, dass große Stücke eines Gletschers oder des Schelfeises abbrechen.
Eisbrecher
Ein E. ist ein Schiff, das speziell dafür ausgerüstet ist, durch die zugefrorene See bzw. zugefrorene Flüsse fahren zu können, sei es für sich selbst u. seine eigene Ladung, oder um anderen Schiffen eine Fahrrinne freizubrechen bzw. offen zu halten.
Eisen
E. (mhd. ''isen''; vergleichbar mit kelt. ''isara''„kräftig”, got. ''eisarn'' u. ''aiz'', lat. ''aes''„Erz”) ist ein chem. Element im Periodensystem der Elemente mit Symbol Fe (lat. ''ferrum,'' E.) u. Ordnungszahl 26. Es ist ein Metall der 4. Periode in der 8. Nebengruppe im Periodensystem. Im Kontext der industriellen Fertigung versteht man unter E. den Werkstoff Gusseisen, wohingegen der Werkstoff Stahl gewöhnlich nicht als E. bezeichnet wird.
Eisenach
E. ist eine Stadt im W Thüringens. Sie ist seit 1998 eine kreisfreie Stadt u. ist das Zentrum Westthüringens u. angrenzender nordosthess. Gebiete. E. liegt an der Hörsel am Nordrand des Thüringer Waldes.
Bekanntheit erlangte E. durch die über der Stadt gelegene Wartburg, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört u. im MA Sitz der Landgrafen von Thüringen war. Hier übersetzte Martin Luther das NT vom Griechischen ins Deutsche u. 1817 fand hier das Wartburgfest, eines der wichtigsten Ereignisse des Vormärz, statt. – 43626 Ew.
Eisenbahn
Die E. ist ein schienengebundenes Verkehrsmittel zur Beförderung von Personen u. zum Transport von Gütern.
Die Fahrzeuge der Eisenbahnen fahren mit zumeist stählernen Rädern auf stählernen Schienen u. werden dabei durch Spurkränze in der Spur gehalten. Die Fortbewegung erfolgt heutzutage durch verschiedenartige maschinelle Antriebe in den Fahrzeugen selbst (Triebwagen) oder durch spezielle Zugfahrzeuge (Lokomotiven). (Ausnahme ist die Standseilbahn, bei der die Fahrzeuge durch Seilwinden bewegt werden). Als Weiterentwicklung der E. kann die spurgeführte Magnetschwebebahn betrachtet werden.
Straßenbahnen, Stadtbahnen, U-Bahnen, Hochbahnen u. schienengebundene Bergbahnen (siehe auch ''Bahn'') sind technisch gesehen Eisenbahnen, werden aber je nach Land teilweise rechtlich anders behandelt.
Die E. entstand aus der Verknüpfung der Rad-und-Schiene-Technik mit maschinellen Antrieben. Das Gewicht der Maschinenantriebe u. die Anforderungen an einen glatten Fahrweg führten zum Einsatz von eisernen Schienen anstelle der damals verwendeten Materialien Holz für Räder u. Stein für Fahrwege („Steinbahn”). Daraus leitet sich auch der Name „eiserne Bahn” ab.
Eisenerz
Eisenerze sind Gemenge aus chem. Verbindungen des Eisens mit nicht eisenhaltigem Gestein (der sogenannten Gangart oder „taubem” Gestein). Die chem. Verbindungen des Eisens im E. sind im Wesentlichen Eisenoxide, das heißt chem. Verbindungen des Eisens mit Sauerstoff, oder Eisencarbonate. In geringen Mengen werden auch Eisenerze verhüttet, in denen das Eisen mit Schwefel (Pyrit) oder einigen anderen Elementen verbunden ist.
Die wichtigsten Eisenerze sind Magnetit (bis 72% Eisengehalt), Hämatit (bis 70% Eisengehalt) u. Siderit (bis 48% Eisengehalt).
Eisenhower, Dwight David
Dwight „Ike” David Eisenhower (* 14. Oktober 1890 in Denison, Texas; † 28. März 1969 in Washington D.C.) war der 34. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika (1953– 1961) u. Oberbefehlshaber der Alliierten Streitkräfte in Europa während des Zweiten Weltkriegs.
Eisen-Kohlenstoff-Diagramm
In verarbeitetem Eisen (das sind Stahl u. Gusseisen) ist stets eine gewisse Menge Kohlenstoff enthalten, dessen Anteil die Qualitätseigenschaften des Stahls u. des Gusseisens bestimmt. Das E. (EKD) ist ein Gleichgewichtsschaubild für das binäre System Eisen-Kohlenstoff, aus dem sich in Abhängigkeit vom Kohlenstoffgehalt u. der Temperatur die Phasenzusammensetzung ablesen lässt.
Die Aussagefähigkeit des Eisen-Kohlenstoff-Diagramms wird jedoch geringer, je schneller abgekühlt oder erwärmt wird oder je größer der Gehalt an anderen Legierungselementen ist. Das EKD wird in zwei Formen dargestellt: dem metastabilen System (Fe-Fe3C), in dem der Kohlenstoff in gebundener Form vorkommt u. dem stabilen System (Fe-C) mit elementarem Kohlenstoff in Form von Graphit. Die beiden Systeme werden meist in einem Diagramm abgebildet u. entspr. gekennzeichnet. In der Praxis wird aber hauptsächlich das metastabile Fe-Fe3C System verwendet.
Eisenmangel
E. oder Sideropenie (σ&iacgr;δηρος ''síderos ''„Eisen” u. πεν&iacgr;α, ''penía ''„Mangel”) bedeutet ein Mangelzustand des Organismus an Eisen. Ein E. ist häufig symptomlos. Die häufigsten Ursachen des Eisenmangels sind Mangelernährungen u. Blutungen.
Eisenmangelanämie
Die E. ist eine durch Eisenmangel verursachte u. weltweit die häufigste Form der Anämie u. wahrscheinlich auch die häufigste Mangelkrankheit überhaupt. Ihre Prävalenz wird auf ca. 600 Millionen Menschen weltweit geschätzt. Durch den Eisenmangel wird die Produktion des roten Blutfarbstoffes, des Hämoglobins, gestört. Menschen mit einer E. fühlen sich oft müde u. schlapp u. neigen zu einer blassen Gesichtsfarbe.
Eisenzeit
Die vorgeschichtl. E. ist in der einfachen Gliederung des Dreiperiodensystems nach der Steinzeit u. der Bronzezeit üblicherweise die dritte große, nach dem verwendeten Material zur Werkzeugherstellung benannte Periode der Menschheitsgeschichte. In dieser Zeit begann man, Eisen für Werkzeuge u. Waffen zu verwenden. Auf die E. folgen – je nach Kulturkreis – die Antike oder frühgeschichtl. Kulturen.
Eiserne Jungfrau
Die E. J. ist ein Gerät, das angeblich im MA zur Folterung u. Hinrichtung von Menschen benutzt wurde. Es handelt sich um einen hölzernen oder metallenen Hohlkörper, meist in Frauengestalt, der nach gängiger Vorstellung mit nach innen stehenden Nägeln oder Dornen beschlagen war. Der Todeskandidat wäre demnach im Inneren eingeschlossen worden, worauf sich bei Schließung die Spitzen in den Körper gebohrt hätten.
Eiserner Vorhang (Politik)
Als „Eiserner Vorhang” wird in der Politik u. Zeitgeschichte eine hauptsächlich ideologisch unüberwindbare Grenze nach ihrem Vorbild aus dem Theaterbau beschrieben. Insbes. bezieht sich der Begriff auf die Grenze zwischen der BR Deutschland u. der DDR bzw. zwischen den marktwirtschaftlich u. größtenteils demokratisch orientierten Staaten des Westens (teilweise angeführt durch die USA) u. den planwirtschaftlich gelenkten, sozialist. Staaten Osteuropas (teilweise unter Vorherrschaft der UdSSR) während des Kalten Krieges.
Eisernes Kreuz
Das Eiserne Kreuz (EK) war eine ursprünglich preußische, später dt. Kriegsauszeichnung, die erstmals vom preuß. König Friedrich Wilhelm III. am 10. März 1813 gestiftet wurde.
Eishockey
E. ist eine Mannschaftssportart, die mit fünf Feldspielern u. einem Torwart auf einer etwa 60 m langen u. 30 m breiten Eisfläche gespielt wird. Ziel des Spiels ist es, das Spielgerät, den Puck, eine kleine Hartgummischeibe, in das gegner. Tor zu befördern.
Der Eishockeysport entstand zwischen 1840 u. 1875 in Kanada, wo brit. Soldaten das schott. Shinney auf Schnee u. Eis spielten. Die Bez. ''Hockey'' kommt aus dem Französischen u. bedeutet etwa „krummer Stock”.
E. ist durch die Internationale Eishockey-Föderation (IIHF) international organisiert. Der Weltverband hat bis heute 64 Mitgliedsverbände. Als spielerisch beste Eishockeyliga der Welt gilt die nordamerikan. National Hockey League (NHL).
Eishotel
Ein E. ist ein Hotel, das jedes Jahr im Herbst aus Schnee u. Eis errichtet wird u. über den Winter als Touristenattraktion dient. Standorte befinden sich in Skandinavien (Finnland, Schweden, Norwegen) sowie in Nordamerika (Alaska, Kanada).
Eiskalte Engel
E. E. ist ein Drama von Roger Kumble aus dem Jahr 1999. Der Film handelt von Liebe, Sex u. Intrigen u. ist eine moderne Interpretation des Romans Gefährliche Liebschaften. Im Jahr 2000 entstand das Prequel ''Eiskalte Engel 2'', 2004 folgte ''Eiskalte Engel 3''.
Eiskunstlauf
Der E. ist eine Form des Eislaufs, bei dem es auf die kunstvolle Ausführung von Sprüngen, Pirouetten u. Schritten ankommt. Es gibt internationale Eiskunstlaufwettbewerbe, wie z. B. Weltmeisterschaften, u. E. ist auch eine offizielle Disziplin bei den Olympischen Winterspielen.
Eisprung
→Follikelsprung.
Eisregen (Band)
E. ist eine 1995 gegr. dt. Dark-Metal-Band aus der thüring. Kleinstadt Tambach-Dietharz. Durch ihre morbiden (u. im Gegensatz zu vielen anderen Bands dieser Gattung ''deutschsprachigen)'' Texte zog die Band nach einiger Zeit die Aufmerksamkeit der BPjM (Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien) auf sich, was zur Indizierung dreier ihrer Alben führte.
Eißfeldt, Jan Phillip
Jan Delay (* 25. August 1976 in Hamburg; bürgerl. Jan Phillip Eißfeldt) ist ein dt. Hip-Hop-, Reggae- u. Funk-Musiker.
Eisvogel
Der E. (''Alcedo atthis'') ist die einzige in Mitteleuropa vorkommende Art aus der Familie der Eisvögel (Alcedinidae). Er besiedelt weite Teile Europas, Asiens sowie das westl. Nordafrika u. lebt an mäßig schnell fließenden oder stehenden, klaren Gewässern mit Kleinfischbestand u. Sitzwarten. Seine Nahrung setzt sich aus Fischen, Wasserinsekten (Imagines u. Larven), Kleinkrebsen u. Kaulquappen zusammen. Der Bestand hat in den letzten Jahren wieder zugenommen u. die Art wird derzeit in Europa als dezimiert, aber im gesamten Verbreitungsgebiet als wenig bedroht eingestuft.
Eiszeitalter
Als E. wird eine Periode der Erdgeschichte bezeichnet, die durch Vereisung großer Bereiche in Polnähe sowohl auf der Nord- als auch der Südhalbkugel gekennzeichnet ist. Innerhalb eines Eiszeitalters kann es zu deutlichen, relativ kurzfristigen Klimaschwankungen mit ''Kaltzeiten'' (Glaziale) und ''Warmzeiten'' (Interglaziale) kommen.
Gemäß dieser Definition leben wir seit etwa 2,6 bis 2,7 Millionen Jahren in einem E. Vor allem seit etwa 1 Million Jahren ist das Klima der Erde starken kurzfristigen Schwankungen zwischen Glazialen und Interglazialen unterworfen.
Eiter
E. (lat. ''pus''; ''pyogen'' = eiterbildend) ist eine entzündl. Körperflüssigkeit, die aus so genannten „Eiterkörperchen” (neutrophilen, polymorphkernigen Leukozyten), eingeschmolzenem Gewebe u. wenig Serum besteht. In den meisten Fällen spricht eine Eiterbildung für eine bakterielle Infektion, es gibt allerdings auch sterilen Eiter wie beispielsweise bei der Psoriasis pustulosa.
Eizelle
Bild: Acrosome_reaction_diagram.eps
Eizelle: Phasenweise Darstellung des Eindringens des Spermiums
Als E. (lat.: ''ovum''), Oocyte (griechisch), bezeichnet man die weibl. Keimzelle heterogamer (zweigeschlechtlicher) Lebewesen. Sie dient zur sexuellen Fortpflanzung u. enthält alle genet. Anlagen des weibl. Sexualpartners, welche an den Nachkommen weitergegeben werden. Eizellen sind haploide Zellen u. enthalten damit nur einen Chromosomensatz.
Während der männl. Gamet, z. B. das Spermium, ledigl. Kern-DNA bei der Bildung der Zygote beisteuert, liefert die E. in der Regel die allg. zelluläre Umgebung wie das Cytoplasma u. die in ihm vorhandenen Organellen.
Ejakulat
E. meint je nach Definition des Begriffs Ejakulation den durch einen Orgasmus verursachten „Erguss” in erster Linie eines männl. Heranwachsenden oder geschlechtsreifen Mannes sowohl mit wie ggf. auch ohne Anwesenheit von Spermien.
Ejakulation
Die E. (lateinisch ''eiaculari'', herausspritzen) oder der Samenerguss ist ein physiologischer Vorgang, der zum stoßweisen Herausspritzen des Spermas führt. I. w. S. wird auch der Erguss ohne Spermien als E. bezeichnet, bei dem lediglich Seminalplasma freigesetzt wird. Auslöser einer E. sind sexuelle Reize, typischerweise ein Geschlechtsverkehr, die eine unwillkürliche Reflexkette in Gang setzen. Durch rhythmische Kontraktionen der Muskulatur des Samenleiters, der Samenblase, der Schwellkörper u. des Beckenbodens wird das Sperma stoßweise aus dem Penis freigesetzt. Ejakulationen von Sperma im Schlaf nennt man auch Pollution.
Ekel
E. ist die Bez. für die Empfindung einer starken Abneigung u. von Widerwillen gegen Substanzen u. Objekte wie Nahrung, Exkremente u. verwesendes organ. Material oder gegen Gerüche. E. kann jedoch auch gegenüber Personen oder Verhaltensweisen empfunden werden. Im Gegensatz zu anderen weniger starken Formen der Ablehnung äußert sich E. mitunter auch durch starke körperl. Reaktionen wie Übelkeit u. Brechreiz, Schweißausbrüche, absinkenden Blutdruck bis hin zur Ohnmacht. Wissenschaftlich gilt E. als elementare Emotion, nicht als Instinkt.
EKG
→Elektrokardiogramm.
Eklektizismus
Als E. (von griech. ''eklektós'': „ausgewählt”) bezeichnet man Methoden, die sich verschiedener entwickelter u. abgeschlossener Systeme (z.B. Stile, Philosophien, Religionen) bedienen u. deren Elemente neu zusammensetzen.
Ekliptik
Die E. ist die Projektion der scheinbaren Bahn der Sonne im Verlauf eines Jahres auf die Himmelskugel. Die E. ist ein Großkreis am Himmel, das heißt, sie definiert eine Ebene, in der sowohl der Mittelpunkt der Erde als auch der Mittelpunkt der Sonne liegen. Diese Ebene ist damit die Bahnebene der Erde um die Sonne u. wird auch Ekliptikebene oder ''Ekliptikalebene'' genannt. Der Winkel zwischen Äquatorebene u. Ekliptikebene ist die Schiefe der E. ''ε'' (Erdneigung oder auch Obliquität).
„Sonne” und „Erde” beziehen sich hierbei auf die ''mittleren Körper'' der Himmelsmechanik, nicht auf die tatsächlichen Himmelskörper. Insbesondere steht „Erde” für den Erde-Mond-Schwerpunkt.
Eklund, Britt Marie
Britt Marie Eklund, auch: Ekland (* 6. Oktober 1942 in Stockholm, Schweden) ist eine schwed. Schauspielerin.
Eko Fresh
Eko Fresh (* 3. September 1983 in Mönchengladbach; bürgerl. ''Ekrem Bora'') ist ein deutschsprachiger Rapper türk. Abstammung. Momentan steht er beim Hip-Hop-Label ersguterjunge unter Vertrag.
Ekstase
Die E. (v. griech. ''ékstasis'' = das Außersichgeraten, die Verzückung; von ''εξíστασθαι'', ''exhistasthai'' = aus sich heraustreten, außer sich sein) bezeichnet eine Zustandsveränderung des Bewusstseins zu gleichermaßen höchster Hingabe u. höchstem Aufnahmevermögen. Damit verbunden ist ein Aus-sich-Heraustreten, währenddessen eigene Empfindungen über die Realität gestellt werden.
Ekzem
Bild: Dyshidrosis.JPG
Ekzem: Das dyshidrotische
Handekzem ist meist ein toxisches Kontaktekzem.
Als das E. (grch. &eacgr;κζεμα - ''Aufgegangenes'' [z.B. Teig], dt. auch die Juckflechte) wird eine nicht ansteckende Entzündung der Haut, also eine Dermatitis (bzw. Epidermodermitis), bezeichnet, welche klinisch durch folgende Symptome gekennzeichnet ist: Juckreiz, Erythem, Papel, Seropapel, Bläschen, Schuppung, Krustenbildung, Lichenifikation. Das E. ist einer der häufigsten Beratungsanlässe in einer allgemeinmedizin. Praxis.
Elastizität (Wirtschaft)
In den Wirtschaftswissenschaften ist eine E. ein Maß, das die relative Änderung einer abhängigen Größe auf eine relative Änderung einer ihrer Einflussgrößen angibt. Nicht ganz korrekt, aber anschaulich ist dabei folgende Fragestellung: Um wie viel Prozent verändert sich eine Variable ''y'' als Reaktion auf die einprozentige Änderung der anderen Variable ''x''? Man nennt diese relative Änderung die Elastizität von ''y'' bezüglich ''x'' oder die ''x''-Elastizität von ''y''.
Betrachtet man beispielsweise die relative Änderung der Nachfrage bei einer relativen Änderung des Preises, ist das die Nachfrageelastizität bezüglich des Preises oder die Preiselastizität der Nachfrage, auch kurz Preiselastizität genannt.
Elastizitätsmodul
Der E. (auch: ''Zugmodul'', ''Elastizitätskoeffizient'' oder ''Young'scher Modul'', benannt nach dem engl. Arzt u. Physiker Thomas Young) ist ein Materialkennwert aus der Werkstofftechnik, der den Zusammenhang zwischen Spannung u. Dehnung bei der Verformung eines festen Körpers bei linear elast. Verhalten beschreibt. Der E. wird mit E-Modul oder als Formelzeichen mit E abgekürzt. Der E. hat die Einheit einer mechan. Spannung.
Der Betrag des Elastizitätsmoduls ist umso größer, je mehr Widerstand ein Material seiner Verformung entgegensetzt. Ein Bauteil aus einem Material mit hohem E. (z. B. Stahl) ist also steif, ein Bauteil aus einem Material mit niedrigem E. (z. B. Gummi) ist nachgiebig.
Elastomer
Elastomere sind formfeste, aber elastisch verformbare Kunststoffe, deren Glasübergangspunkt sich unterhalb der Raumtemperatur befindet. Die Kunststoffe können sich bei Zug- u. Druckbelastung verformen, finden aber danach wieder in ihre ursprüngliche, unverformte Gestalt zurück. Elastomere finden Verwendung als Material für Reifen, Gummibänder, Dichtungsringe etc.
Elba
E. ist eine Insel im Mittelmeer u. gehört zum Toskanischen Archipel der Region Toskana in Italien (Provinz Livorno). Sie ist knapp 20 km vom italien. Festland entfernt.
Heute leben im Winter auf der Insel ca. 32.000 Personen in acht Gemeinden: Portoferraio (gleichzeitig auch die Hptst. der Insel), Campo nell'E., Capoliveri, Marciana, Marciana Marina, Porto Azzurro, Rio Marina u. Rio nell'E.
Elbe
Die E. entspringt in Tschechien, fließt durch Deutschland u. mündet in die Nordsee. Der tschech. Name des Flusses ist ''Labe''. Beide Namen sind gleichen Ursprungs: In der Antike nannten Griechen, Kelten u. Römer den Strom ''Albis'', die Germanen ''Albia''. Zurückgeführt wird der Name auf ''elfr'', das altnord. Wort für „Fluss”, in den heutigen skandinav. Sprachen ''älv'' (schwedisch) bzw. ''elv'' (norwegisch).
Elberfelder Bibel
Die E. B. ist eine bedeutende dt. Bibelübersetzung, die erstmals 1855 (NT) bzw. 1871 (AT) erschien. Sie konnte zwar nie die gleiche Verbreitung wie die Lutherbibel finden, hat aber im Laufe der Zeit wegen ihrer begriffsnahen Übersetzungsweise u. Texttreue viele Freunde gewonnen. Die Wörtlichkeit der Übersetzung hat in ihr Vorrang vor sprachl. Schönheit. Damit wurde sie zum Vorbild für viele weitere Übersetzungen.
Der Name bürgerte sich ein, da ein großer Teil der Übersetzungsarbeit in Elberfeld (heute Stadtteil von Wuppertal) stattfand.
Elbrus
Der E. (russisch ''Эльбрус'') ist mit 5642 m Höhe (Westgipfel; Ostgipfel: 5621 m) der höchste Berg im Kaukasus u. der höchste Berg Russlands.
Der Doppelgipfel ist ein momentan nicht aktiver, stark vergletscherter Vulkan. Die Entfernung zwischen beiden Gipfeln beträgt 1.500 Meter, der höchste Punkt liegt auf dem südl. Kraterrand. Mehr als 70 Gletscher fließen von den Elbrus-Hängen ins Tal u. bedecken 145 km² mit Eis.
Elch
Der E. (''Alces alces'', altertümlich-poe- tisch auch Elen) ist ein in Eurasien u. Nordamerika beheimateter Hirsch. Er ist der größte heute vorkommende Vertreter seiner Familie.
El Cid
Bild: Balboa_Park_El_Cid_statue_2.jpg
Detail der Reiterstatue des kastilischen Ritters El Cid im Balboa Park (San Diego) von Anna Hyatt Huntington
E. C. [θið], eigentl. ''Rodrigo Díaz de Vivar'' (* um 1043 in Vivar/''Bivar''; † 10. Juli 1099 in Valencia) war ein kastil. Ritter aus der Zeit der Reconquista, der in der Folge zum span. Nationalhelden avancierte. Der Name ''El Cid'' ist aus dem arabischen ''as-sayyid'' („der Herr”) bzw. volkssprachlich ''sidi'' („mein Herr”) abgeleitet u. stammt aus der Zeit, in der er als Söldnerführer in der span. Levante operierte.
Eldfell
Der E. (isl. ''Feuerberg'') ist ein Vulkan mit einem 200 m hohen Schlacken- u. Aschenkegel auf der 13,4 km² großen isländ. Insel Heimaey. Er bildete sich ohne Vorwarnung bei vulkan. Eruptionen wenige hundert Meter außerhalb der Stadt Heimaey am 23. Januar 1973. Seit dem Ende der Ausbrüche im Juli 1974 ist der Vulkan inaktiv, weitere Ausbrüche sind unwahrscheinlich.
Eldorado
E. (span. ''El Dorado'' "Der Goldene") ist ein sagenhaftes Goldland im Innern des nördl. Südamerikas. Ursprünglich bezeichnete der Name "El Dorado" einen Mann, später eine Stadt u. dann ein ganzes Land. Andere (indigene) Namen für diesen mytholog. Ort sind z.B. Manoa oder Omoa.
E. basiert auf einer Legende, die von span. Chronisten im 17. Jh. erzählt wurde.
E-Learning
Unter E. (auch ''eLearning'', englisch ''electronic learning''– elektronisch unterstütztes Lernen), auch E-Lernen genannt, werden – nach einer Definition von Michael Kerres – alle Formen von Lernen verstanden, bei denen digitale Medien für die Präsentation u. Distribution von Lernmaterialien u./oder zur Unterstützung zwischenmenschl. Kommunikation zum Einsatz kommen.
Electoral College
Als E. C. wird in den Vereinigten Staaten das Gremium bezeichnet, das alle vier Jahre den Präsidenten u. Vize-Präsidenten wählt. Es wird im zweiten Artikel der Verfassung der Vereinigten Staaten beschrieben u. besteht aus zurzeit 538 Wahlmännern, die von den 50 Bundesstaaten sowie dem Bundesdistrikt entsandt werden. Der Wahlvorgang wurde zweimal mittels Verfassungsänderung angepasst (1803 durch den 12. Zusatzartikel u. 1961 durch den 23. Zusatzartikel).
Electra, Carmen
Carmen Electra (* 20. April 1972 in Sharonville, Ohio; als ''Tara Leigh Patrick'') ist ein US-amerikan. Model, eine Schauspielerin u. Sängerin.
Electric Light Orchestra
Das E. L. O. (kurz: ELO) war eine erfolgreiche brit. Rockband der 1970er u. 1980er, die ihre Musik mit klass. Streicher-Arrangements verband.
Electronic Arts
E. A. (EA) ist gegenwärtig der weltweit größte Publisher u. Entwickler von Computer- u. Videospielen. Durch die Fusion von Vivendi Games u. Activision zu Activision Blizzard droht EA jedoch der Verlust dieser Spitzenposition. Laut jeweils eigenen Aussagen wird der erwartete Jahresumsatz der Unternehmen im Fiskaljahr 08 mit $3,35 - $3,6 Milliarden (EA) respektive $3,8 Milliarden (Activision Blizzard) angegeben.
Bei einem Jahresumsatz von etwa 3 Milliarden Dollar hat das Unternehmen einen Marktanteil von ca. 25% auf dem nordamerikanischen u. europ. Markt.''
Electronic Body Music
E. B. M., kurz ''EBM'', seltener auch ''Aggrepo'' (Aggressive Popmusik), ist ein in den frühen 1980er-Jahren entstandener Musikstil, der sich durch repetitive Sequenzerläufe, vorwiegend tanzbetonte Rhythmen, sowie klare, parolen-ähnl. Shouts (Rufgesang) kennzeichnet. Er gilt als zufallsbedingte Konfluenz brit. Industrial- u. paneurop. Minimal-Electro-Sounds u. nahm bedeutenden Einfluss auf die Entwicklung nachfolgender Stile wie New Beat oder Goa Trance.
Electronic Cash
E. C. ist das Debitkarten-System des Zentralen Kreditausschusses (ZKA), der Vertretung der kreditwirtschaftl. Spitzenverbände Deutschlands. Karten mit dem E.-C.-Logo werden nur von Kreditinstituten ausgegeben, üblicherweise in Verbindung mit einem Girokonto. Bei E.-C. erfolgt die Kartenzahlung durch Eingabe der PIN (Persönliche Identifikationsnummer) durch den Karteninhaber an einem sogenannten EFT-POS-Terminal (Electronic-Funds-Transfer-Terminal, Elektronische-Wert-Übertragungs-Terminal).
Electronic Program Guide
Als E. P. G. (EPG) [il&aeo;k&beton;tra&dehn;nik &beton;prougræm &beton;gaid] (zu dt. ''elektronische Programmzeitschrift'') bezeichnet man die digitale Variante einer gedruckten Zeitschrift für Fernsehprogramme u. Radioprogramme, die im Empfangsgerät integriert ist. Die Programmübersicht beinhaltet mindestens den Titel, die Uhrzeit u. die Dauer jeder Sendung. Zusätzlich können zu den einzelnen Sendungen kurze Beschreibungen des Inhalts – bei einigen EPG-Formaten auch mit Bildern – angezeigt werden. Aufgrund der Integration mit dem Empfangsgerät lässt sich aus dem EPG heraus das Programm umschalten oder die Aufnahme einer ausgewählten Sendung programmieren.
Electronic Sports League
Die E. S. L. (ESL, ehem. ESPL) ist eine Wettkampf-Liga für Computerspieler. Sie ging aus der 1997 gegr. ''Deutschen Clanliga'' (''DeCL'') hervor u. ist damit die älteste Liga ihrer Art. Darüber hinaus ist sie mit über 800.000 registrierten Mitgliedern, 350.000 Teams u. fünf Mio. ausgetragenen Spielpartien auch eine der größten europ. Ligen für professionelles Computerspielen u. umfasst ein professionell aufgestelltes u. organisiertes Spiele- u. Ligensystem mit über 1800 Ligen für Einsteiger u. Profis sowie rd. 80 Spielen aus jedem bekannten Genre.
Elefanten
Die E. (Elephantidae) (altgr. ''elephas'', „Elefant”) bilden eine Familie der Rüsseltiere.
E. sind die größten noch lebenden Landtiere. Bei der Geburt wiegt ein Kalb bis zu 100 Kilogramm. Die Tragzeit ist mit 20 bis 22 Monaten die längste aller Landsäugetiere. Der älteste Elefant lebte im Zoo von Taipeh u. wurde 86 Jahre alt. Je nach Art kann ein Elefant im Durchschnitt zwischen zwei u. fünf Tonnen Körpergewicht u. eine Größe von bis zu vier Metern erreichen.
Elegie
Der Ausdruck E. (Aussprache [ele&beton;gi&dehn;]) bezeichnet ein oft in ''Distichen'' verfasstes Gedicht, das nach heutigem Verständnis meist ''traurige, klagende Themen'' zum Inhalt hat.
Elektrische Kapazität
Die E. K. (Formelzeichen ''C'', v. lat. ''capacitas'' = Fassungsvermögen; Adjektiv kapazitiv) ist eine physikal. Größe, die die Fähigkeit eines zu diesem Zweck gebauten Kondensators oder einer elektr. Leiteranordnung definiert, elektr. Ladung zu speichern. Die elektr. Kapazität wird als Verhältnis der zugeführten Ladungsmenge zur entstandenen Spannung bestimmt: .
Elektrische Ladung
Die E. L. (auch Elektrizitätsmenge) ist eine physikal. Größe, die unter anderem für die Stärke der Coulombkraft zwischen Ladungen verantwortlich ist.
Bewegte Ladungen sind elektr. Strom u. führen in Magnetfeldern zur Lorentzkraft.
Elektrische Ladungen sind immer an das Vorhandensein von Ladungsträgern gebunden, der Begriff „Ladung” wird jedoch sowohl für diese absoluten Ladungen bzw. deren Anzahl als auch für Ladungsmengen-Differenzen, die zwischen zwei Polen eines Bauteils (zum Beispiel eines Kondensators oder einer Batterie) vorhanden sind, verwendet.
Die kleinste mögl. Ladung ungleich null ist die Elementarladung. Die absolute Ladung jegl. Körper oder Stoffmengen ergibt sich als Summe aller in ihr enthaltenen Elementarladungen. Es gibt genau zwei einander entgegengesetzte elektr. Elementarladungen, die man durch ein unterschiedl. Vorzeichen kennzeichnet u. dementsprechend als positive oder negative Ladungen bezeichnet. Die Wahl der Vorzeichen ist prinzipiell willkürlich. Georg Christoph Lichtenberg hat sie – bei Untersuchungen zur Reibungselektrizität – so festgelegt, dass Protonen positive u. Elektronen negative Ladung haben.
Ungleichnamige (positive u. negative) Ladungen ziehen einander an, gleichn. Ladungen stoßen einander ab.
Das Formelzeichen der elektr. Ladung ist oder (von lat. quantum). Die Ladung wird im Internationalen Einheitensystem in der Einheit Coulomb mit dem Einheitenzeichen gemessen, die von den Basiseinheiten Ampere u. Sekunde mittels abgeleitet ist.
Elektrische Leistung
E. L. ist eine Art der Leistung (engl. ''power''), die vorhanden ist, wenn über einen Zeitraum elektr. Arbeit (elektr. Energie) verrichtet wird.
Elektrische Leitfähigkeit
Die E. L., auch als Konduktivität bezeichnet, mit dem Formelzeichen σ (griech. sigma) oder auch κ oder γ, ist eine physikal. Größe, die die Fähigkeit eines Stoffes angibt, elektr. Strom zu leiten. Die abgeleitete SI-Einheit der elektr. Leitfähigkeit ist S/m (Siemens pro Meter). Den Kehrwert der elektr. Leitfähigkeit nennt man spezifischer Widerstand. Die elektr. Leitfähigkeit ist definiert als die Proportionalitätskonstante zwischen der Stromdichte u. der elektr. Feldstärke in der allg. Form des ohmschen Gesetzes: . Metalle haben eine große, Isolatoren eine sehr geringe E.L.
Elektrische Leitung
Eine E. L. dient der Übertragung von elektr. Strom. Sie verbindet elektr. Betriebsmittel oder elektron. Bauteile miteinander.
Elektrischer Generator
Ein E. G. (v. lat. ''generare'': hervorholen, erzeugen) ist eine elektr. Maschine, die Bewegungsenergie bzw. mechan. Energie in elektr. Energie wandelt u. damit techn. gesehen ident. mit einem Elektromotor ist, der umgekehrt elektr. Energie in Bewegungsenergie wandelt. Der Generator fußt auf dem von Michael Faraday 1831 ent- deckten Prinzip der elektromagnet. Induktion.
Elektrischer Kurzschluss
Ein E. K. ist eine nahezu widerstandslose Verbindung leitfähiger Teile, durch die eine Spannung zwischen diesen Teilen auf einen Wert nahe null fällt.
Elektrischer Strom
E. S. ist die Bez. für eine gerichtete Bewegung von Ladungsträgern, zum Beispiel von Elektronen oder Ionen, in einem Stoff oder im Vakuum.
Ruhende Ladungsträger können durch unterschiedliche Kräfte in Bewegung gesetzt werden, in wichtigen Fällen sind das Coulomb- oder Lorentzkräfte. Einmal in Bewegung, können sich die Ladungsträger auch in feldfreien Räumen weiterbewegen. Ein Beispiel dafür ist die Elektronenbewegung in einer Elektronenröhre.
Elektrischer Stuhl
Der elektr. Stuhl ist eine Vorrichtung zur Hinrichtung eines Verurteilten durch elektr. Strom.
Elektrischer Widerstand
Der elektr. Widerstand ist in der Elektrotechnik ein Maß dafür, welche elektr. Spannung erforderlich ist, um einen bestimmten elektr. Strom durch einen elektr. Leiter fließen zu lassen.
Als Formelzeichen für den elektrischen Widerstand wird in der Regel ''R'' – wahrscheinlich abgeleitet vom Lateinischen ''resistere'' für „widerstehen” (evtl. auch von den französischen oder englischen Entsprechungen, genaue Herkunft unbekannt) – verwendet. Der Widerstand hat die SI-Einheit Ohm, sein Einheitenzeichen ist das große Omega ().
Elektrische Schaltung
Eine E. S. ist der Zusammenschluss von elektrischen bzw. elektromechan. Komponenten (Schalter, Lampe, Motor, ...) zu einer funktionierenden Anordnung. Die Funktion der Schaltung wird hervorgerufen durch den elektr. Strom, der in einem geschlossenen Kreislauf (Stromkreis) durch die Bauteile fließt.
Elektrisches Feld
Bild: Elektrisches-feld-positive-punktladung.eps
Elektrisches Feld einer positiven Punktladung
Das elektr. Feld ordnet jedem Raumpunkt die richtungsabhängige Größe der ''elektrischen Feldstärke '' zu. Diese ist definiert durch die Kraft , die auf eine in dem Punkt befindl. Ladung ''Q'' wirkt:
Die Feldstärke ist also, anders gesagt, die Kraft pro Ladungseinheit. Das elektr. Feld ist ein Vektorfeld.
Die SI-Einheit von ist demnach Newton pro Coulomb oder Volt pro Meter, denn es gilt:
Wenn Richtung u. Betrag der elektr. Feldstärke in jedem Punkt gleich sind, die Feldlinien also parallele Geraden sind, heißt das Feld ''homogen'', sonst ''inhomogen''. Zeitlich unveränderl. Felder heißen auch ''stationäre'' Felder. Die Elektrostatik behandelt stationäre elektr. Felder.
Elektrische Sicherung
Eine E. S., auch ''Schmelzsicherung'', ist eine Überstromschutzeinrichtung, die einen Stromkreis bei zu hoher Stromstärke durch die therm. Wirkung des Stroms unterbricht u. dadurch selbst zerstört wird.
Umgangssprachlich werden auch Leitungsschutzschalter u. als Schutzelement verwendete Kaltleiter u. Temperaturschalter als Sicherung bezeichnet.
Elektrische Spannung
Die E. S. ist eine physikal. Größe, die angibt, wie viel Arbeit bzw. Energie nötig ist, um ein Objekt mit einer bestimmten elektr. Ladung entlang eines elektr. Feldes zu bewegen. Spannung ist also das spezif. Arbeitsvermögen der Ladung. Sie ist eine Feldgröße, die um viele Größenordnungen schwanken kann.
Das Formelzeichen der Spannung ist ''U'' – abgeleitet vom lat. ''urgere'' (drängen, treiben, drücken). Die SI-Einheit ist das ''Volt'' (V), benannt nach Alessandro Volta.
Elektrizität
Bild: DIN_4844-2_Warnung_vor_gef_el_Spannung_D-W008.eps
Warnung vor gefährlicher elektrischer Spannung
E. (von griechisch ''ēlektron'' „Bernstein”) ist der Oberbegriff für alle Phänomene, die ihre Ursache entweder in ruhender elektr. Ladung oder in bewegter Ladung (Ströme) sowie deren elektrischen u. magnet. Feldern haben. Mittels E. wird elektr. Energie gewandelt. Die Träger der elektr. Ladung sind negativ geladene Elektronen u. Anionen u. positiv geladene Protonen u. Kationen. Gleichnamige Ladungen stoßen sich ab, ungleichnamige Ladungen ziehen einander an. Die Kraft, die auf Ladungen gleichen Vorzeichens wirkt, wird als Abstoßung bezeichnet, die Kraft auf Ladungen mit entgegengesetzten Vorzeichen als Anziehung. Wegen der Wechselwirkungskräfte kommt der E. auch eine Bedeutung als Energieträger zu. Elektrische Ladungen sind die Quellen des elektr. Feldes, bewegte Ladungen die Ursache für magnet. Felder.
Elektromagnetische Wellen (wie z. B. Licht) sind Erregungen des elektromagnetischen Feldes und können sich nach Entstehung unabhängig von Ladungsträgern im Raum (als Photonen) ausbreiten, d. h. fortbewegen, sie wechselwirken aber auch mit Materie.
Bewegung elektr. Ladung findet in elektr. Leitern durch Bewegung freier Elektronen u. in Flüssigkeiten durch Ionenbewegung statt. Bei den Festkörpern unterscheidet man zwischen Leitern, Nichtleitern u. Halbleitern.
Elektroauto
Ein E. wird durch einen oder mehrere Elektromotoren aus einer Batterie angetrieben.
Hybridautos werden von einem Ottomotor oder Dieselmotor und einem Elektromotor angetrieben. Letzterer wird im „stop and go”-Verkehr automatisch zugeschaltet und der Ottomotor abgeschaltet. Das Solarfahrzeug gewinnt seine elektrische Energie aus Sonnenlicht mittels Solarzellen an seiner Oberfläche. Das Brennstoffzellenfahrzeug erzeugt seine elektrische Energie mittels Brennstoffzelle direkt aus Wasserstoff oder Alkoholen. Beim Gyroantrieb wird mechanische, in einem Schwungrad gespeicherte Energie mitgeführt und mit einem Generator zu Strom für die Fahrmotoren umgewandelt.
Elektrochemische Spannungsreihe
Die E. S. ist eine Auflistung von Redox-Paaren nach ihrem Standardelektrodenpotential (Redoxpotential unter Standardbedingungen). Vor allem bei Metallen wird sie auch Redoxreihe genannt. In dieser Reihe werden nebeneinander die oxidierte u. reduzierte Form sowie die Anzahl der übertragenen Elektronen u. das Standardpotential eines Redoxpaares aufgeführt. Die einzelnen Redoxpaare werden entweder nach aufsteigendem oder absteigendem Standardelektrodenpotential geordnet. Jede Redox-Reaktion kann man so durch zwei Paare beschreiben u. aus der elektrochem. Spannungsreihe die Richtung von Reaktionen voraussagen.
Elektrodynamik
Die klass. E. (KED) oder E. ist ein Teilgebiet der Physik, das sich mit elektrischen u. magnet. Feldern u. Potentialen sowie der Dynamik elektrisch geladener Objekte u. den von ihnen hervorgerufenen elektromagnet. Wellen beschäftigt. Die klass. E. wurde von J. C. Maxwell Ende des 19. Jh. formuliert.
Elektroenzephalografie
Die E. (EEG, von griechisch ''encephalon'' „Gehirn”, ''gráphein'' „schreiben”) ist eine Methode der medizin. Diagnostik zur Messung der summierten elektr. Aktivität des Gehirns durch Aufzeichnung der Spannungsschwankungen an der Kopfoberfläche. Das Elektroenzephalogramm (ebenfalls EEG abgekürzt) ist die graph. Darstellung dieser Schwankungen.
Elektroinstallation
E. ist das Errichten von elektr. Anlagen für Niederspannung. Dazu gehört die Leitungsverlegung u. die Montage von Verteilern, Überstromschutzeinrichtungen, Fehlerstromschutzschaltern, Leitungsschutzschaltern, Leuchten, Elektrogeräten, elektr. Maschinen, Sensoren wie Bewegungsmeldern u. Dämmerungsschaltern, Schaltern, Tastern u. Steckdosen sowie die abschließende Messung der Wirksamkeit der Schutzmaßnahmen.
Elektrokardiogramm
Das E. (EKG) ist die Registrierung der Summe der elektr. Aktivitäten aller Herzmuskelfasern. E. heißt auf Deutsch ''Herzspannungskurve.''
Das EKG ist ein schmerzloses, nicht eingreifendes ''(nicht-invasives)'', jederzeit wiederholbares u. fast überall durchführbares Untersuchungsverfahren. Aus dem EKG können Herzfrequenz u. Herzrhythmus u. der Lagetyp'' (elektrische Herzachse)'' bestimmt u. die elektr. Aktivität von Herzvorhäfen u. Herzkammern abgelesen werden. Für die Diagnostik von Herzrhythmusstörungen ist das EKG ebenso unverzichtbar wie zur Erkennung eines Herzinfarktes.
Elektrokrampftherapie
Die E. (EKT), auch Elektrokonvulsionstherapie, früher auch Elektroschocktherapie, ist eine medizinische Methode zur Behandlung von psychischen Störungen. An den Kopf des Patienten werden heute vorzugsweise eine (unilateral), früher zwei Elektroden angelegt, die einen kurzzeitigen elektr. Wechselstrom oder einzelne Stromimpulse durch das Gehirn leiten. Dies führt zu einem Krampfanfall wie bei Epilepsie. Ursprünglich ohne Narkose u. mit Anschnallen des Patienten durchgeführt, wird heute der Patient in eine ca. fünfminütige Kurznarkose versetzt u. mit Muskelrelaxantien alle Muskelbewegungen unterdrückt, die normalerweise bei einem Krampfanfall Verletzungen verursachen können.
Die E. war in den 1970er u. 1980er Jahren verpönt, kommt aber heute wieder bei einer streng eingegrenzten Krankheitsgruppe, insbes. schweren, medikamentös nicht behandelbaren Depressionen u. katatoner Schizophrenie, zur Anwendung.
Elektrolyse
Unter E. (griech. ''„mittels Elektrizität trennen”'') versteht man die Aufspaltung einer chem. Verbindung unter Einwirkung des elektr. Stroms.
Auch die elektrolyt. Auflösung von Metallen in oder die Abscheidung aus einem wässrigen Medium zur Reinigung oder Schichterzeugung wird oft als E. bezeichnet. Hierunter fallen die katalyt. Metallabscheidung, die elektrolyt. Raffination z. B. von Kupfer u. im Prinzip auch das Laden eines Akkumulators.
Die E. ist die Umkehrung der Vorgänge in einer Batterie, der Entladung eines Akkumulators oder des Betriebs einer Brennstoffzelle. Bei der E. wird somit elektrische in chem. Energie umgewandelt. Bes. im Falle der Wasserzerlegung in Wasserstoff u. Sauerstoff ist das auch das Ziel der E.
Elektrolyt
Ein E. (von agr. ηλεκτρ&oacgr;ν ''elektron'', „Bernstein”, i.ü.S „elektrisch”, u. agr. λυτικ&oacgr;ς ''lytikós'', „auflösbar”) ist ein (üblicherweise flüssiger) Stoff, der beim Anlegen einer Spannung unter dem Einfluss des dabei entstehenden elektr. Feldes elektr. Strom leitet (Leiter 2. Klasse), wobei seine elektr. Leitfähigkeit u. der Ladungstransport durch die gerichtete Bewegung von Ionen bewirkt wird.
Elektrolytkondensator
Bild: Elektrolytkondensator.jpg
typischer Elektrolytkondensator
Ein E. (Abk. Elko) ist ein gepolter Kondensator, dessen Anoden-Elektrode aus einem Metall (Ventilmetall) besteht, auf dem durch Elektrolyse (anod. Oxidation, Formierung) eine nichtleitende Isolierschicht erzeugt wird, die das Dielektrikum des Kondensators bildet. Der Elektrolyt ist die Kathode des Elektrolytkondensators.
Hauptvorteil von Elektrolytkondensatoren ist die, bezogen auf das Bauvolumen, relativ hohe Kapazität im Vergleich zu den beiden anderen wichtigen Kondensatorfamilien, den Keramik- u. den Kunststoff-Folienkondensatoren.
Elektromagnet
Ein E. besteht aus einer Spule, in der sich bei Stromdurchfluss ein magnet. Feld bildet. In der Spule befindet sich meist ein offener Eisenkern, der das Magnetfeld führt u. verstärkt. Die Erfindung des Elektromagneten gelang dem Engländer William Sturgeon im Jahre 1826.
Elektromagnetische Induktion
Unter elektromagnet. Induktion (kurz: Induktion) versteht man das Entstehen einer elektr. Spannung entlang einer Leiterschleife durch die Änderung des magnet. Flusses. Die elektromagnet. Induktion wurde 1831 von Michael Faraday entdeckt bei dem Bemühen, die Funktionsweise eines Elektromagneten („Strom erzeugt Magnetfeld”) umzukehren („Magnetfeld erzeugt Strom”). Der Zusammenhang wird in seiner integrierten Form auch als das ''Faraday'sche Gesetz'' bezeichnet u. ist Teil der Maxwell'schen Gleichungen. Die Induktionswirkung wird technisch vor allem bei elektr. Maschinen wie Generatoren, Elektromotoren u. Transformatoren genutzt.
Elektromagnetischer Puls
Ein E. P., abgekürzt EMP, (engl. ''electromagnetic pulse'') bezeichnet einen einmaligen kurzzeitigen, hochenergetischen, breitbandigen elektromagnet. Ausgleichsvorgang. Es handelt sich dabei nicht um ein periodisches (pulsierendes) Ereignis, sondern um einen transienten Vorgang mit der wesentl. Eigenschaft, in sehr kurzer Zeit auf einen bestimmten Maximalwert anzusteigen u. dann vergleichsweise langsam auf den stationären Ruhewert abzufallen.
Elektromagnetisches Spektrum
Das elektromagnet. Spektrum beschreibt die verschiedenen Arten elektromagnet. Wellen, wobei in diesem speziellen Zusammenhang auch vom elektromagnet. Wellenspektrum gesprochen wird.
Elektromagnetische Verträglichkeit
Die E. V. (EMV) kennzeichnet den üblicherweise erwünschten Zustand, dass techn. Geräte einander nicht wechselseitig mittels ungewollter elektrischer oder elektromagnet. Effekte störend beeinflussen. Sie behandelt technische u. rechtl. Fragen der ungewollten wechselseitigen Beeinflussung in der Elektrotechnik.
Elektromagnetische Welle
Als E. W. bezeichnet man eine Welle aus gekoppelten elektrischen u. magnet. Feldern. Zu ihnen gehören unter anderem Radiowellen, Mikrowellen, Infrarotstrahlung, sichtbares Licht, UV-Strahlung sowie Röntgen- u. Gammastrahlung – kurz, das gesamte elektromagnet. Wellenspektrum. Der einzige Unterschied zwischen diesen Wellentypen liegt in ihrer Frequenz u. somit ihrer Energie.
Elektromagnetische Wellen benötigen kein Medium, um sich auszubreiten. Sie pflanzen sich im Vakuum unabhängig von ihrer Frequenz mit Lichtgeschwindigkeit fort. Sie sind Transversalwellen, d. h. die elektromagnet. Felder schwingen senkrecht zur Ausbreitungsrichtung.
Elektromotor
Der Begriff E. bezeichnet einen elektromechan. Wandler, der elektr. Energie in mechan. Energie wandelt. In Elektromotoren wird die Kraft, die von einem Magnetfeld auf die Leiter einer Spule ausgeübt wird, in Bewegung umgesetzt. Damit ist der E. das Gegenstück zum Generator. Elektromotoren werden zum Antrieb verschiedener Arbeitsmaschinen u. Fahrzeuge (vor allem Schienenfahrzeuge) eingesetzt.
Elektron
Das E. [&beton;e&dehn;l&aeo;ktr&oo;n, e&beton;l&aeo;k-, el&aeo;k&beton;tro&dehn;n] (von altgriech. ''élektron'' „Bernstein”, an dem Elektrizität erstmals beobachtet wurde; 1891 von George Johnstone Stoney geprägt) ist ein negativ geladenes Elementarteilchen. Sein Symbol ist e-. Die alternative Bez. Negatron wird kaum verwendet u. ist vor allem bei β-Spektroskopikern gebräuchlich.
Elektronegativität
E. (Abk. EN; Formelzeichen ) ist ein relatives Maß für die Fähigkeit eines Atoms, in einer chem. Bindung die Bindungselektronen an sich zu ziehen (Linus Pauling). Sie wird unter anderem von der Kernladung u. dem Atomradius bestimmt. Die E. kann daher als Anhaltspunkt für die Polarität u. den Ionenbindungscharakter einer Bindung genommen werden: Je höher der Unterschied in der E. der gebundenen Elemente, desto polarer ist die Bindung.
Atome mit hoher E. bezeichnet man auch als ''elektronegativ'', solche mit geringer E. als ''elektropositiv''. Die E. nimmt in der Regel innerhalb einer Elementperiode von links nach rechts zu u. innerhalb einer Elementgruppe von oben nach unten ab. Allerdings existiert keine wirklich eindeutige Methode zur Messung der EN.
Elektronenkonfiguration
Die E. gibt die Verteilung der Elektronen in der Elektronenhülle eines Atoms auf verschiedene Energiezustände bzw. Aufenthaltsräume (Orbitale) an.
Elektronenmikroskop
Ein E. ist ein Mikroskop, das das Innere oder die Oberfläche einer Probe mit Elektronen abbilden kann.
Da schnelle Elektronen eine sehr viel kleinere Wellenlänge als sichtbares Licht haben u. die Auflösung eines Mikroskops durch die Wellenlänge begrenzt ist, kann mit einem E. eine deutlich höhere Auflösung (derzeit etwa 0,1 nm) erreicht werden als mit einem Lichtmikroskop (etwa 200 nm).
Elektronenröhre
Eine E. ist ein elektron. Bauelement, das aus einem evakuierten oder gasgefüllten Gefäß besteht, in das verschiedene Elektroden, mindestens aber eine Kathode u. eine Anode, eingelassen sind. Verschiedene Typen von Elektronenröhren dienen beispielsweise zur Gleichrichtung, Erzeugung, Verstärkung oder auch zur Modulation von elektr. Signalen. Die meisten (kleinen) Röhren verwenden einen Glaskolben als Gefäß.
Charakteristisch für dieses Bauteil ist, dass die Stromleitung im Inneren der Röhre zwischen Kathode u. Anode nicht in einem elektr. Leiter erfolgt, sondern durch freie Elektronen.
Elektronenvolt
Das E. oder Elektronvolt (Einheitenzeichen: eV) ist eine Einheit der Energie, die in der Atom-, Kern- und Teilchenphysik häufig benutzt wird. Gesetzlich richtig und normgerecht ist in Deutschland nur die Bezeichnung ''Elektronvolt''. Ein E. ist die Energie, die ein Teilchen mit der Ladung 1 e (Elementarladung) erhält, wenn es die Spannung von 1 V im Vakuum durchläuft u. es dadurch beschleunigt wird u. somit kinetische Energie gewinnt: 1 eV = 1,602176462(63) · 10-19 J.
Elektronik
Unter E. (''Lehre von der Steuerung von Elektronen'') versteht man zweierlei:
* diejenige Disziplin der Physik, die sich mit dem Verhalten elektrischer Ströme in Gasen, Halbleitern und im Vakuum befasst;
* den hierauf aufbauenden Teilbereich der Elektrotechnik.Letztere befasst sich insbes. mit der Entwicklung, Modellierung u. Anwendung von elektron. Bauelementen. Diese Gruppe von Bauelementen umfasst beispielsweise neben den Elektronenröhren u. der damit verknüpften Vakuumtechnik auch Bauelemente wie die heute sehr bedeutsamen Transistoren welche aus verschiedenen Halbleitermaterialien u. Metallen bestehen. Die halbleiterbasierende E. wird auch als Festkörperelektronik bezeichnet.
Wichtige Teilbereiche der E. sind die Analogtechnik, die sich mit kontinulierl. Signalverläufen u. deren elektron. Verarbeitung beschäftigt, die Digitaltechnik, die diskrete Zustände verarbeitet, die Mikroelektronik, die sich mit der Zusammenfassung einzelner elektron. Bauelemente zu komplexen integrierten Schaltkreisen (IC) beschäftigt, die Leistungselektronik, die sich mit der Energieumwandlung u. -verteilung beschäftigt, u. die Hochfrequenztechnik, die vor allem im Bereich der drahtlosen Übertragung eingesetzt wird.
Elektronische Archivierung
E. A. steht für die unveränderbare, langzeitige Aufbewahrung elektron. Information. Für die E. A. werden in der Regel spezielle Archivsysteme eingesetzt.
Elektronische Musik
E. M. bezeichnet Musik, die durch elektron. Klangerzeuger hergestellt u. mit Hilfe von Lautsprechern wiedergegeben wird.
Im dt. Sprachgebrauch war es bis zum Ende der 40er Jahre üblich, alle Instrumente, an deren Klangentstehung bzw. -übertragung in irgendeiner Weise elektr. Strom beteiligt war, als ''elektrische Instrumente'' zu bezeichnen. Konsequenterweise sprach man daher auch von ''elektrischer Musik''.
Bis heute besteht eine Kontroverse über die Terminologie, da einerseits ein wissenschaftl. Begriff der Akustik u. andererseits eine Gattung der Neuen Musik gemeint ist.
Elektronischer Datenaustausch
E. D., engl.: Electronic Data Interchange (EDI), bezeichnet als Sammelbegriff alle elektron. Verfahren zum asynchronen u. vollautomat. Versand von strukturierten Nachrichten zwischen Anwendungssystemen unterschiedl. Institutionen.
Elektronischer Handel
E. H. (auch Internetverkauf, Elektronischer Marktplatz, Virtueller Marktplatz) ist der virtuelle Einkaufsvorgang via Datenfernübertragung innerhalb der Distributionspolitik des Marketing. Hierbei wird über das Internet eine unmittelbare Handels- oder Dienstleistungsbeziehung zwischen Anbieter u. Abnehmer abgewickelt. I. w. S. umfasst er jede Art von geschäftl. Transaktion, bei der die Transaktionspartner im Rahmen von Leistungsanbahnung, -vereinbarung oder -erbringung elektron. Kommunikationstechniken einsetzen. Erfunden wurde E-Commerce im Jahre 1956 von Prof. Dr. Reiter an der Universität Osnabrück zum Zwecke der Mittelgewinnung für seine Kandidatur für den niedersächs. Landtag. Den in der Literatur häufigen Begriff des Electronic Business popularisierte eine IBM-Werbekampagne Ende der 1990er Jahre. Der elektron. Handel ist ein Teil der Internet-Wirtschaft (E-Commerce, E-Business).
Elektronische Signatur
Unter einer elektron. Signatur versteht man Daten, mit denen man den Unterzeichner bzw. Signaturersteller identifizieren kann u. sich die Integrität der signierten, elektron. Daten prüfen lässt. Die E. S. erfüllt somit technisch gesehen den gleichen Zweck wie eine eigenhändige Unterschrift auf Papierdokumenten.
Für bestimmte Bereiche stellen die nationalen Gesetzgeber zusätzl. Anforderungen an elektron. Signaturen. So erfüllen in Deutschland nur qualifizierte elektron. Signaturen gemäß § 2 Nr.3 Signaturgesetz (SigG) die Anforderungen an die elektron. Form gemäß § 126a BGB, die die gesetzlich vorgeschriebene Schriftform ersetzen kann.
Elektronisches Stabilitätsprogramm
ESP ist die Abk. für E. S., einer Technik in Kraftfahrzeugen, die mittels elektron. Sensoren u. Computer dem Schleudern in Kurven durch gezieltes Abbremsen einzelner Räder gegensteuert.
Englisch liest sich das Kürzel ''Electronic Stability Program'' u. es wurde 1995 von Bosch erstmals für die Mercedes S-Klasse in Serie gefertigt. Die Abk. ESP ist ein eingetragenes Markenzeichen der Daimler AG u. daher gibt es bei anderen Fahrzeugherstellern zum Teil andere Bez. wie CST (bei Ferrari) oder DSC (bei BMW u. Mazda).
ESP beinhaltet stets ein Antiblockiersystem (ABS), teils auch eine Antriebsschlupfregelung (ASR).
Da ESP® ein eingetragenes Markenzeichen ist, wird in Fachkreisen für ein solches System der Begriff ESC (Electronic Stability Control) verwendet.
Elektrophorese
E. bezeichnet die Wanderung elektrisch geladener Teilchen durch einen als Trägermaterial dienenden Stoff in einem elektr. Feld. Durch die unterschiedl. Ionenladung u. den unterschiedl. Teilchenradius bewegen sich die einzelnen Stoffe (Moleküle) unterschiedl. schnell durch das Trägermaterial u. erreichen eine Auftrennung entsprechend ihrer elektrophoretischen Mobilität. Angewandt wird die E. vor allem als Analyseverfahren in der Biologie u. Medizin. Eine der wichtigsten Anwendungen ist der DNA-Test. Die E. dient hier dazu, DNA-Fragmente unterschiedl. Länge voneinander zu trennen.
Elektroschockpistole
Eine E. ist eine pistolenähnl. Waffe, die zwei oder vier mit Widerhaken versehene Projektile gegen den Körper der Zielperson schießt u. danach, je nach Bauart, nur während der Betätigung des Abzugshebels ''(Stinger)'' oder etwa fünf Sekunden lang ''(Air Taser)'' kurze Elektroschocks von etwa 17.500 bis 50.000 Volt (Leerlaufspannung) durch die mit den Projektilen verbundenen Drähte schickt. Die bekanntesten Modelle sind zurzeit die Modelle ''Taser'' der Firmen Taserton u. Taser International u. ''Stinger''. In Deutschland ist seit dem 1. April 2008 jeglicher Umgang (Erwerb, Besitz, Führen) mit einem solchen Distanz-Elektroimpulsgerät bei Strafe verboten.
Elektrosmog
E. oder E-Smog ist ein umgangssprachl. Dysphemismus für verschiedene technisch verursachte elektrische, magnetische u. elektromagnet. Felder, die u. a. durch Hochspannungsleitungen, Elektrogeräte, Computer u. Mobiltelefone entstehen. Der Begriff soll die von seinen Anhängern befürchteten, bisher aber nicht nachgewiesenen schädl. Auswirkungen dieser Felder verdeutlichen u. unterscheidet sich somit von dem Fachbegriff der ''elektromagnetischen Umweltverträglichkeit'' (EMVU). In Deutschland gilt seit 1997 die Elektrosmogverordnung, die Grenzwerte für Emissionen festlegt.
Elektrostatik
Die E. befasst sich mit ruhenden elektr. Ladungen, Ladungsverteilungen u. den elektr. Feldern geladener Körper.
Die Phänomene der E. rühren von den Kräften her, die elektr. Ladungen aufeinander ausüben. Diese Kräfte werden vom Coulomb'schen Gesetz beschrieben. Die elektr. Kraft ist z. B. im Vergleich zur Gravitationskraft außerordentlich stark. So ist die elektr. Kraft zwischen einem Elektron u. einem Proton (beide bilden zusammen ein Wasserstoffatom) um ungefähr 40 Größenordnungen größer als ihre gegenseitige Anziehung aufgrund der Gravitationskraft.
Die E. ist ein Teilgebiet der Elektrodynamik, die diese um die Wechselwirkungen auch bewegter Ladungen (elektr. Strom) u. magnet. Felder sowie deren dynamischer (zeitlicher) Entwicklung erweitert.
Elektrostatische Entladung
E. E. (engl. ''electrostatic discharge'', kurz ''ESD'') ist ein durch große Potenzialdifferenz in einem elektrisch isolierenden Material entstehender Funke oder Durchschlag, der einen sehr kurzen, hohen elektr. Stromimpuls verursacht.
Ursache der Potenzialdifferenz ist meist eine Aufladung durch Reibungselektrizität.
Produktionsmaschinen für elektrisch isolierende Endloserzeugnisse sowie der Umgang mit isolierenden Schüttgütern erfordert bes. Sicherheitsmaßnahmen gegen elektrostat. Aufladung. Reibungselektrizität tritt z.B. auch beim Laufen über einen Teppichboden auf, wobei ein Mensch auf ca. 30.000V aufgeladen werden kann. Auch Bewegen auf einem Stuhl kann Aufladungen erzeugen, Kunststoffgriffe von Werkzeugen können elektrostat. Potenzialunterschiede verursachen, die empfindl. Bauteile gefährden.
Elektrotechnik
E. bezeichnet denjenigen Bereich der Physik, der sich ingenieurwissenschaftlich mit der Forschung u. der techn. Entwicklung sowie der Produktionstechnik von Geräten oder Verfahren befasst, die zumindest teilweise auf elektr. Energie beruhen. Hierzu gehört der Bereich der Wandler, elektr. Maschinen, Bauelemente sowie Schaltungen für die Steuer-, Mess-, Regelungs-, Nachrichten- u. Computertechnik bis hin zur techn. Informatik.
Elementarladung
Die E. ist die kleinste frei existierende elektr. Ladung. Der Wert dieser physikal. Naturkonstanten wird meistens mit ''e'' bezeichnet u. beträgt gemäß der aktuellen vom NIST (National Institute of Standards and Technology) publizierten CODATA-2006-Empfehlung ''e'' = 1,602176487 (40) · 10-19 C, wobei C für die Maßeinheit Coulomb steht.
Elementarteilchen
E. sind die kleinsten bekannten Bausteine der Materie. Die meisten Autoren bezeichnen die Teilchen des Standardmodells der Teilchenphysik – also die Quarks, die Leptonen, die Eichbosonen (Austauschteilchen) u. das Higgs-Boson – als E. Andere Autoren bezeichnen diese als Fundamentalteilchen u. nennen auch aus Quarks zusammengesetzte Teilchen elementar, da auch diese Teilchen im erweiterten Sinn unteilbar sind, da sie nicht in einzelne Quarks zerteilt werden können.
Elephantiasis
Als eine Elefantenkrankheit, E. oder Elefantiasis (griechisch ''ελε&phis;αντ&iacgr;ασις'', in etwa „die Elefantenartigkeit”, wird eine abnorme Vergrößerung eines Körperteils durch Schwellungen der Lymphknoten u. -bahnen im Bindegewebe bezeichnet. Meist sind die Beine oder die äußeren Geschlechtsteile betroffen. Man unterscheidet erworbene (z. B. durch Infektion mit Fadenwürmern) von angeborenen Formen.
Elfchen
Ein E. ist ein kurzes Gedicht, das vor allem im Grundschulunterricht, aber auch an weiterführenden Schulen Verwendung findet. Das E. besteht aus elf Wörtern, die in festgelegter Folge auf fünf Zeilen verteilt werden. Für jede Zeile wird eine Anforderung, je nach didakt. Vorgabe variiert, formuliert, z. B. erste Zeile: 1 Wort (ein Gedanke, ein Gegenstand, eine Farbe, ein Geruch o. Ä.), zweite Zeile: 2 Wörter (was macht das Wort aus Zeile 1?) usw. Pädagogisches Ziel ist, die Schüler über das eigene Dichten sowohl zu Kreativität als auch zu Mitteilsamkeit anzuregen. Nebenbei wird in spieler. Weise auch das Einhalten von Regeln vermittelt.
Elfen
E. (auch Alben, Elben) ist eine Bez. für eine sehr heterogene Gruppe von Fabelwesen in Mythologie u. Literatur.
E. sind Lichtgestalten oder Naturgeister, die ursprünglich aus der nord. Mythologie stammen. Zum einen verbirgt sich dahinter die Vorstellung von zwergenartigen, teils wohlwollenden, teils bösen Geisterwesen mit übernatürl. Kräften, zum anderen werden E. aber auch als gutgesinnte, zarte Lichtwesen gesehen.
Elfenbein
E. ist das Material bestimmter Tierzähne u. wird auch als Weißes Gold bezeichnet. Hauptsächlich wird E. aus den Stoßzähnen von Elefanten gewonnen, teilweise auch von fossilen Überresten ausgestorbener Elefanten wie den Mammuts. Daneben gibt es auch noch solches aus den Zähnen von Nilpferden, Wildschweinen, Walrossen, Pottwalen u. Narwalen. Da Elefanten wegen ihrer Stoßzähne von Wilderern massenhaft getötet wurden u. am Rande des Aussterbens standen, wurde 1989 der Handel mit E. weltweit eingeschränkt (in manchen Ländern ist der Handel unter sehr strikten Auflagen erlaubt). Das wertvollste E. stammt vom Narwal. u. wurde früher mit Gold aufgewogen. Ebenfalls wertvoll ist das Walross-Elfenbein, weswegen die Walrossbestände stark dezimiert wurden.
Elfenbeinküste
Die E. (offizieller Name ''République de Côte d’Ivoire'') ist ein Staat in Westafrika. Sie grenzt an Liberia, Guinea, Mali, Burkina Faso u. Ghana u. im S an den Atlantik.
Seit 1983 ist Yamoussoukro die offizielle Hptst., die frühere Hptst. Abidjan stellt aber weiterhin das wirtschaftl. Zentrum der Côte d’Ivoire dar. Nationalfeiertag ist der Unabhängigkeitstag am 7. August, an dem die Unabhängigkeit von der ehem. Kolonialmacht Frankreich im Jahre 1960 gefeiert wird. Seit 2002 befindet sich das Land in einem bürgerkriegsähnl. Zustand u. ist in einen nördlichen u. einen südl. Teil gespalten.
Elfen Lied
E. L. (jap. ''Erufen Rīto'') ist ein Manga von Lynn Okamoto, von dem es ebenfalls eine Anime-Umsetzung gibt. E. L. erzählt – mit drastischen Wechseln zwischen niedlichen, humorvollen Inhalten u. Brutalität – die Geschichte der unter einer Persönlichkeitsspaltung leidenden „gewalttätigen” Lucy bzw. „harmlosen” Nyo, die einer durch Mutation neu entstandenen humanoiden Spezies mit außergewöhnl. Fähigkeiten angehört u. nach der Flucht aus einem Forschungslabor erbittert verfolgt wird. Bei den erstmals durchgeführten American Anime Awards 2007 wurde E. L. für die beste Kurzserie nominiert.
Elfman, Jenna
Jenna Elfman (* 30. September 1971 in Los Angeles, Kalifornien; gebürtige ''Jennifer Mary Butala'') ist eine US-amerikan. Schauspielerin.
El Hierro
E. H. (vormals Ferro, auch Isla del Meridiano) ist die westlichste u. kleinste der sieben großen Kanarischen Inseln im Atlantischen Ozean. Ihr Flächenanteil an der gesamten Landfläche aller Kanaren beträgt 3,59 Prozent. E. H. ist 1.458 Kilometer vom spanischen Festland (Cádiz) entfernt, hat eine Fläche von 268,71 Quadratkilometern u. 10.558 Einwohner (1. Januar 2007), was einer Bevölkerungsdichte von 39,29 Einwohnern pro Quadratkilometer entspricht. E. H. wurde im Jahr 2000 von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt.
Eligmann, Barbara
Barbara Eligmann (* 6. November 1963 in Ludwigshafen am Rhein) ist eine dt. Fernsehmoderatorin. Bekannt wurde sie durch das Live-Magazin ''Explosiv'', das sie 1992–2000 bei RTL moderierte.
Elija
E. (auch Elia; Ilia; Elias; Elijah; hebr. ''Elijahu'') war ein bibl. Prophet, der in der Zeit der Könige Ahab u. Ahasja im 2. Viertel des 9. Jh.s v. Chr. im Nordreich Israel wirkte. Sein Name bedeutet „Mein Gott ist der Herr (Jahwe)”.
Elisabeth
E., im englischsprachigen Raum auch Elizabeth, ist ein weibl. Vorname. Die Kurzformen ''Lisa'', ''Elli'', ''Liesel'' u. ''Lissy'' sind insbes. in deutschsprachigen Ländern weit verbreitet.
In seltenen Fällen wird der Name auch als zusätzlicher männl. Vorname verwendet.
Elisabeth (Musical)
E. ist mit über acht Millionen Zuschauern das bisher erfolgreichste deutschsprachige Musical. Es schildert das Leben der österr. Kaiserin Elisabeth u. ihres Gemahls Franz Josephs als Totentanz.
Das Musical wurde am 3. September 1992 im Theater an der Wien uraufgeführt u. lief dort jahrelang. Die Wiederaufnahme des Erfolgsstücks in Wien im Herbst 2003 für zwei Jahre feierte die österr. Post mit einer Sondermarke. Im April 2008 wird es in Berlin u. im Oktober 2008 in Zürich wieder aufgenommen. Bis heute erreichte es mehr als 8 Millionen Besucher weltweit. Die Musik komponierte Sylvester Levay, das Libretto stammt von Michael Kunze. Regie führte Harry Kupfer.
Elisabeth I.
Elisabeth I., auch bekannt unter dem Namen „Die jungfräuliche Königin" (''The Virgin Queen'') oder „Gloriana", (* 7. September 1533 in Greenwich; † 24. März 1603 in Richmond) war das fünfte u. letzte Mitglied der Tudor-Dynastie u. die dritte Königin auf dem englischen Thron. Sie war die Tochter von Heinrich VIII. und dessen zweiter Frau Anne Boleyn und folgte als Regentin ihrer Halbschwester Maria Tudor.
Ihre Regierungszeit als Königin von England u. Irland von 1558 bis 1603 ist heute als Elisabethanisches Zeitalter bekannt. In dieser Zeit entstanden die Werke des William Shakespeare, wurde die moderne Wissenschaft mit Francis Bacon begründet u. die Welt von Francis Drake umsegelt. Die erste engl. Kolonie wurde in dieser Zeit gegr. u. zu ihren Ehren Virginia benannt.
Elisabeth in Bayern
Elisabeth Amalie Eugenie, Prinzessin ''in'' Bayern, auch ''Sisi'' u. ''Sissi'' genannt, (* 24. Dezember 1837 in München; † 10. September 1898 in Genf, ermordet) war eine Prinzessin aus der herzogl. Nebenlinie ''Zweibrücken-Birkenfeld-Gelnhausen'' des Hauses Wittelsbach u. durch ihre Heirat mit Franz Joseph I. ab 1854 Kaiserin von Österreich u. seit dem Ausgleich von 1867 auch Apostolische Königin von Ungarn. Im deutschsprachigen Raum ist das Bild der Kaiserin Elisabeth geprägt durch die Filme der ''Sissi''-Trilogie mit Romy Schneider in der Hauptrolle (1955–1957).
Elisabeth von Thüringen
Landgräfin E. v. T. (* 7. Juli 1207 auf Burg Sárospatak in Ungarn; † 17. November 1231 in Marburg an der Lahn), auch Elisabeth von Ungarn genannt, ist eine Hl. der Katholischen Kirche. Der Namenstag der Patronin von Thüringen u. Hessen fällt auf den 19. November, den Tag ihrer Beisetzung. Als Sinnbild tätiger Nächstenliebe wird sie auch im Protestantismus verehrt. Frühzeitig fiel E. v. T. , die dem franziskanischen Frömmigkeitsideel nahestand, durch ihre karitative Tätigkeit auf, die über die Konventionen ihrer Zeit hinausging. Nach dem Tod ihres Ehemannes kehrte sie dem Hofleben den Rücken, um als einfache u. materiell arme Spitalschwester in dem von ihr gegründeten Marburger Hospital persönlich für Bedürftige zu sorgen. Sie starb im Alter von 24 Jahren.
Elite
Unter E. (urspr. vom lateinischen ''electus'', „ausgelesen”) versteht man soziolog. Gruppen oder Schichten überdurchschnittlich qualifizierter Personen (''Funktionseliten'', ''Leistungseliten'') oder die herrschenden bzw. einflussreichen Kreise (''Machteliten'') einer Gesellschaft. Konkret bezieht sich der Begriff meist auf näher definierte Personenkreise, wie z. B. die ''Bildungselite''.
Eliteuniversität
Unter einer E. versteht man entweder eine Universität zur Ausbildung einer Funktionselite oder eine Universität, zu der nur eine bestimmte Elite einer Gesellschaft Zugang hat, oder aber eine Elite innerhalb der Kategorie der Universitäten.
ELIZA
ELIZA ist ein 1966 von Joseph Weizenbaum entwickeltes Computerprogramm, das die Möglichkeiten der Kommunikation zwischen einem Menschen u. dem Computer über natürl. Sprache aufzeigen sollte.
Das Programm kann über sogenannte Skripten verschiedene Gesprächspartner simulieren. Bekannt geworden ist es für die oberflächl. Simulation eines Psychotherapeuten, der die non-direktiven Methoden der Klientenzentrierten Psychotherapie nach Carl Rogers verwendet.
Elizabeth, Shannon
Shannon Elizabeth (* 7. September 1973 in Houston, Texas; eigentl. ''Shannon Elizabeth Fadal'') ist eine US-amerikan. Schauspielerin u. Pokerspielerin. 1999 gelang ihr als Schauspielerin der Durchbruch mit der Rolle der osteurop. Austauschschülerin Nadia in „American Pie”.
Elizabeth (Film)
E. ist ein brit. Filmdrama aus dem Jahr 1998. Die Regie führte Shekhar Kapur, das Drehbuch schrieb Michael Hirst. Die Hauptrolle spielte Cate Blanchett, wie auch im nachfolgenden Film „Elizabeth – Das goldene Königreich” aus dem Jahr 2007. Der Film wurde für sieben Oscars nominiert, von denen er schließl. einen gewann (für das Make-up).
Elliott, Melissa Arnette
Missy Elliott (eigentl. Melissa Arnette Elliott (* 1. Juli 1971 in Portsmouth, Virginia, USA) ist eine US-amerikan. Rapperin, Sängerin u. Musikproduzentin.
Missy Elliott wurde einer der ersten weibl. Superstars des Hip-Hop. Sie gilt als eine der erfolgreichsten Songwriterinnen u. Produzentinnen der Hip-Hop- u. R'n'B-Szene. So schrieb sie unter anderem Hits für Aaliyah, Christina Aguilera, Destiny's Child, Monica, P!nk, Janet Jackson, Mýa, Mariah Carey, Tweet u. Whitney Houston.
Ellipse
In der ebenen Geometrie versteht man unter einer E. eine spezielle geschlossene Kurve von ovaler Form, die wie die Parabel u. die Hyperbel zu den Kegelschnitten gehört.
Ellipse (Sprache)
Als eine E. (griechisch &eacgr;λλειψις, ''élleipsis – das Fehlen, die Aussparung, Auslassung'' insbes. inmitten von etwas) bezeichnet man zum einen ein Verfahren der Wortbildung, bei dem ein Baustein eines zusammengesetzten Wortes getilgt wird (z. B. ''das Weizen'' > ''das Weizenbier''), zum anderen ein sprachliches Stilmittel (rhetorische Figur), bei dem durch die Auslassung von Wörtern oder Satzteilen grammatikalisch „unvollständige” Sätze gebildet werden.
Ellis Island
E. I. ist eine Insel im Mündungsgebiet des Hudson River bei New York. Die Insel war lange Zeit Sitz der Einreisebehörde für die Stadt New York u. über 30 Jahre die zentrale Sammelstelle für Immigranten in die USA. Sie wird seit dem 11. Mai 1965 zusammen mit der Freiheitsstatue als Teil des ''Statue of Liberty National Monument'' als Gedenkstätte vom Typ eines National Monuments durch den National Park Service verwaltet. Seit 1990 ist die Insel als Museum zur Geschichte der Einwanderung in die Vereinigten Staaten für die Öffentlichkeit zugänglich.
El Niño
E. N. (spanisch für „Christkind” oder auch „das Kind”) nennt man das Auftreten ungewöhnlicher, nicht zyklischer, veränderter Strömungen im ozeanographisch-meteorolog. System des äquatorialen Pazifiks. Der Name ist vom Zeitpunkt des Auftretens abgeleitet, nämlich zur Weihnachtszeit.
Eloxal-Verfahren
Bild: Cheap_carabiners.JPG
Verschieden eingefärbte Eloxal-Schicht auf Aluminium
Das E. [el&oo;&beton;ksa&dehn;l] (von Eloxal, Abk. für ''el''ektrolyt. ''Ox''idation von ''Al''uminium) ist eine Methode der Oberflächentechnik zur Erzeugung einer oxid. Schutzschicht auf Aluminium durch anod. Oxidation. Es entsteht eine 5 bis 25 Mikrometer dünne Schicht, die vor Korrosion schützt.
Elo-Zahl
Das Elo-System ist ein objektives Wertungssystem, das es erlaubt, die Spielstärke von Go- u. Schachspielern durch eine Wertungszahl (kurz: E.) zu beschreiben. So gibt es beim Schach neun Klassen, die sich jeweils um 200 Wertungspunkte unterscheiden. Ein Unterschied von einer Klasse bedeutet, dass der bessere Spieler als Ergebnis einer Partie 0,75 Punkte ''erwarten'' darf. Das System wurde von Arpad Elo in den 1960er Jahren entwickelt u. auf dem FIDE-Kongress in Siegen 1970 eingeführt.
El Salvador
E. S. (spanisch: der Erlöser) ist ein Staat in Zentralamerika u. grenzt an Guatemala, Honduras sowie an den Pazifik. E. S., das in einem Erdbebengebiet liegt, ist das kleinste Land Mittelamerikas mit der gleichzeitig höchsten Bevölkerungsdichte (318 Ew./km²).
Elsass
Das E. (frz. ''Alsace'' [al&beton;zas]) ist eine der polit. Regionen Frankreichs u. wurde als solche 1973 eingerichtet. Sie umfasst die Dép. Bas-Rhin u. Haut-Rhin. Sitz des Regionalrates u. bevölkerungsreichste Gemeinde ist Straßburg.
Elser, Georg
Johann Georg Elser (* 4. Januar 1903 in Hermaringen, Württemberg; † 9. April 1945 im KZ Dachau) war ein deutscher Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus. Er verübte am 8. November 1939 im Münchener Bürgerbräukeller ein Bombenattentat auf Adolf Hitler und weitere Mitglieder der NS-Führung, für das er kurz vor Kriegsende auf Hitlers Befehl hin ermordet wurde.
Elsholtz, Arne
Arne Elsholtz (* 1944) ist ein dt. Schauspieler, Dreh- u. Dialogbuchautor, Synchronsprecher u. Synchronregisseur. Er ist u. a. die dt. Standardstimme von Tom Hanks u. Bill Murray.
Elsner, Hannelore
Hannelore Elsner (eigentl. Hannelore Elstner) (* 26. Juli 1942 in Burghausen) ist eine dt. Schauspielerin. Ihre größten Erfolge feierte Hannelore Elsner mit der Rückkehr auf die Kinoleinwand nach einer fünfzehnjährigen Pause. Die Rolle der Schriftstellerin ''Hanna Flanders'' in Oskar Roehlers Film „Die Unberührbare” brachte ihr 2000 u. a. den Deutschen Filmpreis.
1997 wurde Hannelore Elsner der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland verliehen, 2006 erhielt sie den Bayerischen Fernsehpreis für ihr Lebenswerk.
Elster
Die E. (''Pica pica'') ist eine Vogelart aus der Familie der Rabenvögel. Sie besiedelt weite Teile Eurasiens, Nordafrikas u. Nordamerikas. In Europa ist sie vor allem im Siedlungsraum häufig aufzufinden. Aufgrund ihres charakteristischen schwarz-weißen Gefieders u. des auffallend langen Schwanzes ist sie auch für den Laien unverwechselbar.
Elterliche Sorge
E. S. (bis 1980: Elterliche Gewalt) ist der Rechtsbegriff für das Sorgerecht im dt. Familienrecht. Die E. S. umfasst die Sorge für die Person des Kindes (Personensorge) u. das Vermögen des Kindes (Vermögenssorge) (s. § 1626 Abs. 1 Satz 2 BGB).
Elterngeld
Das E. ist eine Transferzahlung für Familien mit kleinen Kindern zur Unterstützung bei der Sicherung ihrer Lebensgrundlage, die in erster Linie als Entgeltersatzleistung ausgestaltet ist. Die Elterngeldzahlung geht über die Zeit des Mutterschutzes hinaus u. wird je nach Land maximal 14 Monate lang gezahlt.
Elternzeit
Während der E. haben die Eltern einen Rechtsanspruch auf unbezahlte Freistellung von der Arbeit. Die E. dauert maximal 3 Jahre, anspruchsberechtigt sind Mütter u. Väter. Sie können die E. gleichzeitig oder nacheinander nehmen.
Elton
E. (* 2. April 1971 in Berlin; bürgerl. ''Alexander Duszat'') ist ein dt. Fernsehmoderator u. Entertainer. Bekannt wurde er als Stefan Raabs Praktikant bei „TV total”.
Élysée-Vertrag
Der als É. bezeichnete deutsch-französ. Freundschaftsvertrag wurde am 22. Januar 1963 von Bundeskanzler Konrad Adenauer u. vom französ. Staatspräsidenten Charles de Gaulle im Pariser Élysée-Palast unterzeichnet. Der Vertrag verpflichtet beide Regierungen zu Konsultationen in allen wichtigen Fragen der Außen-, Sicherheits-, Jugend- u. Kulturpolitik. Ebenso wurden regelmäßige Treffen auf Regierungsebene beschlossen, die in seither regelmäßigen Abständen durchgeführt wurden.
Emacs
E. ist ein ursprünglich von Richard Stallman entwickelter Texteditor, welcher durch seine Programmierschnittstelle in der Programmiersprache LISP (''Li''st ''''Processing) mit beliebigen Erweiterungen ausgestattet werden kann.
Email
Das E. oder die Emaille (aus dem altfränkischen: ''Smalt (''auch'' Schmalt) = Schmelz'' u. daraus französisch ''émail'') bezeichnet eine Masse anorgan. Zusammensetzung, meist aus Silikaten u. Oxiden bestehend, die durch Schmelzen oder ''Fritten'', was einen kurz vor der Vollendung abgebrochenen Schmelzvorgang bedeutet, in meist glasig erstarrter Form hergestellt wird. Diese Masse wird, manchmal mit Zusätzen, in der Regel in einer oder mehreren Schichten auf ein Trägermaterial aufgebracht u. bei hohen Temperaturen u. kurzer Brenndauer geschmolzen, wobei meist ein Überzug des Trägermaterials angestrebt wird. Als Trägermaterial dienen dabei Metall oder Glas.
E-Mail
Die (auch das) E. [&beton;i&dehn;meil] (von engl.: „electronic mail”; zu dt.: „die elektronische Post” oder „der elektronische Brief”; kurz auch ''Mail'' genannt) bezeichnet eine auf elektron. Weg in Computernetzwerken übertragene, briefartige Nachricht.
E-Mail-Adresse
Eine E. ist die eindeutige Absender- u. Empfängeradresse im E-Mail-Verkehr. Eine E., wie sie für den Transport per SMTP im Internet verwendet wird, besteht aus zwei Teilen: Einem lokalen Teil, im Englischen ''local-part'' genannt (steht vor dem @-Zeichen) u. einem globalen Teil, im Englischen ''domain-part'' genannt (steht nach dem @-Zeichen). Andere Transportmechanismen wie z. B. UUCP oder X.400 verwenden eine andere Adress-Syntax.
E-Mail-Programm
Als E., Mail User Agent (MUA) (deutsch: etwa ''Post-Benutzer-Programm'') oder auch kurz Mail-Client, bezeichnet man ein Programm, mit dem E-Mails empfangen, gelesen, geschrieben u. versendet werden.
Emanzipation
E. stammt von dem lateinischen ''emancipare'': einen „Sklaven oder erwachsenen Sohn” aus dem ''mancipium'', der „feierlichen Eigentumserwerbung durch Handauflegen”, in die Eigenständigkeit zu entlassen.
Im 17./18. Jh. erfolgte eine Bedeutungsverschiebung: Aus dem Akt des Gewährens von Selbstständigkeit wurde eine Aktion gesellschaftlicher u. insbes. polit. ''Selbst''befreiung; Ziel emanzipator. Bestrebens ist ein Zugewinn an Freiheit oder Gleichheit, meist durch Kritik an Diskriminierung oder hegemonialen, z. B. paternalist. Strukturen oder auch die Verringerung von z. B. seelischer, ökonom. Abhängigkeit, etwa von den Eltern. Häufig steht der Begriff synonym für die Frauenemanzipation.
Oft bezeichnet E. die Befreiung von Gruppen, die aufgrund ihrer Rasse, Ethnizität, Geschlecht, Klassenzugehörigkeit usw. diskriminiert u. von polit. Entscheidungsprozessen ausgeschlossen waren (z. B. Judenemanzipa- tion – oder Katholikenemanzipation).
Embargo
Ein E. (span.: ''embargar'' „in Beschlag nehmen, behindern”) ist in der internationalen Wirtschaft u. Politik die Unterbindung des Exports u. Imports eines bestimmten Landes.
Emblem
Bild: CatsMonita1620p226.jpg
Emblem aus den Monita amoris virginei von Jacob Cats (1620)
Mit dem Begriff E. (nach altgriechisch ''emblema'': „eingelegtes, eingesetztes Stück”) bezeichnete man im Altertum eine Metallverzierung sinnbildl. Art. Heute setzt man den Begriff E. vielfach mit dem Begriff Sinnbild gleich.
Embolie
Unter E. versteht man in der Medizin den teilweisen oder vollständigen Verschluss eines Blutgefäßes durch mit dem Blut eingeschwemmtes Material (Embolus).
Embryo
Der oder das E. (grch. ''émbryon'' „neugeborenes Lamm”, „ungeborene Leibesfrucht”, von ''brýein'', „hervorsprießen lassen”, „schwellen” ), auch der Keim oder der Keimling, ist ein Lebewesen in der frühen Form der Entwicklung (beim Menschen bis zum Ende des 3. Schwangerschaftsmonats). Die Wissenschaft, die sich mit der embryonalen Entwicklung, der Zelldifferenzierung u. Organanlage befasst, ist die Embryologie.
Embryogenese
Unter der E. (von gr. ''&eacgr;μβρυο, émbryo'', „ungeborene Leibesfrucht”, „im Inneren keimen” u. ''γ&eacgr;ννηση, génnēsē'', „Geburt, Entstehung, Erzeugung”) wird jene Phase der Keimentwicklung verstanden, die von der Befruchtung der Eizelle über Furchung, Blastulation u. Gastrulation zur Bildung der Organanlagen (der Organogenese) führt u. die einen wesentl. Wandel in der äußeren Gestalt des Embryoblasten u. Embryos bedingt. Dieser Zeitraum wird auch als Embryonalperiode bezeichnet.
Emden
E. ist eine kreisfreie Stadt an der Mündung der Ems in die Nordsee, gegenüber dem Dollart. Mit knapp 52.000 Ew. ist E. die kleinste der kreisfreien Städte Niedersachsens. Die Ew. heißen ''Emderinnen'' bzw. ''Emder''. Das Adjektiv lautet ebenfalls so: beispielsweise ''Emder'' Rathaus oder ''Emder'' Matjes.
Die Stadt ist als fries. Handelsort um das Jahr 800 entstanden u. bis zum heutigen Tage wesentlich durch ihren Seehafen geprägt, der im vergangenen Jahrhundert auch die Basis für die Ansiedlung größerer Industriebetriebe wie den Nordseewerken u. dem Volkswagenwerk war. Als Wirtschaftsstandort hat die einzige kreisfreie Stadt Ostfrieslands für die Region eine überragende Bedeutung.
Emergency Room – Die Notaufnahme
E. R. – D. N., kurz ER, ist eine 1994 gestartete US-amerikan. Fernsehserie, die vorwiegend in der Notaufnahme eines fiktiven Chicagoer Lehrkrankenhauses spielt u. dabei auf realistische, dramatische u. humorvolle Weise versucht, Arbeit u. Schicksale des medizin. Personals darzustellen. Die Idee zur Serie basiert auf einem bereits in den frühen 1970er Jahren entstandenen Drehbuch des Bestseller-Autors Michael Crichton.
Als eine der wichtigsten u. erfolgreichsten Fernsehserien aller Zeiten gilt ''ER'' wegen der für das Drama-Genre damals neuartigen, auch als revolutionär bezeichneten Erzählweise, der in den frühen Staffeln höchsten Einschaltquoten des US-amerikan. Fernsehens u. den vielen Auszeichnungen, darunter 22 Emmys u. ein Golden Globe.
Emergenz
E. (lat. ''emergere'': auftauchen, hervorkommen, sich zeigen) ist die spontane Herausbildung von Phänomenen oder Strukturen auf der Makroebene eines Systems auf der Grundlage des Zusammenspiels seiner Elemente. Dabei lassen sich die emergenten Eigenschaften des Systems nicht offensichtlich auf Eigenschaften der Elemente zurückführen, die diese isoliert aufweisen.
Emeritierung
E. ist die altersbedingte Enthebung (''Entpflichtung'') eines Prof., Hochschullehrers oder Pastors von der Pflicht zur Wahrnehmung der Alltagsgeschäfte.
Emerson, Michael
Michael Emerson (* 7. September 1954 in Cedar Rapids, Iowa) ist ein US-amerikan. Schauspieler.
Seinen Durchbruch als Darsteller hatte Emerson im Jahr 1997, als er die Rolle des ''Oscar Wilde'' in einem von der Kritik gelobten Off-Broadway Stück spielte.
Emerson, der neben seinen Theaterengagements häufiger in Fernsehserien mitspielte, erhielt im Jahr 2001 einen Emmy als ''bester Gaststar in einer Dramaserie'' für seine Rolle in ''Practice – Die Anwälte''. Seit 2006 spielt Emerson die Rolle des ''Benjamin Linus'' in der Fernsehserie ''Lost''.
Emigration
→Auswanderung.
Emilia Galotti
E. G. ist ein bürgerl. Trauerspiel in fünf Aufzügen von Gotthold Ephraim Lessing. Es wurde am 13. März 1772 im Herzoglichen Opernhaus in Braunschweig uraufgeführt. Lessing verarbeitete in diesem Drama den Stoff der Legende um die Römerin Verginia, den er an zentralen Stellen veränderte.
E. G. ist ein Drama der Aufklärung, das nicht dem damals vorherrschenden französ. Vorbild entspricht u. sich darüber hinaus auch von der durch Johann Christoph Gottsched formulierten Regelpoetik absetzt. Obwohl die Liebe das Zentralthema der Tragödie ist, gilt E. G. als hochpolit. Stück. Der willkürl. Herrschaftsstil des Adels steht der neuen aufgeklärten Moral des Bürgertums gegenüber.
Emilia-Romagna
E. ist eine Region in Norditalien. Die E. grenzt im N an den Po, im O an die Adria u. im S an den Apennin sowie an die Republik San Marino. Die Region hat eine Fläche von 22.123 km² u. eine Bevölkerung von rd. 4,17 Millionen.
Emil und die Detektive
''Emil und die Detektive'' ist ein 1928 erschienenes Kinderbuch von Erich Kästner, das in zahlreiche Sprachen übersetzt sowie dramatisiert u. verfilmt wurde.
Eminem
E. (auch ''Slim Shady''; * 17. Oktober 1972 in St. Joseph, Missouri als ''Marshall Bruce Mathers III'') ist ein US-amerikan. Rapper u. Produzent. Er ist Grammy- u. Oscar-Preisträger. Der Name E. entstand aus der phonet. Schreibung seiner Initialen „M & M”.
Emirates
E. ist eine Fluggesellschaft mit Sitz in Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Emission (Umwelt)
E. (lat. ''emittere'' „herausschicken, heraussenden”) bedeutet allg. Aussendung von Teilchen, Strahlung oder Kräften in die Umwelt. Dieser Austrag besteht zum Beispiel aus Schadstoffen, Reizstoffen, oft auch natürl. Allergenen, aber auch von Lärm, Licht, Strahlung oder Erschütterungen; die aussendende Quelle wird als ''Emittent'' bezeichnet.
Emissionsrechtehandel
Der E. ist ein Instrument der Umweltpolitik mit dem Ziel, Schadstoffemissionen mit minimalen volkswirtschaftliche Kosten zu verringern. Die Idee des Emissionshandels wurde 1968 von John Harkness Dales entwickelt.
Emmanuelle
E., Emanuelle, Emmanuele oder auch Emanuela ist die Titelheldin in einer Reihe von europ. Erotikfilmen, die auf einer Figur von E. Arsan aus der gleichn. Buchserie basieren.
Emmerich, Roland
Roland Emmerich (* 10. November 1955 in Stuttgart) ist ein dt. Filmproduzent, Regisseur u. Drehbuchautor, der seit den 1970er Jahren mit großem Erfolg in Hollywood tätig ist („Universal Soldier” 1992, „Independence Day” 1996).
Emo
E. (''Emotional Hardcore;'' dt. [&beton;e&dehn;mo], engl. [&beton;i&dehn;mou]) bezeichnet ursprünglich ein Subgenre des Hardcore-Punk, auch Emocore genannt, das sich durch das stärkere Betonen von Gefühlen wie Verzweiflung u. Trauer sowie durch die Beschäftigung mit persönl. Themen wie Liebe u. Freundschaft auszeichnet.
Ungefähr seit dem Jahre 2000 wird mit E. auch ein jugendkulturelles Modephänomen bezeichnet, das mit dem gleichn. Musikstil nur mittelbar in Verbindung steht.
Emoticon
Als E. werden Zeichenfolgen (aus normalen Satzzeichen) bezeichnet, die ein Smiley nachbilden, um in der schriftlichen elektron. Kommunikation Stimmungs- u. Gefühlszustände auszudrücken. Sie stammen aus der Zeit, in der die Kommunikation über das Internet vorwiegend über Texte geschah. Die Bez. ''Emoticon'' ist eine Wortkreuzung, gebildet aus Emotion u. Icon.
Emotion
Eine E. (lat.: ''ex'' „heraus” u. ''motio'' „Bewegung, Erregung”) ist ein psychophysiolog. Prozess, der durch die Wahrnehmung u. Interpretation eines Objekts oder einer Situation ausgelöst wird u. mit physiolog. Veränderungen, spezif. Kognitionen, subjektivem Gefühlserleben u. einer Veränderung der Verhaltensbereitschaft einhergeht. Emotionen treten beim Menschen u. bei höheren Tieren auf.
Emotionale Intelligenz
E. I. ist ein Sammelbegriff für Persönlichkeitseigenschaften u. Fähigkeiten, welche den Umgang mit eigenen u. fremden Gefühlen betreffen. Der Begriff wurde 1990 durch Salovey u. Mayer eingeführt.
Empathie
Als E. (westlicher gräzisierter Fachterminus (Kunstwort) ''empatheia'' als Übersetzung von dt. „Mitfühlen”, „Einfühlung”) bezeichnet man die Fähigkeit eines Menschen, sich kognitiv in ein anderes Lebewesen hineinzuversetzen, dessen Gefühle zu teilen u. sich damit über sein Verstehen u. Handeln klar zu werden (Einfühlungsvermögen).
Empfängnisverhütung
Als E. oder Kontrazeption werden Methoden bezeichnet, die Geschlechtsverkehr ohne das Risiko einer Schwangerschaft ermöglichen oder dieses zumindest reduzieren.
Empire Earth
E. E. (engl. für „Imperium Erde”) ist eine bisher dreiteilige Echtzeit-Strategiespiel-Serie für den PC, in der der Spieler eine Zivilisation durch die gesamte Menschheitsgeschichte führen kann.
Mit über 200.000 in Deutschland verkauften Exemplaren erhielt das erste Spiel vom Verband der Unterhaltungssoftware Deutschland (VUD) den ''Platin Sales Award''.
Empire State Building
Das E. S. B. ist ein Wolkenkratzer in New York City. Das Gebäude befindet sich auf der Fifth Avenue zwischen der 33. u. 34. Straße in Manhattan u. wird als Bürohaus für rd. 25.000 Beschäftigte genutzt. Es ist seit dem 11. September 2001 wieder das höchste Gebäude New Yorks. Zurzeit ist es der zweithöchste Wolkenkratzer auf dem amerikanischen Kontinent (nach dem Sears Tower in Chicago). In der Welt ist es der achthöchste Wolkenkratzer.
Empirie
E. ist Erfahrung im Sinne von sinnl. Wahrnehmung, Erhebung von Daten, gezielten Beobachtungen u. wissenschaftl. Experimenten. Empirische Wissenschaften sind alle Wissenschaften, die die Dinge der Welt wie z.B. Planeten, Tiere, Verhaltensweisen von Menschen oder auch polit. Organisationsstrukturen untersuchen. Empirische Forschung unterscheidet sich von bloßer Zufallswahrnehmung im Alltag durch ihre Bezogenheit auf Theorien. Empirische Daten werden erhoben, um theoret. Annahmen über die Welt zu widerlegen oder zu bestätigen. Das genaue Verhältnis von E. u. Theorie ist Gegenstand der Erkenntnistheorie.
Empirische Sozialforschung
E. S. ist die Erhebung u. Interpretation von Daten ber soziale Tatsachen. Dies erfolgt systemat. anhand von Methoden der E. S.
Empirismus
Der E. (griechisch εμπειρισμ&oacgr;ς, von der Empirie, lateinisch ''experientia - die Erfahrung'') ist eine erkenntnistheoret. Richtung in der Philosophie u. Psychologie, die alle Erkenntnisse aus Sinneserfahrungen ableitet. Der E. steht im Gegensatz zum Rationalismus, der die Vernunft als für den Erkenntnisprozess wesentlich hervorhebt.
Empty Trash
E. T. ist eine fünfköpfige dt. Rockband. Sie wurde im November 2005 in Berlin gegr. Einem breiten Publikum wurde die Band nach der Teilnahme ihres Sängers Max Buskohl an der vierten Staffel der Castingshow ''Deutschland sucht den Superstar'' (DSDS; 2007) bekannt.
Ems
Die E. (latein. ''Amisia''; niederdt. ''Eems'' oder ''Iems'') ist ein Strom im NW der BR Deutschland. Er entspringt bei Schloß Holte-Stukenbrock in Westfalen, fließt weiter durch Niedersachsen u. mündet bei Emden in die Nordsee. Fer Fluss ist 371 km lang.
Emser Depesche
Die E. D. war ein schriftl. Bericht über die Verhandlungen König Wilhelms I. mit dem französ. Botschafter Vincent Benedetti in Bad Ems anlässl. des Ansinnens Napoleons III., der König solle dem bereits erfolgten Verzicht auf die span. Thronkandidatur Leopolds von Hohenzollern-Sigmaringen beitreten, deren Endgültigkeit verbürgen u. sich noch nachträgl. entschuldigen, was Wilhelm abgelehnt hatte. Bismarcks Veröffentlichung einer redigierten Version der E. D. diente Frankreich als Vorwand zur Erklärung des deutsch-französ. Krieges im Sommer 1870.
Emulator
Als ''Emulation'' (von ''lat. aemulare'' „nachahmen”) wird in der Computertechnik das funktionelle Nachbilden eines Systems durch ein anderes bezeichnet. Das nachbildende System erhält die gleichen Daten, führt die gleichen Programme aus u. erzielt die gleichen Ergebnisse wie das originale System. Ein E. ist ein System, das ein anderes nachahmt.
EMule
eMule (engl. ''mule'', „Maultier”) ist ein weitverbreiteter u. freier Tauschbörsen-Client für das eDonkey2000- u. das Kademlia-Netzwerk. Er wurde als Alternative zu dem ursprünglichen, mittlerweile aufgegebenen eDonkey-Client entwickelt u. um zahlreiche Fähigkeiten erweitert.
Emulgator
Emulgatoren sind Hilfsstoffe, die dazu dienen, zwei nicht miteinander mischbare Flüssigkeiten, wie zum Beispiel Öl u. Wasser, zu einem fein verteilten Gemisch, der so genannten Emulsion, zu vermengen u. zu stabilisieren. Die häufig auch als Tenside bezeichneten Hilfsstoffe finden eine breite Anwendung in Pharmazie, Lebensmitteltechnologie, Ölindustrie, im Haushalt (in Reinigungsmitteln), in der Kosmetik u. zahlreichen großindustriellen Anwendungen. Als Emulgatoren werden Salze höherer Fettsäuren, Fettalkohole, Gelatine, Polysaccharide, Casein u. a. verwendet.
Emulsion
Unter einer E. versteht man ein fein verteiltes Gemisch zweier verschiedener (normalerweise nicht mischbarer) Flüssigkeiten ohne sichtbare Entmischung. Beispiele für Emulsionen sind zahlreiche Kosmetika, Milch u. Mayonnaise.
Enantiomer
Enantiomere sind Stereoisomere chem. Verbindungen, die in ihrer Konstitution übereinstimmen, sie besitzen also die gleiche Summenformel u. die Atome sind in gleicher Weise miteinander verknüpft. Da Enantiomere in sämtl. Stereozentren jeweils die entgegengesetzte Konfiguration besitzen, gibt es theoretisch immer ein (-)- u. ein (+)- E., von denen in der Natur praktisch aber oftmals nur eines vorhanden ist. Die räuml. Strukturen eines Enantiomerenpaars verhalten sich zueinander exakt wie Bild u. Spiegelbild. Daher nennt man sie Spiegelbildisomere.
Encapsulated PostScript
Eine Encapsulated-PostScript-Datei (EPS-Datei) ist eine Grafikdatei in der Seitenbeschreibungssprache PostScript, die bes. Anforderungen erfüllt, um das Einbinden in ein Dokument zu ermöglichen. Insbes. beschreibt EPS im Gegensatz zu allg. PostScript immer nur eine Seite.
Ende, Michael
Michael Andreas Helmuth Ende (* 12. November 1929 in Garmisch; † 28. August 1995 in Filderstadt-Bonlanden) war ein dt. Schriftsteller. Endes Werke („Momo”, „Die unendliche Geschichte”...) wurden in 45 Sprachen übersetzt u. haben eine Gesamtauflage von 20 Mio. erreicht.
Endemisch
In der Biologie verwendet man die Bez. Endemiten für Pflanzen u. Tiere, die nur in einer bestimmten, klar räumlich abgegrenzten Umgebung vorkommen. Diese sind in diesem Gebiet E. In der Medizin wird das Adjektiv E. zur Bestimmung der räuml. Verbreitung von Krankheiten verwendet u. meint „nur in einem bestimmten Gebiet auftretend”.
Endlicher Automat
Ein E. A. (''EA'', auch Zustandsmaschine, englisch ''finite state machine (FSM)'') ist ein Modell des Verhaltens, bestehend aus Zuständen, Zustandsübergängen u. Aktionen.
Ein Automat heißt endlich, wenn die Menge der Zustände, die er annehmen kann, endlich ist. Ein EA ist ein Spezialfall aus der Menge der Automaten. Ein Zustand speichert die Information über die Vergangenheit, d.h., er reflektiert die Änderungen der Eingabe seit dem Systemstart bis zum aktuellen Zeitpunkt. Ein Zustandsübergang zeigt eine Änderung des Zustandes des EA u. wird durch logische Bedingungen beschrieben, die erfüllt sein müssen, um den Übergang zu ermöglichen. Eine Aktion ist die Ausgabe des EA, die in einer bestimmten Situation erfolgt.
Zustandsmaschinen werden hauptsächlich in der Entwicklung digitaler Schaltungen, Modellierung des Applikationsverhaltens (Steuerungen), generell in der Softwaretechnik sowie Wort- u. Spracherkennung benutzt.
Endlösung der Judenfrage
Als E. d. J., kurz „Endlösung”, bezeichneten die Nationalsozialisten bis Mitte 1941 ein bekanntes Ziel des Antisemitismus, nämlich die staatlich organisierte Vertreibung oder Zwangsaussiedelung („Evakuierung”) der dt. Juden. Danach bezeichnete dieser Ausdruck immer öfter die Ermordung vieler, spätestens ab Sommer 1942 immer die systemat. Massenvernichtung möglichst aller als Juden definierten Personen im dt. Machtbereich. Der zynische Euphemismus umschrieb nun den Holocaust bzw. die Shoa, um diesen beispiellosen Völkermord nach außen zu tarnen u. nach innen als Lösung eines realen weltgeschichtl. Problems darzustellen.
Endokarditis
Die E. ist eine Entzündung der Herzinnenhaut, die die Herzhöhlen u. den herznahen Anteil der Arterien und Venen auskleidet u. auch die Struktur der Herzklappensegel bildet.
Endokrinologie
Die E. (von griech. ''endon'', „innen” u. ''krinein ''„entscheiden, abscheiden”) ist die „Lehre von den Hormonen”. Die E. ist ein Teilgebiet der inneren Medizin u. beschäftigt sich mit Schilddrüsenerkrankungen u. Diabetes.
Endometriose
E. ist eine gutartige, aber schmerzhafte chron. Wucherung von Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) außerhalb der Gebärmutter.
Endoplasmatisches Retikulum
Das Endoplasmatische Retikulum (''endoplasmatisch'' = "im Zytoplasma"; ''retikulum'' bzw. ''reticulum'' = "kleines Netz"; abgekürzt ER) ist ein reich verzweigtes Kanalsystem flächiger Hohlräume (Zisternen), das von Membranen umschlossen ist. Man findet das ER (mit Ausnahme von ausgereiften Erythrozyten) in allen eukaryot. Zellen; je nach Zelltyp ist es unterschiedlich stark entwickelt.
Endorphin
E. ist eine Wortkreuzung aus „endogenes Morphin”, vom Körper selbst produziertes Opioid. Endorphine regeln Empfindungen wie Schmerz (Analgesie) u. Hunger. Sie stehen in Verbindung mit der Produktion von Sexualhormonen u. werden mitverantwortlich gemacht für die Entstehung von Euphorie.
Endoskop
Ein E. (griechisch: end(o) = innen, darinnen; scopein = betrachten, untersuchen) ist ein Gerät, mit dem das Innere von lebenden Organismen, aber auch techn. Hohlräumen durch Bildgebung untersucht oder gar manipuliert werden kann. Ursprünglich für die humanmedizin. Diagnostik entwickelt, wird es heute auch für minimal-invasive operative Eingriffe an Mensch u. Tier sowie in der Industrie zur Sichtprüfung schwer zugängl. Hohlräume eingesetzt.
Endosymbiontentheorie
Die E. besagt, dass in einer frühen Phase der Evolution der Eukaryoten (also aller höheren Organismen) prokaryot. Zellen (d.h. Bakterien u. mikroskop. Algen) durch Endozytose in voreukaryot. Urzellen aufgenommen wurden u. in diesen den Status von Organellen erlangt haben.
Vereinfacht gesprochen besagt die Theorie, dass im Laufe der Entwicklung des Lebens die Zelle eines einzelligen Lebewesens durch die Zelle eines anderen einzelligen Lebewesens „geschluckt” wurde u. zu einem Bestandteil der Zelle eines so entstandenen höheren Lebewesens wurde. Im Laufe der Evolution entstanden so immer komplexere Lebewesen.
Endotherme Reaktion
Als endotherm werden in der Chemie Reaktionen bezeichnet, die von außen Energie z.B. in Form von Wärme aufnehmen müssen, um ablaufen zu können. Das Gegenteil sind exotherme Reaktionen.
Endstation Sehnsucht
E. S. (im engl. Original ''A Streetcar Named Desire'') ist ein Drama von Tennessee Williams. In diesem stark von den Lehren Sigmund Freuds beeinflussten Stück geht es um den Übergang von der aristokrat. Kultur der alten Südstaaten zum neuen Amerika, in dem das Gesetz des Dschungels herrscht. Für E. S., 1947 in New York uraufgeführt, erhielt Tennessee Williams den Pulitzer-Preis.
Enercon
Die E. GmbH ist der größte dt. Hersteller von Windenergieanlagen (WEA) mit Stammsitz in Aurich (Ostfriesland).
Energie
Die E. ist eine physikal. Größe. Ihre SI-Einheit ist das Joule. Je nach den Beziehungen zu anderen Größen in einem gegebenen System werden verschiedene Energieformen unterschieden, zum Beispiel die kinet. E. ''E''kin, die mit der Masse ''m'' u. der Geschwindigkeit ''v'' im Zusammenhang steht.
Eine verbreitete aber veraltete Definition der E. charakterisiert sie als ''Fähigkeit eines Systems, Arbeit zu verrichten''. Die Fähigkeit eines Systems, Arbeit zu leisten, ist aber maßgeblich davon abhängig, welche Zustandsänderungen es ermöglicht, da die Arbeit als Prozessgröße von der Art der Zustandsänderung abhängt.
Energieausweis
Der E. ist ein Dokument, das ein Gebäude energetisch bewertet.
Ausstellung, Verwendung, Grundsätze u. Grundlagen der Energieausweise werden in Deutschland in der Energieeinsparverordnung (EnEV) geregelt, in Österreich durch die jeweiligen Landesgesetze u. das Energieausweis-Vorlage-Gesetz (EAVG).
Energie Cottbus
Der FC E. C. ist ein Fußballverein aus Cottbus in Brandenburg, der zurzeit in der ersten Bundesliga spielt. Er wurde 1963 als SC Cottbus gegr. Am 16. Februar 2008 wurde Bundeskanzlerin Angela Merkel Ehrenmitglied des Vereins. Der FC Energie trägt seine Spiele im Stadion der Freundschaft in Cottbus aus.
Energieeffizienzklasse
Die E. ist eine Bewertungsskala zur Unterstützung von Kaufentscheidungen für Elektrogeräte, die bes. energiesparend arbeiten.
Energieeinsparung
E. bezeichnet alle Maßnahmen zur Verringerung der „verbrauchten” Energie der Energieträger. Energieeffizienz bezeichnet hingegen die Effizienz des Einsatzes von Energie, also das Verhältnis von Nutzen zum Energieaufwand.
Energieeinsparverordnung
Die E. (EnEV) ist ein Teil des dt. Baurechts. In ihr wird von der Bundesregierung auf der rechtl. Grundlage der Ermächtigung durch das Energieeinspargesetz (EnEG) Bauherren bautechn. Standardanforderungen zum effizienten Betriebsenergieverbrauch ihres Gebäudes oder Bauprojektes vorgeschrieben. Sie gilt für Wohngebäude, Bürogebäude u. gewisse Betriebsgebäude.
Energieerhaltungssatz
Der E. ist einer der wichtigsten Erhaltungssätze in der Physik. Der E. sagt aus, dass die Gesamtenergie eines abgeschlossenen Systems nicht verändert werden kann. Durch Prozesse, die ausschließlich innerhalb des betrachteten Systems stattfinden, kann Energie zwischen Energieformen umgewandelt werden, beispielsweise von Bewegungsenergie in Wärme. Es ist jedoch nicht möglich, innerhalb eines abgeschlossenen Systems Energie zu erzeugen oder zu vernichten. Die Energie ist damit eine Erhaltungsgröße.
Unter einem ''abgeschlossenen System'' versteht man ein System ohne Energie-, Informations- oder Stoffaustausch u. ohne Wechselwirkung mit der Umgebung.
Energiequelle
Der Begriff E. beschreibt umgangssprachlich eine Möglichkeit, Nutzenergie (z. B. Strom, Heizwärme, Antriebsenergie) aus natürlich vorhandenen Materialien oder Vorgängen für beliebige Anwendungen zu gewinnen. Als Energiequellen gelten
* Sonnenenergie u. die daraus gewandelten Energieformen Windenergie, Wasserenergie u. Biomasse;
* Kernbrennstoffe wie Uran u. auch die damit erzeugte Erdwärme;
* fossile Brennstoffe wie Kohle, Erdöl oder Erdgas, die gewissermaßen ''gespeicherte'' Sonnenenergie aus vergangenen Zeiten sind.
Energiesteuergesetz (Deutschland)
Das E. vom 15. Juli 2006 ist ein Verbrauchsteuergesetz. Es regelt die Besteuerung von allen Energiearten, z.B. von solchen fossiler Herkunft (Mineralölen, Erdgas, Flüssiggase) als auch von nachwachsenden Energiearten wie Pflanzenölen oder Alkoholen, die als Heiz- oder Kraftstoff in der BR Deutschland verwendet werden.
Die Energiesteuer ist als Verbrauchsteuer eine indirekte Steuer.
Energieträger
E. werden als "Erscheinungsformen" bezeichnet, mit denen sich Energie in physikal. Sinn transportieren (also von einem Ort zu einem anderen ''übertragen'') u. meist auch speichern lässt. Bekannte Erscheinungsformen sind:
* Elektrischer Strom in Form von ''bewegten'' Elektronen in Drähten, z. B. in Hochspannungsleitungen.
* Gase wie Wasserstoff, Acetylen oder Druckluft (siehe Pneumatik) transportieren Energie in Rohrleitungen (Pipeline).
* Elektromagnetische Wellen, die uns von der Sonne erreichen oder in einem Laser oder Mikrowellenherd erzeugt werden.
* Schallwellen werden seltener verwendet, eignen sich aber auch zu Übertragung von Energie (siehe Ultraschallschweißgerät).
* Wasserwellen sind akustische Oberflächenwellen und können beispielsweise bei einem Tsunami verheerend viel Energie transportieren.
* Mechanisch wird Energie durch Bewegung von Hebeln oder Drehen von Antriebsachsen übertragen.
Energieverbrauch
Der Begriff E. hat sich umgangssprachlich entwickelt. Technisch gesehen ist die Wandlung von Nutzenergie in Arbeit u. Abwärme gemeint, wie beim Kraftstoffverbrauch, Stromverbrauch u. dem Grundumsatz, dem E. von Lebewesen. Physikalisch gesehen kann Energie in einem geschlossenen System nicht verbraucht, sondern nur gewandelt werden.
I. e. S. bezieht sich E. auf den menschl. Verbrauch von Brennstoffen u. elektr. Strom.
Engel
Der E. (über lateinisch ''angelus'' vom griechischen &aacgr;γγελος, ''ángelos – Bote, Botschafter'', als Übersetzung des hebräischen ''mal'ach '' – ''Bote)'' ist in vielen Religionen ein Wesen, das Gott oder den Göttern zur Seite steht, aber von ihnen unterschieden wird. Der Ausdruck „Mal'ach” für E. wird erstmals in Kapitel 19 von Genesis verwendet, in der Erzählung der Flucht Lots aus Sodom. Engeldarstellungen sind jedoch schon deutlich älter.
Engelhardt, Charlotte
Bild: Charlotte_Engelhardt-Snickers_Wildkarts_Berlin_2005-10-10_Moderation.jpg
Charlotte Engelhardt beim Dreh zu
„Snickers Wildkarts – Raserei unter'm Reichstag”(2004)
Charlotte Engelhardt (* 11. Juli 1978 in Oslo, Norwegen) ist eine dt. Moderatorin und Schauspielerin. Seit 2007 moderiert sie eigene Rubriken bei „Avenzio”, „Sam”, „taff” sowie „Germany's Next Topmodell – das Magazin” auf ProSieben.
Engelke, Anke
Anke Engelke (* 21. Dezember 1965 in Montréal, Kanada; bürgerl. Anke Christina Fischer) ist eine dt. Komikerin, Schauspielerin, Synchronsprecherin u. Radiomoderatorin. Der Durchbruch gelang ihr als Mitglied des Sketchensembles der „Sat.1-Wochenshow”.
Engels, Friedrich
Friedrich Engels (* 28. November 1820 in Barmen in Preußen (heute zu Wuppertal); † 5. August 1895 in London) war ein dt. Politiker, Unternehmer, Philosoph u. Historiker. Er entwickelte gemeinsam mit Karl Marx die heute als Marxismus bezeichnete revolutionäre soziale Gesellschaftstheorie.
Im Jahr 1848 publizierten sie gemeinsam das ''Kommunistische Manifest''. Nach Marx' Tod gab Engels den zweiten u. den dritten Band von ''Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie'' heraus.
Engelsburg
Die E. (italien. ''Castel Sant’ Angelo'' oder ''Mausoleo di Adriano'') in Rom wurde ursprünglich als Mausoleum für Kaiser Hadrian (76–138) u. seine Nachfolger errichtet u. später von verschiedenen Päpsten zur Burg umgebaut.
England
E. ist der größte u. am dichtesten besiedelte Landesteil im Vereinigten Königreich Großbritannien u. Nordirland. Der Name E. stammt vom westgerman. Volk der Angeln (altengl. ''Englas'') ab.
E. umfasst den größten Teil des südlichen Abschnitts der Insel Großbritannien, grenzt im N an Schottland u. im W an Wales u. die Irische See. Im O grenzt E. an die Nordsee, im S liegt E. am Ärmelkanal u. der Südwesten Englands liegt am Atlantik. Die Regierung des Königreichs hat, ebenso die königl. Familie, ihren Sitz in der englischen Hauptstadt London. – 50.431.700 Ew.
Englische Bulldogge
Die E. B., "Bulldog", ist eine von der FCI (Nr.149, Gr.2, Sek.2.1) anerkannte brit. Hunderasse. Die E. B. ist für ihre Größe mit 25 kg u. mehr ein schwerer Hund. Das Haar ist von feiner Struktur, kurz, dicht u. glatt. Der Kopf ist im Verhältnis zum Körper sehr groß, massig u. hat eine kurze Schnauze.
Englische Fußballnationalmannschaft
Die E. F. gehört zu den ältesten Fußballnationalmannschaften der Welt u. repräsentiert England bei internationalen Wettbewerben, wie Welt- oder Europameisterschaften. Sie untersteht der Football Association (FA), dem führenden Verband im engl. Fußball.
England als „Mutterland des Fußballs”, Schottland, Wales u. Nordirland haben jeweils ihren eigenen Fußballverband unabhängig voneinander gegr. u. spielen eigene Meisterschaften aus.
Da das Internationale Olympische Komitee derartige Nationalmannschaften eines Landes nicht akzeptiert, nimmt die engl. Nationalmannschaft, wie auch die schottische, walisische u. nordirische, derzeit nicht an den Fußballturnieren bei Olympischen Sommerspielen teil.
Die engl. Nationalmannschaft hat im Vergleich zu den anderen brit. Auswahlteams die meisten Erfolge erzielt u. wurde 1966 bei der WM im eigenen Land Weltmeister.
Englische Küche
Die in der traditionellen engl. Küche geläufige Kombination von Fleisch, Kartoffeln u. Gemüse (''meat and two veg'') findet ihre etablierteste Form im „''Sunday roast''” oder „''Sunday dinner''”, einer Mahlzeit, die Sonntagmittag zu Hause, im Pub oder im Restaurant eingenommen wird. Beliebte Gemüsesorten sind Karotten, Erbsen, Grünkohl, Blumenkohl oder Broccoli. Als Fleisch für dieses Gericht eignet sich Lamm, Schwein oder Rind. Wichtige Beilage des „Sunday roast” ist in ganz England der aus dem Norden stammende Yorkshire-Pudding. Fester Bestandteil des „full English breakfast” ist Toast mit gesalzener Butter (Margarine gilt bei der traditionellen Zubereitung als „barbarisch”), während die übrigen Zutaten variabel sind (''bacon, eggs, sausage, tomato, mushrooms, cornflakes''). Unter den kalten Gerichten spielen – diagonal durchgeschnittene – Sandwiches eine herausragende Rolle. Das bekannteste Fast-Food-Gericht sind die ''Fish and chips'', die in traditionellen „chips shops”, Pubs oder „take-aways” zubereitet u. verkauft werden.
Englische Literatur
Zur englischen Literatur i. e. S. gehören jene literar. Texte, die innerhalb Englands in engl. Sprache u. ihren Vorläufern - Alt- u. Mittelenglisch - verfasst wurden. I. w. S. gehört dazu auch die englischsprachige Literatur anderer Länder, wie z.B. die anglo-irische Literatur, anglo-waliser Literatur, amerikanische Literatur, schottische Literatur, kanadische Literatur, australische Literatur.
Formal besteht die grundsätzl. Trennung der Literatur in Vers (engl. ''verse'') u. Prosa (engl. ''prose''). Die wichtigsten Gattungen sind Lyrik, Drama u. Erzählliteratur.
Grundsätzlich bedienen sich engl. Literaturhistoriker der Regierungszeiten der engl. Könige zur Epocheneinteilung.
Englischer Bürgerkrieg
Der Englische Bürgerkrieg wurde von 1642 bis 1649 zwischen den Anhängern König Karls I. u. dem Parlament ausgetragen. In ihm entluden sich nicht nur die Spannungen zwischen dem absolutistisch gesinnten König u. dem Unterhaus, sondern auch die Gegensätze zwischen Anglikanern, Puritanern, Presbyterianern u. Katholiken. Der Krieg endete mit der Hinrichtung des Königs, der zeitweiligen Abschaffung der Monarchie u. der Errichtung einer Republik in England.
Englischer Garten (München)
Bild: 20060416-Blick_vom_Monopteros.jpg
Englischer Garten: Blick vom Monopteros auf die Türme der Stadt
Der Englische Garten ist eine 4,17 km² große Grünanlage im Münchner NO.
Die Bezeichnung rührt von den Englischen Landschaftsgärten her, die von Friedrich Ludwig von Sckell bei der Gestaltung des Geländes zum Vorbild genommen wurden.
Der Münchner Englische Garten ist einer der ersten großen, ausdrücklich zur Benutzung durch das gesamte Volk freigegebenen Landschaftsgärten in Kontinentaleuropa.
Durch die Hauptverkehrstraße Isarring wird der Englische Garten heute in einen circa zwei Kilometer langen Südteil u. einen circa drei Kilometer langen Nordteil, die ''Hirschau'', zerschnitten.
Englische Sprache
Die E. S. (engl. ''„English”'') ist eine german. Sprache. Sie gehört, wie auch das Deutsche u. das Niederländische, dem westl. Zweig der german. Sprachen an.
Englisch ist heute die am weitesten verbreitete Sprache der Welt, während es sich bei Hochchinesisch um die meistgesprochene Muttersprache handelt.
Die englische Sprache wird in sehr vielen Ländern als erste Fremdsprache in den Schulen gelehrt u. ist offizielle Sprache der meisten internationalen Organisationen. Englisch gilt als Weltsprache.
English Cocker Spaniel
Der Cocker Spaniel ist eine von der FCI (Nr. 5, Gr. 8, Sek. 2) anerkannte brit. Hunderasse. Cocker Spaniel sind Jagdhunde mit flach am Krper anliegendem, seidig schimmernden Fell.
Enhanced Data Rates for GSM Evolution
E. D. R. f. GSM E. (EDGE) bezeichnet eine Technik zur Erhöhung der Datenrate in GSM-Mobilfunknetzen durch Einführung eines zusätzl. Modulationsverfahrens. Mit EDGE werden GPRS zu E-GPRS (Enhanced GPRS) u. HSCSD zu ECSD erweitert.
EDGE wurde bisher in 75 Ländern eingeführt, seit März 2006 auch in Deutschland, erstmals bei T-Mobile.
Enigma (Maschine)
Die ENIGMA ist eine Rotor-Schlüsselmaschine, die im Zweiten Weltkrieg im Nachrichtenverkehr des dt. Militärs verwendet wurde. Auch andere Dienststellen, wie Polizei, Geheimdienste, diplomat. Dienste, SD, SS, Reichspost u. Reichsbahn, setzten sie zur geheimen Kommunikation ein. Das Wort „Enigma” kommt aus dem Griechischen u. bedeutet Rätsel.
Enjambement
E. (von frz.: ''enjamber'' „überschreiten”, „überspringen”) oder auch Zeilensprung ist ein lyrisches Stilmittel, das das Übergreifen des Satzes auf die nächste Verszeile bezeichnet (Zeilensprung bzw. Versabbrechung). Mit dem Satz wird auch der Sinnzusammenhang über die Versgrenze weitergeführt, die Monotonie des Versmaßes, der sonst im Zeilenstil Satz u. Vers vereint, wird durchbrochen. Der Tonfall wird durch die Verbindung der Zeilen über die Grenze des Verses hinweg runder, gleitender u. flüssiger. Das ein Syntagma durchbrechende E. nennt man ein ''hartes E.''. Wird der syntagmat. Zusammenhang nicht aufgesplittet, liegt ein ''schwaches E.'' vor. Ein E. das Wörter zertrennt, heißt morphologisch. Das Fortführen eines Satzes über die Strophengrenze hinweg wird als Strophenenjambement bzw. Strophensprung bezeichnet.
Enklave
Eine E. (von französisch ''enclaver'' aus lateinisch ''in'' „ein” u. ''clavis'' „Schlüssel”) ist ein vom eigenen Staatsgebiet eingeschlossener Teil eines fremden Staatsgebietes (zum Beispiel Büsingen am Hochrhein) oder ein eingeschlossener fremder Staat (zum Beispiel Lesotho, San Marino oder Vatikanstadt).
Enneagramm
Das E. (''griechisch: ennea = neun; gramma = Buchstabe, Punkt'') bezeichnet ein neunspitziges esoterisches Symbol, das als graf. Strukturmodell neun als grundsätzlich angenommene Qualitäten unterscheiden, ordnen u. miteinander in Beziehung setzen soll. Geometrisch ist das E. ein Neun-stern.
Enola Gay
Die E. G. war der B-29-Bomber (''Superfortress''), der die erste Atombombe, die je in einem Konflikt eingesetzt wurde, über der japan. Stadt Hiroshima abwarf (siehe Atombombenabwürfe auf Hiroshima u. Nagasaki). Die Bombe ist auch unter dem Namen Little Boy bekannt.
E Nomine
E Nomine („aus (dem) Namen”, Auszug aus lat. ''in nomine'', „in (dem) Namen”) ist ein deutschsprachiges Musikprojekt, das 1999 von den Produzenten Christian „Chris Tentum” Weller u. Friedrich „Sir Fritz” Graner gegr. wurde u. durch den Lizenznehmer David Brunner zur Veröffentlichung gelangte. Ihre Musik ist eine ungewöhnl. Kombination aus Trance/Techno u. einer Gesangsbegleitung, die an gregorianische u. klass. Gregorian Vocals erinnert. E Nomine selbst bezeichnet diesen Musikstil als Monumental Dance.
Ensiferum
E. (lat.: ''schwerttragend'') ist eine finn. Metal-Band, die meist dem Viking- oder Folk-Metal zugeordnet wird. Sie wurde 1995 von Markus Toivonen, Sauli Savolainen u. Kimmo Miettinen gegr. Von diesen dreien spielt heute nur noch Toivonen bei E. Er schreibt größtenteils die Musik der Stücke. Bislang wurden drei reguläre Studioalben u. eine EP veröffentlicht, daneben eine Live-DVD, sowie eine Wiederveröffentlichung der Demos.
Ensslin, Gudrun
Gudrun Ensslin (* 15. August 1940 in Bartholomä; † 18. Oktober 1977 in Stuttgart) war einer der Köpfe u. Gründungsmitglied der linksextremist. Terrororganisation Rote Armee Fraktion (RAF). Sie war an fünf Bombenanschlägen mit vier Todesopfern beteiligt, wurde 1972 verhaftet u. starb 1977 in der sog. Todesnacht von Stammheim, in der Ensslin u. die beiden anderen RAF-Anführer Andreas Baader u. Jan-Carl Raspe im Gefängnis Selbstmord begingen.
Entartete Kunst
„E. A.” war während der national-sozialistischen Diktatur in Deutschland der offiziell propagierte Begriff für aufgrund rassentheoret. Begründungen diffamierte Moderne Kunst. Der Begriff Entartung wurde Ende des 19. Jh. von der Medizin auf die Kunst übertragen. Die Nationalsozialisten entwickelten ein gesondertes Kunstideal u. verfolgten dem entgegenstehende Kunst, die auch als „Verfallskunst” u. „artfremd” bezeichnet wurde, weil sie von Pessimismus u. Pazifismus geprägt sei. Künstler, deren Werke nicht den national-sozialistischen Idealen entsprachen, die Kommunisten oder Juden waren, wurden verfolgt. Die Nationalsozialisten belegten sie mit Berufs- u. Malverboten, ließen ihre Kunstwerke aus Museen u. öffentl. Sammlungen entfernen, konfiszierten E. K., zwangen Künstler zur Emigration oder ermordeten diese.
Als „entartet” galten unter anderem die Werke von Ernst Barlach, Max Beckmann, Otto Dix, Max Ernst, Ernst Ludwig Kirchner, Paul Klee, Oskar Kokoschka, Käthe Kollwitz, Gerhard Marcks, Paula Modersohn-Becker, Max Pechstein.
Entdeckung Amerikas
Bild: Kolumbus-landet-auf-guanahani_1-860x1315.jpg
Entdeckung Amerikas: Kolumbus landet auf Guanahani (Holzschnitt)
Unter der E. A. versteht man heute die erste Sichtung des amerikan. Kontinents durch Seefahrer aus dem europ. oder asiat. Zivilisationsraum. Obwohl heute bekannt ist, dass bereits um das Jahr 1000 Wikinger − unter Leif Eriksson – amerikan. Boden betraten, gilt allg. Christoph Kolumbus als Entdecker Amerikas, da erst nach seiner Entdeckung der Karibik am 12. Oktober 1492 die kontinuierl. Erkundung u. schließl. Eroberung des Kontinents durch die europ. Nationen begann, weshalb dieses Datum einen wichtigen Wendepunkt in der Menschheitsgeschichte markiert.
Die erstmalige Entdeckung u. Besiedlung Amerikas durch Menschen erfolgte nach der bisher vorrangig vertretenen Lehrmeinung vor 12.000 Jahren über die Beringstraße durch Bewohner Nordostasiens, ihre Nachkommen sind die amerikan. Ureinwohner. Neuere Forschungen u. Funde lassen jedoch auch weitere Besiedlungen schon vor 15.000 Jahren an der südl. Pazifikküste von Südamerika als möglich erscheinen.
Entenvögel
Die Familie der E. (Anatidae) ist die artenreichste aus der Ordnung der Gänsevögel (Anseriformes). Sie umfasst 47 Gattungen u. etwa 150 Arten. Zu dieser Gruppe gehören so bekannte Typen von Wasservögeln wie die Enten, Gänse u. Schwäne.
Enteritis
Eine E. ist eine entzündl. Erkrankung des Dünndarms, die bei Beteiligung des Magens als Gastroenteritis, bei Beteiligung des Dickdarms als Enterokolitis bezeichnet wird. Auch unterscheidet man nach dem zeitl. Ablauf in eine akute sowie eine subakute oder chron. E.
Enterostoma
Das E. (von ''Stoma'' griech. „künstlich geschaffener Spalt”, „Mund” oder „Öffnung”, auch künstlicher Darmausgang, Kunstafter, Bauchafter, umgangssprachlich auch Seitenausgang) ist eine chirurgisch herbeigeführte Öffnung eines Darmteils durch die Bauchwand, die der Ausleitung der Ausscheidungen dient.
Mögliche zugrundeliegende Krankheiten oder Störungen für die Anlage eines Enterostomas sind Karzinome des Abdomens (72%); entzündl. Darmerkrankungen wie Morbus Crohn, Colitis ulcerosa oder Divertikulitis (21%) sowie Komplikationen im Rahmen abdominaler Operationen, Organfehlbildungen bei Neugeborenen, Unfälle u. a. (7%).
Die entspr. Operation heißt Enterostomie. Betroffen sind alle Altersgruppen – nicht, wie oftmals angenommen, nur ältere Menschen. Schätzungen zufolge gibt es ca. 100.000 Stomaträger in Deutschland.
Enterprise (Raumschiff)
Viele verschiedene fiktive Raumschiffe aus dem Star-Trek-Universum tragen den Namen E.
Enterprise Application Integration
E. A. I. (EAI) bzw. Unternehmensanwendungsintegration (UAI) ist ein Konzept zur unternehmensweiten Integration der Geschäftsfunktionen entlang der Wertschöpfungskette, die über verschiedene Applikationen auf unterschiedl. Plattformen verteilt sind u. die im Sinne der Daten- u. Geschäftsprozessintegration verbunden werden können.
Enterprise Resource Planning
E. R. P. (ERP, auf Deutsch in etwa „Planung [des Einsat- zes/der Verwendung] der Unternehmensressourcen”) bezeichnet die unternehmer. Aufgabe, die in einem Unternehmen vorhandenen Ressourcen (Kapital, Betriebsmittel oder Personal) möglichst effizient für den betriebl. Ablauf einzusetzen.
Enter Shikari
E. S. ist eine engl. Post-Hard- core- u. Trance-Band aus St Albans. Die Band selbst bezeichnet ihren Stil als „Trancecore”. Die Band ist nach dem Boot eines Bandmitglieds benannt, das „Shikari” hieß. Außerdem bezeichnet das Wort „Shikari” auf dem asiat. Kontinent einen Tigerjäger.
Entfernungspauschale
Mit der E., im Volksmund Pendlerpauschale, werden im dt. Einkommensteuerrecht die Aufwendungen für Fahrten zwischen Wohnung u. regelmäßiger Arbeitsstätte pauschaliert. Der Abzug der Pauschale bei den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit gilt für alle Pendler, unabhängig von der Höhe der tatsächl. Aufwendungen u. gleichgültig, ob sie zu Fuß, mit dem Fahrrad, dem Motorrad, mit öffentl. Verkehrsmitteln oder mit dem Kraftwagen zur Arbeitsstelle gelangen.
Nach dem Gleichheitssatz gilt die Vorschrift auch für die übrigen Einkunftsarten u. führt bei der Nutzung von Dienst- oder Firmenwagen zu steuerpflichtigen Sachbezügen oder zu nichtabzugsfähigen Betriebsausgaben.
Entführung von Natascha Kampusch
Die E. v. N. K. ist mit einer Dauer von acht Jahren eine der längsten Freiheitsentziehungen, die ein Kind in der Zeit der 2. Republik Österreichs erfahren hat. Am 2. März 1998 entführte der Nachrichtentechniker Wolfgang Priklopil (* 14. Mai 1962 in Hainburg; † 23. August 2006 in Wien) die damals zehnjährige Österreicherin Natascha Kampusch (* 17. Februar 1988 in Wien) in der Nähe ihres Wiener Wohnhauses u. hielt sie anschließend in seinem Privathaus in Strasshof (Bezirk Gänserndorf bei Wien) gefangen. Als Kampusch am 23. August 2006 im Alter von 18 Jahren fliehen konnte, führte ihr plötzl. Auftauchen zu einem weltweiten Medienecho.
Entgelt
Der Begriff E. (n.; Plural "Entgelte") bezeichnet die in einem Vertrag vereinbarte Gegenleistung für eine Leistung. Umgangssprachlich versteht man unter E. häufig das ''Arbeitsentgelt'', also jene Vergütung, welche für eine Arbeitsleistung vereinbart wurde.
Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall
Die E. i. K. ist in Deutschland im Entgeltfortzahlungsgesetz geregelt. Dieses Gesetz gilt für alle Beschäftigten, wenn nicht im jeweils zuständigen Tarifvertrag andere Vereinbarungen enthalten sind (es gilt das Günstigkeitsprinzip). Nach diesem Gesetz wird Arbeitnehmern u. Auszubildenden im Falle der Arbeitsunfähigkeit infolge ein u. derselben Erkrankung für die Dauer von sechs Wochen das Arbeitsentgelt weitergezahlt.
Die Entgeltfortzahlung ist an bestimmte Voraussetzungen geknüpft. Dazu gehören: Das Arbeitsverhältnis muss seit mindestens vier Wochen bestehen. Die Arbeitsunfähigkeit muss Folge einer Krankheit sein. Der Arbeitnehmer darf seine Arbeitsunfähigkeit nicht verschuldet haben.
Entgeltumwandlung
Beschäftigte können Teile ihres künftigen Gehalts für die betriebl. Altersvorsorge oder andere Leistungen des Arbeitgebers aufwenden. Diese Beträge werden vom Arbeitgeber direkt vom Bruttolohn abgezogen. Dadurch sinkt das Einkommen des Arbeitnehmers u. es fallen – abhängig von der persönl. Verdienstsituation – weniger Lohnsteuern u. Sozialabgaben an. Dieser Verzicht auf Teile des bar auszuzahlenden Gehaltes wird als E. bezeichnet.
Enthalpie
Die E. ist ein Maß für die Energie eines thermodynam. Systems. Sie wird in der Regel durch den Buchstaben ''H'' (Einheit: ''Joule, J'') symbolisiert, wobei das ''H'' vom englischen ''heat content'' (Wärmeinhalt) abgeleitet ist. In der Chemie u. Technik spielen außerdem die molare E. ''Hm'' (Einheit: ''kJ/mol'') u. die spezifische E. ''h'' (Einheit: ''kJ/kg'') eine wichtige Rolle. Sie beschreiben die E. in Bezug auf die Stoffmenge ''n'' bzw. die Masse ''m''.
Enthauptung
Die E., das Köpfen oder die Dekapitation (über französisch ''décapiter'' „enthaupten” von lateinisch ''caput'' „Kopf”), ist die gewaltsame Abtrennung des Kopfes vom Rumpf, entweder als aktive Handlung zum Zwecke der Hinrichtung oder als Unfallverletzung.
Enthäuten
Das E., auch Häuten oder Schinden genannt, war eine von der Antike bis ins MA praktizierte Hinrichtungsmethode. Dabei wurde einem Menschen mit einem teilweise speziell hierfür gefertigten Messer die Haut vom Körper abgezogen. Das Entfernen der Haut als letzter Intimschranke galt als bes. unehrenhafte Todesstrafe, die mit größten Qualen verbunden war.
Enthusiasmus
Der E. (seit dem 16. Jahrhundert im Deutschen nachweisbare latinisierte Entlehnung des griechischen ''enthousiasmós'', ursprünglich „Besessenheit durch Gott”, eines Abstraktums von ''éntheos'', wörtlich „der von Gott Erfüllte”, aus ''en'', „in” u. ''theós'', „Gott”) bezeichnet ursprünglich die Inspiration durch eine göttl. Eingebung oder durch den Einfluss oder die Gegenwart eines Gottes. Heute bezeichnet der Begriff allg. eine Begeisterung oder Schwärmerei für etwas, eine gesteigerte Freude an bestimmten Themen oder Handlungen, ein extremes Engagement für eine Sache oder ein mehr als durchschnittliches, intensives Interesse auf einem speziellen Gebiet.
Entität
E. (neulat. ''entitas'' von lat. ''ens'', ''seiend'') ist in der Philosophie ein ontolog. Sammelbegriff, der alles Existierende bezeichnet. So werden Gegenstände, Eigenschaften, Prozesse usw. als Entitäten in einer Oberklasse zusammengefasst. Traditionell bezeichnet der Ausdruck das unspezifizierte Dasein von etwas, im Gegensatz zu Quidditas, dem allg., u. Haecceitas, dem individuellen Sosein von etwas.
Entity-Relationship-Modell
Das E. (auch ''Gegenstands-Beziehungs-Modell'' genannt), kurz ER-Modell oder ERM, dient dazu, im Rahmen der Datenmodellierung einen Ausschnitt der realen Welt zu beschreiben. Das ER-Modell besteht meistens aus einer Grafik u. einer Beschreibung der darin verwendeten einzelnen Elemente.
Entlebucher Sennenhund
Der E. S. ist eine von der FCI (Nr.47, Gr.2, Sek.3) anerkannte schweiz. Hunderasse. Der E. S. ist bis zu 52 cm groß u. wiegt 20-30 kg. Sein Fell ist stockhaarig, das Deckhaar ist kurz, glänzend u. schwarz mit lohfarbenen u. weißen Abzeichen. Die Ohren sind hängend, nicht zu groß; hoch u. relativ breit angesetzt.
Entmannung
E. ist ein veralteter medizin. Begriff für die Kastration des Mannes durch operative Entfernung der Hoden.
Entnazifizierung
Die E. war eine Zielsetzung u. ein Maßnahmenbündel der Alliierten nach ihrem Sieg über das nat.-soz. Deutschland. Sie wurde ab Juli 1945 umgesetzt u. zwischen 1949 u. 1952 im Allg. abgeschlossen. Nach dem Potsdamer Abkommen sollten die dt. u. österr. Gesellschaft, Kultur, Presse, Ökonomie, Jurisdiktion u. Politik von allen Einflüssen des Nationalsozialismus befreit werden. Dies sollte im Zusammenhang einer umfassenden Demokratisierung u. Entmilitarisierung geschehen.
Für Deutschland verabschiedete der Alliierte Kontrollrat in Berlin ab Januar 1946 eine Vielzahl an Entnazifizierungsdirektiven, mittels derer man bestimmte Personengruppen definierte u. anschließend einer gerichtl. Untersuchung zuführte.
Entrecôte
Das E. (frz. ''entre'' „zwischen”, ''côte'' „Rippe”) ist ein klassischerweise circa 400 bis 500 Gramm schweres, mehrere Zentimeter dickes ''Zwischenrippenstück'' bzw. Steak. Entrecôtes werden heute immer öfter auch aus dem flachen Roastbeef geschnitten.
Entropie
Die E. (griech. Kunstwort εντροπ&iacgr;α [entropía], von ''εν~ [en~] – ein~, in~'' u. ''τροπ&eeacgr; [tropí] – Wendung, Umwandlung'') ist eine extensive Zustandsgröße der Thermodynamik. Jedem Zustand eines thermodynam. Systems kann ein Entropiewert zugeordnet werden. In der statist. Physik stellt die E. ein Maß für das vom System erreichbare Phasenraumvolumen dar. Im Rahmen der klass. Thermodynamik verkörpert die E. ein Maß für die adiabat. Erreichbarkeit.
Entropie (Informationstheorie)
E. ist ein Maß für den mittleren Informationsgehalt oder auch die Informationsdichte eines Zeichens, das in einem System oder einer Informationsfolge steckt.
Entscheidung
Bild: Rotsteinpass_5386.jpg
Entscheidung: eine Richtungsentscheidung – links, rechts, geradeaus oder zurück?
Eine E. ist eine bewusste oder unbewusste Wahl zwischen Alternativen oder zwischen mehreren unterschiedl. Varianten anhand bestimmter Präferenzen von einem oder mehreren Entscheidungsträgern.
Sie kann spontan bzw. emotional, zufällig oder rational erfolgen. Ein rational begründeter Entscheid richtet sich nach bereits vorgängig abgesteckten Zielen oder vorhandenen Wertmaßstäben. Der Entscheid wird durch den oder die Entscheidungsträger nach objektiven u. subjektiven ''Entscheidungskriterien'' getroffen.
Wichtig für die Entscheidungsfindung sind die antizipierten erwünschten u. unerwünschten Folgen des Entscheids.
Anhand der effektiv bewirkten Folgen des Entscheids kann zu einem späteren Zeitpunkt der Erfolg einer E. gemessen werden. Die Güte eines Entscheides wird daran gemessen, wie gut die Konsequenzen aus dem Entscheid die Entscheidungskriterien erfüllen u. allfällig weitere Randbedingungen nicht verletzten.
Entspannungstechnik
Durch Entspannungstechniken werden körperliche u. emotionale Anspannung oder Erregung verringert, die Empfindlichkeit für Belastungssituationen reduziert u. ein Zustand der Entspannung u. des Wohlbefindens herbeigeführt. Methoden sind Meditation, Yoga, Autogenes Training, Desensibilisierung, Biofeedback u. Physiotherapie.
Entstehung der Erde
Die Frage nach der E. d. E. bzw. der Welt beschäftigt die Menschheit schon seit vorgeschichtl. Zeiten. Verschiedene Kulturkreise brachten zahlreiche Schöpfungsmythen, wie zum Beispiel die des 1. Buch Mose (Genesis), hervor. Dagegen brachte erst die Neuzeit fundierte wissenschaftl. Erkenntnisse darüber, welche physikal. Prozesse tatsächlich zur Bildung der Erde geführt haben können.
In einem größeren Kontext ist die Entstehungsgeschichte der Erde dabei mit der Geschichte des Universums u. unserer Heimatgalaxie, der Milchstraße, im Allg. sowie mit der Geschichte unseres Sonnensystems im Besonderen verknüpft.
Entwicklung
Das Wort E. bezeichnet in seiner allg. Bedeutung ein grundlegendes Merkmal der Realität u. hat deshalb zahlreiche verschiedene Bedeutungen, die sich auf verschiedene Bereiche der Wirklichkeit beziehen. Die häufigsten sind:
* der allgemeine Begriff: E. als Vorgang, als Wandel; dieser kann Entstehung, Veränderung u. Vergehen umfassen. Er wird meist neutral verwendet u. bezeichnet in einigen Bereichen (z. B. Produktentwicklung) einen kreativen Vorgang;
* der historische Begriff;
* der politische u. ökonomische Begriff: E. als ''nachholende E.'' der sog. Entwicklungsländer, die dem Weg der Industrieländer zu folgen hätten (oder nach der Meinung von Kritikern einen anderen Weg einzuschlagen hätten). Oft wird der Begriff hier mit ''Wirtschaftswachstum'' gleichgesetzt. Mit diesem Begriff sind meist stark positive oder negative Bewertungen verbunden;
* der fototechnische Begriff: E., ein nasschemisches Verfahren zum Herstellen eines Bildes auf einem belichteten Film, einer Fotoplatte oder einem belichteten Papierbild. Diese Bedeutung, eine konkrete Handlung, ist nahe an der ursprünglichen Bedeutung.
Entwicklungsland
Bild: Weltarmut.jpg
Entwicklungsland: Staaten mit einem Einkommen/Einwohner unter 745 US-$ (Quelle: Weltbank 2001)
Ein E. ist nach allg. Verständnis ein Land, das hinsichtlich seiner wirtschaftlichen, sozialen u. polit. Entwicklung einen relativ niedrigen Stand aufweist. Dabei handelt es sich um einen Sammelbegriff für Länder, die nach allg. Sprachgebrauch als „arm” gelten. Welches Land als E. einzustufen ist oder nicht, hängt vom Maßstab ab, an dem man die Entwicklung eines Landes misst. Der Begriff entstammt der Fach- u. Alltagssprache der Entwicklungspolitik u. genießt allg. hohe Akzeptanz. Sie beruht einerseits auf relativ wertfreier Wortwahl, andererseits auf begriffl. Unschärfe.
Dem Ausdruck E. liegt - trotz verschiedenster Versuche - kein theoret. Konzept zugrunde.
Entwicklungspolitik
Unter E. versteht man politische, wirtschaftliche u. soziale Aktivitäten verschiedener Akteure, insbes. Staaten, internationaler Organisationen u. zivilgesellschaftl. Organisationen, die auf eine Verbesserung der Lebensbedingungen abzielen. Im Fokus sind dabei vor allem die wirtschaftlichen, sozialen u. polit. Defizite in Entwicklungsländern.
In der E. werden auf drei Ebenen Veränderungen angestrebt, die sich wechselseitig beeinflussen:
* Strukturreformen in Entwicklungsländern mit den Zielen
* Aufbau eines funktionierenden Wirtschaftssystems (Hilfe zur Selbsthilfe), Bekämpfung von Armut u. Korruption, soziale Gerechtigkeit
* Aufbau eines funktionierenden politischen Systems (Good Governance), Partizipation, Verwirklichung von Demokratie u. Menschenrechten
* Veränderung der weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen mit dem Ziel, die systematische Benachteiligung der Entwicklungsländer zu überwinden u. ihre Chancengleichheit auf dem Weltmarkt herzustellen;
* Veränderung der Interessens-, Bewusstseins- u. Konsumstrukturen in den reichen Gesellschaften.Der Grund für E. liegt sowohl in den ethisch-moralischen Vorstellungen westlicher Staaten als auch im Eigeninteresse der Industriestaaten an Sicherheit und Wohlstand. Hinsichtlich des Volumens staatlicher Entwicklungsaufwendungen gilt seit der UN-Resolution zur Entwicklungsfinanzierung von 1970 das Ziel, 0,7% des BNE zu erreichen. Die Quote Deutschlands liegt bei 0,28% (2004), soll aber bis zum Jahr 2006 auf 0,33% (wie 1997) erhöht werden. Das Land mit der weltweit höchsten Quote ist Norwegen mit 1% des BNE (2006).
Entwicklungspsychologie
Die E. ist ein Teilgebiet der Psychologie, die stark von der modernen Säuglings- u. Kleinkindforschung geprägt ist. Ihr Gegenstand ist die Beschreibung u. Erklärung sowie die Vorhersage u. Beeinflussung menschl. Erlebens u. Verhaltens unter dem Aspekt der Veränderung über die gesamte Lebensspanne. In diesem Zusammenhang zeigt sich ein ''Entwicklungsschritt'' des Individuums etwa darin, Rückschlüsse auf das eigene Verhalten ziehen zu können.
Die E. wurde aufgrund der biogenet. Beobachtungen wie Reifung u. Wachstum vorangetrieben. Nicht allein biogenet. Faktoren (siehe Gene) u. die Kurzspeicherkapazität bestimmen die Entwicklung, auch interaktive endogene (Körper) u. exogene Faktoren (Umwelt) wirken auf sie ein.
Neben der biologischen Veränderung (z.B. Wachstum) kommt es zu differenziertem Umgang mit Emotionen und Verhalten (z.B. Trotz).
Entwicklungsstadium (Software)
Im Prozess der Softwareentwicklung durchläuft die zu erstellende Software verschiedene Entwicklungsstadien, die auch als Meilensteine betrachtet werden.
Die Stadien der Entwicklung sind: ''pre-Alpha''→''Alpha''→''Beta''→''Release Candidate''→''Release.''
Nach dem Erreichen des Endzustands wird der Zyklus, durch Wiederaufnahme der Arbeit an einer neuen Version der Software, wieder von vorne begonnen. Je nach Größe des Softwareprojektes u. des Vorgehensmodells fallen einige Stadien weg oder werden zusammengelegt.
Entwurfsmuster
Ein E. (engl. ''design pattern'') beschreibt eine bewährte Lösungs-Schablone für ein Entwurfsproblem. Es stellt damit eine wiederverwendbare Vorlage zur Problemlösung dar, die in einem spezif. Kontext einsetzbar ist. Entstanden ist der Ausdruck in der Architektur, von der er für die Softwareentwicklung übernommen wurde. In den letzten Jahren hat der Ansatz der E. auch zunehmendes Interesse im Bereich der Mensch-Computer-Interaktion gefunden. Aber auch in nicht-informat. Bereichen findet diese Idee immer mehr Eingang.
Ein gutes Muster sollte
* ein oder mehrere Probleme lösen,
* ein erprobtes Konzept bieten,
* auf realen Designs basieren,
* über das rein Offensichtliche hinausgehen,
* den Benutzer in den Entwurfsprozess einbinden,
* Beziehungen aufzeigen, die tiefergehende Strukturen u. Mechanismen eines Systems umfassen.
Entzugssyndrom
Mit dem Begriff E. werden all jene körperlichen u. psych. Erscheinungen zusammengefasst, die nach dem Absetzen sog. psychotroper Substanzen auftreten. Dabei hängt die Ausprägung der Symptome von der Art der zuvor (missbräuchlich) verwendeten Substanzen u. der Dauer des Substanzgebrauchs ab.
Das bedeutet, dass die Symptome Jugendlicher meist weniger stark ausgeprägt sind. Da sie aber die Entzugssymptome mehr fürchten als ältere Patienten, wird bes. von jugendlichen Abhängigen Druck auf den behandelnden Arzt ausgeübt, Drogenersatzpräparate oder Benzodiazepine zu verordnen.
Entzündung
Eine E. (''lateinisch-medizinisch'''' Inflammatio'', eingedeutscht ''Inflammation'') ist eine charakterist. Antwort von biolog. Gewebe auf einen äußeren oder innerlich ausgelösten Reiz mit der Funktion, den Schädigungsreiz zu beseitigen, dessen Ausbreitung zu unterbinden u. ggf. eingetretene Schäden zu reparieren. Eine E. kann in einem umschriebenen Gebiet oder als system. Entzündungsreaktion vorliegen.
Das Geschehen wird meist mit einer Kombination des betroffenen Organs mit der griech. Endung -itis gekennzeichnet, z. B.:
* Enteritis, Kolitis und Gastritis
* Arthritis (Gelenksentzündung)
* Myokarditis (Herzmuskelentzündung)
* Dermatitis (Hautentzündung)
* Otitis (Ohrenentzündung)
* Ausnahme:
* Pneumonie = "Lungenentzündung", obwohl die Endung "-itis" fehltDie Entzündungsreaktion wird vom Bindegewebe, den Blutgefäßen u. dem Immunsystem getragen.
Enuresis
Als E. - von griech. ''en'' (in, hinein) u. ''ourein'' (nässen) - wird das ''Einnässen'' bezeichnet, also das ungewollte Urinieren. Es ist zu unterscheiden zwischen dem nächtl. Einnässen (''Enuresis nocturna'', ''Bettnässen'') u. dem Einnässen am Tage (''Enuresis diurna'').
Environment
Das E. (englisch ''environment'' = das Umgebensein, Umgebung; französisch ''environ'' = um, herum, Umgebung) ist ein in den späten 1950er Jahren ursprünglich aus dem amerikan. Englisch entlehnter Begriff für künstler. Arbeiten, die sich mit der Beziehung zwischen künstler. Objekt u. Umgebung auseinandersetzen. Hierbei kann die Umgebung selbst zum Teil des Kunstwerkes werden.
Enya
E. (* 17. Mai 1961 in Gaoth Dobhair, Tír Chonail, Irland; eigentl. ''Eithne Patricia Ní Bhraonáin'' ist eine irische New Age-Musikerin u. Sängerin.
Enzensberger, Hans Magnus
Hans Magnus Enzensberger (* 11. November 1929 in Kaufbeuren) ist ein dt. Dichter, Schriftsteller, Hrsg., Übersetzer u. Redakteur. Er hat auch unter den Pseudonymen ''Andreas Thalmayr'', ''Linda Quilt'', ''Elisabeth Ambras'' sowie ''Serenus M. Brezengang'' publiziert. Enzensberger lebt in München-Schwabing.
Enzephalitis
Eine E. (altgriech. "die Gehirnentzündung") ist eine Entzündung des Gehirns. Sie ist meist infektiös bedingt, hervorgerufen durch Viren oder – seltener – durch Bakterien, Protozoen oder durch medizinisch relevante Pilze (wie ''Cryptococcus neoformans''). Sind auch die Hirnhäute mit betroffen, spricht man von einer Meningoenzephalitis. Bei Beteiligung des Rückenmarks spricht man von einer Enzephalomyelitis.
Enzephalopathie
E. oder Enzyphalopathie (ad SB) (griech. ''encephalon'' Gehirn, ''pathia'' Leiden) ist ein Sammelbegriff für krankhafte Veränderungen des Gehirns unterschiedl. Ursache u. Ausprägung. Der Begriff wird im Allg. nur für Veränderungen verwendet, die das Gehirn als Ganzes u. nicht nur einzelne Gehirnabschnitte betreffen. Enzephalopathien können u. a. durch abnorme Konzentrationen toxischer Substanzen, Krankheitserreger oder Durchblutungsstörungen verursacht sein. Beispiele sind die vermutlich durch Prionen verursachten „übertragbaren spongiformen Enzephalopathien” wie die „bovine spongiforme Enzephalopathie” (BSE), die bei Lebererkrankungen vermutlich durch hirnschädigende Stoffe wie Ammoniak verursachte „hepatische Enzephalopathie”, die bei einigen HIV-Patienten beobachtete „HIV-Enzephalopathie”, die durch Mangel an Vitamin B1 (Thiamin) entstehende „Wernicke-Enzephalopathie” u. der ''Morbus Binswanger'' („subkortikale arteriosklerotische Enzephalopathie”) oder die Lyme-Enzephalopathie in chron. Stadien der Borreliose.
Enzyklopädie
Eine E. (''enkyklios paideia'' gebildet aus ''enkýklios'' kreisförmig u. ''paideía'' Lehre, Bildung, womit im 5. Jh. v. Chr. ''universale Bildung'' gemeint war) ist ein Nachschlagewerk, das alle Gebiete menschl. Wissens strukturiert u. umfassend darstellt.
''Universalenzyklopädien'' haben den Anspruch, allg. das Wissen der Menschheit darzustellen, ''Fach-'' oder ''Spezialenzyklopädien'' (auch ''Realenzyklopädien'') behandeln das Wissen eines eingeschränkten Themenbereichs.
Das ''Wesen'' der E. wird in der wissenschaftl. Disziplin Enzyklopädik erforscht.
Enzyme
E. (altgriech. Kunstwort nzymon), veraltet Fermente (lat. fermentum) sind Proteine, die eine chemische Reaktion katalysieren können. E. spielen eine tragende Rolle im Stoffwechsel aller lebenden Organismen; der überwiegende Teil biochem. Reaktionen, von der Verdauung bis hin zum Kopieren der Erbinformation (DNA-Polymerase) wird von Enzymen katalysiert u. gesteuert.
Enzyme-linked Immunosorbent Assay
Enzymgekoppelter Immunadsorptionstest (EIA) bzw. Enzyme Linked Immunosorbent Assay (ELISA) bezeichnet ein immunolog. Nachweisverfahren (''Assay''), das im Gegensatz zum Radioimmunoassay (RIA) nicht auf einer Radioaktivitätsmessung, sondern auf einer enzymat. Farbreaktion basiert. Wie der Radioimmunoassay gehört auch der ELISA zur Gruppe der Immunassay-Verfahren.
Mit Hilfe des ELISA können Proteine, Viren aber auch niedermolekulare Verbindungen wie Hormone, Toxine u. Pestizide in einer Probe (Blutserum, Milch, Urin, etc.) nachgewiesen werden. Hierbei macht man sich die Eigenschaft spezif. Antikörper zu Nutze, die an den nachzuweisenden Stoff (Antigen) binden. Antikörper oder Antigen werden zuvor mit einem Enzym markiert. Die durch das Enzym katalysierte Reaktion dient als Nachweis für das Vorhandensein des Antigens. Das sog. Substrat wird vom Enzym umgesetzt, das Reaktionsprodukt kann üblicherweise durch Farbumschlag, Fluoreszenz oder Chemolumineszenz nachgewiesen werden. Die Signalstärke ist im allg. eine Funktion der Antigenkonzentration, so dass ELISA auch für quantitative Nachweise verwendet werden kann.
Eosinophilie
E. ist ein medizin. Fachausdruck für die Erhöhung der Zahl eosinophiler Granulozyten (kurz: ''Eosinophile'') im Blutbild. Sie ist eine Sonderform der Leukozytose.
Ephedrin
E. ist ein Phenylethylamin-Alkaloid, aus Pflanzen der Gattung ''Ephedra'' (''Ephedra sinica'' u.a.), das aber auch im Eisenhut, der Europäische Eibe (''Taxus baccata''), dem Kathstrauch (''Catha edulis'') u.a. enthalten ist. E. ist das Hauptalkaloid im Ma-Huang u. Mormonentee.
In konzentrierter u. aufbereiteter Form bzw. die synth. gewonnene Substanz u. deren Dias- tereomer Pseudoephedrin wurden u. werden unter anderem erfolgreich gegen die Symptome asthmat. Anfälle, so wie gegen starken Schnupfen eingesetzt, gelten aber als bedenklich u. wurden durch andere Arzneistoffe verdrängt. Die Wirkstoffe finden noch Gebrauch bei Hypotonie/Kreislaufschwäche u. als Mittel zweiter Wahl bei Narkolepsie. In der Augenheilkunde wurde E. – wie auch Pseudoephedrin – als Ersatz für Atropin be- nutzt. E. wird oft mit Epinephrin verwechselt.
Ephesos
E. war eine der bedeutendsten u. ältesten griech. Städte Kleinasiens (heute Türkei) im Altertum. Sowohl Name als auch ursprüngl. Besiedlung stammen aus vorgriech. Zeit.
E. liegt ungefähr 70 km südlich von İzmir unweit der türk. Westküste (Ägäis) in der antiken Landschaft Ionien. Im Altertum lag es direkt am Meer.
Epicondylitis
E. (auch Epikondylopathie) sind schmerzhafte Einrisse an den Sehnenansätzen von Muskeln des Unterarms, die an den beiden Knochenvorsprüngen oberhalb des Gelenkknorrens (Epikondylen) am distalen Teil des Oberarmknochens entspringen.
Epidemie
Eine E. (griechisch ''επιδημ&iacgr;α'' „im Volk verbreitet”), auch: Seuche, ist die zeitliche u. örtl. Häufung einer Krankheit innerhalb einer Population, wobei es sich dabei i. e. S. um Infektionskrankheiten handelt.
Die Epidemiologie ist jener Wissenschaftszweig, der sich mit den Gründen, Verbreitungswegen u. Folgen von übertragbaren u. nicht-übertragbaren Krankheiten befasst u. die entspr. Fakten als ''epidemiologische Daten'' sammelt. Aus epidemiolog. Sichtweise wird von einer E. gesprochen, wenn in einem Zeitraum die Prävalenz (als Anzahl der Erkrankungsfälle) zunimmt.
Epigenetik
Die E. beschäftigt sich mit der epigenet. Vererbung, d. h. der Weitergabe von Eigenschaften auf die Nachkommen, die nicht auf Abweichungen in der DNA-Sequenz zurück gehen, sondern auf eine vererbbare Änderung der Genregulation u. Genexpression. Eng damit verknüpft sind physiolog. Prozesse der Individualentwicklung von Organismen, die bes. in der Zwillingsforschung untersucht werden. In beiden Fällen geht es vornehmlich darum, zu verstehen, wie Information über die Genregulation, die ''nicht'' in der DNA-Sequenz codiert ist, von einer Zell- oder Organismen-Generation in die nächste gelangt.
Epigramm
Das E. (griechisch ''- die Aufschrift''), ist ursprünglich eine Aufschrift an einem Weihgeschenk, einem Grabmal, einem Kunstwerk etc., lediglich mit dem Zweck der Bez. des Gegenstandes u. dessen Bedeutung.
Später erhielten diese Inschriften eine poet. Erweiterung, indem sie in knappster Fassung des Sinnes, meist in Distichen, auch Gefühlen u. Gedanken Raum gaben, welche sich an die betr. Person, Handlung oder Begebenheit knüpften, u. bildeten sich so zu einer selbständigen Dichtungsgattung heraus. Gotthold Ephraim Lessing erklärt das E. als Gedicht, in welchem nach Art der eigentl. Aufschrift unsere Aufmerksamkeit u. Neugierde auf irgendeinen einzelnen Gegenstand erregt u. mehr oder weniger hingehalten werden, "um sie mit Eins zu befriedigen".
Epik
E. (griechisch επικ&eeacgr; (πο&iacgr;ησις) „zum Epos gehörende Dichtung”) ist – neben der Dramatik u. der Lyrik – eine der drei großen Gattungen der Literatur u. umfasst erzählende Literatur in Vers- oder Prosaform. Epos, Saga, Roman, Erzählung, Novelle, Kurzgeschichte, Skizze, Anekdote, Märchen, Sage, Legende gehören hierher.
Epikur
E. (griechisch ''Epíkouros''; * um 341 v. Chr. auf Samos; † um 270 v. Chr. in Athen) war ein griech. Philosoph u. Begründer des Epikureismus. Diese im Hellenismus parallel zur Stoa entstandene philosophische Schule hat durch die von Epikur entwickelte hedonistische Lehre seit ihren Anfängen zwischen Anhängern u. Gegnern polarisierend gewirkt. Sie war u. ist durch ein verbreitetes Missverständnis des epikureischen Lustbegriffs Fehldeutungen ausgesetzt. Nach dem Garten, in dem Epikur u. seine Anhänger sich versammelten, wird dessen Schule auch ''Kepos'' genannt.
Epilation
Unter E. versteht man Verfahren zur Entfernung von Körperhaaren, wobei das Haar mitsamt der Haarwurzel entfernt wird. Im Unterschied zur E. bezeichnet Depilation die Entfernung nur des sichtbaren Teils der Haare, meist durch Rasur oder chem. Mittel (Enthaarungscreme).
Die E. gliedert sich in dauerhafte Verfahren, bei denen die Haarwurzel zerstört wird, u. in nicht-dauerhafte Verfahren, bei denen das Haar nur ausgerissen wird, ohne die Haarwurzel zu zerstören, u. nach einiger Zeit – allerdings erst nach einer längeren Zeitspanne als bei der Depilation – wieder nachwächst.
Je nach kulturellem Umfeld gilt die Depilation oder E. bestimmter Körperteile oder -bereiche als Teil der normalen Körperpflege.
Epilepsie
E. (altgriech., „der Anfall, der Übergriff” über lateinisch ''epilepsia'' seit dem 16. Jahrhundert nachweisbar; zu ''epílēptos'', „ergriffen” vom Verb „ergreifen”, „packen”, „anfallen”), im Deutschen die Fallsucht oder auch Krampfleiden genannt, bezeichnet ein Krankheitsbild mit mindestens zwei wiederholt spontan auftretenden Krampfanfällen, die nicht durch eine vorausgehende erkennbare Ursache hervorgerufen wurden. Ein solcher epilept. Krampfanfall ist Folge paroxysmaler synchroner Entladungen von Neuronengruppen im Gehirn, die zu plötzlichen unwillkürlichen stereotypen Verhaltens- oder Befindungsstörungen führen.
Episches Theater
Das epische Theater ist eine Theaterform, in der versucht wird, das Theater durch die Einführung eines Erzählers zu episieren. Dies geschieht in der antiken Tragödie etwa durch den Chor. Dabei steht das epische Theater im Gegensatz zum dramatischen (bzw. aristotelischen) Theater, welches das Ziel verfolgt, den Zuschauer durch Einfühlen in das Gesehene zu läutern (Katharsis).
In der modernen Geschichte des deutschsprachigen Theaters ist das epische Theater vor allem mit den Namen Erwin Piscator u. Bertolt Brecht verbunden. Brecht hoffte, das Publikum durch seine Stücke für polit. Ziele aktivieren zu können.
Epistaxis
E. (von gr. σταζω „tröpfeln”, &eacgr;πισταξις „Darauftröpfeln”) ist das medizin. Fachwort für Nasenbluten. Nasenbluten ist zwar in den meisten Fällen nicht gefährlich, es kann jedoch auch lebensbedrohlich u. kaum zu beherrschen sein. Gefährliche Blutungen stammen meist aus den hinteren Nasenabschnitten (Arteria ethmoidalis anterior).
Epithel
Das E. [epi&beton;te&dehn;l] (von griechisch [''&eacgr;π&iacgr;''] ''epí''„auf”, „über”; [''θηλ&eeacgr;''] ''thelé'' „Mutterbrust”, „Brustwarze”) ist eine biologisch-medizin. Sammelbez. für Deckgewebe u. Drüsengewebe. Das E. ist neben Muskel-, Nerven- u. Bindegewebe eine der vier Grundgewebearten.
Epoche (Literatur)
Eine literar. E. ist ein Ab- schnitt der Literaturgeschichte.
Die Bezeichnung stammt vom griechischen Wort ''epoché'' ab, was "Einschnitt" bedeutet.
Epos
Das E. (altgriechisch „Wort, Vers”, dann auch „die Erzählung, das Gedicht”; Pl.: ''Epen''), veraltet die Epopöe („die Versschöpfung”) ist eine der Hauptformen der erzählenden Literatur (der Epik). Es steht als narrative Großform neben der jüngeren Entwicklung des Romans. Epen berichten in gebundener Sprache u. einer gewissen Breite u. Ausführlichkeit von einem bedeutenden, als historisch real verstandenen Ereignis. Die Verfasser können anonym bleiben.
Epoxidharz
Ein E. (Kurzzeichen EP) besteht aus Polymeren, die je nach Reaktionsführung unter Zugabe geeigneter Härter einen duroplast. Kunststoff von hoher Festigkeit u. chem. Beständigkeit ergeben. Werden E. u. Härter gemischt, erfolgt je nach Zusammensetzung u. Temperatur üblicherweise innerhalb von wenigen Minuten bis einigen Stunden die Aushärtung des ursprünglich flüssigen Gemisches. In Extremfällen können bis zur vollständigen Aushärtung jedoch auch mehrere Monate vergehen.
Epstein-Barr-Virus
Das E. (EBV) ist ein humanpathogenes, behülltes, doppelsträngiges DNA-Virus aus der Familie der Herpesviridae. Erstmals beschrieben wurde es 1964 von Michael Epstein u. Yvonne M. Barr. Sie entdeckten EBV in B-Lymphozyten, die von einem afrikanischen Patienten mit Burkitt-Lymphom stammten. Es ist Erreger des Pfeiffer-Drüsenfiebers u. zweier Tumorarten.
Equalizer
Ein E. oder EQ (englisch: ''to equalize'': angleichen, ''equal'': gleich) ist ein Filter als elektron. Komponente zur Tongestaltung (Sound Design) u. zur Entzerrung (Tontechnik) von Tonfrequenzen, überwiegend Musik, oder von anderen frequenzbasierten Signalen wie amplitudenmodulierten Datensignalen.
Eragon
E. ist eine Buchreihe des US-amerikan. Schriftstellers Christopher Paolini, die dem Fantasy-Genre zuzuordnen ist. Von dem Zyklus, der zunächst als Trilogie geplant war, sind bereits die ersten beiden Bücher ''Eragon – das Vermächtnis der Drachenreiter'' u. ''Eragon – Der Auftrag des Ältesten'' erschienen. Der dritte Band wird den Titel "Die Weisheit des Feuers" (englisch "Brisingr") tragen u. am 20. September 2008 in den USA bzw. 29. September 2008 in Deutschland erscheinen, nachdem die Veröffentlichung seit dem Winter 2006 mehrmals verschoben worden ist.
Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter
E. –. D. V. d. D. ist die Verfilmung des gleichn. Fantasyromans ''Eragon'' des US-amerikan. Schriftstellers Christopher Paolini, die am 14. Dezember 2006 in den dt. u. schweiz. Kinos u. am 15. Dezember in den österr. Kinos anlief.
Die Deutschlandpremiere fand am 11. Dezember 2006 im Hamburger „Streits Filmtheater” statt.
Erasmus (Initiative)
Das Erasmus-Programm ist ein Programm der Europäischen Union. Gegründet wurde es etwa 1987 mit dem Ziel, die Zusammenarbeit von Hochschulen innerhalb der EU u. anderen europ. Ländern (EU-Beitrittsländer, Schweiz, Norwegen) sowie die Mobilität von Studenten u. Dozenten zu fördern. ERASMUS ist die Abk. für "European Region Action Scheme for the Mobility of University Students". Es ist Teil des Sokrates-Programms (welches jetzt in "Life-Long Learning Programme" umbenannt wurde), das neben Hochschulbildung auch Schul- u. Erwachsenenbildung fördert. Zentraler Bestandteil sind die Anerkennung von Studienleistungen im Ausland anhand des European Credit Transfer Systems (ECTS) u. die finanzielle Unterstützung von Austauschstudenten.
Erasmus von Rotterdam
Erasmus (Desiderius) von Rotterdam (* 27. Oktober 1465 [oder 1469] in Rotterdam; † 12. Juli 1536 in Basel) war ein bedeutender Humanist, Pädagoge, Theologe, Philosoph u. Philologe. E. war der Hauptvertreter des Humanismus.
ERA-TV
Mit dem Tarifvertrag über das Entgelt-Rahmenabkommen (ERA-TV) im Jahr 2003 wird ein neues System in der Metall- u. Elektroindustrie geschaffen, um das Entgelt von Beschäftigten zu ermitteln.
Wesentliches Ziel des ERA ist es, die Unterscheidung nach Arbeiter u. Angestellte zu beseitigen, deren Entgelt zu vereinheitlichen u. damit eine größere Entgeltgerechtigkeit auch zwischen den Gruppen zu erreichen. Konsequenterweise werden tradierte Vokabeln aufgegeben u. durch andere ersetzt. So werden die Begriffe ''Arbeiter'' u. ''Angestellter'' durch den Begriff ''Beschäftigte'' ersetzt. Statt Lohn u. Gehalt wird der Oberbegriff Entgelt (von „entgelten”) benutzt. Der ERA-TV wird in jedem Tarifgebiet (insges. 11 verschiedene ERA-Tarifgebiete in Deutschland) spezifisch ausgestaltet.
Erbbaurecht
Das E. (veraltet umgangssprachlich auch Erbpacht) ist - aus der Sicht des Erbbauberechtigten - das veräußerliche u. vererbl. Recht, auf oder unter der Erdoberfläche des Grundstücks eines fremden Eigentümers ein Bauwerk zu besitzen. Aus der Sicht des Eigentümers des Grundstücks ist das E. ein beschränktes dingl. Recht, das auf seinem Grundstück lastet. Das E. wird selbst wie ein Grundstück behandelt (so genanntes „grundstücksgleiches Recht”) u. im Grundbuch (in Abteilung II) wie ein Grundstück eingetragen. Es kann selbst belastet werden, beispielsweise mit Grundpfandrechten (Grundschuld u. Hypothek). Meist wird vereinbart, dass der Erbbauberechtigte an den Eigentümer des Grundstücks eine einmalige Gegenleistung oder monatl. Zahlungen (den sog. Erbbauzins) leisten muss.
Die gesetzl. Grundlage für das E. ist in Deutschland das Gesetz über das E. (Erbbaurechtsgesetz) vom 15. Januar 1919 in der jeweils gültigen Fassung.
Mit Wirkung vom 30.11.2007 wurde die Erbbaurechtsverordnung (ErbbauVO) umbenannt in Erbbaurechtsgesetz (ErbbauRG). Inhaltliche Änderungen waren mit dieser Umbenennung nicht verbunden.
Das E. wird durch Einigung von Eigentümer u. Erbbauberechtigtem u. Eintragung im Grundbuch begründet. Das E. erlischt durch Ablauf der vereinbarten Zeit. Der Erbbauberechtigte muss nach Ablauf der vereinbarten Zeit nicht das errichtete Gebäude vom Grundstück entfernen, sondern erhält nur eine Vergütung für den Gebäudewert.
Erbe
Der E. ist nach der in der BR Deutschland geltenden gesetzl. Definition des § 1922 BGB derjenige, der im Erbfall das Vermögen des Erblassers (den Nachlass) als Ganzes entweder alleine oder zusammen mit anderen erhält.
Erbkrankheit
Unter dem Oberbegriff E. werden allg. solche Erkrankungen u. Besonderheiten zusammengefasst, die entweder durch ein (monogen), oder mehrere veränderte Gene (polygen) ausgelöst werden u. zu bestimmen Erkrankungsdispositionen führen.
I. e. S. zählt man jedoch nur jene Erkrankungen u. Besonderheiten zu den Erbkrankheiten, die durch Vererbung von den Vorfahren auf ihre Nachkommen übertragen werden.
Syndrome wie Formen von Trisomie, bei denen sich nicht die übliche Zahl von 46 Chromosomen im menschl. Genom findet, können somit genau genommen nicht als E. gezählt werden, da sie zumeist spontan auftreten u. auch nur selten vererbt werden.
Erbrechen
E. ist die schwallartige Entleerung des Magen- oder Speiseröhreninhaltes entgegen der natürl. Richtung durch die Speiseröhre u. den Mund. Es ist meist mit einem brennenden Gefühl in der Speiseröhre (Sodbrennen) verbunden, das durch den säurehaltigen Magensaft verursacht wird.
Erbrecht
Das E. ist als subjektives Recht das Grundrecht, Verfügungen über das Eigentum oder anderer veräußerbarer Rechte zum Eintritt des eigenen Todes hin zu regeln u. andererseits auch Begünstigter solcher Verfügungen zu werden (zu „erben”). Der Begriff E. bezeichnet im objektiven Sinn auch die Rechtsnormen, die sich mit dem Übergang des Vermögens einer Person (Erblasser) bei ihrem Tod auf eine oder mehrere andere Personen befassen.
Erbschaftsteuer
Die E. ist eine Steuer auf den Vermögenserwerb von Todes wegen.
Erbschein
Der E. ist in Deutschland eine amtl. Urkunde, die für den Rechtsverkehr feststellt, wer Erbe ist u. welchen Verfügungsbeschränkungen dieser unterliegt. Der E. stellt dabei auf das Erbrecht zur Zeit des Erbfalls ab, so dass spätere Veränderungen grundsätzlich unberücksichtigt bleiben. Er dient der Sicherheit im Rechtsverkehr.
Erbse
Die E. (''Pisum sativum''), auch Gartenerbse oder Speiseerbse genannt, ist eine Pflanzenart aus der Unterfamilie Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae, Leguminosae).
Die E. stammt ursprünglich aus Kleinasien u. ist seit Jahrtausenden eine wichtige Nutzpflanze. Sie war früher ein wichtiger Protein-Lieferant für die menschl. Ernährung. Heute wird sie vor allem als Gemüse u. als Tierfutter verwendet.
Erbsünde
E. (lat. ''peccatum originale originatum'') bezeichnet in der christl. Theologie den durch die ''Ursünde'' (lat. ''peccatum originale originans'') Adams u. Evas begründeten ''Unheilszustand'', in den jeder Mensch als Nachkomme Adams „hineingeboren” wird u. durch den er in seiner eigenen Freiheitsgeschichte vorbelastet ist.
Erdalkalimetalle
Der Name E. bezeichnet die Elemente der 2. Hauptgruppe des Periodensystems. Die Bez. leitet sich von den beiden benachbarten Hauptgruppen, den Alkalimetallen u. den Erdmetallen ab. Ihr gehören die stabilen Elemente Beryllium (Be), Magnesium (Mg), Calcium (Ca), Strontium (Sr) u. Barium (Ba) an. Das 6. Element der Gruppe, Radium (Ra), ist ein radioaktives Zwischenprodukt natürl. Zerfallsreihen.
Erdatmosphäre
Die E. (von griechisch ''ατμ&oacgr;ς, atmós'' „Luft, Druck, Dampf” u. ''σ&phis;α&iacgr;ρα, sfära'' „Kugel”), die Atmosphäre der Erde, ist die gasförmige Hülle oberhalb der Erdoberfläche. Sie stellt eine der Geosphären dar u. ihr Gasgemisch ist durch einen hohen Anteil an Stickstoff u. Sauerstoff u. somit oxidierende Verhältnisse geprägt. Eine Darstellung der Konzentration der Atmosphärengase sowie deren Charakteristika bietet der Artikel Luft.
Erdbeben
Als E. werden messbare Erschütterungen der Erdoberfläche bezeichnet. Der deutlich größte Anteil aufgezeichneter E. ist jedoch zu schwach, um von Menschen wahrgenommen zu werden. Auch andere Bewegungen der Erdoberfläche, wie etwa durch Tidenhub oder durch Eigenschwingungen der Erde (Erdspektroskopie) sind nicht fühlbar, da sie zu langsam erfolgen oder zu schwach sind.
Starke E. können Häuser u. Bauten zerstören, Tsunamis u. Erdrutsche auslösen u. dabei Menschen töten. Sie können die Gestalt der Erdoberfläche verändern u. zählen zu den Naturkatastrophen. Unterseeische E. werden im Volksmund auch als Seebeben bezeichnet. Die Wissenschaft, die sich mit E. befasst, heißt Seismologie.
Erdbeeren
Bild: Erdbeere_2008-2-27.JPG
Eine Erdbeerfrucht
Die E. (''Fragaria'') sind eine Gattung in der Unterfamilie der Rosoideae innerhalb der Familie der Rosengewächse (''Rosaceae''). Sie spielen schon seit der Steinzeit eine Rolle in der menschl. Ernährung, erst mit der Einführung von amerikan. Arten im 18. Jh. entwickelte sich jedoch die Gartenerdbeere. Entgegen ihrem Namen zählt die Erdbeere aus botan. Sicht nicht zu den Beeren, sondern zu den Sammelnussfrüchten. Es gibt ungefähr 20 Arten, die meisten in den gemäßigten Zonen der Nordhalbkugel sowie eine Art in Chile (''F. chiloensis''). Insges. wurden mittlerweile über 1000 verschiedene Sorten gezüchtet.
Erde
Die E. (von indogerm. ''*er[t]''– lat.: „Terra”; gr.: „Gaja”) ist von der Sonne aus der dritte Planet im Sonnensystem. Sie ist etwa 4,6 Milliarden Jahre alt u. ist der einzige bekannte belebte Himmelskörper. Nach den vorherrschenden chem. Eigenschaften der E. wird der Begriff der erdartigen (terrestrischen) oder auch erdähnl. Planeten definiert.
Das astronom. Symbol der E. ist &earth; u. stellt einen stilisierten Reichsapfel dar.
Erdgas
E. ist ein brennbares Naturgas, das in unterird. Lagerstätten vorkommt. Es tritt häufig zusammen mit Erdöl auf, da es auf ähnl. Weise entsteht. Erdgase bestehen hauptsächlich aus Methan, unterscheiden sich aber in ihrer weiteren chem. Zusammensetzung.
Erdkröte
Die E. (''Bufo bufo'') ist ein häufiger u. im paläarkt. Raum weit verbreiteter Froschlurch aus der Gattung der Echten Kröten innerhalb der Familie der Kröten (Bufonidae). In der Erstbeschreibung nannte Carl von Linné die Art zunächst ''Rana bufo'', ordnete sie also als „Frosch” in der Gattung ''Rana'' ein. Veraltete, seltener benutzte oder regionale dt. Trivialnamen sind ''Feldkröte, Gemeine Kröte, Lork, Krott, Hutsche, Broz, Padde, Netze, Thaaschen, Toosche, Tooschkrott, Aefk, Muggel'' u. ''Mummel''. August Johann Rösel von Rosenhof bezeichnete das Tier 1790 als „blatterichte Landkröte mit rothen Augen” u. spielte damit auf die warzige, scheinbar von Pocken (Blattern) entstellte Haut an.
Erdkruste
Die E. ist die äußere, feste Schicht der Erde u. in der relativen Mächtigkeit einer Apfelschale vergleichbar. Unter ihr liegen der feste bis zäh-plast. Erdmantel u. 2900 km tiefer der großteils flüssige Erdkern. Die E. bildet zusammen mit dem lithosphär. Mantel die Lithosphäre
Die detaillierte Erforschung des Erdinnern begann vor etwa 200 Jahren. Doch schon die griech. Naturphilosophen machten sich Gedanken über die Struktur der Erde, Newton berechnete ihre Abplattung mit einem einfachen physikal. Modell, u. auch Vulkanismus u. Erdbeben ließen frühzeitig manche Schlüsse zu. Um 1900 entwickelten sich schließlich die modernen Messmethoden der Gravimetrie, der Seismik u. der Geomagnetik.
Erdmagnetfeld
Das E. ist das Magnetfeld, das die Erde umgibt. Es wird von dem sogenannten ''Geodynamo'' erzeugt.
Nahe der Erdoberfläche ähnelt das Feld dem eines magnet. Dipols. Die magnet. Feldlinien treten im Wesentlichen auf der Südhalbkugel aus der Erde aus u. durch die Nordhalbkugel wieder in die Erde ein. Im Erdmantel verändert sich die Form des Magnetfeldes (Quadrupolfeld, Multipolfeld). Oberhalb der Erdatmosphäre wird das Dipolfeld durch den Sonnenwind verformt.
Erdmännchen
Das E. (''Suricata suricatta'') ist eine nur im südl. Afrika beheimatete Manguste. Den Namen hat es, da es nach Menschenart oft auf zwei Beinen steht, um die Umgebung zu beobachten. E. sind auch als Surikaten bekannt. Im Englischen heißen sie nach ihrem Afrikaans-Namen "Meerkat", was manchmal ins Deutsche als Meerkatze übersetzt wird – dieser Name ist aber eigentlich für eine Primatengattung reserviert, die mit E. überhaupt nichts zu tun hat.
Erdnaher Asteroid
Als Erdnahe Asteroiden (engl. ''Near-Earth asteroid''; NEA) werden Asteroiden bezeichnet, deren Umlaufbahn sie in die Nähe der Erdbahn führt. Diese Objekte bewegen sich nicht wie die meisten Asteroiden im Asteroidengürtel um die Sonne, sondern näher in Richtung der Bahnen von Mars u. Erde, teilweise auch Venus u. Merkur. Die Zusammensetzung der erdnahen Asteroiden entspricht aber der Zusammensetzung anderer Hauptgürtel-Asteroiden.
Erdnuss
Die E. (''Arachis hypogaea''), auch Aschanti-, Arachis- oder Kamerunnuss, ist eine Nutzpflanze aus der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae oder Leguminosae) aus der Neuen Welt u. daher in der Schweiz Spanische Nuss genannt. Die Frucht der E. ist botanisch eine Hülsenfrucht u. keine Nuss im eigentl. Sinne. Diese Verwechslung dürfte sich aus der Beschaffenheit der Samen erklären, insbes. der Konsistenz, dem hohen Fettgehalt u. dem vergleichsweise niedrigen Anteil an Stärke. Der engl. Name der E., ''peanut'' (zu dt. „Erbsennuss”) deutet dagegen auf die biolog. Zugehörigkeit zu den Hülsenfrüchtlern hin. Subtile Konsequenz hieraus ist der im Vergleich mit echten Nüssen geringe Anteil an Omega-3-Fettsäuren. Im Gegensatz zu den meisten anderen Hülsenfrüchten sind Erdnüsse allerdings roh genießbar. Das allergene Potenzial ist im Vergleich zu anderen Lebensmittelallergenen relativ hoch.
Erdoberfläche
Die E. ist die Grenzschicht zwischen der festen Erdkruste oder den Gewässern auf der einen u. der Atmosphäre auf der anderen Seite. Sie lässt sich nach verschiedenen Kriterien in Hemisphären (von Altgriechisch Hεμι ''Hemi''„Halb”/„Hälfte” u. Sπηαιρα ''Sphaira''„Kugel”), das heißt Halbkugeln, also Hälften der E., einteilen.
Erdoğan, Recep Tayyip
Recep Tayyip Erdoğan [&beton;r&aeo;d&schsth;&aeo;p &beton;ta&dehn;jip &beton;&aeo;rd&oo;&dehn;an] (* 26. Februar 1954 in Kasımpaşa, Istanbul) ist ein türk. Politiker. Er war von 1994 bis 1998 Oberbürgermeister von Istanbul, wurde im September 1998 wegen Missbrauchs der Grundrechte u. -freiheiten gemäß Artikel 14 der türk. Verfassung nach Artikel 312/2 des damaligen Strafgesetzbuches mit lebenslangem Politikverbot belegt u. war von März bis Juli 1999 inhaftiert. Erdoğan ist seit 2001 Vorsitzender der Partei AKP u. seit dem 11. März 2003 Min.-Präs. der Türkei.
Erdöl
E. ist ein in der Erdkruste eingelagertes, hauptsächlich aus Kohlenwasserstoffen (unter anderen auch Methan) bestehendes lipophiles Stoffgemisch. Rohes E. (Rohöl) stellt mit mehr als 17.000 Bestandteilen eine der komplexesten Mischungen an organ. Stoffen dar, die natürlicherweise auf der Erde vorkommen.
Eine mittelalterl. Darstellung beschreibt E. folgendermaßen:
''Petroleum ist das Öl der Felsen. Es wird an vulkanischen Stellen gefunden. Es wird jedoch durch das Fett der Erde und die Kraft der Wärme in Feuer verwandelt. Es befindet sich unter Steinen, wo es zwischen ihnen liegt, oder in ihnen eingeschlossen ist. Auch unter dem Meere findet man es.''
E. ist der derzeit wichtigste Rohstoff der modernen Industriegesellschaften, der zur Erzeugung von Treibstoffen u. für die chem. Industrie herausragende wirtschaftl. Bedeutung besitzt.
Farbe u. Konsistenz variieren von transparent u. dünnflüssig bis tiefschwarz u. dickflüssig. E. hat auf Grund der Schwefelverbindungen einen charakterist. Geruch, der zwischen angenehm u. widerlich-abstoßend wechseln kann. Farbe, Konsistenz u. Geruch sind sehr stark von der geograf. Herkunft des Erdöls abhängig. Manche Erdölsorten fluoreszieren bei der Bestrahlung mit ultraviolettem Licht.
Erdölraffinerie
Eine E. ist ein Industriebetrieb, der aus dem Naturstoff Erdöl durch Destillation, Reinigung (Entschwefelung) u. Veredelung (Reformierung) höherwertige Produkte herstellt.
Erdrotation
Die E. ist die Drehbewegung der Erde um ihre eigene Achse. Die Rotationsachse nennt man Erdachse. Die Erde dreht sich nach O, was sich durch Orientierung mit einem Kompass bei Sonnenaufgang leicht überprüfen lässt. Vom Polarstern aus betrachtet dreht sich die Erde entgegen dem Uhrzeigersinn, also rechtläufig.
Erdschwerebeschleunigung
Die E. ist die Schwerebeschleunigung oder Fallbeschleunigung der Erde u. wird auch kurz Erdbeschleunigung oder Erdschwere genannt. Sie gibt an, welcher Beschleunigung ein Körper beim freien Fall im Erdschwerefeld unterliegt. An der Erdoberfläche beträgt ihr Mittelwert ''g'' = 9,81 m/s2, variiert aber wegen Zentrifugalkraft, Erdabplattung u. Höhenprofil regional um einige Promille.
Erdung
Die E. ist eine elektrisch leitfähige Verbindung mit dem Erdboden. Sie besteht aus Erdern, Anschlussleitungen u. entspr. Klemmen.
Erdzeitalter
E., Ären (Singular: Ära) oder Zeitalter sind in der Geologie die Untereinheiten der Äonen, also Zeitabschnitte von vielen Jahrmillionen.
Jede Ära unterteilt man stratigraphisch weiter in Systeme: ''Periode, Epoche, Alter''.
Erdzweige
Die Zwölf E. (dìzhī oder shíèrzhī; jap. ''jūnishi'', dt. „zwölf Zweige”), auch Chinesischer Tierkreis genannt, sind ein altes chines. Nummerierungssystem u. entsprechen den zwölf Tieren des chines. Kalenders. Zusammen mit den zehn Himmelsstämmen ergeben sie den Sechzigjahreszyklus des chines. Kalenders. Gleichzeitig stehen sie auch jeweils für eine (Doppel-)Stunde des Tages u. drei Monate des Jahres. Bis heute hat sich die Bez. ''w&ucaron;qián'' (jap. ''gozen'', dt. „vor dem Pferd”) für Vormittag u. ''w&ucaron;hòu'' (jap. ''gogo'', dt. „nach dem Pferd”) für Nachmittag erhalten.
Ereignisgesteuerte Prozesskette
Die E. P. (EPK) ist ein Modell zur Darstellung von Geschäftsprozessen einer Organisation bei der Geschäftsprozessmodellierung. Sie ist wesentl. Element des ARIS-Konzepts (Architektur integrierter Informationssysteme).
Sie wurde 1992 von einer Arbeitsgruppe unter Leitung von Prof. August-Wilhelm Scheer an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken im Rahmen eines Forschungsprojektes mit der SAP AG zur semiformalen Beschreibung von Geschäftsprozessen entwickelt.
EPK stellen Arbeitsprozesse in einer semiformalen Modellierungssprache grafisch dar. Dadurch sollen betriebl. Vorgänge systematisiert u. parallelisiert werden, um Zeit u. Geld einsparen zu können. Dazu werden Objekte in gerichteten Graphen mit Verknüpfungslinien u. -pfeilen in einer 1:1-Zuordnung verbunden (Ausnahme bei logischen Verknüpfungen). In einer solchen Verknüpfungskette wechseln die Objekte sich in ihrer Bedeutung zwischen Ereignis u. Funktion ab, d.h. sie bilden eine alternierende Folge, die zu einem bipartiten Graphen führt. Jede Funktion kann zusätzlich mit einem Informationsobjekt verbunden werden, aus dem Informationen geladen oder in das Informationen gespeichert werden.
Erektile Dysfunktion
Man spricht von einer erektilen Dysfunktion (Abk. ''ED'', auch Erektionsstörung, Potenzstörung, im Volksmund auch Impotenz), wenn es einem Mann über einen gewissen Zeitraum hinweg in der Mehrzahl der Versuche nicht gelingt, eine für ein befriedigendes Sexualleben ausreichende Erektion des Penis zu erzielen oder beizubehalten. Kurzfristige Erektionsstörungen gelten hingegen nicht als ED.
Erektion
Unter E. (lat. für ''Aufrichtung'') versteht man die Versteifung des männl. Penis infolge mechanischer oder psych. Reize, insbes. durch sexuelle Erregung. Die E. wird hervorgerufen durch Entspannung der Schwellkörpermuskulatur, Steigerung des Blutzuflusses u. Drosselung des Blutabflusses u. stellt eine Voraussetzung für den Vollzug des normalen Geschlechtsverkehrs dar.
I. w. S. wird auch das Anschwellen der Klitoris als E. bezeichnet.
Erfahrung
Eine E. ist einerseits ein Erlebnis im Sinne eines wahrgenommenen Ereignisses u. andererseits die Gesamtheit aller aus Wahrnehmungen, Sinneseindrücken u. kognitiven Prozessen der Auseinandersetzung mit der Umwelt u. sich selbst erworbenen Kenntnissen, Fähigkeiten u. Fertigkeiten, also das, was in unserem Gedächtnis haften bleibt, abrufbar ist u. schließlich angewendet werden kann.
Wissenschaftliche Erfahrungen entstehen durch Beobachtung, Messung u. Experimente u. sind ein zentraler Begriff aller empir. Wissenschaften.
Manchmal ändert sich das spätere Verhalten durch eine E. So sind Lernprozesse in der Regel mit vorausgehender E. verbunden.
Erfinder
Ein E. ist eine Person, die einmal oder ständig etwas Neues oder eine wesentl. Verbesserung im Bereich der Technik schafft, das als eine Erfindung bezeichnet werden kann.
Erfindung
Erfindungen sind bes., nicht auf der Hand liegende, materielle Konstrukte oder Verfahren, die neue u. nützl. Anwendungen ermöglichen. Erfunden werden sie von Erfindern.
Erfolg
E. ist ein als positiv empfundenes Resultat eigenen Handelns. Oder anders: E. bedeutet, dass man im richtigen Augenblick die richtigen Fähigkeiten hat. Ursprünglich bezeichnete es lediglich die allg. Folge, Konsequenz oder Effekt eines Handelns. ("E. ist die Summe richtiger Entscheidungen").
Erfurt
Bild: ErfurterDom.jpg
Erfurter Dom und Severikirche
E. ist die Landeshauptstadt des dt. Bundeslandes Thüringen. Es ist zugleich die größte Stadt Thüringens u. neben Gera u. Jena im O eines der drei Oberzentren des Landes. Wichtigste Institutionen neben den Landesbehörden sind das Bundesarbeitsgericht, die Universität E. u. das kath. Bistum E., dessen Kathedrale der Erfurter Dom ist, der wiederum neben der Krämerbrücke eine der Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt darstellt. Darüber hinaus besitzt die Stadt einen knapp drei Quadratkilometer großen mittelalterlich geprägten Altstadtkern mit etwa 25 Pfarrkirchen u. zahlreichen Fachwerk- u. Bürgerhäusern.
E. wurde 742 erstmals urkundlich erwähnt u. entwickelte sich bereits kurz nach seiner Gründung zum Zentrum des Thüringer Raumes, wenngleich es bis 1944 politisch nicht Teil des Landes war. Bis 1802 gehörte es zu Kurmainz, danach zu Preußen (mit Ausnahme der Zeit von 1806 bis 1814, als es unter französ. Regierung stand). Die Universität wurde 1392 gegr. Sie ist somit die drittälteste Universität Deutschlands. Martin Luther war ihr bekanntester Student. Die Wirtschaft der Stadt ist von Verwaltung u. Dienstleistung geprägt. E. ist nach Leipzig die Stadt mit der zweitgrößten Messe in den neuen Bundesländern. Des weiteren ist E. wichtiger Verkehrsknotenpunkt im Zentrum Deutschlands. Der neue Hauptbahnhof befindet sich in Bau. Bekannt ist E. auch für seinen Gartenbau (egapark) u. als Medienzentrum (Sitz des Kinderkanals u. mehrerer Radiostationen, sowie Tageszeitungen). – 202.658 Ew.
Ergebnisprotokoll
Das E. zeichnet Inhalte u. Beschlüsse einer Zusammenkunft auf. Im Unterschied zum Verlaufsprotokoll werden aber nicht die einzelnen Reden u. Diskussionsbeiträge aufgezeichnet, sondern diese werden zu Kerninhalten zusammengefasst. Im Gegensatz zum reinen Beschlussprotokoll, das im Endeffekt einer ToDo-Liste gleicht, ermöglicht das E., dass die Beschlüsse nachvollzogen werden können. Der formale Aufbau ist der gleiche wie bei dem Verlaufsprotokoll.
Ergometer
Bild: Fahrrad-Ergometer_01_KMJ.jpg
Ergometer
Ein E. (Art.: das; aus dem Griechischen) ist ein Sportgerät, mit dem sehr einfach die bei körperl. Arbeit erbrachte Leistung gemessen werden kann.
Ergonomie
Die E. ist die Wissenschaft von der Gesetzmäßigkeit menschl. Arbeit. Der Begriff setzt sich aus den griech. Wörtern ''ergon'' (Arbeit, Werk) u. ''nomos'' (Gesetz, Regel) zusammen. Zentrales Ziel der E. ist die Schaffung geeigneter Ausführungsbedingungen für die Arbeit des Menschen u. die Nutzung techn. Einrichtungen u. Werkzeuge, wobei neben der menschgerechten Gestaltung des Arbeitssystems (genauer des Arbeitsraumes) vor allem die Verbesserung der Mensch-Maschine-Schnittstelle zwischen Benutzer u. Operateur (Mensch) u. Objekt (Maschine) in einem Mensch-Maschine-System eine bes. Bedeutung besitzt.
Ergotherapie
Die E. (von altgriech. ''érgon'', „Werk”, „Arbeit” u. ''therapeía'', „Dienst”, „Behandlung”) ist ein medizinisches Heilmittel u. wird bei gesundheitlich beeinträchtigten Menschen mit motorisch-funktionellen, sensomotorisch-perzeptiven, neuropsychologischen, neurophysiologischen oder psychosozialen Störungen vom Arzt verschrieben.
E. unterstützt u. begleitet Menschen jeden Alters, die in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt oder von Einschränkung bedroht sind, bei für sie bedeutungsvollen Betätigungen mit dem Ziel, sie in der Durchführung dieser Betätigungen in den Bereichen Selbstversorgung, Produktivität u. Freizeit in ihrer persönl. Umwelt zu stärken.
Hierbei dienen spezifische Aktivitäten, Umweltanpassung und Beratung dazu, dem Menschen Handlungsfähigkeit im Alltag, gesellschaftliche Teilhabe u. eine Verbesserung seiner Lebensqualität zu ermöglichen."
Erhängen
Unter E. versteht man die Tötung durch Zusammenschnüren des Halses oder Brechen des Genicks in einer – meistens laufenden – Schlinge unter Einfluss des Körpergewichts. Das E. ist eine der häufigsten Methoden des Suizids. Zugleich ist es eine der ältesten Hinrichtungsarten. Strangulation ist der rechtsmedizin. Überbegriff für E., Erdrosseln oder Erwürgen.
Erhard, Ludwig
Ludwig Wilhelm Erhard (* 4. Februar 1897 in Fürth; † 5. Mai 1977 in Bonn) war ein dt. Politiker (CDU). Er war von 1949 bis 1963 Bundes-Min. für Wirtschaft, von 1963 bis 1966 Bundeskanzler der BR Deutschland u. 1966/67 CDU-Bundesvorsitzender. Er war Hochschullehrer an der Ludwig-Maximilians-Universität München u. an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Erhard gilt als "Vater der Sozialen Marktwirtschaft".
Erhardt, Heinz
Heinz Erhardt (* 20. Februar 1909 in Riga; † 5. Juni 1979 in Hamburg) war ein dt. Komiker, Musiker, Entertainer, Schauspieler u. Dichter.
Erikson, Erik Homburger
Erik Homburger Erikson (* 15. Juni 1902 bei Frankfurt a. M.; † 12. Mai 1994 in Harwich, Massachusetts, USA) gilt als Neofreudianer. Er war ein deutsch-amerikan. Psychoanalytiker u. Vertreter der psychoanalyt. Ichpsychologie. Bekannt wurde er insbes. durch das von ihm entwickelte Stufenmodell der psychosozialen Entwicklung.
Erin Brockovich (Film)
E. B. ist ein Film aus dem Jahr 2000. Unter der Regie von Steven Soderbergh wurde die wahre Geschichte von ''Erin Brockovich-Ellis'' verfilmt. Julia Roberts spielte die Hauptrolle, für die sie einen Oscar als ''Beste Schauspielerin'' erhielt. Der Film spielte weltweit mehr als 300 Millionen US-Dollar ein.
Eris (Zwergplanet)
(136199) E. ist der größte bekannte Zwergplanet unseres Sonnensystems. Er ist nach der griech. Göttin der Zwietracht u. des Streits E. benannt. Das Objekt des Kuipergürtels (Kuiper Belt Object, KBO), das einen rd. hundert Kilometer größeren Durchmesser hat als Pluto, wurde nach dem Bekanntwerden seiner Entdeckung am 29. Juli 2005 von der NASA u. vielen Medien als „Zehnter Planet” bezeichnet; jedoch wurde dieser Status in einem Entscheid am 24. August 2006 von der IAU nicht anerkannt. Stattdessen erhielt E. wie auch Pluto durch die genannte Neuregelung den Status eines Zwergplaneten u. wurde im September 2006 als Kleinplanet (136199) nummeriert. Das Objekt befindet sich momentan in einer Entfernung von ca. 97 AE (14,6 Milliarden km) u. bewegt sich auf einer stark exzentrischen u. geneigten Bahn um die Sonne. E. zählt aufgrund seiner hohen Exzentrizität zu den gestreuten KBOs (Scattered disk objects, SDO).
Eritrea
E. ([eri&beton;tre&dehn;a]; ''Tigrinya:'' Ertra) ist ein Staat im nordöstl. Afrika u. grenzt an Äthiopien, den Sudan u. Dschibuti sowie im Roten Meer an Jemen. Der Name E. leitet sich von griech. ''erythrá thálassa ''– "Rotes Meer" ab. Die Eigenbezeichnung ''Ertra'' aus Ge'ez ''bahïrä ertra ''–„Rotes Meer” – bezieht sich ebenfalls auf diese alte griech. Bez. des Roten Meeres.
Erkältung
Die E. oder auch der grippale Infekt ist eine akute Infektionskrankheit der Nasen-, Hals- u. Bronchialschleimhäute, die in erster Linie von Viren, manchmal zusätzlich auch von Bakterien verursacht wird. Letzteres wird in diesem Zusammenhang auch Superinfektion genannt, wobei es sich i. e. S. um eine Sekundärinfektion handelt. Die Begriffe ''Erkältung'' u. ''grippaler Infekt'' entstammen der Alltagssprache u. sind wissenschaftlich bzw. medizinisch nicht scharf definiert. Häufig wird der grippale Infekt mit der deutlich schwereren ''echten'' Grippe (Influenza) verwechselt, die für immungeschwächte Personen, wie vor allem für Säuglinge u. alte Menschen, tödlich enden kann.
Die Erkältungsinfekte sind die häufigste Infektion des Menschen überhaupt, Kleinkinder sind mit bis zu 13 Mal im Jahr am häufigsten betroffen. Erwachsene erkranken durchschnittlich etwa zwei- bis dreimal im Jahr.
Erkenntnis
Es existiert keine einheitl. Definition des Begriffs E. In einer ersten Annäherung kann man E. als den Prozess u. das Ergebnis einer durch Einsicht oder Erfahrung gewonnenen Kenntnis bezeichnen.
Erkenntnistheorie
Die E. oder Epistemologie ist neben u.a. der Ethik, der Logik u. der Ontologie eine der zentralen Disziplinen der Philosophie. Während die Ontologie nach den fundamentalen Strukturen der Realität fragt u. die Ethik, wie wir handeln sollen, fragt die E., wie wir davon wissen können. Dabei können sich Erkenntnistheorien auf die unterschiedlichsten Gegenstandsbereiche beziehen, etwa auf Wissen im Bereich der Naturwissenschaften, der Metaphysik oder der Moral. Dabei befasst sich die E. mit Fragen wie: ''welche'' Erkenntnisse können als verlässlich oder wahr bezeichnet werden? Welche ''Kriterien'' können dazu herangezogen werden? Wie kommen wahre u. gerechtfertigte Meinungen zustande, wie werden sie als solche erkennbar? Wie sind die zentralen Begriffe der E., wie etwa Wissen oder Gewissheit, zu analysieren? Welche äußeren Bedingungen sorgen dafür, dass bestimmte Überzeugungen als gültig oder wahr in Betracht kommen?
Erklärung
Eine E. ist ein kommunikativer Akt, mit dem man Aufschluss in einer unklaren Lage zu geben versucht. Der Begriff hat zwei verschiedene Bedeutungen: Im ersten Fall bedeutet "Erklärung" die ''Beschreibung'' eines Phänomens, die ''Erläuterung'' eines Sachverhaltes. Im zweiten Fall bedeutet "Erklärung" die ''Nennung der Ursachen'' eines Phänomens.
Erklärung von Jalta
Die E. v. J. wurde 1945 anlässlich der Jalta-Konferenz von den USA, Großbritannien u. dem Gastgeber UdSSR unterzeichnet. Die Konferenz von Jalta regelte die Aufteilung Deutschlands unter den alliierten Siegermächten nach dem bevorstehenden Ende des Zweiten Weltkriegs.
Erl, Elli
Elisabeth Maria Erl (* 25. Mai 1979 in Straubing), besser bekannt als Elli, ist eine dt. Sängerin. Sie stammt aus Hadersbach bei Geiselhöring u. erlangte bundesweit Bekanntheit durch ihren Sieg in der zweiten Staffel der Castingshow „Deutschland sucht den Superstar”, die auf dem Privatsender RTL gezeigt wurde.
Erlangen
E. ist eine kreisfreie Stadt im bayer. Reg.-Bez. Mittelfranken. Die Stadt ist Sitz des Ldkrs. Erlangen-Höchstadt u. mit gegenwärtig über 104.000 Ew. die kleinste der insges. acht Großstädte des Freistaates Bayern.
E. bildet zusammen mit den Städten Nürnberg u. Fürth einen Städteverbund, der eines der 23 Oberzentren des Freistaates Bayern darstellt. Gemeinsam mit ihrem Umland bilden sie die Metropolregion Nürnberg, eine von elf Metropolregionen in Deutschland.
Die Einwohnerzahl der Stadt überschritt 1974 die Grenze von 100.000, wodurch E. zur Großstadt wurde.
Heute wird die Stadt vor allem durch die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg u. zahlreiche Niederlassungen des Elektrokonzerns Siemens AG geprägt. Man ist zudem bestrebt, die ''Bundeshauptstadt der Medizin'' zu werden. Ein weiter in die Geschichte zurückreichendes, aber immer noch spürbares Element ist die Ansiedlung von Hugenotten nach der Rücknahme des Edikts von Nantes im Jahre 1685.
Erlen (Botanik)
Die E. (''Alnus'') bilden eine Gattung von Pflanzen in der Familie der Birkengewächse (Betulaceae). In Mitteleuropa sind drei Arten heimisch: die Grün-, Grau- u. Schwarz-Erle.
Erlkönig (Ballade)
E. ist eine Ballade von Johann Wolfgang von Goethe, die er 1782 schrieb. Sie wurde unter anderem von Franz Schubert u. Carl Loewe vertont. Im Gedicht ist der E. ein dämonischer, todbringender Verführer.
Erlös
E. oder auch Umsatz bezeichnet in der Betriebswirtschaftslehre die Summe aller Zahlungsansprüche, die ein Unternehmen in einem bestimmten Zeitraum durch den Verkauf von Waren u. Dienstleistungen erwirbt. Damit ist der Umsatz eine Flussgröße.
Ermächtigungsgesetz
Mit einem E. konnte der Deutsche Reichstag gemäß der Verfassung von 1919 der Reichsregierung die befristete Befugnis zur Gesetzgebung übertragen. Diese Übertragung war im Spannungsfall von einer Zweidrittelmehrheit im Reichstag abhängig. Die ersten drei Ermächtigungsgesetze gab es in den Krisenjahren 1919 bis 1924. So wurde in der Hälfte der Amtszeit von Reichspräsident Friedrich Ebert mit Ermächtigungsgesetzen regiert.
Wenn im Deutschen ohne nähere Kennzeichnung vom E. gesprochen wird, ist normalerweise jenes gemeint, das am 23. März 1933 beschlossen u. am 24. März verkündet wurde: das ''Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich''. Da die unter diesem Vorzeichen von der Regierung beschlossenen Gesetze weder vom Reichsrat beschlossen, noch vom Reichspräsidenten gegengezeichnet werden mussten, wurde mit diesem E. de facto die nat.-soz. Diktatur etabliert. Die Gültigkeit des Gesetzes wurde zwar auf vier Jahre begrenzt, jedoch 1937 u. 1939 durch den Reichstag sowie 1943 per Führererlass verlängert.
Ermordung der Zarenfamilie
Der Mord an der Zarenfamilie durch die Bolschewiki im Verlauf des russ. Bürgerkriegs begann am 12. Juni 1918 u. endete am 29. Januar 1919. Die Bolschewisten versuchten, der Mitglieder der Zarendynastie habhaft zu werden. Mit der Vernichtung der Romanows wollten sie einer monarchist. Konterrevolution entgegenwirken. Michail Alexandrowitsch war das erste Opfer, ehe am 16./17. Juli der ehem. Zar Nikolaus II. samt Familie in Jekaterinburg ermordet wurde. Einen Tag später mussten sechs weitere Mitglieder sterben. Im Januar 1919 wurden die letzten vier Romanows, die in Haft waren, erschossen. Insges. starben 18 Romanows u. viele weitere Personen aus deren Umfeld während u. nach den Morden an der Dynastie.
Ernährung
Die E. beinhaltet die Aufnahme von Nahrungsstoffen, die ein Organismus zum Aufbau seines Körpers, zur Aufrechterhaltung seiner Lebensfunktionen u. zum Hervorbringen bestimmter Leistungen in verschiedenen Lebenslagen benötigt. E. ist eine Voraussetzung für die Lebenserhaltung jedes Lebewesens.
Für den Menschen steuert sie in wesentl. Zügen sein körperliches, geistiges, physiologisches u. soziales Wohlbefinden. Der bewusste Umgang mit der Zufuhr von Nahrung u. Flüssigkeit ist eine Dimension der menschl. Kultur u. aller Religionen. Unter menschl. E. versteht man die Versorgung von Menschen mit Nahrung in Form von Nahrungsmitteln u. Genussmitteln. Die Aufnahme der Nahrungsmittel geschieht normalerweise durch perorale Zufuhr dem Leben dienl. Stoffe in Form von Speisen u. Getränken.
Der menschl. E. dienen rohe, gekochte oder anders zubereitete, frische oder konservierte Nahrungsmittel (''siehe auch'' Ökotrophologie).
Fehlfunktionen bei der Nahrungsaufnahme werden als Ernährungsstörungen bezeichnet.
Ernährungspyramide
Die E. ist eine graf. Darstellung, die aufgrund von Erkenntnissen der Ernährungswissenschaft zeigt, in welchem Mengenverhältnis zueinander verschiedene Nahrungsmittel konsumiert werden sollten, um sich gesund zu ernähren. An der Basis der Pyramide sind die bevorzugten, an der Spitze die in geringerer Menge zu verzehrenden Nahrungsmittel eingetragen, so dass das ungefähre Verhältnis augenfällig dargestellt wird. Die bekannteste E. wurde mehrfach aufgrund neuer Kenntnisse verändert, wie zum Beispiel vom US-Landwirtschaftsministerium 1992. Ihr Aufbau ist nicht unumstritten. Es gibt jedoch mehrere Modelle, zum Beispiel auch eines nach der Logi-Methode, das den glykäm. Index zugrunde legt.
Erneuerbare Energie
E. E., auch ''regenerative Energie'' genannt, bezeichnet Energie aus nachhaltigen Quellen, die nach menschl. Maßstäben unerschöpflich sind.
Streng genommen kann Energie weder verbraucht noch erneuert werden. Sie kann Systemen zugeführt u. Systemen entnommen werden. Der Begriff „Erneuerbare Energie” wird heute im allg. Sprachgebrauch auf Systeme angewandt, mit denen aus den in der Umwelt laufend stattfindenden Prozessen Energie abgezweigt u. der techn. Verwendung zugeführt wird. Die Systeme setzen sich dabei aus dem ursprüngl. Ökosystem u. dem System zusammen, mit dem zur Entnahme der Energie aus dem Ökosystem in das Ökosystem eingegriffen wird.
Die vom Menschen nutzbaren Energieströme entspringen unterschiedl. Energiequellen:
* der thermonuklearen Umwandlung in der Sonne,
* dem radioaktiven Zerfall im Erdinnern,
* der Erdrotation u. den damit verbundenen Effekten (Gezeiten).Auf der Erde können diese Energiequellen in Form von Sonnenlicht u. -wärme, Windenergie, Wasserkraft, Biomasse u. Erdwärme genutzt werden.
Erneuerbare-Energien-Gesetz
Das dt. Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien, in der geläufigen Kurzfassung E. (EEG) genannt, soll den Ausbau von Energieversorgungsanlagen vorantreiben, die aus sich erneuernden (regenerativen) Quellen gespeist werden. Es dient vorrangig dem Klimaschutz u. gehört zu einer ganzen Reihe gesetzl. Maßnahmen, mit denen die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern wie beispielsweise Erdöl, Erdgas oder Kohle u. auch von Energieimporten aus dem Raum außerhalb der EU verringert werden soll. Gegenwärtig wurde das dt. EEG von 47 Staaten der Erde in seinen Grundzügen übernommen.
Ernst, Max
Max Ernst (* 2. April 1891 in Brühl; † 1. April 1976 in Paris) war ein dt. Maler u. Bildhauer des Dadaismus u. des Surrealismus.
Ernst-Happel-Stadion
Das E. (bis 1992 ''Praterstadion'', manchmal auch ''Wiener Stadion'' genannt) in Wien ist das größte Stadion Österreichs. Es fasst 50.865 Zuschauer u. zählt zur Kategorie der Fünf-Sterne-Stadien. In ihm finden die Heimspiele der österr. Fußballnationalmannschaft u. UEFA-Cup u. Champions-League-Spiele der Wiener Clubs statt. Ferner werden zeitweise das ÖFB-Cup-Finale u. die Wiener Stadt-Derbys im E. ausgetragen. Das Stadion war Austragungsort von sieben Spielen (unter anderem des Finales) im Rahmen der Fußball-Europameisterschaft 2008.
Das E. steht im Besitz der Stadt Wien (Magistratsabteilung 51 - Sportamt der Stadt Wien). Verwaltet wird es von der Wiener Stadthalle Betriebs- u. Veranstaltungsgesellschaft, einem Unternehmen der Wien Holding.
Eröffnung (Schach)
Die E. ist die erste Phase einer Schachpartie. Sie umfasst etwa die ersten 10–15 Züge einer Partie u. endet nach der Entwicklung der Figuren, es schließt das Mittelspiel an. Je nachdem, welche Bauern zuerst gezogen werden, spricht man von einer ''offenen'', ''halboffenen'' oder ''geschlossenen'' Partie.
Erogene Zone
Eine E. Z. ist ein Körperbereich, dessen geeignete Reizung bei entsprechender Lust eines Menschen dessen sexuelle Erregung hervorrufen oder steigern kann. Die Reizung dieser Bereiche ohne entsprechendes Verlangen oder die ungeeignete Reizung kann negative Gefühle bis hin zum Schmerz hervorrufen.
Erörterung
Die E. ist, neben der Interpretation literar. Texte, die wichtigste Form des Schulaufsatzes. In einer E. soll ein eigener Standpunkt zu einer Fragestellung gefunden u. argumentativ dargelegt werden.
Eros (Mythologie)
E. (griechisch: Érōs) ist in der griech. Mythologie der Gott der Liebe. Ihm entspricht in der römischen Mythologie Amor, oft auch Cupido oder Cupidus genannt.
Erosion (Geologie)
Als E. (v. lat.: ''erodere'' = abnagen) bezeichnet man die Zerstörung der Formen der Erdoberfläche durch linienhafte oder flächenhafte Abtragung. Die linienhafte Vertiefung der Erdoberfläche geschieht durch Fließgewässer oder Gletscher. Wind, Meeresbrandung u. auch Niederschläge erzeugen flächenhafte Erosionserscheinungen. Die großflächige Abtragung und Einebnung ganzer Landoberflächen wird als Denudation bezeichnet.
Eroticline Award
Der E. A. (eLine Award) ist ein Preis der Erotikbranche, der seit 2005 in Berlin anlässlich der Venus, einer internationalen Fachmesse für Erotik, verliehen wird. Er ist der Nachfolger des bis 2004 vergebenen Venus Awards. Die Preisträger werden durch eine Jury u. durch Abstimmung unter den Webmastern bzw. registrierten Benutzern mehrerer dt. Erotik-Websites ermittelt.
Erotik
Die E. (griech. ''eros'' „Liebe”) bezeichnet ursprünglich die sinnlich-geistige Zuneigung, die ein Mensch einem anderen entgegenbringt. Sie wird von Sexualität u. Liebe insofern unterschieden, als Sex die trieb- u. körpergesteuerte, Liebe die emotional-seelische u. die E. die psychologisch-geistige Anziehung zu einer anderen Person bezeichnet.
Diese Unterscheidung wird in der Umgangssprache jedoch nicht vollzogen. Hier ist E. zumeist gleichbedeutend mit Sexualität, wobei die E. noch von der Pornografie abgegrenzt wird. Im Sinne dieser Unterscheidung zielt letztere nicht auf die phantasievolle sexuelle Erregung, sondern auf die pure Befriedigung des Sexualtriebs.
Erotische Elektrostimulation
E. E. (auch bekannt als ''E-Stim'' oder ''Elektrosex'') ist eine Sexualpraktik, bei der Gleichstrom oder niederfrequente Wechselströme zur sexuellen Stimulation eingesetzt werden. Sie entwickelte sich aus der medizin. Reizstrom-Technik. Zur Applikation der Ströme werden zumeist speziell entwickelte Geräte (wie z. B. TENS oder Violet Wands) verwendet.
E. E. wurde in der Vergangenheit zumeist mit BDSM in Verbindung gebracht. Mittlerweile erscheint es so, als würde sich die Anwendergruppe zunehmend erweitern.
Erotische Fotografie
Als E. F. bezeichnet man ein fotograf. Genre, das stilistisch zwischen Aktfotografie u. Pornografie angesiedelt ist.
Zur erot. Fotografie gehört die Darstellung des mehr oder weniger nackten menschl. Körpers in einem sexuellen Bezug. Die Unterscheidung zur Pornografie ist subjektiv; diese steht stets im Spannungsfeld zwischen künstler. Freiheit, Ästhetik, Kitsch, Provokation u. dem Verstoß gegen "die guten Sitten".
Erotische Laktation
E. L. (engl. erotic lactation) ist das Stillen eines erwachsenen Partners bzw. eine Relaktation primär aus erotischen (sinnlichen) Gründen.
Je nach Kontext finden auch andere, insbesondere englische Begriffe Verwendung, wie z. B. ''adult suckling'', ''adult nursing'', ''adult breastfeeding'' oder ''Adult Nursing Relationship (ANR)''.
Die wissenschaftlich klingenden Begriffe ''Milch-Fetischismus'' oder ''Laktophilie'' wie auch Paraphilie (in diesem Kontext) sind nach den Definitionen des ICD-10 und DSM-IV schon deshalb falsch, weil kein Leiden vorliegt.
Erotisches Rollenspiel
Ein erotisches oder sexuelles Rollenspiel ist eine Sexualpraktik. Dabei nehmen zwei oder mehr Sexualpartner teil, wobei jeder eine bestimmte Rolle übernimmt u. sich dieser Rolle entspr. verhält u. ggf. kleidet bzw. verkleidet, um sich u./oder dem Partner Lust zu verschaffen.
Erregungsleitung
Die Übertragung von Erregungen zwischen Nervenzellen über Neurite (Axone), die E., kann entweder durch Ionenflüsse (elektrotonisch) oder durch Fortleitung von Aktionspotenzialen erfolgen. Der häufig verwendete Begriff „Reizleitung” ist falsch, da ein Reiz nicht weitergeleitet werden kann, lediglich die durch ihn verursachte Erregung.
Erscheinung des Herrn
Epiphanias bzw. Epiphanie oder E. d. H. ist der ursprüngliche u. heute noch meist gebrauchte Name des am 6. Januar, dem histor. Weihnachtsdatum, begangenen christl. Festes. Im Volksmund u. in vielen Kalendern ist es auch als Dreikönigsfest, Dreikönigstag oder Theophanie, früher auch als „Groß-Neujahr” oder „Hoch-Neujahr” bekannt. In Österreich heißt dieser Tag auch ''Weihnachtszwölfer'' (zwölfter Tag nach dem 1. Weihnachtsfeiertag).
Das Fest wird bei uns den so genannten „drei Weisen aus dem Morgenland” zugeordnet, in den Ostkirchen jedoch als Tag der ''Taufe'' Christi u. Offenbarung der Allerheiligsten Dreifaltigkeit begangen.
Da der 24. Dezember nach julian. Kalender auf den 6. Januar nach gregorian. Kalender fällt, taucht gelegentlich die falsche Behauptung auf, manche Orthodoxen Kirchen würden am 6. Januar Weihnachten bzw. Hl. Abend feiern. Weihnachten ist aber auch dort am 25. Dezember. Der 25. Dezember des julian. Kalenders, nach dem diese orth. Kirchen die Kirchenfeste begehen, fällt jedoch im 20. u. 21. Jh. auf den 7. Januar des gregorian. Kalenders.
Erschießung
Eine E. ist die Hinrichtung eines Gefangenen bzw. Vollstreckung eines Todesurteils durch den Gebrauch von Schusswaffen. Im militär. Bereich spricht man von ''Füsilieren'' (von frz. ''fusil'' = Gewehr), in älterem Jargon hieß es an die Wand stellen.
Ersguterjunge
E. ist das Plattenlabel der dt. Rapper D-Bo u. Bushido. Es wurde 2004 nach Bushidos Trennung vom Label Aggro Berlin gegr. u. wurde Anfang 2006 als GmbH angemeldet, deren Geschäftsführer Bushido ist.
Erste Allgemeine Verunsicherung
Die E. A. V. (kurz: EAV) ist eine österr. Rockband, die 1977 gegr. wurde. Texter u. Komponist der Band ist Thomas Spitzer. Der Name ist eine Anlehnung an das ehem. österr. Versicherungsunternehmen „Erste Allgemeine Versicherungs-AG”, das sich jedoch mit EA abkürzte.
Erste Hilfe
Unter Erster Hilfe versteht man von jedermann durchzuführende Maßnahmen, um menschl. Leben zu retten, bedrohende Gefahren oder Gesundheitsstörungen bis zum Eintreffen professioneller Hilfe (Arzt, Rettungsdienst) abzuwenden oder zu mildern. Dazu gehört insbes. das Absetzen eines Notrufs, die Absicherung der Unfallstelle u. die Betreuung der Verletzten.
Erster Golfkrieg
Der Begriff E. G. bezeichnet den Grenzkrieg zwischen dem Iran u. dem Irak, der vom 22. September 1980 bis zum 20. August 1988 andauerte (auch Iran-Irak-Krieg oder Irak-Iran-Krieg; im Unterschied zum Irak-Kuwait-Krieg, dem Zweiten Golfkrieg).
Er endete ohne einen Sieger durch einen Waffenstillstand u. mit hohen menschlichen u. wirtschaftl. Verlusten auf beiden Seiten.
Erster Kreuzzug
Der Erste Kreuzzug war ein christl. Kriegszug zur Rückeroberung Palästinas von den Moslems, zu dem Papst Urban II. im Jahre 1095 aufrief. Er begann im darauf folgenden Jahr u. endete 1099 mit der Einnahme Jerusalems durch ein Kreuzritterheer.
Erster Mai
Der Erste Mai ist ein gesetzl. Feiertag in Deutschland, Österreich, Teilen der Schweiz u. vielen weiteren Staaten, wie zum Beispiel Mexiko. Er wird auch als ''Tag der Arbeit'', ''Maifeiertag'' oder ''Kampftag der Arbeiterbewegung'' bezeichnet. Die amtl. Bez. in Deutschland ist durch Gesetze der einzelnen Länder geregelt. In Nordrhein-Westfalen z. B. ist der 1. Mai offiziell Feiertag als „Tag des Bekenntnisses zu Freiheit u. Frieden, sozialer Gerechtigkeit, Völkerversöhnung u. Menschenwürde”.
In Österreich wird an diesem Tag außerdem des Inkrafttretens der Verfassung von 1920, in der Form von 1929, am 1. Mai 1945 nach dem Zweiten Weltkrieg gedacht, weshalb auch die Bez. „Staatsfeiertag” gebräuchlich ist.
Erster Opiumkrieg
Der Erste Opiumkrieg war ein militär. Konflikt zwischen Großbritannien u. dem Kaiserreich China der Qing-Dynastie von 1839 bis 1842. Als Ergebnis des Kriegs wurde China zur Öffnung seiner Märkte u. insbes. zur Duldung des Opiumhandels gezwungen.
Erster Weltkrieg
Der Erste Weltkrieg war ein Krieg, der von 1914 bis 1918 in Europa, dem Nahen O, Afrika u. Ostasien geführt wurde u. über neun Millionen Menschenleben forderte.
Er wurde zunächst zwischen den Mittelmächten, dem Deutschen Reich u. Österreich-Ungarn auf der einen Seite u. den Entente-Mächten, Frankreich, Großbritannien u. Russland sowie Serbien auf der anderen Seite ausgetragen.
Wider Willen kamen Luxemburg u. Belgien als Opfer hinzu, in das die Deutschen ungeachtet deren Neutralität nach dem Konzept des Schlieffenplans einmarschierten. Im Verlauf des Krieges wurden die Mittelmächte durch das Osmanische Reich u. Bulgarien verstärkt, während auf alliierter Seite u. a. Japan, Italien, Portugal, Rumänien u. die USA in den Krieg eintraten. Im Ersten Weltkrieg entluden sich die machtpolit. Gegensätze der europ. Großmächte, die zu einer enormen Aufrüstung geführt hatten. Zum Ende des Krieges befanden sich 25 Staaten u. deren Kolonien, in denen insges. 1,35 Milliarden Menschen lebten, also etwa drei Viertel der damaligen Erdbevölkerung, im Kriegszustand. Aufgrund der Verwerfungen, die der Erste Weltkrieg weltweit auslöste, u. der Folgen, die noch heute spürbar sind, gilt er bei vielen Historikern als die „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts”.
Der Krieg begann am 28. Juli 1914 mit der Kriegserklärung Österreich-Ungarns an Serbien. Am 30. Juli befahl Russland die Generalmobilmachung zur Unterstützung Serbiens. Daraufhin erklärte das Deutsche Reich als Bündnispartner Österreich-Ungarns Russland am 1. August den Krieg. Am Abend desselben Tages überschritten russ. Kavallerie-Abteilungen die ostpreuß. Grenze.
Vorausgegangen war das Attentat in Sarajewo am 28. Juni 1914, bei dem der österreichisch-ungar. Thronfolger Franz Ferdinand u. seine Ehefrau ermordet worden waren u. hinter dem die Mitglieder der verschworenen serb. Geheimloge „Schwarze Hand” vermutet wurden.
Der Erste Weltkrieg war der erste Krieg, der mit massivem Materialeinsatz (Panzer, Flugzeuge, Luftschiffe) u. mit Massenvernichtungswaffen (Giftgas) geführt wurde. Die Fronten bewegten sich, vor allem im W, dennoch kaum, zum Teil, weil der modernen Technik die alten Militärstrategien gegenüber standen. Im endlosen Stellungskrieg rieben sich die Truppen gegenseitig auf. Insbes. auf den Schlachtfeldern vor Verdun u. in Flandern fielen auf beiden Seiten Hunderttausende von Soldaten, ohne dass sich etwas an der militär. Lage änderte. Auch deswegen stellt sich der Erste Weltkrieg als ein Krieg dar, der an Grauen alles bis dahin Bekannte übertraf.
Erstes Konzil von Nicäa
Das Erste Konzil von Nicäa wurde vom römischen Kaiser Konstantin I. im Jahr 325 in der kleinen Stadt Nicäa (heute İznik, Türkei) bei Konstantinopel einberufen, um den in Alexandria ausgebrochenen Streit über den Arianismus zu schlichten. Das Konzil endete mit dem (vorläufigen) Sieg der Gegner des Arianismus u. der Formulierung des nicän. Glaubensbekenntnisses, das die Gottheit Christi stark hervorhebt.
Erstes Vatikanisches Konzil
Das Erste Vatikanische Konzil (Vaticanum I), das von der kath. Kirche als das 20. Ökumenische Konzil angesehen wird, fand vom 8. Dezember 1869 bis zum 20. Oktober 1870 statt. Es verkündete 1870 ein Lehrdokument über den kath. Glauben, den päpstl. Jurisdiktionsprimat u. erhob die Lehre von der Unfehlbarkeit des Papstes definitiv zum Dogma.
Erststimme
Bei der dt. Bundestagswahl u. bei einigen Landtagswahlen in Deutschland wählt man mit der E. (auch Wahlkreisstimme) einen Direktkandidaten in seinem Wahlkreis.
Ertrag
Allg. wird der E. als das Ergebnis der wirtschaftl. Leistung bezeichnet.
Ertragswertverfahren
Das E. dient der Ermittlung des Wertes von Renditeobjekten durch Berechnung der kapitalisierten Erträge, die mit diesen Objekten voraussichtlich erwirtschaftet werden (Ertragswert = Barwert der zukünftigen Überschüsse aus Einnahmen u. Ausgaben). Es wird insbes. bei der Bewertung eines Unternehmens oder eines vermieteten bzw. verpachteten Grundstückes angewendet.
Eruieren
Das Verb eruieren (v. lat. ''eruere'': ausfindig machen, ausgraben) bezeichnet heute in der gehobenen Umgangssprache als häufig verwendetes Fremdwort vielfältige Formen von Forschungen oder besser Nachforschungen. Es kann sich auf nahezu alle Arten von Feststellungen, Untersuchungen u. Erhebungen in Wissenschaft u. Alltag beziehen. Häufig werden auch Personen oder Sachverhalte im Rahmen kriminalist. Ermittlungen eruiert.
Erwartungswert
Der E. (selten u. doppeldeutig Mittelwert) ist ein Begriff der Stochastik. Der E. ( oder ) einer Zufallsvariablen () ist jener Wert, der sich (in der Regel) bei oftmaligem Wiederholen des zugrunde liegenden Experiments als Mittelwert der Ergebnisse ergibt. Er bestimmt die Lokalisation (Lage) einer Verteilung u. ist vergleichbar mit dem empirischen arithmet. Mittel einer Häufigkeitsverteilung in der deskriptiven Statistik.
Das Gesetz der großen Zahlen sichert in vielen Fällen zu, dass der Stichprobenmittelwert bei wachsender Stichprobengröße gegen den Erwartungswert konvergiert.
Ein E. muss kein mögl. Ergebnis des zugrunde liegenden Zufallsexperiments sein. Insbes. kann der E. die Werte annehmen.
Erysipel
Das E. (wörtl. Bedeutung etwa ''gerötete Haut'' ist eine bakterielle Infektion der oberen Hautschichten u. Lymphwege u. zeigt sich als scharf begrenzte starke Rötung. Das E. geht von kleinen Hautverletzungen aus u. tritt meist im Gesicht, an Armen oder Beinen u. seltener am Nabel auf. Andere Bez. für das E. sind Wundrose u. Rotlauf.
Erythema
Bild: Erythema-motilans.jpg
Erythem bei einer Lyme-Borreliose
Erythem (E., von griech. ''erýthema'' „Röte”, „Entzündung”) ist ein medizinischer dermatolog. Ausdruck für eine entzündungsbedingte Hautrötung infolge Mehrdurchblutung durch Gefäßerweiterung. Das Erythem ist ein Symptom bei verschiedenen Infektionskrankheiten u. Hauterkrankungen. Bei letzteren zählt es zu den Primäreffloreszenzen.
Erythema nodosum
Ein E. n. (auch Knotenrose, ''Dermatitis contusiforme'' oder ''Erythema contusiforme'') ist eine akute Entzündung des Unterhautfettgewebes (''Subkutis''), Pannikulitis genannt, mit einer Beteiligung der Kapillarwände u. einer Knötchenbildung. Es tritt an beiden Unterschenkelstreckseiten, am Knie u. den Fußgelenken, seltener an den Armen oder dem Gesäß, auf u. ist sehr schmerzhaft.
Erythromycin
E. ist ein Makrolid-Antibiotikum mit einem weiten Spektrum gegen grampositive Keime (Streptokokken, Staphylokokken) u. Anaerobier (P. acnes, Corynebacterien). Bei E. handelt es sich um die Leitsubstanz der Makrolidantibiotika, welche am häufigsten eingesetzt wird. Die Substanz ist gut verträglich u. insbes. bei der Akne papulopustulosa wirksam.
Erythropoetin
E. (von altgriech. ''erythros ''„rot” u. ''poiein, ''„machen”, Synonyme: EPO, Erythropoietin, Epoetin, historisch auch: Hämatopoetin) ist ein Glykoprotein-Hormon, das als Wachstumsfaktor für die Bildung roter Blutkörperchen (Erythrozyten) während der Blutbildung (Hämatopoese) von Bedeutung ist. E. zählt damit zu den sogenannten ''”Erythropoiesis Stimulating Agents”'' (Kurzform: ESA). Als Therapeutikum wird biotechnologisch hergestelltes E. vorwiegend bei der Behandlung der Blutarmut von Dialysepatienten, bei denen die Blutbildung infolge eines Nierenversagens gestört ist, u. nach aggressiven Chemotherapiezyklen eingesetzt (ATC-Code B03XA). Daneben erwarb sich EPO durch zahlreiche Dopingskandale insbes. im Radsport den zweifelhaften Ruf als „Radfahrerdroge”.
Erythrozyt
Die roten Blutkörperchen (Erythrocyten, Singular ''der Erythrocyt''; aus dem Griechischen ''erythros'' für „rot” u. ''kytos'' für „hohl” oder „Zelle”) sind die häufigsten Zellen im Blut von Wirbeltieren. Sie werden auch rote Blutzellen genannt. Sie erscheinen unter dem Mikroskop als ungefähr gleich große, blasse, runde Scheiben, die in der Mitte von beiden Seiten leicht eingedellt sind (bikonkav). Sie dienen dem Transport von Sauerstoff von der Lunge oder den Kiemen zu den diversen Körpergeweben.
Erzählperspektive
Die E. eines erzählenden Textes (Epik) ist eine Antwort auf die Fragen: „Wer spricht?” u. „Wo spricht u. sieht dieser?” In der Literaturwissenschaft gibt es zahlreiche Modelle von Erzählperspektiven. Die Untersuchung der E. ist ein Gebiet der Erzähltheorie.
Wesentlich für die Bestimmung einer E. ist zunächst einmal die Frage, ob ein ''Ich-Erzähler'' in Erscheinung tritt. Diese betonte Subjektivität markiert dann einen Standpunkt. Auch wenn das nicht der Fall ist, gibt es natürlich einen Erzähler, aber es ist schwerer, ihn zu orten. In der Literaturwissenschaft wird zwischen dem Autor u. einem seiner Erzähler streng unterschieden. Auch ein Erzähler, der nicht von sich selbst spricht, ist kaum in jeder Hinsicht der histor. Autor. Mindestens teilweise ist er eine fiktive Gestalt, also eine Vorstellung von sich, die der Autor erfüllen will oder für sich ausgedacht hat.
Auch Autobiografien haben meist einen Erzähler, der von ihrem realen Autor unterschieden werden sollte, auch wenn der Autor sie selbst verfasst hat. Zwischen dem realen Autor u. dem Erzähler kann außerdem ein impliziter Autor (nach Wayne C. Booth) stehen, der zwischen beiden vermittelt, aber mit beiden nicht übereinstimmt.
Nicht bloß ein Blick in dieselbe Richtung, wie es der Begriff Perspektive nahe legt, macht eine E. aus, sondern auch das Gefühl der Zugehörigkeit, das die Beobachterperspektiven von Figuren, Erzählern u. Publikum trennt oder verbindet. Nur dem glaubwürdigen, also auktorialem Erzähler wird sein Wissen abgenommen; dazu ist es erforderlich, dass auktorialer Erzähler, Figuren u. Leser eine gemeinsame, auf allg. ethischen Grundsätzen ruhende Werteordnung teilen. Dies führt dann auch zu einer unbewussten Identifikation vom Leser mit der Hauptfigur. Liegt diese nicht vor, ist der Erzähler nicht vertrauenswürdig bzw. wird eine Identifikation verhindert, so heißt dieser personaler Erzähler mit personalem Erzählgestus, wobei es natürlich zwischen diesen Polen Mischpositionen in jedem epischen Text gibt.
Erzähltheorie
Die E. oder Erzählforschung ist eine interdisziplinäre Methode der Geisteswissenschaften, Kulturwissenschaften u. Sozialwissenschaften. Die internationale Bez. lautet "narratology" (im Englischen) oder "narratologie" (im Französischen). Deshalb hat sich im Deutschen auch der Begriff Narratologie eingebürgert.
Ihr Gegenstand ist jede Art des erzählenden Textes, von der erzählenden Literatur (Epik) über Geschichtsschreibung bis hin zu Interviews, Zeitungsartikeln oder Witzen. Fächer, in denen die E. eine wichtige Rolle spielt, sind Literaturwissenschaft, Medienwissenschaft, Geschichtswissenschaft u. Soziologie.
Wichtige Theoretiker der Narratologie sind Gérard Genette, Claude Lévi-Strauss, Roland Barthes, Roman Jakobson, Juri Lotman u. Paul Ricoeur. Teilweise wird die Narratologie durch die Semiotik ergänzt.
Erzählung
Eine E. ist eine Form der Darstellung. Man versteht darunter eine Geschichte in mündlicher oder schriftl. Form, aber auch den Akt des Erzählens, die ''Narrativität''. Mit Erzählungen beschäftigen sich verschiedene Geistes- u. Sozialwissenschaften, darunter die Sprach- u. Literaturwissenschaft u. die Kommunikations- u. Medienwissenschaft. Eine interdisziplinäre Methode stellt dabei die Erzähltheorie (Narrativistik) dar.
Erzbischof
Der Begriff E. (von griechisch ''αρχ&eeacgr;, arché'' für Anfang, Führung u. ''επ&iacgr;σκοπος, epískopos'' für Bischof, wörtl. Aufseher) bezeichnet in den christl. Kirchen einen Bischof mit bes. Aufgaben oder von hervorgehobener Stellung.
Erzengel
Als E. (Einzahl ''der Erzengel'', griech. Einzahl Αρχ&aacgr;γγελος, ''Archángelos'', Mehrzahl ''die Erzengel'', Αρχ&aacgr;γγελοι, ''Archángel[o]i'') werden sowohl in der Bibel (inkl. der deuterokanon. Bücher) als auch im Koran ein oder mehrere Engel bezeichnet, die eine herausragende Rolle spielen.
Erzgebirge
Das E. (tschechisch: ''Krušné hory'') ist ein Mittelgebirge u. bildet die natürl. Grenze zwischen Sachsen u. Böhmen. Knapp nördlich der Kammlinie verläuft die Staatsgrenze zwischen Deutschland u. Tschechien. Die höchsten Erhebungen sind Fichtelberg (1215 m) u. Keilberg (tschech. ''Klínovec'') (1244 m).
Erzieher
E., häufig Erzieherin, ist insbes. die Berufsbezeichnung der Absolventen einer staatlich anerkannten Ausbildung an einer Fachschule für Sozialpädagogik, einer Fachakademie für Sozialpädagogik oder eines pädagog. Berufskolleg. Kindergärtner/in ist eine veraltete Berufsbezeichnung für Erzieher/in, da sie nicht nur in der Arbeit mit Kindern, sondern auch in der Erziehung von Jugendlichen u. der Betreuung älterer, geistig behinderter u. psychisch erkrankter Menschen eingesetzt werden können.
Erziehung
E. u. erziehen (lt. Duden von ''ahd. irziohan'' = herausziehen) bedeutet, jemandes Geist u. Charakter zu bilden u. seine Entwicklung zu fördern. Im Allg. versteht man unter E. soziales Handeln, welches bestimmte Lernprozesse bewusst u. absichtlich herbeiführen u. unterstützen will, um relativ dauerhafte Veränderungen des Verhaltens zu erreichen, die bestimmten, vorher festgelegten, Erziehungszielen entsprechen. Allerdings ist dieser Erziehungsbegriff hierarchisch definiert, indem beteiligte Personen Erzieher oder Zögling sind. Deshalb wird der Begriff der E. gern um die selbstorganisierten Lernprozesse erweitert, man versteht E. dann als spezif. Lernprozesse. Des Weiteren heißt E. auch Sozialisationshilfe, Enkulturationshilfe u. dient dem Aufbau der Persönlichkeit u. der Ausbildung eines Individuums.
Perspektive der modernen (westlichen) E. ist die eigenständig handelnde u. emanzipierte Person, die ihr Leben gestalten u. planen kann. Sie hat einen eigenen Lebensmittelpunkt, der Einflüsse u. Reize verarbeitet u. für seine eigene Lebensplanung nutzbar macht. Insofern sind die Ziele der E. nach heutigem Verständnis individueller Kompetenzzuwachs, differenziertere Handlungsfähigkeit, letztl. Selbstbestimmtheit u. Emanzipation.
Erziehung im Nationalsozialismus
E. i. N. bezeichnet die Theorie u. Praxis der „tota- len Erziehung” im nationalsozialistischen Deutschland 1933 bis 1945. Sie umfasst die Kleinkindererziehung, die schulische u. außerschul. Erziehung sowie die Hochschulbildung während der Zeit des Nationalsozialismus. Ziel war es, die so genannte „arische” Jugend zu „rassebewussten Volksgenossen” zu formen, „ihre jugendlichen Körper zu stählen” u. sie zu überzeugten Nationalsozialisten zu erziehen.
Erziehungsgeld
Das Bundeserziehungsgeld wurde für Kinder, die seit dem 1. Januar 2007 geboren sind, durch das Elterngeld ersetzt (siehe Elterngeld).
Es (Roman)
E. (Originaltitel: ''It'') ist ein Horror-Roman des amerikan. Schriftstellers Stephen King. Die erste dt. Übersetzung erschien 1986 in der ''Edition Phantasia''. Kurz darauf erschien der Roman dann im Heyne-Verlag u. als Lizenzausgabe bei Bertelsmann, wo er zum Bestseller wurde.
Escape The Fate
E. T. F. sind eine US-amerikan. Post-Hardcore-Band aus Las Vegas, Nevada. Ihr oftmals mit Emocore in Verbindung gebrachter Musikstil wird häufig mit Bands wie From First To Last oder Eighteen Visions verglichen.
Eschatologie
E. ([&aeo;sça-], griechisch ''εσχατολογ&iacgr;α'', von altgriech. ''ta és-chata'', „die äußersten/letzten Dinge” u. -logie) ist ein theolog. Begriff, der die Lehre von den Hoffnungen auf Vollendung des Einzelnen (''individuelle Eschatologie'') u. der gesamten Schöpfung (''universale Eschatologie'') beschreibt. Früher verstand man unter ihr die Lehre von den „letzten Dingen” u., damit verbunden, die "Lehre vom Anbruch einer neuen Welt".
Solche Lehren findet man nicht nur im Christentum, sondern in einer Vielzahl von Religionen u. Mythen – wie z. B. im Judentum, in der ägypt. Religion, im Lamaismus u. auch im Islam.
Escher, Maurits Cornelis
Maurits Cornelis Escher (* 17. Juni 1898 in Leeuwarden; † 27. März 1972 in Hilversum, Nordholland) war ein niederländ. Künstler u. Grafiker u. wurde vor allem durch seine Darstellung unmögl. Figuren bekannt.
Escherichia coli
E. c. (abgekürzt ''E. coli'') ist ein säurebildendes (Laktose-positiv), gramnegatives, stäbchenförmiges, Oxidase-negatives u. peritrich begeißeltes Bakterium, das im menschlichen u. tier. Darm vorkommt. Es gehört zur Familie der Enterobacteriaceae (griech. „enteron”: Darm). Benannt wurde es 1919 nach seinem Entdecker Theodor Escherich. Es gehört zu den am besten untersuchten Organismen der Welt.
Eschweiler
Die Stadt E. [&beton;&aeo;&schstl;vailr] (latein. ''Ascvilare'', Dialekt ''Aischwiile'') ist eine mittlere kreisangehörige Stadt im Kreis Aachen. Sie ist voll ausgebautes Mittelzentrum, Sitz mehrerer Behörden u. regional bedeutender Kultureinrichtungen sowie Karnevalshochburg. Aufgrund ihrer zentralen Lage u. Autobahnanbindung bildet sie einen Verkehrsknotenpunkt im Kreis Aachen. Von der Keltenzeit bis ins 20. Jh. prägten Bergbau u. Tagebau die Stadt.
Ihre heutige Form erhielt sie 1972 durch Eingliederung von Dürwiß, Laurenzberg, Lohn u. Weisweiler sowie Wiedereingliederung von Kinzweiler in die vorherige Stadt E. – 55758 Ew.
Escitalopram
E. ist ein selektiver Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) u. gehört zu einer Gruppe von Arzneistoffen, die als Antidepressiva bezeichnet werden. Es ist das Eutomer des Arzneistoffs Citalopram. In Deutschland, Österreich u. der Schweiz ist E. unter dem Markennamen Cipralex® im Handel u. wird vom Pharmaunternehmen Lundbeck vermarktet bzw. von Kohlpharma reimportiert.
Escobar, Pablo
Pablo Emilio Escobar Gaviria, auch genannt „El Doctor”, „El Patrón” oder „Don Pablo” (* 1. Dezember 1949 in Rionegro bei Medellín, Kolumbien; † 2. Dezember 1993 in Medellín) war ein kolumbianischer Drogenhändler. Durch großangelegten Drogenschmuggel wurde er zu einem der reichsten Männer der Welt. Allg. wird er als einer der mächtigsten, rücksichtslosesten u. brutalsten Drogenhändler angesehen, die es jemals gab.
Es geschah am hellichten Tag
E. g. a. h. T. ist ein schweizerisch-deutsch-span. Spielfilm aus dem Jahr 1958 von Ladislao Vajda nach einem Drehbuch, das Vajda, Hans Jacoby u. Friedrich Dürrenmatt nach dessen Idee geschrieben haben. Dürrenmatts Romanerzählung „Das Versprechen” wurde gleichzeitig mit dem Drehbuch geschrieben, wurde aber erst veröffentlicht, nachdem der Film schon ins Kino gekommen war. Die Handlung des Romans folgt der des Drehbuchs, variiert jedoch am Schluss. Der Film wurde von der schweiz. Praesens-Film AG in Zusammenarbeit mit der CCC-Film aus Berlin u. der Chamartín SA aus Madrid produziert u. an Originalschauplätzen in der Schweiz gedreht.
Esoterik
E. (von altgriechisch ''esōterikós'', „innerlich”) ist in der ursprüngl. Bedeutung des Begriffs eine für einen begrenzten „inneren” Personenkreis bestimmte philosoph. Lehre, im Gegensatz zu Exoterik als öffentl. Wissen. Andere traditionelle Wortbedeutungen beziehen sich auf einen inneren, spirituellen Erkenntnisweg, etwa synonym mit Mystik, oder auf ein „höheres”, „absolutes” Wissen. Im Rahmen der „Esoterikwelle” wird der Begriff seit den späten 1970er Jahren darüber hinaus in sehr freier Weise für ein breites Spektrum verschiedenartiger Lehren u. Praktiken gebraucht.
Esperanto
E. ist die am weitesten verbreitete internationale Plansprache. Ihr Name leitet sich von dem Pseudonym ab, unter dem Ludwik Lejzer Zamenhof (im Deutschen manchmal: Ludwig Lazarus Samenhof) 1887 die Grundlagen der Sprache veröffentlichte. Seine Absicht war es, eine leicht erlernbare, neutrale Sprache für die internationale Verständigung zu entwickeln, die jedoch andere Sprachen nicht ersetzen sollte. Auf Initiative Zamenhofs entstand eine internationale Sprachgemeinschaft, die das E. seither für viele Zwecke anwendet: vor allem für Reisen, Brieffreundschaften, internationale Treffen u. kulturellen Austausch (Literatur, Musik u. a.). Bald fand diese Sprache auch Verwendung in Radiosendungen u. später im Internet.
E-Sport
Der Begriff E. (''elektronischer Sport''; weitere Schreibweisen im deutschsprachigen Raum sind ''eSport'', ''e-Sport'', ''E-Sports'', ''eSports'' u. ''e-Sports'') bezeichnet den Wettkampf im Spielen von Computerspielen im Mehrspielermodus. Die Spielfelder u. Regeln werden durch die Software des Wettkampfspiels sowie externen Wettkampfbestimmungen (z. B. das Reglement der jeweiligen E-Sportliga) vorgegeben.
Espresso
E. (österr. auch ''Röster'') ist eine Zubereitungsart von Kaffee, bei der Wasser mit hohem Druck durch sehr fein gemahlenes Kaffeemehl gepresst wird. Das Verfahren ergibt einen starken Kaffee, auf dem sich eine dichte, haselnussbraune Schaumschicht – die Crema – befindet, die zu seinem Aroma beiträgt. Durch die starke Röstung u. eine typische Portionsgröße von 25 ml ist der Koffeingehalt einer Tasse E. jedoch geringer als der einer Tasse Filterkaffee (typischerweise 125 ml). E. wird in der Regel in kleinen, dickwandigen u. vorgewärmten Tassen mit ca. 40 ml Fassungsvermögen serviert u. gesüßt oder ungesüßt getrunken. Oft wird er mit einem Glas Wasser serviert. E. ist heute die häufigste Zubereitungsart für Kaffee in Südeuropa, insbes. in Italien u. Spanien.
Esprit Holdings
E. H. Limited ist ein Handelsunternehmen für Kleidung, Schuhwaren, Accessoires, Schmuck u. Haushaltsartikeln mit Filialen in über 44 Ländern. Die Gesellschaft ist auf den Bermudas registriert (Incorporated in Bermuda with limited liability), weitere Hauptunternehmenssitze befinden sich in Ratingen, Deutschland u. Kowloon, Hongkong. Zu der Esprit-Gruppe gehört ebenfalls die Red Earth Kosmetikmarke.
Essay
Ein E., seltener: Essai (''der'', selten: ''das''; über französisch ''essai'' von mittellateinisch ''exagium'', „Probe”, „Versuch”), ist eine kurze, geistreiche Abhandlung, in der wissenschaftliche, kulturelle oder gesellschaftl. Phänomene betrachtet werden. Essays zählen damit auch zu den journalist. Darstellungsformen. Ähnliche Textarten, teilweise auch synonym verwendet, sind Causerie, Glosse, Kolumne, Traktat, Aufsatz u. der journalist. Kommentar sowie der Leitartikel.
Essbesteck
Bild: Essbesteck.jpg
Essbesteck: Stäbchen, Porzellanlöffel, Teelöffel, Esslöffel, Gabel, Messer, Fischmesser
E., kurz Besteck, heißen Werkzeuge, die zur Nahrungsaufnahme verwendet werden. Das heute im europ. Kulturkreis gebräuchl. E. besteht aus Messer, Gabel u. Löffel.
Weit mehr Menschen verwenden als E. jedoch Essstäbchen (Ostasien). In den meisten Kulturen weltweit wird auch ganz oder teilweise auf E. verzichtet u. mit den Fingern gegessen, meist nach strikten Regeln. Im islam. Kulturbereich u. bei Anhängern des Hinduismus darf nur die rechte Hand zur Nahrungsaufnahme verwendet werden, da mit der linken die Körperreinigung vorgenommen wird u. diese daher als unrein gilt.
Essen
E. ist eine Stadt im Zentrum des Ruhrgebiets in Nordrhein-Westfalen. Die kreisfreie Stadt im Reg.-Bez. Düsseldorf ist eines der Oberzentren des Landes u. zählt mit knapp 583.000 Ew. zu den größten dt. Städten. Die Europäische Kulturhauptstadt des Jahres 2010 ist Mitglied im Landschaftsverband Rheinland u. im Regionalverband Ruhr.
Seit dem späten MA Waffenschmiede u. lange Zeit eines der wichtigsten Zentren der Montanindustrie in Deutschland, hat E. heute – nur noch minimal industriell geprägt – einen starken Dienstleistungssektor entwickelt. Die Stadt ist seit 1958 röm.-kath. Bischofssitz u. seit 1972 Universitätsstadt.
Essentielle Aminosäure
Eine E. A. (lebensnotwendige Aminosäure) ist eine Aminosäure, die ein Organismus benötigt, aber nicht aus elementaren Bestandteilen aufbauen kann. Wenn diese Aminosäuren nicht Bestandteil der Nahrung sind, kann der Organismus auf Dauer nicht überleben.
Essig
E. (lat. ''Acetum'') ist ein stark sauer schmeckendes Würz- u. Konservierungsmittel, das durch Fermentation alkoholhaltiger Flüssigkeiten mit Essigsäurebakterien (Essigmutter) hergestellt wird.
Die Essigbereitung zählt zu den ältesten Lebensmittelherstellungsverfahren der Menschheit. In Deutschland darf Speiseessig nach der ''Verordnung über den Verkehr mit Essig und Essigessenz'' von 1972 zwischen 5% u. 15,5% Essigsäure enthalten.
Essigsäure
E., nach IUPAC-Regelung Ethansäure (standardsprachlich: Äthansäure), ist eine farblose, flüssige, ätzende, typisch nach Essig riechende Carbonsäure. Als Lebensmittelzusatzstoff hat sie die Bez. E260. Wässrige Lösungen der E. werden trivial nur Essig u. konzentrierte E. Eisessig genannt. Der latein. Name für E. ist Acidum aceticum. Die Salze u. Ester der E. werden als Acetate (systemat. Benennung: Ethanoate) bezeichnet. In der Biochemie wird der Begriff Acetat dem der E. vorgezogen, da E. unter physiolog. Bedingungen größtenteils deprotoniert als Acetat-Anion (CH3COO−) vorliegt.
Esslingen am Neckar
E. a. N. [&beton;&aeo;sliŋ&eunbet;n] (schwäb. [&beton;esl&etilde;ŋ&eunbet;]) (bis 16. Oktober 1964 amtl. ''Eßlingen am Neckar'') ist eine Stadt etwa 14 Kilometer südöstlich der Stadtmitte Stuttgarts am Fluss Neckar. Esslingen ist eine Große Kreisstadt u. zugleich die größte Mittelstadt Baden-Württembergs. Sie ist Sitz u. größte Stadt des Ldkrs. Esslingen. Für die umliegenden Gemeinden bildet Esslingen ein Mittelzentrum.
Esslingen ist Station am baden-württ. Abschnitt der Deutschen Fachwerkstraße. – 91.758 Ew.
Essstörung
Mit E. bezeichnet man eine Verhaltensstörung mit meist ernsthaften u. langfristigen Gesundheitsschäden. Zentral ist ''die ständige gedankliche und emotionale Beschäftigung mit dem Thema „Essen”''. Sie betrifft die Nahrungsaufnahme oder deren Verweigerung u. hängt mit psychosozialen Störungen u. mit der Einstellung zum eigenen Körper zusammen (Psychosomatik). Wenn die Störung zwanghaft ist, spricht man von Sucht oder Abhängigkeit. Die bekanntesten, häufigsten u. anerkannten Essstörungen sind die unspezifische Ess-Sucht, die Magersucht (Anorexia nervosa), die Ess-Brech-Sucht (Bulimia nervosa) u. die Fress- attacken (engl. „Binge Eating”).
Estefan, Gloria
Gloria Estefan (* 1. September 1957 in Havanna, Kuba; eigentl. ''Gloria María Milagrosa Fajardo'') ist eine US-amerikanisch-kubanische Sängerin. 1993 gelang ihr mit „Mi Tierra”, einem Album mit rein spanischsprachigen Titeln, der absolute Durchbruch, an den Erfolg konnte sie 1995 noch einmal mit „Abriendo Puertas” anknüpfen.
Ester
E. bilden eine Stoffgruppe organ. Verbindungen, die formal oder tatsächlich durch die Reaktion einer Sauerstoffsäure u. eines Alkohols unter Abspaltung von Wasser (eine Kondensationsreaktion) entstehen. Es gibt E. von organ. Säuren (z. B. Carbonsäuren, Sulfonsäuren) u. solche von anorgan. Säuren (z. B. Phosphorsäure, Borsäure).
Estevez, Emilio
Emilio Estévez (* 12. Mai 1962 in New York City) ist ein US-amerikan. Filmschauspieler u. Regisseur mit irischen u. span. Wurzeln.
Estland
E. (estn. ''Eesti'') ist ein Staat in Nordeuropa u. das nördlichste Land des Baltikums. Es grenzt im S an Lettland, im O an Russland sowie im N u. W an die Ostsee. Über den Finnischen Meerbusen hinweg bestehen enge Beziehungen zu Finnland.
E. wurde am 1. Mai 2004 im Zuge der EU-Erweiterung 2004 Mitglied der Europäischen Union.
Estonia
Die ''M/S Estonia'' war eine RoRo-Ostseefähre, die am 28. September 1994 auf ihrem Weg von Tallinn nach Stockholm vor der finn. Insel Utö versank. Der Untergang der E. markiert mit seinen 852 Opfern das schwerste Schiffsunglück der europ. Nachkriegsgeschichte.
Estrich
Als E. (althochdt.: ''esterih'', griech.: ''óstrakon'' Scherbe, irdenes Täfelchen, lat.: ''astracum'', Pflaster), in der deutschsprachigen Schweiz Unterlagsboden, bezeichnet man den Aufbau des Fußbodens als Untergrund für Fußbodenbeläge. Estriche werden je nach entspr. Art u. Ausführung auch fertig nutzbarer Boden genannt.
Es war einmal… (Fernsehserie)
E. w. e. (Originaltitel: ''Il était une fois…'') ist eine französ. Zeichentrickserie, die von 1978 bis 1995 entstand. Erfunden wurde sie von dem französ. Regisseur u. Produzenten Albert Barillé. Sie hatte zum Ziel, Kinder gleichermaßen zu unterhalten wie zu unterrichten. Die Serie untergliederte sich in sechs Staffeln.
Es war einmal in Amerika
E. w. e. i. A. aus dem Jahr 1984 ist der letzte vollendete Kinofilm von Regisseur Sergio Leone. Die Handlung basiert auf dem autobiograf. Roman „The Hoods” von Harry Grey (ist Pseudonym von David „Noodles” Aaronson), die Hauptrollen spielen Robert De Niro u. James Woods. Weltweit existieren verschiedene Versionen des Films; diese unterscheiden sich in der zeitl. Länge u. teilweise in der Erzählstruktur.
Der Film gilt als dritter Teil von Leones ''Es war einmal...''-Trilogie. Die ersten beiden Teile sind ''Spiel mir das Lied vom Tod'' (1968) u. ''Todesmelodie'' (1971).
Ethan
E. (standardsprachlich: Äthan) ist eine chem. Verbindung, die den Alkanen zugehört (gesättigte Kohlenwasserstoffe). Es ist ein farb- u. geruchloses Gas, das vor allem zu Heiz- u. Verbrennungszwecken genutzt wird. Davon abgeleitet ist der Ethyl-Rest (C2H5–). E. ist neben Methan ein Hauptbestandteil des Erdgases.
Ethanol
E. (standardsprachlich: Äthanol) ist eine farblose, leichtentzündliche, stechend riechende Flüssigkeit, die umgangssprachlich als der Alkohol bezeichnet wird. Ältere Nomenklaturen verwendeten die Bez. Äthanol, Äthylalkohol oder Ethylalkohol. Umgangssprachlich werden auch die noch älteren Namen Weingeist u. Spiritus (lateinisch „Geist”), davon abgeleitet zum Beispiel ''Kartoffelsprit'', benutzt. In den Naturwissenschaften wird E. oft mit EtOH abgekürzt, in der Medizin abgeleitet von der chem. Summenformel mit C2 (auch mündlich).
Alkohol ist ein Rauschmittel. Der Konsum ist in den meisten Ländern der Welt erlaubt. Das Führen von Fahrrädern, Kraftfahrzeugen, Schiffen u. Flugzeugen unter Alkoholeinfluss ist jedoch meist unter Strafe gestellt.
Ethanol-Kraftstoff
Ethanol kann als Treibstoff für Ottomotoren, Brennstoffzellen u. Turbinen eingesetzt werden. Diese können entweder in Fahrzeugen (z. B. Kraftfahrzeugen oder Flugzeugen) oder zur stationären Stromerzeugung eingesetzt werden. Dabei wird reines Ethanol (sog. E100) u. Mischungen aus Ethanol mit Benzin oder anderen Alkoholen (z. B. Methanol) verwendet.
Ethanol wird zunehmend auch als Zusatz für Standardbenzin als Ersatz für Methyl-tert-butylether verwendet.
Das Benzin-Alkohol-Gemisch wird in den USA als Gasohol u. in Brasilien als ''Gasolina Tipo C'' bezeichnet. In den USA sind die Mischungen E10 u. E85, die jeweils 10% bzw. 85% Ethanol enthalten, verbreitet. In Brasilien wird an allen Tankstellen neben reinem Ethanol nur Benzin mit einen Ethanolanteil von 20 bis 25% angeboten. Die Regierung ändert diesen Anteil entspr. der Marktlage (Erntezeit) zur Preisregulierung zuweilen.
Als Bioethanol (auch Agraralkohol) bezeichnet man Ethanol, das ausschließlich aus Biomasse (nachwachsende Kohlenstoffträger) hergestellt wurde.
Im Zusammenhang mit dem Kyoto-Protokoll wird heute häufig über die Herstellung u. den Einsatz von Biokraftstoffen debattiert. Aus Biomasse gewonnenes Ethanol ist ein nachwachsender Energieträger, der zwar gegenüber fossilen Energieträgern Vorteil im Bereich CO2-Ausstoß bietet, jedoch beim Anbau der Energiepflanzen mit hohen Belastungen an klimaschädl. Gasen wie Distickstoffoxid einhergeht. Trotz einer positiven Energiebilanz wird diskutiert, wie umweltfreundlich die Herstellung von Ethanol angesichts des Bedarfs an Anbauflächen (Monokulturen) tatsächlich ist.
Ethan und Joel Coen
Die Brüder Joel (* 29. November 1954 in Minneapolis, Minnesota, USA) u. Ethan Coen (* 21. September 1957 in Minneapolis, Minnesota, USA) sind Oscar-prämierte Regisseure, Produzenten u. Drehbuchautoren. Sie machten erstmals 1984 mit dem Film noir "Blood Simple" auf dem US-amerikan. Sundance Film Festival von sich reden. Seither etablierten sie sich als schräge Geschichtenerzähler abseits des Hollywood-Mainstreams.
Ethen
E. (standardsprachlich: Äthen; veraltet auch: ''Ethylen'', ''Äthylen'') ist ein farbloses, süßlich riechendes Gas. Es ist das einfachste Alken (ungesättigter Kohlenwasserstoff mit einer Kohlenstoffdoppelbindung) u. in der chem. Industrie sowie als Phytohormon von hoher Bedeutung.
Ether
Als E., per IUPAC: Alkoxyalkane, veraltet ''Äther'', werden organ. Verbindungen mit einer Sauerstoffbrücke zwischen zwei Alkyl- oder Aryl-Resten als funktioneller Gruppe bezeichnet.
Ethernet
E. [&beton;i:θ&eunbet;n&aeo;t] ist eine kabelgebundene Datennetztechnik für lokale Datennetze (LANs). Sie ermöglicht den Datenaustausch in Form von Datenrahmen zwischen allen in einem lokalen Netz (LAN) angeschlossenen Geräten (Computer, Drucker u. dgl.). Fast E. ist eine Weiterentwicklung von E., die bei 100 Mbit/s arbeitet. Nur in seiner traditionellen Ausprägung erstreckt sich das LAN dabei nur über ein Gebäude. Ethernet-Technik verbindet heute per Glasfaser oder Funk auch Geräte über weite Entfernungen.
Ethik
Die E. (''ēthikē (epistēmē)'', „das sittliche Verständnis”, von ''ēthos'', „gewohnter Sitz; Gewohnheit, Sitte, Brauch; Charakter, Sinnesart”, vergleiche lateinisch ''mos'') ist eines der großen Teilgebiete der Philosophie u. befasst sich mit Moral. Cicero übersetzte als erster ''êthikê'' in den seinerzeit neuen Begriff ''philosophia moralis'', der seitdem in der lateinsprachl. Philosophie verwandt wurde.
Die E. – u. die von ihr abgeleiteten Disziplinen (z. B. Rechts-, Staats- u. Sozialphilosophie) – bezeichnet man auch als „praktische Philosophie”, da sie sich mit dem menschl. Handeln befasst (im Gegensatz zur „theoretischen Philosophie”, zu der die Logik, die Erkenntnistheorie u. die Metaphysik als klass. Disziplinen gezählt werden).
Ethin
E. (standardsprachlich: Äthin; Trivialnamen: Acetylen oder Azetylen) ist ein farbloses Gas mit der Summenformel C2H2. Es ist der einfachste Vertreter aus der homologen Reihe der Alkine.
Ethnie
E. (die ethn. Gruppe) oder Ethnos (von griech. ''ethnos'', ''„Volk”'') ist ein Begriff aus der Ethnologie. Völkerkundler (Ethnologen) fassen mit diesem Begriff Menschen mit gleichen sprachlichen u. kulturellen Eigenschaften bzw. Merkmalen zusammen.
Ethnologie
E. (griech.: Stamm, Sippe) oder Völkerkunde, erforscht als Wissenschaft die verschiedenen Ethnien bzw. Völker der Welt sowie ihre Kulturen. Manchmal wird die E. als vergleichende Völkerkunde von der einfachen Beschreibung ethn. Gruppen (Ethnographie) abgegrenzt.
Ethologie
Als E. wird im dt. Sprachraum traditionell die ''„klassische” vergleichende Verhaltensforschung'' bezeichnet, gelegentlich aber auch ganz generell die Verhaltensbiologie.
Die E. ist somit ein Teilgebiet der Zoologie u. eine Nachbardisziplin der Psychologie, aber innerhalb der Zoologie auch eine Ergänzung zu den ''vergleichenden'' Ansätzen von Morphologie, Anatomie u. Physiologie im Dienst einer systemat. Verwandtschaftsforschung. Die etholog. Forschung ist eng verbunden mit den Arbeiten von Oskar Heinroth, Erich von Holst, Konrad Lorenz, Nikolaas Tinbergen u. Irenäus Eibl-Eibesfeldt, dem Entwurf einer Instinkttheorie sowie mit dem ehem. Max-Planck-Institut für Verhaltensphysiologie. Als bedeutender Vorläufer kann Jean-Henri Fabre betrachtet werden, der den Instinkt bei den Insekten untersuchte.
Ethylenglykol
(Mono)E. (MEG) (Trivialname Glycol bzw. Glykol) ist der einfachste zweiwertige Alkohol mit der chem. Bez. Ethan-1,2-diol. Es ist also das einfachste Diol.
Die Bez. Glykole wird darüberhinaus für Diole, die sich vom E. ableiten (sogenannte 1,2-Diole) verwendet. Beispiele sind Diethylenglykol (DEG), Triethylenglykol (TEG) oder die Polyethylenglykole.
Etihad Airways
E. A. ist eine Fluggesellschaft der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) mit Hauptsitz u. Heimatflughafen in Abu Dhabi, der Hptst. der VAE.
Eto’o, Samuel Fils
Samuel Eto’o Fils (* 10. März 1981 in Nkon, Kamerun) ist ein kamerun. Fußballspieler. Er spielt derzeit für den FC Barcelona, stand 60-mal für die Nationalmannschaft seines Heimatlandes auf dem Platz u. wurde dreimal zum afrikan. Fußballer des Jahres (2003, 2004, 2005) gewählt.
Etrusker
Die E. (lat. ''Etrusci, Tusci''; vgl. Toskana; griech. Τυρσηνο&iacgr;, Τυρρηνο&iacgr; Tyrsenoi, Tyrrhenoi, davon abgeleitet Tyrrhenisches Meer = etrusk. Meer), die sich selbst ''Rasenna'' nannten, waren ein antikes Volk, das im nördl. Mittelitalien im Raum der heutigen Regionen Toskana, Umbrien u. Latium lebte. Die etrusk. Kultur ist in diesem Gebiet zwischen 800 u. 100 v. Chr. nachweisbar. Die E. gingen nach der Eroberung durch die Römer (300 bis 90 v. Chr.) im Römischen Reich auf.
Mit der Erforschung der etrusk. Geschichte, Sprache u. Kultur beschäftigt sich die Etruskologie.
Etymologie
Die E. (von altgriechisch ''étymos'' „wahrhaftig, wirklich, echt” u. ''lógos'' „das Wort, die Lehre, die Kunde”) ist ein Wissenschaftszweig der histor. Linguistik, der die Herkunft u. Geschichte der Wörter ergründet u. damit, wie sich ihre Bedeutung u. Form entwickelt haben. Ursprünglich galt die E. der Suche nach der „wahren Bedeutung” der Wörter.
Weiterhin verwendet man „Etymologie” auch in gepflegtem Sprachgebrauch in der Bedeutung „sprachliche Herkunft und Entwicklung”, beispielsweise ''Die Etymologie des Wortes zeigt …''. Die Ergebnisse der Erforschung der Etymologien finden sich in gedrängter Form in etymolog. Wörterbüchern.
EU
→Europäische Union.
Eucharistie
→Abendmahl.
EU-Erweiterung
Bild: Flag_of_Europe.eps
Flagge der Europäischen Union
Unter einer E. versteht man die Aufnahme eines oder mehrerer Staaten (sog. ''EU-Beitrittsländer'') zur Europäischen Union. Alle Staaten, die ihr künftig beitreten wollen, müssen die 1993 formulierten Kopenhagener Kriterien erfüllen.
Die Zahl der Sterne auf der europ. Flagge hat nichts mit der Anzahl der 12 Mitgliedstaaten zwischen 1986 u. 1995 zu tun. Die Zahl 12 ist das traditionelle Symbol der ''Vollkommenheit'', ''Vollständigkeit'' u. ''Einheit''. Die Flagge wird folglich ungeachtet künftiger Erweiterungen der Union unverändert bleiben.
EU-Erweiterung 2004
Die E. 2004 war die fünfte u. bisher größte Erweiterung der Europäischen Union. Sie wurde am 16. April 2003 in Athen im Beitrittsvertrag 2003 fixiert, der am 1. Mai 2004 in Kraft trat. Da die Volksabstimmungen in allen unterzeichnenden Ländern positiv ausfielen, traten am 1. Mai 2004 Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn u. Zypern der EU bei.
EUFOR
Die Einsatzkräfte der Europäischen Union, kurz EUFOR (von engl. ''European Union Force'') ist eine multinationale Militärstreitmacht der Europäischen Union. Im Rahmen der Gemeinsamen Außen- u. Sicherheitspolitik der Europäischen Union (GASP) u. der Gemeinsamen Sicherheits- u. Verteidigungspolitik (ESVP) bildet EUFOR einen vorläufigen Ersatz für die geplante, aber noch nicht einsatzbereite EU-Eingreiftruppe. Die EUFOR wurde 2003 mit dem Ziel gebildet, friedensunterstützende Maßnahmen in der früheren jugoslaw. Republik Mazedonien durchzuführen. Weitere Einsätze wurden in Bosnien-Herzegowina u. in der Demokratischen Republik Kongo durchgeführt. Die EUFOR unterliegt dabei der Aufsicht des Europäischen Rats. Ihre Einsätze werden vom "Hohen Vertreter für die Gemeinsame Außen- u. Sicherheitspolitik" (aktuell Javier Solana) koordiniert.
Eugenik
E. (von altgriech. ''eu'' „gut” u. ''genos'' „Geschlecht”), Eugenetik oder Rassenhygiene ist die histor. Bez. für die Anwendung der Erkenntnisse der Humangenetik auf Bevölkerungen. Der Begriff „Eugenik” wurde 1883 vom brit. Anthropologen Francis Galton (1822-1911), einem Vetter ersten Grades von Charles Darwin, geprägt. Galton verstand unter E. eine Wissenschaft, deren Ziel es ist, durch gute Zucht den Anteil positiv bewerteter Gene zu vergrößern. Im deutschsprachigen Raum war bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges der von Alfred Ploetz geprägte Begriff ''Rassenhygiene'' als dt. Begriff für E. vorherrschend.
Durch Begünstigen der Fortpflanzung Gesunder, durch frühen Eheschluss u. die Unterstützung hoher Kinderzahlen einerseits, durch das Verhindern der Fortpflanzung Kranker durch Empfängnisverhütung u. Zwangssterilisation andererseits sollten die Erbanlagen in der Bevölkerung langfristig verbessert u. erblich bedingte Krankheiten vermindert werden.
Eukalyptus
Die Eukalypten bilden eine Gattung (''Eucalyptus'') in der Familie der Myrtengewächsen (Myrtaceae). Es sind immergrüne Bäume u. Sträucher. Der Name beruht auf dem haubenartig geschlossenen Blütenkelch, der die „versteckten” Samen verbirgt. (Griechisch ευκ&aacgr;λυπτος: ευ = schön, gut; κ&aacgr;-λυπτος = versteckt.) 1788 beschrieb der französ. Botaniker L'Heritier, in der Zeit als er in London arbeitete, die erste ''Eucalyptus''-Art, ''Eucalyptus obliqua''.
Eukaryoten
Bild: Animal_cell_structure_deutsch.eps
Schematische Darstellung einer eukaryotischen Zelle.
Als E. oder Eukaryonten (Eucaryota; von altgriechisch ''eu'' „gut”, „echt” u. ''karyon'' „Nuss”, „Kern”) werden alle Lebewesen mit Zellkern u. Zellmembran zusammengefasst. Zusätzlich haben E. mehrere Chromosomen, was sie von Prokaryoten unterscheidet. E. entwickeln sich immer aus zellkernhaltigen Ausgangszellen (Zygoten, Sporen) – alle anderen zellulären Lebewesen, die keinen echten Zellkern besitzen, Archaeen (Archaea) u. Bakterien (Bacteria), darunter die Cyanobakterien (Cyanobacteria), werden als Prokaryoten bezeichnet.
Euklidischer Algorithmus
Der euklid. Algorithmus ist ein Algorithmus aus dem mathemat. Teilgebiet der Zahlentheorie. Mit ihm lässt sich der größte gemeinsame Teiler zweier natürl. Zahlen berechnen. Das Verfahren ist nach dem griech. Mathematiker Euklid benannt, der es in seinem Werk „Die Elemente” beschrieben hat.
Euklidischer Raum
Zunächst bezeichnet der Begriff euklid. Raum den „Raum unserer Anschauung” wie er in Euklids ''Elementen'' durch Axiome u. Postulate beschrieben wird. Bis ins 19. Jh. wurde als selbstverständlich davon ausgegangen, dass dadurch der uns umgebende physikal. Raum beschrieben wird. Der Zusatz „euklidisch” wurde nötig, nachdem in der Mathematik allgemeinere Raumkonzepte (z. B. hyperbol. Raum, riemannsche Mannigfaltigkeiten) entwickelt wurden u. es sich im Rahmen der speziellen u. allg. Relativitätstheorie zeigte, dass zur Beschreibung des Raums in der Physik andere Raumbegriffe benötigt werden (Minkowski-Raum, Lorentz-Mannigfaltigkeit).
Euklid von Alexandria
Euklid von Alexandria (griechisch ''Eukleidēs''; latinisiert ''Euclides''; * ca. 365 v. Chr. vermutlich in Alexandria oder Athen; † ca. 300 v. Chr.) war ein griech. Mathematiker.
Die überlieferten Werke umfassen sämtl. Bereiche der antiken Mathematik: das sind die theoret. Disziplinen Arithmetik u. Geometrie (''Die Elemente''), Musiktheorie (''Die Teilung des Kanon''), eine method. Anleitung zur Findung von planimetr. Problemlösungen von bestimmten gesicherten Ausgangspunkten aus (''Porismen'') sowie die physikalischen bzw. angewandten Werke (''Optik'', ''astronomische Phänomene'').
In seinem berühmtesten Werk ''Die Elemente'' (griechisch Στοιχε&iacgr;α ''Stoicheia''; vermutlich um 325 v. Chr. entstanden) leitete er die Eigenschaften geometr. Objekte, der natürl. Zahlen u. der Größen aus einer Menge von Axiomen (Elementaraussagen) her u. trug das mathemat. Wissen seiner Zeit zusammen. Seine axiomat. Methode wurde zum Vorbild für die gesamte spätere Mathematik. Viele Sätze der ''Elemente'' stammen nicht von Euklid selbst, seine Hauptleistung besteht in der Sammlung u. einheitl. Darstellung mathemat. Wissens.
EU-Konvergenzkriterien
Der Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft (in der Fassung: Vertrag von Nizza aus dem Jahre 2001) sieht in Artikel 121 vier Konvergenzkriterien hinsichtlich der Höhe von Inflationsrate, Neuverschuldung, Staatsverschuldung u. EWS-Wechselkurs (auch Maastrichtkriterien genannt) vor, die EU-Mitglieder erfüllen müssen, wenn sie der dritten Stufe der Europäischen Währungsunion beitreten wollen.
Eulen
Die E. (Strigiformes) sind eine Ordnung der Vögel (lat. Aves), zu der über 140 Arten gezählt werden. Vertreter der Gruppe sind auf allen Kontinenten, mit Ausnahme der Antarktis, anzutreffen. Die meisten Arten sind nachtaktiv u. haben zahlreiche Anpassungen an ihre nächtl. Aktivität entwickelt. Innerhalb der E. unterscheidet man die beiden Familien der Schleiereulen (Tytonidae) u. der Eigentlichen E. (Strigidae).
Euler, Leonhard
Leonhard Euler (* 15. April 1707 in Basel (Schweiz); † 18. September 1783 in Sankt Petersburg) war einer der bedeutendsten Mathematiker.
Euler'sche Zahl
Die E. Z. (nach dem Schweizer Mathematiker Leonhard Euler) ist eine irrationale u. sogar transzendente reelle Zahl.
Die eulersche Zahl ist die Basis des natürl. Logarithmus u. der (natürlichen) Exponentialfunktion, die aufgrund dieser Beziehung zur Zahl häufig kurz -Funktion genannt wird. Sie spielt in der Infinitesimalrechnung (Differential- u. Integralrechnung) eine wichtige Rolle.
Eunuch
Ein E. (v. griech: ''euné'' Bett, ''echô'' hüten, bewachen) ist ein Mann, der der Kastration unterzogen wurde. Das Phänomen kam zu fast allen Zeiten der Weltgeschichte in vielen Kulturen vor. Teilweise wird oder wurde Eunuchen auch der Penis entfernt. Der E. ist zeugungsunfähig u. wurde im Orient als Haremswächter beschäftigt.
Euphemismus
Der E. (dt. auch: Hehlwort, Hüllwort, Verhüllung, Beschönigung) (latinisierte Form des griechischen ευ&phis;ημισμ&oacgr;ς, von altgriechisch ''euphemi'' „schönreden, beschönigen”) bezeichnet Wörter oder Formulierungen, die einen Sachverhalt beschönigend, verhüllend oder verschleiernd darstellen. Euphemistische Begriffe können wegen ihres verharmlosenden Charakters auch einen sarkast. Unterton haben.
Euphorie
E. (gr. ευ&phis;ορ&iacgr;α, lat. ''euphoria, euforia'') bezeichnet eine subjektiv temporäre überschwängl. Gemütsverfassung mit allg. Hochstimmung, auch ''Hochgefühl'' genannt, einem gehobenen Lebensgefühl größten Wohlbefindens, mit gesteigerter Lebensfreude u. verminderten Hemmungen.
Eurasien
E. ist ein geographisch-geolog. Begriff für Europa u. Asien als ein zusammengefasster Kontinent. Dieser hat eine Fläche von 55 Millionen Quadratkilometern u. etwa 4,7 Milliarden Ew.
Mit diesem Begriff wird der Tatsache Rechnung getragen, dass ''Europa'' u. ''Asien'' seit der Trias – also etwa seit 250 Millionen Jahren – Teile einer zusammenhängenden Landmasse – vorerst des Superkontinents Pangäa, später Laurasias u. heute ''Eurasiens'' – sind. Der ''Großkontinent'' besteht geologisch aus vier großen u. mehreren kleinen tekton. Platten u. Kratonen.
Eurasischer Luchs
Der Eurasische Luchs oder Nordluchs (''Lynx lynx'') ist eine in Eurasien verbreitete Art der Luchse. Im dt. Sprachgebrauch ist fast immer diese Art gemeint, wenn von „dem Luchs” die Rede ist. Nach Bär u. Wolf ist diese Katze das größte Raubtier, das in Europa heimisch ist.
Nachdem die Art durch gezielte Ausrottungsmaßnahmen aus Westeuropa verschwunden war, wanderten die Wildkatzen ab etwa 1950 aus angrenzenden Siedlungsgebieten wieder ein u. wurden auch gezielt wieder angesiedelt. Heute sind unter anderem die Alpen, der Jura, die Vogesen, der Harz, das Fichtelgebirge u. der Bayerische Wald von Luchsen besiedelt. In vereinzelten Gebieten erreicht der Luchs sogar wieder seine maximale Siedlungsdichte.
Euribor
→Euro Interbank Offered Rate.
Euripides
Euripides (* 480 v. Chr. oder 485/484 v. Chr. in Salamis; † 406 v. Chr. in Pella; begraben in Makedonien) ist einer der großen klassischen griech. Dichter.
E. ist der letzte der großen griech. Tragödiendichter, zu denen neben ihm Aischylos u. Sophokles gezählt werden. Von seinen etwa 90 Stücken sind 18 (bzw. 19) in zwei Gruppen überliefert: In den ''ausgewählten Werken'' u. in den ''alphabetischen Werken''.
Erstere waren in der Antike beliebt u. wurden häufig kopiert; letztere bilden den Teil eines alphabetischen Gesamtwerkes, das uns nur unter den Buchstaben ''Epsilon'', ''Eta'', ''Iota'' u. ''Kappa'' erhalten geblieben ist.
Euro
Der E. (€) ist die Währung der Europäischen Währungsunion u. damit gemeinsame offizielle Währung in 15 von 27 Staaten der Europäischen Union. Neben dem US-Dollar ist der E. die wichtigste Währung der Welt. Am 1. Januar 1999 wurde der E. als Buchgeld, drei Jahre später am 1. Januar 2002 erstmals als Bargeld eingeführt. Damit löste der E. die nationalen Währungen als Zahlungsmittel ab.
Eurobanknoten
Der Euro (internationales Währungszeichen: EUR) ist die gemeinsame Währung von fünfzehn Ländern der Europäischen Union.
Eurobanknoten u. -münzen (siehe Euromünzen) wurden am 1. Januar 2002 in Umlauf gebracht, wobei die Währung selbst bereits am 1. Januar 1999 eingeführt wurde.
Eurocopter Group
Die E. G. entstand 1992 aus den Hubschrauber-Sparten der dt. DASA DaimlerChrysler Aerospace u. der französ. Aérospatiale-Matra. Sie ist eine 100%ige Tochter des europ. Luft- u. Raumfahrtkonzerns EADS. Eurocopter ist heute Weltmarktführer bei zivilen Hubschraubern u. hat bei militär. Hubschraubern einen Marktanteil von etwa 25%.
Eurocopter Tiger
Der E. T. ist ein deutsch-französ. Kampfhubschrauber. Die offizielle Herstellerbezeichnung lautet ''EC 665''. In Deutschland war er ursprünglich als ''Panzerabwehrhubschrauber 2 (PAH-2)'' bekannt, wird aber von der Bundeswehr inzwischen offiziell als ''UHT (Unterstützungshubschrauber Tiger)'' bezeichnet.
Eurodance
E. [&beton;ju&eunbet;r&eunbet;udæns] (engl. „Eurotanz”, auch ''Dancefloor'' [&beton;dænsfl&oo;&dehn;], engl. „Tanzfläche”) bez. eine Stilrichtung innerhalb der elektron. Tanzmusik, die zwischen 1992 u. 1995 vor allem in Europa sehr populär war u. zahlreiche Charterfolge hervorbrachte. Charakteristisch ist eine Kombination aus Techno-Rhythmus, Pop-Refrain u. Rap-Strophe.
Eurofighter EF 2000
Der E. EF 2000 ist ein Mehrzweckkampfflugzeug der sogenannten vierten Generation (nach europ. Klassifizierung) von Kampfflugzeugen, das von Deutschland, Italien, Spanien u. Großbritannien in Gemeinschaftsproduktion entwickelt wurde. Der Name ''Eurofighter'' gilt nur in Italien, Österreich u. Deutschland. Ansonsten besitzt das Flugzeug den Namen ''Typhoon'' (NATO-Bezeichnung), in Spanien als ''C.16 Typhoon'' u. im Vereinigten Königreich als ''Typhoon T.1'' (Doppelsitzer Trainer), ''Typhoon F.2'' (Einsitzer Jäger), ''Typhoon F.3'' (Doppelsitzer Jäger) bzw. ''Typhoon FGR.4'' (Einsitzer Mehrzweck).
Euro Interbank Offered Rate
E. I. O. R. (EURIBOR) ist der Zinssatz für Termingelder in Euro im Interbankengeschäft.
Er hat den FIBOR (Frankfurt Interbank Offered Rate) als Referenzzinssatz bei Krediten und Anlageprodukten seit 1. Januar 1999 ersetzt.
Euromünzen
Die E. sind die in derzeit 15 Ländern der Europäischen Union sowie den Nicht-EU-Staaten Andorra, Monaco, San Marino u. Vatikanstadt in Umlauf gebrachten Münzen der gemeinsamen europ. Währung Euro.
E. wurden ab dem 1. Januar 2002 eingeführt. Das Prägejahr der Münzen kann aber bis 1999 zurückgehen, also dem Jahr, in dem die Währung offiziell als Buchgeld eingeführt wurde.
Ein Euro wird unterteilt in 100 Cent; es gibt acht Nennwerte für Münzen.
Europa
E. ist das westliche Fünftel der eurasischen Landmasse. Obwohl E. geografisch gesehen ein Subkontinent ist, der mit Asien zusammen den Kontinent Eurasien bildet, wird es historisch u. kulturell begründet meist als eigenständiger Kontinent betrachtet. Dies verweist darauf, dass sich der Begriff ‚Europa‘ nicht in der geografischen Definition erschöpft, sondern sich auch auf historische, kulturelle, politische, wirtschaftliche, rechtliche u. ideelle Aspekte bezieht. E. ist mit 10,5 Mio. km² der zweitkleinste Kontinent u. hat 700 Mio. Ew.
Europa (Mythologie)
E., eine Gestalt der griech. Mythologie, ist die Tochter des phöniz. Königs Agenor u. der Telephassa. Zeus verliebte sich in sie. Er verwandelte sich wegen seiner argwöhn. Gattin Hera in einen Stier. Sein Bote Hermes trieb eine Kuhherde in die Nähe der spielenden Europa, die der Zeus-Stier auf seinem Rücken entführte. Er schwamm mit ihr nach Matala auf der Insel Kreta, wo er sich zurückverwandelte. Der Verbindung mit dem Gott entsprangen drei Kinder: Minos, Rhadamanthys u. Sarpedon. Auf Grund einer Verheißung der Aphrodite wurde der fremde Erdteil nach Europa benannt.
Europaflagge
Bild: Flag_of_Europe.eps
Flagge der Europäischen Union
Die E. besteht aus einem Kranz aus zwölf goldenen, fünfzackigen, sich nicht berührenden Sternen auf azurblauem Hintergrund.
Sie wurde 1955 vom Europarat als dessen Flagge eingeführt u. erst 1986 von der Europäischen Gemeinschaft übernommen.
Die Zahl der Sterne, zwölf, ist traditionell das Symbol der Vollkommenheit, Vollständigkeit u. Einheit. Nur rein zufällig stimmte sie zwischen der Adoption der Flagge durch die EG 1986 bis zur Erweiterung 1995 mit der Zahl der Mitgliedstaaten der EG überein u. blieb daher auch danach unverändert.
Europahymne
Bild: Flag_of_Europe.eps
Flagge der Europäischen Union
Die E. ist die Hymne der Europäischen Union u. des Europarates. Die Melodie stammt aus dem letzten Satz der 9. Sinfonie von Ludwig van Beethoven (1824).
Europäische Freihandelsassoziation
Die E. F. (engl. ''European Free Trade Association'', EFTA; franz. ''Association européenne de libre-échange'', ''AELE'') ist eine am 4. Januar 1960 in Stockholm (Schweden) gegr. Internationale Organisation. Das entspr. Übereinkommen trat am 3. Mai 1960 in Kraft. Zielsetzung war die Förderung von Wachstum u. Wohlstand ihrer Mitgliedstaaten u. die Vertiefung des Handels u. der wirtschaftl. Zusammenarbeit zwischen den westeurop. Ländern wie auch der Welt insges. Gleichzeitig sollte sie ein Gegengewicht zu den Europäischen Gemeinschaften u. deren polit. Zielen bilden. Mitglieder sind Island, Liechtenstein, Norwegen u. die Schweiz.
Europäische Gemeinschaft
Bild: Flag_of_Europe.eps
Flagge der Europäischen Union
Die E. G. (EG) bildet das Herz der Europäischen Gemeinschaften, die wiederum die erste u. wichtigste Säule der drei Säulen der Europäischen Union sind. Damit ist der Rechtskörper der Europäischen Gemeinschaft das Kernstück der Europäischen Union (EU). Die Bezeichnung ''Europäische Union'' hat heute in der Umgangssprache die ''Europäische Gemeinschaft'' ersetzt, jedoch bleiben EU und EG juristisch unterschiedliche Begriffe. Anders als die EU verfügt die EG über völkerrechtliche Handlungsfähigkeit.
Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl
Die E. G. f. K. u. S., Abk. EGKS, oft auch ''Montanunion'' genannt, wurde am 18. April 1951 durch den Vertrag von Paris gegr. u. trat am 23. Juli 1952 in Kraft. Sie gab allen Mitgliedsländern Zugang zu Kohle u. Stahl, ohne Zoll zahlen zu müssen.
Europäische Gesellschaft
Die E. G. (''Societas Europaea'', SE) ist eine Rechtsform für Aktiengesellschaften in der Europäischen Union. Mit ihr ermöglicht die EU seit dem Jahresende 2004 die Gründung von Gesellschaften nach weitgehend einheitl. Rechtsprinzipien.
Umgangssprachlich wird die SE auch als Europa-AG bezeichnet.
Europäische Kommission
Bild: Berlaymont.jpg
Sitz der Europäischen Kom-
mission: Berlaymont-Gebäude,
Brüssel
Die E. K. ist im polit. System der Europäischen Union die Exekutive u. als solche für die Umsetzung der Beschlüsse von Ministerrat u. Parlament zuständig. Sie schlägt darüber hinaus in Ausübung ihres Initiativrechtes Rechtsvorschriften, polit. Maßnahmen u. Programme vor. Die Kommission ist ein von den Mitgliedstaaten unabhängiges u. somit supranationales Organ der Europäischen Gemeinschaften. Die Kommissare dienen alleine der Gemeinschaft, nicht ihren jeweiligen Herkunftsstaaten.
Europäischer Aal
Der Europäische Aal (''Anguilla anguilla'') ist eine Art der Flussaale u. in ganz Europa, Kleinasien u. Nordafrika beheimatet.
Europäischer Binnenmarkt
Bild: Flag_of_Europe.eps
Flagge der Europäischen Union
Der Europäische Binnenmarkt ist der gemeinsame Wirtschaftsraum der Staaten der Europäischen Union, der unter diesem Namen offiziell seit 1993 existiert.
Europäischer Gerichtshof
Der Europäische Gerichtshof (EuGH), auch Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaften mit Sitz in Luxemburg ist das rechtsprechende Organ der Europäischen Gemeinschaften. Er nimmt damit im polit. System der EU die Rolle der Judikative ein; präziser spricht man jedoch von den Gerichten der Europäischen Gemeinschaften, denn es gibt mittlerweile drei Spruchkörper.
Europäischer Installationsbus
Der Europäische Installationsbus (EIB) ist ein Standard nach EN50090, in der aktuellen Version als KNX Standard auch nach ISO/IEC 14543-3,
* der beschreibt, wie bei einer Installation Sensoren und Aktoren in einem Haus miteinander verbunden werden können,
* der festlegt, wie Sensoren und Aktoren miteinander kommunizieren müssen (= Pro- tokoll).Der EIB steuert zum Beispiel die Beleuchtung u. Jalousien beziehungsweise Beschattungseinrichtungen, die Heizung sowie die Schließ- und Alarmanlage. Mittels EIB ist auch die Fernüberwachung u. -steuerung eines Gebäudes möglich. Eine Steuerung erfolgt dabei über den Benutzer selbst oder über einen mit entsprechender Software ausgerüsteten Computer.
Europäischer Laubfrosch
Der Europäische Laubfrosch (''Hyla arborea'') ist ein Froschlurch, der zur Familie der Laubfrösche i.w.S. (Hylidae) u. zur Gattung der Laubfrösche (''Hyla'') gehört.
Er ist der einzige mitteleuropäische Vertreter einer nahezu weltweit (allerdings schwerpunktmäßig neuweltlich) verbreiteten Tierfamilie, die mit über 800 Arten zu den formenreichsten innerhalb der Amphibien zählt. Für das Jahr 2008 wurde der Europäische Laubfrosch von der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie u. Terrarienkunde zum ''Lurch des Jahres'' gewählt.
Europäischer Maulwurf
Der Europäische Maulwurf (''Talpa europaea'') ist eine Säugetierart aus der Familie der Maulwürfe (Talpidae) innerhalb der Ordnung der Insektenfresser (Eulipotyphla). Er ist der einzige in Mitteleuropa verbreitete Vertreter seiner Familie.
Europäischer Rat
Bild: Flag_of_Europe.eps
Flagge der Europäischen Union
Der Europäische Rat ist das oberste Gremium der Europäischen Union (EU). Er gilt als diejenige Institution, die den Integrationsprozess der EU entscheidend beschleunigt hat. Er setzt sich zusammen aus den Stasts- u. Regierungschefs der EU-Staaten sowie dem Präsidenten der Kommission.
Europäischer Wirtschaftsraum
Der Europäische Wirtschaftsraum (Abk. EWR) erweitert den Binnenmarkt der Europäischen Gemeinschaft seit 1994 um die Mitgliedsstaaten der Europäischen Freihandelszone (EFTA) mit Ausnahme der Schweiz, also nur um Island, Liechtenstein u. Norwegen.
Europäisches Eichhörnchen
Das Europäische Eichhörnchen (''Sciurus vulgaris''), auch ''Eichkätzchen'', ''Eichkater'' oder niederdt. ''Katteker'', ist ein Säugetier aus der Ordnung der Nagetiere (Rodentia). Es gehört zur Familie der Hörnchen (Sciuridae).
Europäisches Parlament
Das Europäische Parlament (Art. 189 ff. EG-Vertrag) ist eines der fünf Hauptorgane der Europäischen Gemeinschaften (Art. 7 I EGV, Art. 5 EUV) u. wird seit 1979 alle fünf Jahre in allg., freien u. geheimen Europawahlen direkt gewählt (Art. 190 EG-Vertrag). Davor, von 1952 bis 1979, hatten die Parlamente der Mitgliedstaaten die Mitglieder des EU-Parlaments bestimmt. Es ist die Vertretung von rd. 490 Millionen Menschen u. hat seinen Sitz in Straßburg. Weitere Dienstorte sind Brüssel u. Luxemburg. Der Präsident für die zweite Halbzeit der Wahlperiode 2004–2009 ist Hans-Gert Pöttering. Die in den Mitgliedstaaten bestehenden polit. Strukturen spiegeln sich auch in den polit. Fraktionen auf Ebene des Europäischen Parlaments wieder. Es gibt sieben Fraktionen sowie eine Reihe von fraktionslosen Abgeordneten. In ihren Heimatländern sind die Abgeordneten Mitglied in rd. 160 verschiedenen Parteien. Am 20. Juli 2004 konstituierte sich das Europäische Parlament für die 6. Wahlperiode.
Das Europäische Parlament ist sozusagen die Bürgerkammer der EU, neben dem Rat der Europäischen Union als Staatenkammer, wobei es allerdings deutlich weniger Rechte hat als die Parlamente der meisten Staaten.
Europäische Union
Die E. U. (EU) ist ein aus 27 europ. Staaten bestehender Staatenverbund. Die Bevölkerung in den Ländern der EU umfasst derzeit rd. eine halbe Milliarde Ew. Im Europäischen Binnenmarkt erwirtschaften die Mitgliedstaaten zusammengerechnet das größte Bruttoinlandsprodukt der Welt.
Gegenwärtig ist die E. U. auf den am 1. November 1993 in Kraft getretenen Vertrag über die E. U. gegr., der die vertragl. Grundlage der sogenannten drei „Säulen” Europäische Gemeinschaften (EG), Gemeinsame Außen- u. Sicherheitspolitik (GASP) sowie Polizeiliche u. justizielle Zusammenarbeit in Strafsachen (PJZS) bildet.
Nach den bisherigen schrittweisen Erweiterungen stand der Staatenverbund vor einem internen Anpassungsproblem. Der Europäische Rat hat am 13. Dezember 2007 den Vertrag von Lissabon unterzeichnet, der diese grundlegenden Probleme im Bereich der polit. Grundlagen der Europäischen Union entschärfen soll. Seine Ratifizierung in den Mitgliedstaaten soll bis Mitte 2009 abgeschlossen sein.
Europäische Wirtschaftsgemeinschaft
Die E. W. (EWG) ist der ursprüngliche Name eines Zusammenschlusses europischer Staaten zur Förderung der gemeinsamen Wirtschaftspolitik im Rahmen der europischen Integration. Am 25. März 1957 wurde die EWG mit der Unterzeichnung der Römischen Verträge durch Belgien, Frankreich, Italien, Luxemburg, die Niederlande u. die BR Deutschland gegr. 1993 wurde die EWG angesichts ihrer mittlerweile erweiterten Aufgabenstellung in Europäische Gemeinschaft (EG) umbenannt.
Europäische Wirtschafts- und Währungsunion
Die E. W. u. W. (EWWU) ist ein wesentl. Bestandteil der Europäischen Union. Sie hat unter anderem auch die Einführung des Euro ermöglicht. Ihr gehören alle EU-Länder an.
Europäische Zentralbank
Die E. Z. (EZB), Englisch: ''European Central Bank (ECB)'', Französisch: ''Banque centrale européenne (BCE)'', ist die gemeinsame Währungsbehörde der Mitgliedstaaten der Europäischen Währungsunion u. bildet mit den nationalen Zentralbanken (NZB) der EU-Staaten das Europäische System der Zentralbanken (ESZB). Sie ist im Rahmen der Europäischen Union ein Organ sui generis. Sie ist eine supranationale Institution mit Rechtspersönlichkeit, die 1998 im Rahmen der Europäischen Wirtschafts- u. Währungsunion gegr. wurde u. ihren Sitz im Eurotower in Frankfurt a. M. hat.
Die Arbeit u. die Aufgaben der EZB werden im 1992 in Maastricht geschlossenen Vertrag über die Europäische Union sowie in verschiedenen Protokollen geregelt. Um sachgerecht u. effizient arbeiten zu können, soll die EZB unabhängig von polit. Einflussnahme sein, was jedoch von Kritikern immer wieder bezweifelt wird.
Europakarte
Eine E. ist eine Leiterplatte mit elektron. Bauteilen, die, meist zusammen mit weiteren solchen Karten, gesteckt in einem Baugruppenträger, ein Computersystem oder eine andere komplexe elektron. Schaltung ergeben. Das Format entstand in den 1970er Jahren in Europa u. hat sich hier sowohl im Hobby-Bereich als auch in der professionellen Elektrotechnik als Standard etabliert.
Europameisterschaft
Mit E., oft nur abgekürzt als EM, oder auch EUM bezeichnet man einen von Einzelsportlern oder Nationalmannschaften auf europ. Ebene ausgetragenen sportl. Wettbewerb, zumeist in Turnierform, der von dem jeweiligen europ. Verband ausgetragen wird.
Europa-Park
Der E. Rust ist mit einer Gesamtfläche von rd. 700.000 m² einer der größten Freizeitparks Deutschlands. Das gesamte Europa-Park-Resort belegt ca. 970.000 m² u. liegt im badischen Rust nahe der A 5 zwischen Freiburg im Breisgau u. Offenburg u. nahe der Grenze zu Frankreich. Im Jahr 2007 besuchten über vier Millionen Menschen den E. Damit ist er der besucherstärkste saisonale Freizeitpark der Welt. In 15 Themenbereichen, davon zwölf länderbezogen, finden sich über 120 Attraktionen u. mehrere Shows. Zum Park gehören zudem vier Erlebnishotels u. ein Kino.
Europarat
Der E. ist eine am 5. Mai 1949 gegr. u. heute 47 Staaten umfassende europ. Internationale Organisation. Er ist ein Forum für Debatten über allg. europ. Fragen. Seine Satzung sieht eine allg. Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten zur Förderung von wirtschaftlichem u. sozialem Fortschritt vor. Der Sitz des Europarats ist in Straßburg im Europapalast. Am 5. Mai wird alljährlich der Europatag gefeiert.
Der E. ist institutionell nicht mit der Europäischen Union verbunden, auch wenn beide dieselbe Flagge u. dieselbe Hymne verwenden. Der E. ist auch nicht zu verwechseln mit dem Europäischen Rat u. dem Rat der Europäischen Union (Ministerrat).
Europarecht
Das E. ist überstaatl. Recht auf europ. Ebene. Man unterscheidet das europ. Recht im weiteren u. i. e. S. I. w. S. ist das Recht des Europarates mit der Europäischen Menschenrechtskonvention gemeint. I. e. S. bezeichnet es das Recht der Europäischen Union u. der Europäischen Gemeinschaften.
European Aeronautic Defence and Space Company
Die E. A. D. a. S. C. (EADS) ist ein europ. Luft-, Raumfahrt- u. Rüstungskonzern. Mit einem Umsatz von 39,4 Milliarden Euro (Stand 2006) ist EADS nach Boeing das zweitgrößte Luft- u. Raumfahrtunternehmen der Welt. EADS beschäftigt an mehr als 70 Entwicklungs- u. Produktionsstandorten in Europa u. in 35 Außenbüros weltweit etwa 116.800 Mitarbeiter (Stand 2006). Seit der Gründung am 10. Juli 2000 werden Aktien der EADS an der Börse gehandelt. Der Konzern geht aus einer Fusion der dt. DASA (DaimlerChrysler Aerospace AG), der französ. Aérospatiale-Matra u. der span. CASA (Construcciones Aeronáuticas S.A.) hervor. Der Sitz der Deutschlandzentrale des Konzerns, die EADS Deutschland GmbH, befindet sich in Ottobrunn bei München.
European Article Number
Die EAN steht für International Article Number (früher E. A. N.) u. ist eine Produktkennzeichnung für Handelsartikel. Die EAN ist eine Zahl, bestehend aus 13 oder 8 Ziffern, die zentral verwaltet u. an Hersteller auf Antrag vergeben wird. In Deutschland fallen für die Vergabe einer ILN, welche Voraussetzung für die Beantragung einer EAN ist, jährl. Gebühren an.
Die EAN wird in der Regel als maschinenlesbarer Strichcode auf die Warenpackung aufgedruckt u. kann von Barcodescannern decodiert werden, beispielsweise an Scannerkassen.
European Credit Transfer System
Das European Credit Transfer and Accumulation System (ECTS) soll sicherstellen, dass die Leistungen von Studenten an Hochschulen des Europäischen Hochschulraumes vergleichbar u. bei einem Wechsel von einer Hochschule zur anderen, auch grenzüberschreitend, anrechenbar sind. Dies ist möglich durch den Erwerb von Leistungspunkten (engl. ''credit points''), das sind Anrechnungseinheiten, die in der Hochschulausbildung durch Leistungsnachweise erworben werden.
Neben dem Ziel, internationale Vergleichbarkeit herzustellen, soll das System auch Studienabbrechern u. Arbeitgebern ermöglichen, ihre Studienleistung im Bewerbungsprozess zu valorisieren.
Europol
E. oder Europäisches Polizeiamt ist die europ. Polizeibehörde mit Sitz in Den Haag. Sie soll die Arbeit der nationalen Polizeibehörden Europas im Bereich der grenzüberschreitenden organisierten Kriminalität (OK) koordinieren u. den Informationsaustausch zwischen den nationalen Polizeibehörden fördern. Der Grundgedanke von E. ist die Zusammenführung von bi- u. multilateralen Übereinkommen wie TREVI (frz.: Terrorisme, Radicalisme, Extremisme et Violence Internationale), Schengener Abkommen u. der EDU (European Drug Unit). Arbeitsbereiche sind unter anderem die Terrorismusbekämpfung, die Bekämpfung u. Prävention des illegalen Waffenhandels, des Drogenhandels, der Kinderpornographie u. der Geldwäsche.
Die Schaffung eines europ. Polizeiamts wurde bereits 1992 im Vertrag von Maastricht festgeschrieben. Aber erst 1999 war E. voll arbeitsfähig.
Europoolpalette
Bild: EUR_Palette_Stapel.jpg
Stapel von Europoolpaletten
Eine E. (umgangssprachlich: Europalette in abgekürzter Form auch ''FP'' für ''Flachpalette'') kann eine beliebige Palette aus dem Tauschsystem des Europool sein. Typischerweise (wie im Nachfolgenden) ist die durch DIN 15 146 Teil 2 genormte, mehrwegfähige, Transportpalette mit den Maßen 1200 × 800 × 144 mm (Länge × Breite × Höhe) u. einem Eigengewicht von 20−24 kg (je nach Holzfeuchte) gemeint. Sie wird von 78 Spezialnägeln zusammengehalten.
Eine E. ist eine sogenannte Vierwegpalette, d. h. sie kann von allen vier Seiten mit einem Hubwagen, einem automat. Flurfördergerät oder einem Gabelstapler aufgenommen u. transportiert werden.
Eurosport
E. ist ein auf Sportberichterstattung spezialisiertes europ. Fernseh-Spartenprogramm. Der TV-Sender wurde 1989 unter Mitwirkung von einzelnen Sendern der Europäischen Rundfunkunion (EBU) gegr. Als Betreiber war zu diesem Zeitpunkt der britische private Satellitensender SKY des Medienunternehmers Rupert Murdoch involviert. Seit 1991 ist der Sender in Paris ansässig. Alleiniger Gesellschafter des Senders ist die private französ. Fernsehstation TF1.
Eurostecker
Der E. wurde entwickelt, um universell in Europa schutzisolierte Geräte der Klasse II mit geringem Strombedarf an das Stromnetz anzuschließen. Er kann mit Ausnahme von Großbritannien, Irland, Zypern u. Malta in ganz Europa eingesetzt werden. Um dieses Ziel zu erreichen, verzichtet er auf einen Schutzleiter.
Eurotrip
E. ist eine Teenie-Komödie von Debütregisseur u. Drehbuchautor Jeff Schaffer. Es ist ein Spin-Off des Film Road Trip aus dem Jahr 2004.
Eurotunnel
Der E., auch Kanaltunnel genannt, ist ein 50 Kilometer langer Eisenbahntunnel unter der Meeresstraße Ärmelkanal zwischen Folkestone in Kent (England) u. Coquelles nahe Calais (Frankreich).
Das lange geplante u. sehr kostspielige Tunnelbauprojekt, dem einige fehlgeschlagene Baupläne vorangingen, wurde 1994 vollendet. Der E. besteht aus zwei eingleisigen Haupttunneln für die Züge u. einem zweispurigen Servicetunnel für schmale Fahrzeuge.
Eurovision Song Contest
Der E. S. C. (engl. ''Liederwettbewerb der Eurovision''; kurz ESC), früher auch ''Concours Eurovision de la Chanson'' (franz.; bis 1966 ''Grand Prix Eurovision de la Chanson Européenne'', kurz ''Grand Prix'') ist ein internationaler Musikwettbewerb, der seit 1956 jährlich veranstaltet wird. Die Premiere war sehr stark von dem 1951 ins Leben gerufenen San-Remo-Festival beeinflusst. Grundsätzlich können alle Mitgliedsländer der Europäischen Rundfunkunion (EBU) teilnehmen, der auch einige Radio- u. Fernsehstationen asiatischer u. afrikan. Staaten angehören. Jedes teilnehmende Land schickt ein Lied in das Rennen.
Der internationale Wettbewerb, seit 2004 bestehend aus Halbfinale u. Finale, findet in der Regel im Land des Vorjahressiegers statt. Das Finale gliedert sich in zwei Teile, die rd. zweistündige Präsentation der Finalisten, daran schließt sich – nach einem zehn- bzw. fünfzehnminütigen Votingfenster mit Showprogramm – die etwa einstündige Punktevergabe an.
Eurythmics
Die E. sind ein brit. Pop-Duo, bestehend aus Annie Lennox (Gesang, Keyboards) u. Dave A. Stewart (Gitare, Keyboards), das weltweit 80 Millionen Tonträger verkaufte. Erfolge hatten sie u. a. mit „Sweet Dreams”, „Here comes the rain again” u. „There must be an Angel”. Sie verffentlichten: „Touch” 1983; „Be yourself tonight” 1985; „Revenge” 1986; „Peace” 1999.
Eurythmie
Die E. (auch ''Eurhythmie'', gr. ''Gleichmaß von Bewegung'' oder ''schöne Bewegung'') ist eine expressive Bühnenkunst, die Anfang des 20. Jh. (etwa 1908–1925) in Deutschland u. der Schweiz im Umkreis von Rudolf Steiner, dem Begründer der Anthroposophie, entstand. Äußerlich ähnelt sie entfernt dem klass. Ballett, sie wird aber im Allg. weniger artistisch u. körperbetont inszeniert. E. wird als eigenständige Darstellende Kunst, aber auch als Komponente von Bühneninszenierungen betrieben. Kombiniert mit medizin. Fachwissen wird sie von Anthroposophen auch heiltherapeutisch angewendet. An Waldorfschulen ist E. ein reguläres Pflichtfach.
Eutektikum
Als E. (griech.: ευ=gut τεκτειν=bauen) wird eine Legierung oder Lösung bezeichnet, deren Bestandteile in einem solchen Verhältnis zueinander stehen, dass sie als Ganzes bei einer bestimmten Temperatur (Schmelzpunkt) flüssig bzw. fest wird.
Eutrophierung
Wenn Bäche, Flüsse u. Seen mit anorgan. Nährstoffen, wie Phosphor u. Stickstoffverbindungen überlastet werden, spricht man von E. Durch diesen Anstieg verändert sich die Trophiestufe des Gewässers (von ''oligotroph'' über ''mesotroph'' zu ''eutroph'' u. ''hypertroph'') u. damit auch der Aufbau des Ökosystems.
EU-Überweisung
Grenzüberschreitende Überweisungen innerhalb der Europäischen Union u. des Europäischen Wirtschaftsraums, auch EU-Überweisungen oder EU-Standardüberweisungen genannt, sind eine bes. Form der Auslandsüberweisung. Sie dürfen für Kunden seit dem 1. Juli 2003 laut EU-Verordnung 2560/2001 nicht teurer sein als innerstaatl. Überweisungen.
Evaluation
E. (Evaluierung) bedeutet allg. die Beschreibung, Analyse u. Bewertung von Prozessen u. Organisationseinheiten, insbes. im Bildungsbereich, in den Bereichen Gesundheit u. Entwicklungshilfe, der Verwaltung, der Marktforschung oder der Wirtschaft. E. kann sich sowohl auf den Kontext (Voraussetzungen, Rahmenbedingungen), die Struktur, den Prozess als auch das Ergebnis (Produkt) beziehen. Anders als Grundlagenforschung orientiert sich E. an den konkreten Fragen von Entscheidungsträgern, z. B. in der Bildungspolitik u. -verwaltung, aber auch von Lehrern, Schülern u. Eltern. Damit ist sie auf ein breiteres Spektrum an Methoden angewiesen, um zeitgerecht hilfreiche Information bereit zu stellen.
Evanescence
E. [i&dehn;v&eunbet;&beton;n&aeo;s&eunbet;ns] (engl. ''Dahinschwinden'') ist eine US-amerikan. Band mit Tendenzen in Richtung Alternative Rock, aus Little Rock, Arkansas.
Evangelikalismus
Der E. (vom englischen ''evangelicalism'') ist eine theolog. Richtung innerhalb des Protestantismus, die sich auf die Irrtumsfreiheit der Bibel als zentrale Grundlage christl. Glaubens beruft. Evangelikale Christen sind hauptsächlich in Freikirchen, in Deutschland aber auch in den ev. Landeskirchen bzw. den Gliedkirchen der EKD organisiert u. können verschiedenen prot. Konfessionen angehören, sie können etwa z. B. reform., luth., baptistisch, methodistisch oder anglikanisch sein. Evangelikale sind der Überzeugung, dass zum Christentum eine klare persönl. Willensentscheidung (Bekehrung) u. eine persönl. Beziehung zu Jesus Christus gehören.
Evangelische Kirche
Als E. K. bezeichnen sich christl. Kirchen in der Tradition der Reformation.
Weitgehend synonym wird auch hierfür das Wort Protestantische Kirche verwendet.
Neben den Evangelischen Landeskirchen (EKD) zählen auch die Evangelischen Freikirchen dazu.
Evangelische Kirche in Deutschland
Die E. K. i. D. (EKD) ist eine Gemeinschaft von 23 selbständigen ev. Landeskirchen luth., reform. u. unierten Bekenntnisses. Alle Gliedkirchen haben uneingeschränkte Kanzel- u. Abendmahlsgemeinschaft trotz ihrer voneinander abweichenden Bekenntnisse. Das Kirchenamt der EKD befindet sich in Hannover.
Die EKD unterstützt die Konferenz Europäischer Kirchen (KEK), der sie mit anderen prot., anglikanischen u. orth. Kirchen aus allen Ländern Europas angehört. Die EKD ist Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK).
Evangelisch-methodistische Kirche
Die E. K. (EmK) ist die dt. Bez. für die internationale United Methodist Church (UMC), eine christl. Freikirche in der wesleyan. Tradition auf dem Boden der Reformation.
Evangelium (Buch)
Der Begriff E. kommt aus dem Griechischen u. heißt so viel wie „Lohn für das Überbringen einer guten Nachricht” oder auch nur „gute Nachricht” oder konkreter „Siegesbotschaft”. Mit den Evangelien sind meistens die vier Evangelien nach Matthäus, Markus, Lukas, u. Johannes im NT der christl. Bibel gemeint. Die Verfasser werden auch als die Evangelisten bezeichnet. Der Begriff kann aber auch auf apokryphe Schriften angewendet werden.
Evangelium nach Johannes
Das E. n. J. ist das vierte Buch des NT der christl. Bibel, eines der vier kanon. Evangelien. Es hat gegenüber den drei synopt. Evangelien einen sehr eigenständigen darstellerischen u. theolog. Charakter.
Evangelium nach Lukas
Das E. n. L. ist das dritte Buch des NT der christl. Bibel; es wird seit dem MA in 24 Kapitel unterteilt. Es ist eines der vier kanonischen Evangelien u. wird zusammen mit dem Matthäusevangelium u. dem Markusevangelium zu den synoptischen Evangelien gezählt.
Evangelium nach Markus
Das E. n. M. (Markus-Evangelium, abgekürzt MkEv oder Mk) ist das zweite Buch des NT, des zweiten Teils der zweigeteilten, einen christl. Bibel. Obwohl es in der kanon. Abfolge der Texte auf das Matthäusevangelium folgt, ist es das älteste u. zugleich kürzeste der vier kanon. Evangelien. Das Markusevangelium wird zusammen mit dem Matthäus-Evangelium u. dem Lukas-Evangelium zu den synoptischen Evangelien gezählt, da es zusammen mit der Logienquelle Q Matthäus (Mt) u. Lukas (Lk) als Quelle gedient hat (Zwei-Quellen-Theorie) u. sich die Evangelien nach Markus, Matthäus u. Lukas somit synoptisch, d.h. zusammenschauend u. vergleichend lesen lassen.
Evangelium nach Matthäus
Das E. n. M. ist das erste Buch des NT der christl. Bibel, eines der vier kanon. Evangelien.
Es wird zusammen mit dem Markusevangelium u. dem Lukasevangelium zu den synoptischen Evangelien gezählt.
Evans, Chris
Christopher Robert Evans (* 13. Juni 1981 in Sudbury, Massachusetts) ist ein US-amerikan. Schauspieler.
Evans, Timothy John
Timothy John Evans (* 20. November 1924; † 9. März 1950) war höchstwahrscheinlich das Opfer eines der bekanntesten brit. Justizirrtümer. Seine Hinrichtung durch Erhängen für einen Mord, den höchstwahrscheinlich sein Nachbar John Christie begangen hatte, führte zu erhebl. Aufsehen in England u. letztlich zur fakt. Abschaffung der Todesstrafe u. zur Legalisierung der Abtreibung in Großbritannien.
EVA-Prinzip
Das EVA-Prinzip (Eingabe - Verarbeitung - Ausgabe) gilt als Grundschema der elektron. Datenverarbeitung (EDV).
Evel Knievel
Robert Craig „Evel” Knievel, Jr. (* 17. Oktober 1938 in Butte, Montana, USA; † 30. November 2007 in Clearwater, Florida, USA) war ein US-amerikan. Motorradstuntman. Durch seine spektakulären Motorradsprünge u. Stuntshows erlangte er weltweit Berühmtheit.
EVE Online
E. O. ist ein MMORPG der isländ. Entwickler von CCP Games. Das Spiel sieht sich in der Tradition des Spieleklassikers Elite u. hat seinen Schwerpunkt auf Handel u. Kampf im Weltraum.
Everglades-Nationalpark
Die Everglades [&beton;&aeo;v&eunbet;gleidz] sind ein trop. Marschland im S des US-Bundesstaates Florida. Ein Teil der Everglades ist als E. geschützt.
Everlast
E. (* 18. August 1969 in New York als ''Erik Schrody'') ist ein irischstämmiger US-amerikan. Hip-Hop-Musiker. Sein Großvater war dt. Herkunft.
Everwood
E. ist eine US-amerikan. Fernsehserie, die von 2002 bis 2006 von Warner Bros. Television für das Fernseh-Network ''The WB'' produziert wurde.
Evidenz
E. ist, ob man sie als „anschauliche Gewißheit” (Immanuel Kant) oder als „Selbstgegebenheit” (Edmund Husserl) betrachtet, eine Art Wahrheitskriterium für solche Sätze, die man nicht weiter zurückführen oder hinterfragen kann.
Evidenzbasierte Medizin
E. M. (EbM, von englisch ''evidence'' „Beweis”, „Nachweis”, „Hinweis”; eine treffendere Übersetzung wäre „beweisgestützte Heilkunde”) ist jede Form von medizin. Behandlung, bei der patientenorientierte Entscheidungen ausdrücklich auf Basis von bewiesener Wirksamkeit getroffen werden. Die Beweisfindung erfolgt dabei durch statist. Verfahren. Sie steht damit im Gegensatz zu Behandlungsformen, bei denen kein statist. Wirksamkeitsnachweis vorliegt.
Evolution
E. ist die Veränderung der vererbbaren Merkmale einer Population von Lebewesen von Generation zu Generation. Diese Merkmale sind in Form von Genen kodiert, die bei der Fortpflanzung kopiert u. an den Nachwuchs weitergegeben werden. Durch Mutationen entstehen unterschiedl. Varianten (Allele) dieser Gene, die veränderte oder neue Merkmale verursachen können. Diese führen zu erblich bedingten Unterschieden (Genetische Variation) zwischen Individuen. E. findet statt, wenn sich die Häufigkeit dieser Allele in einer Population (die Allelfrequenz) ändert, diese Merkmale in einer Population also seltener oder häufiger werden. Dies geschieht entweder durch Natürliche Selektion (unterschiedl. Überlebens- u. Reproduktionsrate aufgrund dieser Merkmale) oder zufällig durch Gendrift.
Natürliche Selektion tritt auf, weil Individuen mit Merkmalen, die für das Überleben u. die Fortpflanzung vorteilhaft sind, mehr Nachwuchs produzieren können als Individuen ohne diese Merkmale. Daher werden sie mehr Kopien ihrer vererbbaren Merkmale in die nächste Generation einbringen. Dies führt dazu, dass vorteilhafte Merkmale im Laufe der Zeit häufiger werden, während unvorteilhafte seltener werden. Durch diesen Prozess können über viele Generationen unterschiedl. Anpassungen an Umweltbedingungen entstehen.
Die Theorie der E. durch Natürliche Selektion wurde erstmals ausführlich von Charles Darwin in seinem 1859 erschienenen Buch ''The Origin of Species'' dargestellt. In den 1930er Jahren wurde Darwins natürl. Selektion mit den mendelschen Regeln zur Vererbung verbunden, daraus entstand die Synthetische Theorie der E. Mit ihrer außerordentlichen erklärenden u. vorhersagenden Kraft wurde diese Theorie zum zentralen organisierenden Prinzip der modernen Biologie. Sie liefert die Erklärung für die Vielfalt des Lebens auf der Erde.
Evolution (Software)
E. ist ein ursprünglich von der Firma Ximian entwickeltes freies (GPL-lizenziertes) E-Mail- u. Groupwareprogramm für Linux, Unix, Mac OS X u. Win- dows. Es basiert auf der Desktop-Umgebung GNOME. Es zeichnet sich durch Vielseitigkeit u. Benutzerfreundlichkeit aus u. konkurriert mit dem Windows-Programm Microsoft-Outlook. Evolution ist auch in der Lage neben POP3 u. IMAP mit Microsoft Exchange u. USENET-News Servern zu kommunizieren. SSL/TLS sowie PGP/GPG-Unterstützung sind integriert.
Evolutionstheorie
Die E. erklärt u. beschreibt die Entstehung der Arten auf der Erde als das Ergebnis von Evolution. Die biolog. E. beschreibt den Stand der Forschung zu dieser Frage, wobei mehrere, sich im Detail unterscheidende Weiterentwicklungen der von Charles Darwin erstmals in seinem 1859 erschienenen Buch ''On the Origin of Species'' dargestellten Theorie der Evolution durch Natürliche Selektion bestehen.
Evros (Präfektur)
Die Präfektur E. (&Eacgr;βρος bzw. Νομ&oacgr;ς &Eacgr;βρου - ''Nomós Evrou'') ist die östl. Präfektur des griech. Festlands u. der Verwaltungsregion Ostmakedonien u. Thrakien. Sie trägt ihren Namen nach dem gleichn. Fluss, der hier die Grenze zur Türkei bildet.
Exact Audio Copy
E. A. C. (oft auch EAC abgekürzt) ist eine Freeware-Software zum Auslesen (Rippen) von Audio-CDs. EAC wurde für Windows von André Wiethoff entwickelt. Besonderer Schwerpunkt ist das möglichst exakte, also fehlerfreie Auslesen der Daten, um ident. Kopien erstellen zu können.
Exanthem
E. (gr. ''exantheo'', „ich blühe auf”) ist ein akut auftretender Hautausschlag. Er tritt häufig bei infektiösen Allgemeinerkrankungen wie Masern, Röteln, Windpocken, Scharlach oder Typhus auf. Ein E. kann auch die Folge einer Arzneimittelunverträglichkeit sein (Arzneimittelexanthem). Zudem ist ein E. ein Hauptsymptom der Syphilis im Sekundärstadium.
Excalibur
E. oder Caliburn war das sagenumwobene Schwert des myth. Königs Artus.
Exchangeable Image File Format
Das E. I. F. F. (offizielle Abk. ist Exif, nicht EXIF) ist ein Standard der Japan Electronic and Information Technology Industries Association (JEITA) für das Dateiformat, in dem moderne Digitalkameras Informationen über die aufgenommenen Bilder (Metadaten) speichern.
Exchange Traded Funds
E. T. F. (kurz ETFs genannt) sind Investmentfonds, die an der Börse gehandelt werden.
Exegese
Die E. (griech. ''Auslegung, Erläuterung'') ist die Interpretation insbes. von hl. Schriften, vor allem des Alten u. NT der Bibel, des Talmuds, der Literatur zum Midrasch u. des Korans. Der Begriff ist auch im Zusammenhang mit der Auslegung jurist. Texte anzutreffen.
Exekutive
Die E. (vom lateinischen ''exsequi'' = ausführen, auch: ausführende Gewalt oder vollziehende Gewalt) ist in der Staatstheorie neben Legislative (Gesetzgebung) u. Judikative (Rechtsprechung) eine der drei unabhängigen Gewalten (Gewaltenteilung).
Sie umfasst die Regierung (Gubernative) u. die öffentl. Verwaltung (Administrative), der in erster Linie die Ausführung der Gesetze anvertraut ist. Auch die E. kann normsetzende Befugnisse wahrnehmen, zum Beispiel mit dem Recht auf Erlass von Rechtsverordnungen. Dabei haben Verordnungen nicht den Status von Gesetzen, sondern werden vielmehr von bestehenden Gesetzen abgeleitet.
Exhibitionismus
E. ist eine sexuelle Neigung, bei der die betreffende Person es als lustvoll erlebt, von anderen Personen nackt oder bei sexuellen Aktivitäten beobachtet zu werden. Sie stellt damit das Gegenstück zum Voyeurismus dar.
E. (beim Mann) wird bei Belästigung auf Antrag straftechnisch verfolgt.
Andererseits gibt es auch Menschen, insbesondere in der Swinger-Szene, die exhibitionistische Aspekte ihrer Sexualität in einem Rahmen ausleben, in dem das Prinzip des gegenseitigen Einvernehmens gegeben ist, ohne einen (medizinisch relevanten) Leidensdruck oder eine (strafrechtlich relevante) Belästigung anderer.
Bei der Produktion von Pornografie gilt eine exhibitionistische Neigung als wünschenswerte Qualifikation einer Darstellerin oder eines Darstellers.
Exil
Der Begriff E. (latein. ''Exilium, zu ex(s)ul'' = in der Fremde weilend, verbannt) bezeichnet die Abwesenheit eines Menschen oder einer Volksgruppe aus der eigenen Heimat, die auf Grund von Ausweisung, Verbannung, Vertreibung, Ausbürgerung, Zwangsumsiedlung, religiöser oder polit. Verfolgung durch den Staat sowie unerträgl. Verhältnisse im Heimatland mit anschließender Auswanderung hervorgerufen wurde. Das E. ist daher meist mit Einschränkungen der freien Entfaltung des Individuums am ursprüngl. Aufenthaltsort verbunden.
Exilliteratur
Als E., auch Emigrantenliteratur, wird die Literatur von Schriftstellern bezeichnet, die unfreiwillig Zuflucht in der Fremde suchen müssen, weil ihre Person oder ihr Werk im Heimatland bedroht ist. Meist geben politische oder religiöse Gründe den Ausschlag für die Flucht ins Exil.
Der Begriff "Exilliteratur" ist der fachlich gebräuchlichere. Während ''Emigration'' neutral den Wechsel des Wohnortes von einem Land in ein anderes bezeichnet, bedeutet ''Exil'' eher das Land, welches Zufluchtsort wird. Mitunter wird der Begriff auch für literar. Werke verwendet, die als verbotene Literatur in Exilverlagen erscheinen müssen, auch wenn deren Verfasser in ihrem Heimatland bleiben, also keine Emigranten sind.
Existentialismus
Mit E. bezeichnet man im allg. Sinne die französische philosoph. Strömung der Existenzphilosophie. I. e. S. werden hierunter neben der Existenzphilosophie Jean Paul Sartres auch Strömungen aus der Literatur (Kafka, Rilke, Benn), der Theologie (Bultmann) u. der Pädagogik (Bollnow) verstanden.
Des Weiteren ist der Begriff des „Existentialismus” im Gebrauch als Bez. für eine allg. Geisteshaltung, die den Menschen als Existenz im Sinne der Existenzphilosophie auffasst ("Der Mensch ist seine Existenz.").
Als Hauptvertreter des französ. E. gelten neben Sartre auch Albert Camus, Simone de Beauvoir u. Gabriel Marcel.
Existenz
Das Wort E. (lat. ''existentia'' - Bestehen, Dasein) bezeichnet in der Philosophie das Vorhandensein eines Dinges ohne nähere Bestimmung, ob es sich um einen materiellen oder ideellen Gegenstand handelt. In der Existenzphilosophie u. im Existenzialismus wird der Begriff oft synonym für „menschliches Dasein” gebraucht.
Umgangssprachlich bezeichnet ''Existenz'' auch die wirtschaftl. Lebensgrundlage eines Menschen, z.B. in Form eines wirtschaftl. Betriebes (Handelsgeschäft, Anwaltskanzlei oder Ähnliches).
In der Prädikatenlogik wird mit ''Existenz'' die Voraussetzung für eine Prädikatzuweisung gekennzeichnet.
Existenzminimum
Als E. (auch: Notbedarf) bezeichnet man die Mittel, die zur Befriedigung der materiellen Bedürfnisse notwendig sind, um physisch zu überleben; dies sind vor allem Nahrung, Kleidung, Wohnung u. eine medizin. Notfallversorgung. Wie die Armutsdefinition ist die Definition des Existenzminimums immer kulturspezifisch u. relativ. Das ''soziokulturelle'' E. garantiert über das phys. E. hinaus ein Recht auf Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft.
Exklave
Eine E. ist ein Teil eines polit. Gebietes, das vom Rest des Gebietes räumlich abgetrennt ist u. deshalb nur über ein anderes Gebiet zu erreichen ist. Beispiele für Exklaven sind Alaska, das Kaliningrader Gebiet (E. Russlands) oder Büsingen (E. Deutschlands). Bis nach dem Zweiten Weltkrieg war das süddt. Hohenzollern eine der über sechzig Exklaven Preußens.
In übertragener Bedeutung spricht man auch bei anderen geograf. Fragestellungen von Exklaven, zum Beispiel bei den Verbreitungsgebieten von Tier- u. Pflanzenarten oder bei der Verbreitung von Sprachen (Sprachinsel) u. Kulturen.
Exkommunikation
E. ist der permanente oder zeitlich begrenzte Ausschluss aus einer religiösen Gemeinschaft oder von bestimmten Aktivitäten in einer religiösen Gemeinschaft.
Exoplanet
Ein extrasolarer Planet, kurz E., ist ein Planet ''außerhalb'' (griech. ''εξω'') des vorherrschenden gravitativen Einflusses unserer ''Sonne'' (lat. ''Sol''). Extrasolare Planeten gehören also nicht unserem Sonnensystem an, sondern einem anderen Planetensystem bzw. umkreisen einen anderen Stern. Sie werden der Gruppe der Planemos zugerechnet (von: planetary mass objects).
Exorzismus
Als E. (latinisiert aus griechisch ''exorkismós ''„das Hinausbeschwören”) wird in den Religionen die Praxis des ''Austreibens'' von negativen Wesen oder Geistern aus Menschen, Tieren, Orten oder Dingen bezeichnet. Wenn Menschen oder Tiere als betroffen angesehen werden, spricht man von Besessenheit. Die Interpretation dieses Zustandes ist abhängig von der jeweiligen Kultur. Einzig die kath. Kirche hat eine umfangreiche Theorie u. Praxis des E. entwickelt.
Exoskelett
Ein E. ist eine Stützstruktur für einen Organismus, das eine stabile äußere Hülle um diesen bildet.
Exotherm
E. sind chem. Prozesse u. physikal. Vorgänge, bei denen Wärme frei gesetzt u. Energie abgegeben wird. Der umgekehrte Fall sind endotherme Reaktionen.
Exotische Frucht
E. F. ist eine Bez. für Obst oder Früchte; synomym finden manchmal auch die Bez. Südfrüchte,Tropenfrüchte oder Flugobst Verwendung.
Experiment
Ein E. (von lateinisch ''experimentum'' „Versuch, Beweis, Prüfung, Probe”) im Sinne der Wissenschaft ist eine methodisch angelegte ''Untersuchungsanordnung''. Experimente gibt es in einer Vielzahl von Wissenschaften, bes. in Naturwissenschaft, Ingenieurwissenschaft, Psychologie u. Soziologie. Es ist eine bes. Form der Beobachtung.
Das E. ist die wichtigste wissenschaftl. Methode, um zuverlässige Kausalaussagen (Ursache-Wirkungs-Beziehungen) zu ermöglichen. Die Auswertung der Versuchsergebnisse erfolgt als ''Schlussfolgerung''. Dadurch werden neue Erkenntnisse gewonnen oder Hypothesen untermauert oder widerlegt.
Explikation
Mit E. (lat. ''explico'' - Auseinandersetzung, Darlegung, Entwirrung, Deutung) wird die erläuternde Bestimmung der Bedeutung eines Ausdrucks bezeichnet. Der Begriff der E. findet Anwendung
1. in der Logik, um einen noch unklaren Ausgangsbegriff so zu spezifizieren, dass er als wissenschaftlich fundierter Begriff Verwendung finden kann.
2. bei der Begriffsbestimmung von Symbolen, konventionellen Bez. u. a. in der mathemat. Logik.
3. in der Philosophie durch Verbesserung bzw. Präzisierung eines gegebenen intuitiven Begriffes durch einen strengen Begriff. Der gegebene Begriff heißt Explikandum, das Resultat der Operation der E. hingegen wird Explikat genannt.
Exploit
Ein E. (englisch ''to exploit'' - ausnutzen) ist ein Stück Software oder eine Sequenz von Befehlen, welches spezif. Schwächen bzw. Fehlfunktionen eines anderen Computerprogramms zur Erlangung von Privilegien oder in Absicht einer DoS-Attacke ausnutzt.
Explosion
Eine E. ist eine Oxidations- oder Zerfallsreaktion mit plötzl. Anstieg der Temperatur u. des Druckes. Dabei kommt es zu einer plötzl. Volumenausdehnung von Gasen u. der Freisetzung von großen Energiemengen auf kleinem Raum, zum Beispiel durch Sprengstoffe, explosionsfähige Atmosphäre oder aufgestaute Gase etwa in Vulkanen. Die plötzl. Volumenerweiterung verursacht eine Druckwelle, die bei einer ''idealen'' (von einer Punktquelle ausgehenden) E. durch das Modell der Detonationswelle beschrieben werden kann.
Exponentialfunktion
Die Mathematik bezeichnet als E. eine Funktion der Form mit der Basis . In der gebräuchlichsten Form sind dabei für den Exponenten die reellen Zahlen zugelassen. Im Gegensatz zu den Potenzfunktionen, bei denen die Basis die Variable enthält, befindet sich bei Exponentialfunktionen die Variable im Exponenten; daher auch die Namensgebung.
Exponentialverteilung
Bild: ExpDichteF.eps
Dichte der Exponentialverteilung mit verschiedenen Werten für λ
Die E. ist eine stetige Wahrscheinlichkeitsverteilung über der Menge der positiven reellen Zahlen. Sie wird als Modell vorrangig bei der Beantwortung der Frage nach der Dauer von zufälligen Zeitintervallen benutzt, wie z.B.
* Zeit zwischen zwei Anrufen
* Lebensdauer von Atomen beim radioaktiven Zerfall
* Lebensdauer von Bauteilen, Maschinen u. Geräten, wenn Alterungserscheinungen nicht betrachtet werden müssen. (MTBF)
* als grobes Modell für kleine und mittlere Schäden in Hausrat, Kraftfahrzeug-Haftpflicht, Kasko in der Versicherungsmathematik
Oft ist die tatsächliche Verteilung keine E., jedoch ist die E. einfach zu handhaben u. wird zur Vereinfachung unterstellt.
Exponentielles Wachstum
Das Wachstum oder die Abnahme (auch Zerfall oder negatives Wachstum) eines Bestandes wird als exponentiell bezeichnet, wenn sich der Wachstumsvorgang durch eine Exponentialfunktion beschreiben lässt (Exponentieller Prozess). Dies ist genau dann der Fall, wenn sich der Bestand pro Zeiteinheit nicht um einen festen Wert ändert (lineares Wachstum), sondern um einen festen Prozentsatz. Der ''relative'' Zuwachs pro Zeiteinheit, die so genannte Wachstumsrate, ist konstant.
Beispiele für exponentielle Vorgänge sind das Anwachsen von Kapital oder Schulden durch Zins u. Zinseszins sowie der radioaktive Zerfall.
Export
Als E. bezeichnet man im Rahmen der volkswirtschaftl. Gesamtrechnung (VGR) die Menge der von einer Volkswirtschaft in andere Volkswirtschaften gelieferten Güter. Aus Sicht der belieferten Volkswirtschaft stellen die Güterströme Importe dar.
Der E. stellt ein Aggregat des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in der Verwendungsrechnung der VGR dar. Er setzt sich aus dem Waren- (Handelsbilanz) u. Dienstleistungsexport (Dienstleistungsbilanz) zusammen, wobei Dienstleistungen deutlich weniger über die Grenzen hinweg gehandelt werden als Waren. Die Handelsbilanz u. die Dienstleistungsbilanz sind Teilbilanzen der Leistungsbilanz. Die Deutsche Bundesbank zählt zur Leistungsbilanz auch noch die ''Bilanz der Erwerbs- u. Vermögenseinkommen'' sowie die ''Ergänzungen zum Warenhandel'' u. den ''Saldo der laufenden Übertragungen''.
Exposé (Literatur)
Ein E. bzw. Exposee ist eine schriftl. Form der kurzen vorausschauenden Inhaltsangabe eines Buchprojekts, eines Films oder eines wissenschaftl. Werks.
ExpressCard
E. ist ein Computer-Hardware-Standard u. der Nachfolger des PC-Card-Standards. Beide wurden von der Personal Computer Memory Card International Association entwickelt. Das Host-Gerät unterstützt PCI-Express- u. USB-2.0-Verbindungen über den ExpressCard-Steckplatz, wobei jede Karte die Schnittstelle nutzen kann, die der Entwickler für diesen Zweck für passend hielt. Die Karten sind während des Betriebs austauschbar (Hot-Swap/Hot-Plug). ExpressCard ist ein offener Standard der ITU-T, welcher auf der ExpressCard-Website aber nur gegen eine Gebühr von 2.500 US-$ eingesehen werden kann.
Expressionismus
Der E. (lat. ''expressio'' = Ausdruck) war eine Stilrichtung in der Kunst am Anfang des 20. Jh. Wie der Symbolismus u. der Impressionismus ist der E. eine Bewegung gegen die Tendenzen des Naturalismus. Hierbei überwiegt die expressive Ebene gegenüber der ästhetischen, appellativen u. sachl. Ebene, was sich dadurch ausdrückt, dass der Künstler versucht, sein Erlebnis für den Betrachter darzustellen. Zu den Künstlern gehörten u. a. die Maler Max Beckmann, Oskar Kokoschka, Franz Marc, Emil Nolde, Pablo Picasso u. die Bildhauer Ernst Barlach u. Wilhelm Lehmbruck.
Expressionismus (Literatur)
Der Begriff E. wird aus den beiden lateinischen Wörtern „ex” u. „premere” zusammengesetzt, die zunächst „ausdrücken” bedeuten. Wenn man daher vom E. spricht, meint man eine „Ausdruckskunst”. Es werden also innerlich gesehene Wahrheiten u. Erlebnisse dargestellt, nicht die Lichtreize, wie sie auf das Auge fallen.
Als Begriff wurde der E. 1911 von Kurt Hiller geprägt, der damit die Epoche von etwa 1910 bis etwa 1925 beschreibt, obwohl auch nach dem Zweiten Weltkrieg bedeutende Werke entstanden sind, die inhaltlich dem E. zuzuordnen sind. Die Epoche ist geprägt vom antibürgerlichen u. antinationalist. Denken vieler Intellektueller in der wilhelmin. Zeit u. wendet sich stark subjektiven, existentiellen u. gesellschaftsrelevanten Themen zu. Beispiele dafür sind polit. Repressionen, der Großstadtproblematik während der sich noch entwickelnden Industrialisierung, gesellschaftl. Machtmechanismen (familiäres u. gesellschaftl. Patriarchat, sexuelle Besessenheit). Vertreter sind u. a. Georg Trakl, August Stramm, Franz Werfel, Gottfried Benn, Johannes R. Becher u. Else Lasker-Schüler.
Exsikkose
Als E., von lat. '' siccus'' trocken, wird in der Medizin die Austrocknung durch Abnahme des Körperwassers bezeichnet. Sie ist die Folge von Dehydratation bzw. Austrocknung.
Ext3
Das ext3 (''third extended filesystem'') ist ein Journaling-Dateisystem, das für den Linux-Kernel entwickelt wurde. Bei vielen Linux-Distributionen ist es das Standard-Dateisystem.
Extensible Firmware Interface
Das E. F. I. (EFI, dt.: ''Erweiterbare Firmware-Schnittstelle''), bzw. dessen Nachfolgeversion Unified EFI (UEFI, dt.: ''Vereinheitlichte erweiterbare Firmware-Schnittstelle'') beschreibt die zentrale Schnittstelle zwischen der Firmware, den einzelnen Komponenten eines Computers u. dem Betriebssystem. Es sitzt logisch gesehen unterhalb des Betriebssystems u. stellt den Nachfolger des PC-BIOS dar, mit Fokus auf 64-Bit-Systemen.
Extensible Hypertext Markup Language
Der W3C-Standard E. H. M. L. (erweiterbares HTML; Abk.: XHTML) ist eine textbasierte Auszeichnungssprache zur Darstellung von Inhalten wie Texten, Bildern u. Hyperlinks in Dokumenten. Es ist eine Neuformulierung von HTML 4 in XML 1.0: Im Gegensatz zu seinem Vorgänger HTML, welcher mittels SGML definiert wurde, verwendet XHTML die strengere u. einfacher zu parsende SGML-Teilmenge XML als Sprachgrundlage. XHTML-Dokumente genügen also den Syntaxregeln von XML.
Extensible Markup Language
Die E. M. L. (engl. für „erweiterbare Auszeichnungssprache”), abgekürzt XML, ist eine Auszeichnungssprache zur Darstellung hierarchisch strukturierter Daten in Form von Textdateien. XML wird u. a. für den Austausch von Daten zwischen unterschiedl. IT-Systemen eingesetzt, speziell über das Internet.
Externe Festplatte
Eine E. F. ist eine Festplatte, die über eine Schnittstelle wie USB oder FireWire oder als Wechselplattenlaufwerk an einen Computer angeschlossen werden kann. Es gibt jedoch auch Varianten, die mit einer schnelleren externen Schnittstelle wie eSATA ausgestattet sind. In diesem Fall ist die Schnittstelle nur vom Inneren des Computers nach außen verlagert, denn SATA wird auch gerne zum internen Anschluss von Festplatten verwendet.
Externer Effekt
Als externen Effekt (auch Externalität) bezeichnet man in der Volkswirtschaftslehre die unkompensierten Auswirkungen ökonom. Entscheidungen auf unbeteiligte Marktteilnehmer. Sie werden nicht in das Entscheidungskalkül des Verursachers einbezogen. Volkswirtschaftlich gesehen sind sie eine Ursache für Marktversagen, woraus sich die Notwendigkeit staatl. Intervention herleiten lässt.
Negative externe Effekte werden auch als externe Kosten u. positive auch als externer Nutzen bezeichnet. Extern heißt dabei, dass die Effekte (Nebenwirkungen) eines Verhaltens nicht (ausreichend) im Markt berücksichtigt werden. Ein Geschädigter erhält keine Entschädigung u. ein Nutznießer muss keine Gegenleistung entrichten, ohne sich zwangsweise dessen bewusst sein zu müssen.
Externsteine
Bild: Externsteine_pano.jpg
Die Externsteine, Gesamtansicht aus Südwesten
Die E. [&beton;&aeo;kstern&schstl;tain&eunbet;] sind eine markante Sandstein-Felsformation im Teutoburger Wald u. eine herausragende Natursehenswürdigkeit in Deutschland. Sie befinden sich im Horn-Bad Meinberger Stadtteil Holzhausen-Externsteine im Kreis Lippe im Nordosten von Nordrhein-Westfalen.
Extraktion (Verfahrenstechnik)
E. (von lateinisch ''extrahere'' „herausziehen”) ist ein physikalisches Stofftrennverfahren, bei dem mit Hilfe eines ''Extraktionsmittels'' (ein ''Lösemittel'', gegebenenfalls erwärmt) eine Komponente aus einem festen oder flüssigen Stoffgemisch, dem sogenannten ''Extraktionsgut'', gelöst wird: Das Lösungsmittel zieht den in ihm besser löslichen Stoff aus dem Gemisch.
Extrapyramidalmotorisches System
Das E. S. (EPS) ist ein neuroanatomisches u. -physiolog. Konzept, in dem sich alle Steuerungsvorgänge der Bewegung (Motorik) wiederfinden, die nicht über die ''Pyramidenbahn'' des pyramidalen Systems verlaufen. Dieses Konzept ist nur bei Primaten, insbes. beim Menschen, sinnvoll, da das pyramidale System nur bei ihnen eine hohe Bedeutung u. eine gewisse Dominanz in der Bewegungskontrolle hat. Bei anderen Säugetieren ist praktisch die gesamte motor. Steuerung extrapyramidal. Die übrigen Wirbeltiere besitzen schließlich überhaupt kein pyramidales System.
Extrasystole
Eine E. ist ein Herzschlag, der außerhalb des normalen Herzrhythmus auftritt. Dabei kann der Herzrhythmus unbeeinflusst bleiben oder verschoben werden. Extrasystolen entstehen nicht im normalen Schrittmacherzentrum (Sinusknoten), sondern in ektopen Erregungszentren (ektoper Fokus). Der Betroffene spürt sie oft als ''Herzstolpern''. Extrasystolen kommen v. a. bei Jugendlichen häufiger vor, sind jedoch meist unbedeutend u. harmlos. Gelegentlich können sie aber auch auf eine bedeutsame Herzerkrankung hinweisen. Kammerflimmern beginnt typischerweise mit einer E. in der relativen Refraktärzeit.
Extreme Championship Wrestling
E. C. W. (ECW) ist sowohl der Name einer US-amerikan. Wrestling-Organisation, die von 1992 bis 2001 existierte, als auch die Bez. einer wöchentl. Wrestlingshow von World Wrestling Entertainment, die seit dem Jahr 2006 produziert wird.
Extreme Programming
E. P. (XP), auch Extremprogrammierung, ist eine agile Methode, die das Lösen einer Programmieraufgabe in den Vordergrund der Softwareentwicklung stellt u. die Formalisierung des Vorgehens mindert.
Die Extremprogrammierung definiert ein flexibles Vorgehensmodell in der Softwaretechnik, das sich den Anforderungen des Kunden in wiederholten kleinen Schritten unter Verwendung von Rückkoppelungen sowie einer kommunikationsintensiven Herangehensweise zielgerichtet annähert.
Extremsport
Unter E. versteht man das Überschreiten sportl. Grenzen. E. bedeutet für den Sportler eine bes. technische oder logistische u. körperlich-psych. Herausforderung u. ist oft mit hohem Risiko verbunden. E. wird einzeln oder in kleinen Gruppen, manchmal fernab der Öffentlichkeit, manchmal mit großer Medienpräsenz durchgeführt u. ist in einigen Formen auch illegal.
Beispiele sind alpine Expeditionen, Base-Jumping, Canyoning, Eisschwimmen, Free-Solo-Klettern, House-Running, Skysurfen, Tieftauchen, Einhandsegeln, Motorradakrobatik, Wildwasserschwimmen, Free-Running etc.
Extremwert
In der Mathematik ist ein E. (oder ''Extremum''; Plural: ''Extrema'') der Überbegriff für lokales u. globales Maximum u. Minimum. Ein ''lokales Maximum'' ist der Wert der Funktion an einer Stelle, in deren Umgebung die Funktion keine größeren Werte annimmt.
Ein globales Maximum wird auch ''absolutes Maximum'' genannt, für ein lokales Maximum wird auch der Begriff ''relatives Maximum'' gebraucht. Lokale u. globale Minima sind analog definiert.
Die Lösung einer ''Extremwertaufgabe'' nennt man die ''extremale Lösung''.
Extruder
E. sind Fördergeräte, die nach dem Funktionsprinzip der Archimedischen Schraube feste bis dickflüssige Massen unter hohem Druck u. hoher Temperatur gleichmäßig aus einer formgebenden Öffnung herauspressen. Dieses Verfahren wird als Extrusion bezeichnet.
Grundsätzlich können E. in 2 Prozessprinzipien unterteilt werden: Verarbeitungs- u. Aufbereitungsextruder. Verarbeitungsextruder dienen hauptsächlich der Formgebung (in der Regel Einwellenextruder), während Aufbereitungsextruder der chemischen u./oder physikal. Modifizierung (reagieren, mischen, entgasen, etc.) von Stoffen dienen (gleichlaufender dichtkämmender Doppelwellenextruder, Busskneter, etc.).
Exzerpt
Ein E. ist eine kurze Zusammenstellung der wichtigsten Gedanken eines bestehenden Textes. Dabei werden die Teile des Textes unter einer bestimmten Fragestellung betrachtet. Teilweise wird der Begriff E. auch als Synonym für Abstract verwendet, also eine sehr freie Form einer kurzen sinngemäßen Wiedergabe.
Eyck, Jan van
Jan van Eyck (* um 1390 in Maaseik; † 1441 in Brügge) war ein fläm. Maler des Spätmittelalters u. gilt als der berühmteste Vertreter der altniederländ. Malerei. Er leitete die neue naturalist. Kunstepoche nördlich der Alpen ein. Wegen seiner vollendeten Technik u. seines Sinns für Naturalismus wurde er von vielen Autoren sogar als König unter den Malern bezeichnet.
Eyes Wide Shut
E. W. S. [aiz waid &beton;&schstl;&alamb;t] ist der letzte vollendete Film des US-amerikanischen Filmregisseurs Stanley Kubrick, der im Erscheinungsjahr des Films, 1999, verstarb. In den Hauptrollen spielen Nicole Kidman u. Tom Cruise, in Nebenrollen sind der Regisseur Sydney Pollack, der deutsche Schauspieler Sky du Mont sowie die US-amerikanische Schauspielerin Leelee Sobieski zu sehen.
''Eyes Wide Shut'' ist eine ins New York der Gegenwart gelegte Verfilmung von Arthur Schnitzlers ''Traumnovelle''. Der Filmtitel ist ein Oxymoron u. bedeutet wörtlich übersetzt „Augen weit geschlossen”.